Kersbach (Forchheim)

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49.68194444444411.071111111111275Koordinaten: 49° 40′ 55″ N, 11° 4′ 16″ O

Kersbach
Stadt Forchheim
Höhe: 275 m
Einwohner: 2062 (2. Mrz. 2007)
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 91301
Vorwahl: 09191

Kersbach ist der südlichste Stadtteil der Großen Kreisstadt Forchheim im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken.

Die ehemals selbständige Gemeinde Kersbach und ihr damaliger Ortsteil Sigritzau liegen im Süden Forchheims. Ihre Eingemeindung erfolgte im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. Januar 1978.[1] Am 2. März 2007 waren 2062 Einwohner mit Haupt- bzw. einzigem Wohnsitz gemeldet.

Geographie[Bearbeiten]

Panoramabild Kersbach

Kersbach liegt im südlichen Teil von Oberfranken sowie im Norden von Bayern, am Fuße der Fränkischen Schweiz und an der Grenze zu Mittelfranken. Folgende größere Städte liegen in der Nähe von Kersbach: Erlangen (≈ 15 km südlich), Fürth (≈ 30 km südlich), Bamberg (≈ 35 km nördlich), Nürnberg (≈ 40 km südlich), Schweinfurt (≈ 90 km nordwestlich), Würzburg (≈ 90 km westlich), Bayreuth (≈ 55 km nordöstlich).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten, an Kersbach: Pinzberg, Effeltrich, Poxdorf, Baiersdorf und Hausen (bei Forchheim).

Klima[Bearbeiten]

Kersbach war am 21. Juli 2007 von einem Hochwasser betroffen, das auch in mehreren Gemeinden in der Umgebung hohe Sachschäden verursachte.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

St. Ottilien Kirche

Der Name Kersbach geht auf die altdeutsche Bezeichnung für Kirsche zurück (Kîrsa, mhd. kyrse, kirse, kerse), also Am Bach, an dem es Kirschen gibt. Erstmals erwähnt wurde Kyrsebach (Kersbach) in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. vom 26. Oktober 1017 gegeben zu Allstedt. Hierin bestätigte Heinrich auf Bitten der Bischöfe Heinrich I. von Würzburg und Eberhard I. von Bamberg einen Tauschvertrag zwischen beiden Bistümern, in dem die „abbaciam Erlangun (Erlangen), Forchheim, Eggolvesheim (Eggolsheim) und Kyrsebach (Kersbach) ..., weiterhin die Zehnten der Dörfer die jetzt und einst zu Holevelt (Hollfeld) gehören ...“ in Besitz des Bistums Bamberg gelangten.

Ursprünglich war die Kirche nur dem Heiligen Johannes der Täufer geweiht. Nachdem die Kirchengemeinde im Jahr 1356 durch eine Schenkung von Kaiser Karl IV. in den Besitz einer Reliquie der Heiligen Ottilie gelangt war, stellte man das Gotteshaus unter das Erst-Patrozinium der Schutzheiligen der Augenkranken und Blinden. In der Folge war Kersbach bis ins 20. Jahrhundert ein Ottilien-Wallfahrtsort.

Der Name Sigritzau stammt von Sigehardesawe (zur Aue des Sigehard). Die erste urkundliche Erwähnung von Sigritzau war im Jahre 1238.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Backhaus mit Backofen
Kapelle am Straßenrand

Das markanteste Gebäude in Kersbach ist die katholische St.-Ottilien-Kirche im Ortskern, an die der Kirchenplatz mit einem Dorfbrunnen grenzt.

Ebenfalls im Ortskern befindet sich die Gerichts- und Tanzlinde. Der Bahnhof im Westen ist etwa 1,5 Kilometer entfernt. Der schienengleiche Bahnübergang wurde 2004 durch eine Brücke ersetzt. An der Straße in Richtung Bahnhof befindet sich eine Kapelle.

Im Süden des Dorfes wurde das Backhaus vom Fränkischen Dorf- und Kulturverein e. V. mit Hilfe der Direktion für Ländliche Entwicklung Bamberg erbaut.

Denkmäler[Bearbeiten]

Flurdenkmal in Kersbach

Im Ortskern befindet sich an der Hauptstraße ein Kriegerdenkmal mit den Namen der im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Kersbacher Bürger. Am Ortsende in Richtung Effeltrich befindet sich auf der rechten Seite, neben dem Backofen, ein Flurdenkmal. Dieses wurde 2005 im Rahmen der Flurbereinigung aufgestellt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Januar: Kersbacher Dreikönigslauf
  • Wochenende nach Christi Himmelfahrt: Kirchweih

Vereine[Bearbeiten]

Die DJK/TSV Kersbach bietet Fußball, Akrobatik, Tanzsport, Tischtennis, Mountainbiking sowie diverse Turn- und Gymnastiksportarten an. Die erste Mannschaft der Fußballabteilung spielte von 1996 bis 2002 in der Bezirksliga Nord. Derzeit spielt die erste Mannschaft in der Kreisklasse des BFV. Ebenfalls richtet die DJK/TSV Kersbach seit 1986 jährlich den Dreikönigslauf aus.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bahnhof von Kersbach

Kersbach hat über die A 73 direkten Anschluss an das Autobahnnetz. Kersbach ist seit 2010 Haltepunkt der S-Bahn Nürnberg (Linie S1) in Richtung Bamberg und Nürnberg. Kersbach ist auch an die Buslinie Neunkirchen am BrandForchheim (VGN 224) und der Bahnhof an die Buslinie Oesdorf-Heroldsbach-Forchheim (VGN 216) angeschlossen. Der Ort ist in etwa 30 Minuten vom internationalen Flughafen Nürnberg zu erreichen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Kersbach haben Baumschulen eine lange Tradition. Heute gibt es jedoch nur noch eine Baumschule und zwei aus Baumschulen hervorgegangene Garten- und Landschaftsbauunternehmen. Der Getränkevertrieb Kistner hat seinen Hauptsitz in das Gewerbegebiet Sandäcker verlagert. Die Elektrotechnische Fabrik Gebr. Waasner ist nach einer Teilumsiedlung dort ebenfalls vertreten.

Die gute Verkehrsanbindung führte zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben mit hohem Flächenverbrauch pro Arbeitsplatz: Obi zog zum 'halben Weg' um, die Logistikdienstleister Geis (Sandgruben), Simon Hegele (Rittigfeld) und Pohl (Sandäcker) kamen dazu.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Es gibt in Kersbach einen dreigruppigen Kindergarten und eine daran angegliederte Kinderkrippe mit 24 Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren. Die Grundschule mit vier Klassenstufen ist der Martinsschule in Forchheim angegliedert. Von September 1969 bis einschließlich des Schuljahrs 2008/2009 war sie Teil der Grund- und Teilhauptschule II Poxdorf. Nach der Grundschule haben die Schüler aus Kersbach die Möglichkeit, an eine weiterführende Schule in Forchheim zu wechseln.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

In Kersbach gibt es neben der Schulturnhalle eine Mehrzweckhalle, die Außenanlagen der DJK-TSV Kersbach und drei Kinderspielplätze.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • David Lugert, deutscher Sänger bei Viva Voce

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kersbach (Forchheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 684.
  2. Sendebeitrag von tvo