Kernkraftwerk Kŭmho

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f1

Kernkraftwerk Kŭmho
Lage
Kernkraftwerk Kŭmho (Nordkorea)
Kernkraftwerk Kŭmho
Koordinaten 40° 5′ 48,5″ N, 128° 20′ 25,4″ O40.096805555556128.34038888889Koordinaten: 40° 5′ 48,5″ N, 128° 20′ 25,4″ O
Land: Korea NordNordkorea Nordkorea
Daten
Eigentümer: DPRK – Tonghae NPP
Betreiber: DPRK – Tonghae NPP
Projektbeginn: 1999

Bau eingestellt (Brutto):

2  (2084 MW)
Stand: 17. Juli 2008
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das Kernkraftwerk Kŭmho (금호) sollte etwa 30 km nördlich von Sinp'o in der Provinz Süd-Hamgyŏng in Nordkorea errichtet werden. Der Fluss Namdaech'ŏn sollte es mit Wasser versorgen.

Reaktor[Bearbeiten]

Es waren zwei Leichtwasserreaktoren (süd-)koreanischer Bauart (Korean Standard Nuclear Power Plant) mit jeweils 1040 MWe brutto geplant. Als Referenzdesign diente das Kernkraftwerk Uljin, das wiederum auf einem ABB (Asea Brown Boveri) System 80 Design beruht. Der Brennstoff sollte geliefert und der Atommüll abgeholt werden. Damit sollte verhindert werden, dass Plutonium für den Bombenbau abgezweigt werden kann.

Ursprünglich waren zwischen 1988 und 1990 vier WWER-640/407 geplant gewesen. Einige Komponenten wurden bereits geliefert. Die Aktivitäten am Projekt wurden jedoch 1991 eingestellt.[1]

Finanzierung[Bearbeiten]

Sein Bau wurde mit dem Genfer-Abkommen zwischen Nordkorea und den USA von 1994 beschlossen. Die Anlage sollte aus zwei Leichtwasserreaktoren bestehen, deren Konstruktion von der Korean Peninsula Energy Development Organization (KEDO) organisiert werden sollte. Die Kosten von 4,6 Milliarden Dollar sollten von Südkorea (3,2 Milliarden) und Japan (1 Milliarde) getragen werden, der Rest von den USA und Europa.

Der Bau[Bearbeiten]

Ursprünglich sollte der Bau des Kernkraftwerks zügig beginnen. Die Asienkrise Ende der 90er Jahre führte aber zu Finanzierungsproblemen. So musste Südkorea seine Strompreise um 3 % anheben, um genügend Mittel zur Finanzierung zu beschaffen. Die Ankunft der Gelder aus Japan verzögerte sich ebenfalls, was auch mit der Erprobung einer Mittelstreckenrakete 1998 durch Nordkorea zusammenhing. Bis Mitte 2000 war der Bau dennoch fortgeschritten. Neben der Gründung für die Reaktoren war eine kleine Stadt für das Baupersonal entstanden, zu der ein Golfplatz gehörte.

Die zunehmenden politischen Spannungen führten aber am 12. November 2003 zu einem Baustopp. 2005 begann man mit dem Rückzug der letzten Arbeiter, der Januar 2006 beendet wurde. Der Verlust wird allein für Südkorea auf 931 Millionen Dollar geschätzt.

Weitere Nuklearanlagen in Nordkorea[Bearbeiten]

Die kerntechnische Anlage Nyŏngbyŏn liegt ca. 100 km nördlich der Hauptstadt Pjöngjang.

In T'aech'ŏn wurde mit dem Bau eines 200 MW-Kernreaktors begonnen. Der Bau wurde nach dem Vertrag von 1994 eingestellt.

P'unggye-yok in der Provinz Hamgyŏng-pukto ist das nordkoreanische Atomtestgelände (41.311°N, 129.114°E).

Daten der Reaktorblöcke[Bearbeiten]

Das Kernkraftwerk Kŭmho sollte insgesamt zwei Blöcke bekommen:

Reaktorblock Reaktortyp Netto-
leistung
Brutto-
leistung
Baubeginn Projekt-
aufgabe
LWR - Sinpo 1[2] Druckwasserreaktor 1040 MW 1042 MW[3] 03.08.2002 12.12.2003
LWR - Sinpo 2[4] Druckwasserreaktor 1040 MW 1042 MW[3] - -

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Atomstroyexport Joint Stock Company – Background in Brief (Version vom 9. Oktober 2007 im Internet Archive) (englisch)
  2. LWR - Sinpo 1 auf der PRIS der IAEA (Version vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)
  3. a b Die Richtigkeit der Angabe ist nicht wiedergegeben, da ein Kernreaktor meist über 2 MW Eigenbedarf hat.
  4. LWR - Sinpo 2 auf der PRIS der IAEA (Version vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]