Kessiner

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Stammesgebiet der Kessiner Chizzini um das Jahr 1000

Die Kessiner, auch Chizziner („Fischerhüttenbewohner“) waren ursprünglich ein abodritischer Teilstamm, der im östlichen Mecklenburg um Güstrow und Bützow einerseits sowie an der Unterwarnow um den Ostseehandelsplatz Rostock-Dierkow andererseits siedelte.[1]

Der Name der Kessiner wird um 1056 erstmals bei Adam von Bremen erwähnt. Gleichwohl werden sich die Kessiner bereits Ende des 10. Jahrhunderts dem Lutizenbund angeschlossen haben. Nach Kämpfen mit den Redariern im so genannten „Lutizischen Bruderkrieg“ wurden sie unter dem abodritischen Samtherrscher Gottschalk 1156 wieder in das Reich der Abodriten eingegliedert und waren diesem tributpflichtig. Die Hauptburg des Stammes könnte die Burg Kessin gewesen sein.

Immer wieder zeigten die Kessiner partikulare Bestrebungen. 1114 zogen die Abodriten unter Heinrich von Alt-Lübeck gemeinsam mit den Sachsen gegen die Kessiner unter Fürst Dunar, 1121 gegen Fürst Sventipolk. Dabei wurde die Burg Kessin erobert. Danach war von 1131 bis zu seinem Tod 1160 der abodritische Fürst Niklot Herrscher der Kessiner. Auch dieser musste die Kessiner 1150 mit militärischen Mitteln in die Botmäßigkeit zwingen.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Fred Ruchhöft: Vom slawischen Stammesgebiet zur deutschen Vogtei. Die Entwicklung der Territorien in Ostholstein, Lauenburg, Mecklenburg und Vorpommern im Mittelalter (= Archäologie und Geschichte im Ostseeraum. Bd. 4). Leidorf, Rahden (Westfalen) 2008, ISBN 978-3-89646-464-4, S. 88.