Keutschach am See

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Keutschach am See
Wappen von Keutschach am See
Keutschach am See (Österreich)
Keutschach am See
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Fläche: 28,37 km²
Koordinaten: 46° 36′ N, 14° 11′ O46.59316666666714.187416666667535Koordinaten: 46° 35′ 35″ N, 14° 11′ 15″ O
Höhe: 535 m ü. A.
Einwohner: 2.444 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 86 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9074
Vorwahl: 0 42 73
Gemeindekennziffer: 2 04 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nr. 1, 9074 Keutschach
Website: www.keutschach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Oleschko (FPK u. Parteifreie)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
10 FPK u. Parteifreie, 4 SPÖ, 3 VP, 2 GEL
Lage der Gemeinde Keutschach am See im Bezirk Klagenfurt-Land
Ebenthal in Kärnten Feistritz im Rosental Ferlach Grafenstein Keutschach am See Köttmannsdorf Krumpendorf am Wörthersee Ludmannsdorf Magdalensberg Maria Rain Maria Saal Maria Wörth Moosburg Poggersdorf Pörtschach am Wörther See Sankt Margareten im Rosental Schiefling am Wörthersee Techelsberg am Wörther See Zell Klagenfurt KärntenLage der Gemeinde Keutschach am See im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Keutschach am See (slowenisch: Hodiše ob jezeru) ist eine Gemeinde mit 2444 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) im Bezirk Klagenfurt-Land in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt in einer Tallandschaft, dem sogenannten Vier-Seental, zwischen dem Wörthersee im Norden und dem Höhenrücken der Sattnitz im Süden. Die Ortschaft Keutschach liegt am Ostufer des Keutschacher Sees, etwa 15 km westlich von Klagenfurt.

Gewässer[Bearbeiten]

Stehende Gewässer[Bearbeiten]

Fließende Gewässer[Bearbeiten]

  • Reifnitzbach
  • Weißenbach
  • Kleine Bäche und Rinnsale

Moore[Bearbeiten]

  • Dobeinitzer Moor
  • Zahlreiche kleinere Feuchtwiesen und Sumpfgebiete

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Keutschach am See besteht aus den drei Katastralgemeinden Keutschach (Hodiše), Plescherken (Plešerka), St. Nikolai (Šmiklavž). Das Gemeindegebiet gliedert sich in folgende 15 Ortschaften (Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Dobein (Dobajna), 27
  • Dobeinitz (Dobajnica), 98
  • Höflein (Dvorec), 140
  • Höhe (Na Gori), 134
  • Keutschach (Hodiše), 437
  • Leisbach (Ležbe), 130
  • Linden (Lipa), 132
  • Pertitschach (Prtiče), 192
  • Plaschischen (Plašišče), 98
  • Plescherken (Plešerka), 215
  • Rauth (Rut), 306
  • Reauz (Rjavec), 347
  • Sankt Margarethen (Šmarjeta), 50
  • St. Nikolai (Šmiklavž), 80
  • Schelesnitz (Železnica), 65

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Maria Wörth
Schiefling am Wörthersee Nachbargemeinden Klagenfurt am Wörthersee
Ludmannsdorf Köttmannsdorf
Keutschacher See
Schule im Ort Keutschach

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste urkundliche Erwähnung Keutschachs (als Chodesach) stammt aus dem Jahr 1150.

Auf dem heutigen Gemeindegebiet liegt der Stammsitz des seit 1299 nachweisbaren Rittergeschlechts der Keutschacher. Bekanntestes Mitglied der Familie ist der Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach, zu dessen Regierungszeit (1496-1519) sie ihre größte Macht erreichte. Der Bau von Schloss Tanzenberg durch dessen Neffen führte jedoch zu hohen Schulden, die Keutschacher verloren in der Folge an Ansehen und Einfluss und erloschen 1773 in Salzburg.

Die Gemeinde Keutschach wurde im Jahr 1850 gebildet und umfasste noch bis 1903 die Katastralgemeinde Reifnitz, die zugunsten der neu gebildeten Ortsgemeinde Maria Wörth abgetreten wurde.

Im Gemeindegebiet wurde über Jahrhunderte fast ausschließlich Landwirtschaft betrieben, bis im Verlauf des 20. Jahrhunderts der Sommertourismus eine immer wichtigere Rolle spielte.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1869 1.185
1880 1.204
1890 1.294
1900 1.207
1910 1.176
1923 1.112
1934 1.207
Jahr Einwohner
1939 1.174
1951 1.263
1961 1.268
1971 1.515
1981 1.812
1991 2.059
2001 2.348
Einwohnerentwicklung 1869 − 2001[2]

Nach der Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Keutschach am See 2348 Einwohner. Vor allem durch den zunehmenden Tourismus bedingt stieg die Einwohnerzahl ab den 1960er Jahren vergleichsweise stark an.

