Kernkraftwerk Indian Point

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Kernkraftwerk Indian Point
Kernkraftwerk Indian Point vom anderen Ufer des Hudson River
Kernkraftwerk Indian Point vom anderen Ufer des Hudson River
Lage
Kernkraftwerk Indian Point (New York)
Kernkraftwerk Indian Point
Koordinaten 41° 16′ 11,1″ N, 73° 57′ 8,4″ W41.269745-73.952333Koordinaten: 41° 16′ 11,1″ N, 73° 57′ 8,4″ W
Land: Vereinigte Staaten
Daten
Eigentümer: Entergy Corporation
Betreiber: Entergy Corporation
Projektbeginn: 1955
Kommerzieller Betrieb: 1. Okt. 1962

Aktive Reaktoren (Brutto):

2  (2.127 MW)

Stillgelegte Reaktoren (Brutto):

1  (277 MW)
Eingespeiste Energie im Jahr 2010: 16.320,64 GWh
Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme: 419.830,43 GWh
Website: Das Kernkraftwerk auf der Seite des Betreibers (englisch)
Stand: 9. Juni 2011
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das Kernkraftwerk Indian Point (englisch Indian Point Energy Center (IPEC)) besteht aus drei Druckwasserreaktoren, die von Westinghouse gebaut wurden. Das Kernkraftwerk liegt in Buchanan (New York) am Hudson River, 55 Kilometer nördlich von New York City.

Geschichte[Bearbeiten]

Die drei Reaktoren wurden ab 1956, 1966 und 1969 gebaut. Die Netzsynchronisation erfolgte 1962, 1973 und 1976. Der Reaktorblock 1 wurde 1974 stillgelegt, die Blöcke 2 und 3 sind in Betrieb.

Das Kernkraftwerk liegt in einem seismisch vergleichsweise aktiven Gebiet und gilt darüber hinaus seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 als terrorismusgefährdet, da es an Flugrouten von Verkehrsflugzeugen liegt. So wurde nach dem 11. September 2001 getestet, ob das Containment einem Flugzeugabsturz bzw. Anschlag standhalten würde. Die Ergebnisse zeigten, dass es Szenarien gibt, bei denen das nicht der Fall ist und daher der sichere Weiterbetrieb des Kernkraftwerkes gefährdet wäre. Die Zukunft des Kraftwerkes ist auch bezüglich betrieblicher Unfälle umstritten, zumal es sich in geringer Distanz zur Großstadt New York befindet.

Störfälle[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 erfolgte in Block 2 aufgrund einer kleineren Störung eine Schnellabschaltung. Zwecks Abführung der auch danach noch im Reaktor vorhandenen Nachzerfallswärme durch Pumpen musste die Umschaltung von Stromnetz-Einspeisung auf Stromnetz-Bezug funktionieren, was aber nicht der Fall war. Daraufhin trat der Notstromfall ein, wobei sich die großen Diesel-Stromgeneratoren automatisch einschalten, um die Anlage mit elektrischer Energie zu versorgen. Einer der insgesamt drei Generatoren des Blocks 2 funktionierte nicht, was den Wegfall diverser Sicherheits-Redundanzen bedeutete. Später entlud sich zusätzlich noch eine Batterie, wodurch eine Vielzahl von Kontrollraum-Anzeigen ausfielen. Das Betriebspersonal war damit teilweise „blind“ und auf das Funktionieren der Automatik angewiesen. Es wurde für die Notfall-Organisation "Alarmstufe 1" ausgerufen.[1]

Am 6. April 2007 ereignete sich ein weiterer Störfall im Kernkraftwerk. Betroffen war der nicht-nukleare Bereich. Dabei war ein Feuer in zwei Transformatoren ausgebrochen. Darauf folgten kleinere Explosionen. Verletzt wurde niemand.

Im Mai 2009 wurde bekannt, dass Teile des Ausflusses für das Notkühlsystem durchgerostet sind. Die letzte Inspektion des beschädigten Rohres soll etwa 1973 stattgefunden haben.[2][3]

Im Abklingbecken soll es ein Leck geben, durch das Radioaktivität ins Grundwasser entweicht.[4]

Daten der Reaktorblöcke[Bearbeiten]

Das Kernkraftwerk Indian Point hat insgesamt drei Blöcke:

Reaktorblock[5] Reaktortyp Netto-
leistung
Brutto-
leistung
Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Abschal-
tung
Indian Point-1 Druckwasserreaktor 257 MW 277 MW 01.05.1956 16.09.1962 01.10.1962 31.10.1974
Indian Point-2 Druckwasserreaktor 1020 MW 1062 MW 14.10.1966 26.06.1973 01.08.1974 (2033 geplant)
Indian Point-3 Druckwasserreaktor 1025 MW 1065 MW 13.08.1969 27.04.1976 30.08.1976 (2035 geplant)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Indian Point Energy Center – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2000 der Schweizer Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen
  2. Pipe Leak at Nuclear Plant Raises Concerns (englisch)
  3. Telepolis enews: Verrostetes AKW
  4. Information der NRC (englisch)
  5. Power Reactor Information System der IAEA: „United States of America: Nuclear Power Reactors - Alphabetic“ (englisch)