Kesselschlacht bei Uman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Kesselschlacht bei Uman war eine Schlacht im Zweiten Weltkrieg vom 15. Juli bis zum 8. August 1941. In ihr zerstörte die deutsche Wehrmacht mit ungarischen und rumänischen Hilfstruppen 20 Divisionen der Roten Armee.

Voraussetzungen[Bearbeiten]

Gemäß dem Plan Operation Barbarossa konzentrierte sich die Stoßrichtung der Heeresgruppe Süd auf die Ukraine. Nach Überwindung der schwer befestigten Stalin-Linie kam es Anfang August darauf an, größere Truppenteile der Roten Armee in der Ukraine zu vernichten. Im Gegensatz zur Heeresgruppe Mitte, die mit zwei Panzergruppen Zangenoperationen durchführen konnte, verfügte die Heeresgruppe Süd nur über eine Panzergruppe. Die sowjetische Südwestfront, die zudem die stärkste der vier sowjetischen Fronten war und über mehr Panzer verfügte als die Deutschen, wurde von Generaloberst Michail Petrowitsch Kirponos beweglich geführt. So gelang es seinem deutschen Gegenspieler Gerd von Rundstedt nach den erfolgreichen Grenzschlachten erst Ende Juli 1941, die 17. Armee in eine Position zu bringen, die es der Panzergruppe 1 (Kleist) ermöglichte, größere sowjetische Verbände abzuschneiden und gegen die 17. Armee zu drücken.

Schlachtverlauf[Bearbeiten]

Ein deutscher Infanterist vor einem gefallenen sowjetischen Soldaten, dahinter ein zerstörter russischer Panzer vom Typ BT-7 (Ukraine, Juni 1941)

Die 17. Armee unter General Carl-Heinrich von Stülpnagel und die Panzergruppe 1 schlossen am 3. August bei Perwomajsk den Ring um 20 Divisionen der sowjetischen 6., 12. und 18. Armeen. Unter schweren Kämpfen konnte der Kessel gehalten werden, am 8. August kapitulierten 103.000 sowjetische Soldaten. Dazu fielen 317 Panzer und 858 Geschütze unversehrt in deutsche Hand. Da die deutschen Einschließungskräfte relativ schwach waren, konnten Zehntausende Rotarmisten unter Aufgabe ihrer schweren Waffen und Ausrüstung in sowjetisch gehaltenes Gebiet entkommen.

Ergebnis[Bearbeiten]

Das Hinterland der Ukraine bis zum Dnepr und zum Schwarzen Meer stand für weitläufige Operationen offen. Bis zur Schlacht um Kiew hatten die Sowjets wieder eine notdürftige Verteidigung eingerichtet, die jedoch wiederum versagte. Die verlorene Kesselschlacht um Uman war der erste Schritt zur Eroberung der wirtschaftlich bedeutenden Ukraine.

Literatur[Bearbeiten]

Bei der Betrachtung sowjetischer Quellen mit Ausnahme von Samisdat- und Tamisdat-Literatur, die bis zum Jahr 1987 veröffentlicht wurden, muss die Tätigkeit der sowjetischen Zensurbehörden (Glawlit, Militärzensur) bei der Revision diverser Inhalte im Sinne der sowjetischen Ideologie berücksichtigt werden. (→Zensur in der Sowjetunion)

  •  Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. (= Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 4). 2. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1987, ISBN 3-421-06098-3.
  • L. L. Dessjatow, P. A. Schilin, B. G. Solowjew: Die Kampfhandlungen in der Ukraine während der Anfangsperiode des Krieges. in: Pawel Andrejewitsch Schilin (Hrsg.): Die wichtigsten Operationen des Großen Vaterländischen Krieges, 1941–1945. Verlag des Ministeriums für Nationale Verteidigung, Berlin (Ost) 1958, S. 112–130.
  • Percy M. Schramm (Hrsg.): Das Kriegstagebuch des OKW – Eine Dokumentation. Band 1. Bechtermünz, Augsburg 2002, ISBN 3-8289-0525-0.
  • Hans Steets: Gebirgsjäger bei Uman – Die Korpsschlacht des XXXXIX. Gebirgs-Armeekorps bei Podwyssokoje 1941. Scharnhorst Buchkameradschaft, Heidelberg 1955. (= Die Wehrmacht im Kampf. Band 4.)