Kesselstatt (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen derer von Kesselstatt
„Palais Kesselstatt“ in Trier

Die von Kesselstatt sind ein altes, ursprünglich hessisches Adelsgeschlecht, dessen gleichnamiges Stammhaus bei Kesselstadt lag. Ihre Mitglieder standen an verantwortungsvollen Stellen im Dienst für Kirche und Staat als Prälaten, Äbte, Diplomaten, hohe Beamte und Militärs.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals 1229 mit einem Hartwig von Plumheim, Sohn des Ulrich von Kezzelstadt, der einen Platz und einen mansus in Omestad Minoris dem Mainzer Kanonikus Heinrich von Ravensberg zu Eigen gibt.[1] 1297 wird ein Mulich und Peter von Kesselstatt erwähnt.[2] Mit Johann von Kesselstatt, der 1365 in Urkunden genannt wird, beginnt die offizielle Stammreihe der Familie. Im 14. Jahrhundert kamen die Ritter von Kesselstatt in den kurtrierischen Raum. Über den Zeitraum von mehr als 500 Jahren arbeiteten die ritterlichen Dienstmannen an ihrem gesellschaftlichen Aufstieg. Kaiser Josef II. erhob die Freiherren von Kesselstatt im Jahr 1776 zu Reichsgrafen. Stammsitz der Reichsgrafen von Kesselstatt ist das Schloss Föhren bei Trier.

Weingut[Bearbeiten]

Mit seiner über 650-jährigen Geschichte ist das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt eines der traditionsreichsten Güter im Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer. In den Jahren 1740 bis 1746 ließ man durch den bekannten Barockbaumeister Johann Valentin Thoman gegenüber der Trierer Liebfrauenkirche ein stattliches Palais errichten. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, aber nach alten Plänen wieder aufgebaut. Im Palais Kesselstatt befinden sich heute ein Restaurant und eine Weinstube. 1978 übernahm die Familie Günther Reh das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt. Es wird seit 1983 von dessen Tochter Annegret Reh-Gartner geleitet. Heute bewirtschaftet sie es zusammen mit ihrem Ehemann Gerhard Gartner. Das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt hat seit 1999 seinen Sitz auf Schloss Marienlay in Morscheid im Ruwertal, wo sich auch die Kellerei befindet. Das Anbaugebiet erstreckt sich auf 36 Hektar an Steillagen von Mosel, Ruwer und Saar. Zu 100 % werden Rieslingweine angebaut. Das Weingut ist seit 2005 Mitglied im Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP).[3]

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber einen roten Greif mit ausgebreiteten Flügeln und aufwärts-gewundenem Stachelschwanz. Auf dem mit rot-silbernen Decken belegten Helm steht der wachsende Greif.

Das Wappen der Reichsgrafen von Kesselstatt (1776) zeigt in Gold ein von je einem grünen Seeblatt bewinkeltes rotes Andreaskreuz († von Orsbeck) mit dem Stammwappen als Herzschild belegt.

Personen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich von Kezzelstadt in Klein-Umstadt. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 13. Januar 2011, abgerufen am 12. Dezember 2011.
    Anmerkung: Eigentlich ist der Geschlechternachweis bei LAGIS falsch verlinkt, da heute weitgehend belegt ist, das mit omestad minor der Ort Wenigumstadt und nicht Klein-Umstadt gemeint ist. Wenigumstadt liegt auch im Gebiet der Urkundenausstellung – dem Bachgau – Plumgau. Erst später wechselte in Wenigumstadt der Name zu wenigen omestat. Klein-Umstadt dagegen wurde im 13. Jahrhundert als unnestat bezeichnet und erst ab Beginn des 14. Jahrhunderts als omestad minor. Die Verwechslung beruht auf der im 19. Jahrhundert erfolgten falschen Übersetzung der entsprechenden Regesten, da sich Lateinisch minor ins deutsche weniger oder auch kleiner übersetzen lässt. Zusätzlich liegen beide Orte nahe beieinander.
    Siehe dazu auch bei: Schopp, Manfred: „Klein-Umstadt in der Geschichte 1305-2005“, Hrg. Magistrat der Stadt Groß-Umstadt, 2005, S. 11–12
  2. Riemer, Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau, Abt. II, I, Nr 771
  3. www.vdp.de/winzer Website VDP, dort Link zum Steckbrief des Weingutes, abgerufen am 11. Dezember 2011

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]