5,6 % der Bevölkerung gehören der slowenischsprachigen Volksgruppe an. Keutschach befindet sich am nördlichen Rand des slowenischsprachigen Gebietes. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war noch der überwiegende Teil der Gemeindebewohner slowenischer Muttersprache.

95,7 % der Einwohner Keutschachs haben die österreichische Staatsbürgerschaft, 1,8 % sind Deutsche, weitere 0,5 % kommen aus anderen EU-Ländern und 2,0 % aus anderen Staaten.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 81 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 6 %, 9 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Keutschach am See

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirchturm der Pfarrkirche Sankt Georg
Filialkirche St. Nikolai
Polzerkreuz in Leisbach
Filialkirche St. Margarethen
  • Historisch relevant sind die aus der Hallstattzeit stammenden Pfahlbauten im Keutschacher See.
  • Die Pfarrkirche St. Georg, erstmals 1237 urkundlich erwähnt, wurde ursprünglich im romanischen Stil erbaut und erhielt ihr heutiges Aussehen durch spätgotische und barocke Zu- und Umbauten. Die pneumatische Orgel mit 13 klingenden Registern wurde 1959 von Rudolf Novak aus Klagenfurt geschaffen. Das Geläute besteht aus einer Stahlglocke und vier Bronzeglocken von Johann Graßmayr, Innsbruck. Diese haben ein Gesamtgewicht von 2.785,5 kg. Das Geläute ist auf den Choralakkord des Salve Regina gestimmt.
  • Die romanisch-gotische Totenleuchte direkt neben der Pfarrkirche gilt als die Älteste in Österreich.
  • Seit dem 20. Juni 2013 ist der neue Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel in Betrieb.
  • Eine besondere Sehenswürdigkeit stellt die in die südliche Außenwand der Pfarrkirche eingemauerte vorromanische Steinplatte mit eingeritzter figürlicher Darstellung eines menschlichen Skeletts dar, über deren vorchristlichen oder doch christlichen Ursprung sich die Fachleute nicht einig sind.
  • Zur Pfarre gehören noch die beiden Filialkirchen St. Margarethen (1532) und St. Nikolai (1385).
  • Anfang des 16. Jahrhunderts errichteten die Besitzer des Tals in Keutschach das „Alte Schloss“, eine aus mehreren Baukörpern bestehende burgartige Schlossanlage. 1679 wurde unweit dieser Anlage das „Neue Schloss“ im Barockstil errichtet, und später, vermutlich durch unter Vinzenz Graf Orsini-Rosenberg im 18. Jahrhundert, aufgestockt. Der Barockbau ist seit 1967 im Besitz der Gemeinde und wurde seither gründlich renoviert.
  • Das „Polzerkreuz“ in Leisbach aus dem Jahr 1680 ist der älteste Bildstock Kärntens.
  • In der Gemeinde gibt es mehrere Hersteller der „Keutschacher Keramik“, wie zum Beispiel Krüge, Trinkbecher, Vasen und ähnliche Gegenstände in der für diese Region charakteristischen Art des Designs.
  • Am Südhang der Rauth oberhalb des Baßgeigensees und der Landesstraße entsteht ein Weinberg. Wie an anderen günstigen Plätzen des südlichsten Bundeslandes Österreichs wird auch hier der Versuch unternommen, den Weinbau in Kärnten wieder heimisch zu machen.
  • Zwischen dem Baßgeigensee und dem Keutschacher See wurde ein Naturlehrpfad mit dem Schwerpunkt „Moor“ eingerichtet. Der Naturinteressierte erfährt auf einem Rundwanderweg Wissenswertes über Flora und Fauna in Sumpfgebieten, Feuchtwiesen und Aulandschaften.
Wohnhaus der „Kuschker-Hube“ in Höflein Nummer 1
Hof „vulgo Triebnig“ in Dobein Nummer 2

Aufgelassener Steinbruch[Bearbeiten]

Nördlich von der „Fischerhütte“ in Plescherken Nummer 57 befindet sich der stillgelegte lokale Steinbruch in Quarzitbänken. Unter „Quarzit“ versteht man metamorphen Sandstein. Dieser wie auch die anderen Steinbrüche im Gemeindegebiet besaßen überwiegend regionale Bedeutung. Sie dienten der Gewinnung von Bruchsteinen. Der rötlich gefärbte Bruch beginnt bereits zu verwachsen. Sichtbar ist eine steilstehende Klüftung sowie eine flachliegende Schieferung. Die „rostige“ Optik rührt von eisenhaltigen Verwitterungsüberzügen her.

