Keshab Chandra Sen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Keshab Chandra Sen (Bengalisch: কেশব চন্দ্র সেন, Keśab Candra Sen; * 19. November 1838; † 8. Januar 1884) war ein bengalischer Sozialreformer und Religionsstifter des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Lebensweg[Bearbeiten]

Keshab Chandra Sen (Bild veröffentlicht 1906)

Keshabchandra Sen stammte aus Hause der Sena-Rajas. sein Großvater Ram Kamal Sen († 1844) war Diwan der Münzanstalt von Kalkutta und Secretary der Asiatic Society of Bengal. Sein Vater Piari Mohan Sen starb 1848, als der Junge 10 Jahre alt war. Er besuchte in Calcutta die das Hindu-, das Metropolitan- und das Presidency College (heute University of Calcutta).

Als Jugendlicher hatte er viel Umgang mit christlichen Missionaren. 1857 trat er der von Rammohan Roy gegründeten Brahmo Samaj bei. Von 1859 bis 1861 war er Angestellter der Bank of Bengal. Die Stellung gab er auf, um fürderhin als Brahmo-Missionar zu wirken. Von Debendranath Tagore wurde er 1862 zum Priester geweiht, auf einer Missionsreise etablierte er im selben Jahr in Bombay und Madras Ableger der Religionsgemeinschaft.

In den folgenden Jahren kam es zwischen Tagore und ihm hinsichtlich der Fragen der Brahmanenschnur, Wiederverheiratung von Witwen und anderer hinduistischer Traditionen immer wieder zu Konflikten, weshalb er 1866 die Organisation verließ.

Ein entgeistigter Keshab Chandra Sen

Er begründete daraufhin am 11. November seine eigene Brahmo Samaj of India, im Gegensatz zur Adi ("alten") Tagores. In diese Zeit fällt sein Werk Great Men, worin er darlegt, dass es außer Jesus Christus noch andere herausragende Menschen gab. Nach der Eröffnung seines Brahmo Mandir (Brahmo-Tempels) am 22. August 1869, begab er sich auf eine Missionsreise durch Bombay und den Nordwesten Indiens.

Bei einem Treffen mit dem Vizekönig Lord Lawrence in Shimla 1869 erreichte er, dass ein Gesetz entworfen wurde, welches die nach Brahmo-Ritus geschlossenen Ehen anerkannte. Dies wurde als Brahmo Marriage Act 1872[1] verabschiedet. Auch forderte er den Aufbau eines allgemeinen Schulwesens. Von März bis September des Jahres bereiste er England und Schottland, wo er über siebzigmal öffentlich sprach.

Nach seiner Rückkehr gründete er die India Reform Association, 1872 folgte die Eröffnung des Bharat Ashram. In den Jahren 1875 bis 1878 verbesserten sich die Beziehungen zur Brahmo Samaj wieder.

Seine Popularität sank, als er im März 1878 seine Tochter Suniti Devi mit dem jungen Maharaja von Cooch Behar Nripendra Narayan verheiratete,[2] da beide noch nicht das gesetzlich festgesetzte Mindestalter erreicht hatten. In Folge kam es zu einem Schisma und es entstand am 15. Mai die Sadharan Brahmo Samaj.

Sen verfiel daraufhin in Depressionen, die bis zu seinem Lebensende anhielten. Im Januar verkündete er Nava Vidhana – sein Ideal von der Harmonie aller Religionen.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • The General Council of the First International 1870-71. Minutes. Moskau 1974, S. 258 und 530
  • Baillie, Laureen (Hrsg.): Indian Biographical Archiv; München, ISBN 3-598-34104-0, Fiche 417
  • Horst Krüger: Die I. Internationale und Indien. In: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung. Berlin 1978, Heft 3, S. 415-427

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. en:Brahmo Marriage Act
  2. Lethbridge, Roper; Golden Book of India; London 1893, S 269

Weblinks[Bearbeiten]