Bäuerliche Architektur[Bearbeiten]

Die ländliche Bauweise hat sich in der Gemeinde Keutschach am See – wie in den meisten anderen Regionen Kärntens – in den letzten zwei Jahrhunderten mehrfach verändert. Der Franciscäische Kataster bot aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine wichtige archivaische Quelle, die uns den Lageplan der damals vorhandenen Gebäude sowie deren Funktion überliefert. Eine kurze und prägnante Charakteristik ist dem „Catastral-Schätzungs-Elaborat“ zu entnehmen: „Größtenteils sind die Wohngebäude mit Steinen ein Stockwerk hoch gemauert, nur wenige von Holz gezimmert. Einige sind mit Schindeln größtenteils aber mit Stroh eingedeckt, und nur der Saum des Daches mit Schindeln belegt. Die den Wohngebäuden nahe liegenden Wirtschaftsgebäude sind gemauert, der obere Theil aber mit Holz gezimmert, und mit Stroh eingedeckt.“[3]

Daraus ist ersichtlich, dass im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts in der bodenständigen Bauweise insofern eine Änderung eingetreten ist, als dass die ältere Holzbauweise durch den Massivbau abgelöst wurde. Durch die topografische Lage der Gemeinde Keutschach am See südlich des Wörther Sees sind die Gebäude der Hauslandschaft Innerkärntens integriert, die Gebäude dieses Altbestands können durchweg als Rauchstubenhäuser gewertet werden. In der Regel handelt es sich hiebei um eine Aufreihung von drei Wohnräumen (Kammer, Rauchstube und Ofenstube), die dem Typ des „slowenischen Hauses in Unterkärnten“ entspricht und durch die Rechteckform der Grundrisse in den Indikationsskizzen bestätigt wird. In diesen zeigen sich auch die beherrschenden Kennzeichen eines zweihöfigen Systems, das heißt, Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind voneinander getrennt errichtet oder zu einem Hofverband gruppiert, wobei nicht selten zusätzliche Wirtschaftsgebäude, die nicht immer näher spezifiziert sind, anzutreffen sind. Ein Beispiel eines Paarhofes in Massivbauweise ist das Anwesen vulgo Holzer in Dobeinitz, für die gemischte Bauweise steht das Anwesen Thomerl in Schelesnitz, in gezimmerter Holztechnik ist der Hof vulgo Triebnig in Dobein ausgeführt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Kärntner Seen-Radmarathon jedes Jahr im Juni mit Start in Keutschach

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Keutschach hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

  • 10 FPK (Freiheitliche und Parteifreie Liste Gerhard Oleschko)
  • 4 SPÖ
  • 3 ÖVP
  • 2 GEL (Grüne Einheitsliste/ Zelena enotna lista)

Direkt gewählter Bürgermeister ist Gerhard Oleschko (FPK).

Wappen[Bearbeiten]

Die Gemeinde übernahm 1954 das Vollwappen der Keutschacher zum Zeitpunkt des Höhepunkts ihrer Macht, wie es im Wappenbuch C des Landesarchivs (um 1625) abgebildet ist. In zwei Feldern des vierfach geteilten Schildes ist ein gestürzter roter Hut mit drei aufrecht gestellten Straußenfedern abgebildet, und der kleine Herzschild in der Mitte des Wappens zeigt auf schwarzem Grund eine silberne Rübe mit grünen Blättern. Hinweise auf die Gründe für die Motivwahl sind nicht überliefert. Die Fahne von Keutschach ist Grün-Weiß-Schwarz mit eingearbeitetem Wappen.[4]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Keutschach am See - Eine Chronik. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2003, ISBN 3-7084-0007-0
  • Anton Kreuzer: Faszinierendes Keutschacher Seental - Ein Blick auf Land und Leute. Kreuzer Buch, Klagenfurt 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Keutschach am See – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Einwohnerzahlen laut Gemeindedaten der Statistik Austria
  3. Karl Eisner: Die Hauslandschaft im Keutschacher Seental in: Keutschach am See - Eine Chronik, Klagenfurt 2003, ISBN 3-7084-0007-0
  4. Alle Angaben zu Wappen und Fahne nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 148