Kevin-Prince Boateng

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Kevin-Prince Boateng

Boateng (2011)

Spielerinformationen
Geburtstag 6. März 1987
Geburtsort Berlin (West)Deutschland
Größe 186 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1994–1995
1995–1996
1996–2005
Hertha BSC
Reinickendorfer Füchse
Hertha BSC
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2004–2007
2005–2007
2007–2009
2009
2009–2010
2010–2013
2013–
Hertha BSC Amateure/II
Hertha BSC
Tottenham Hotspur
Borussia Dortmund (Leihe)
FC Portsmouth
AC Mailand
FC Schalke 04
29 0(5)
42 0(4)
14 0(0)
10 0(0)
22 0(3)
74 (10)
25 0(6)
Nationalmannschaft2
2001–2002
2002–2003
2003–2004
2004–2005
2006
2006–2009
2010–
Deutschland U-15
Deutschland U-16
Deutschland U-17
Deutschland U-19
Deutschland U-20
Deutschland U-21
Ghana
4 0(1)
11 0(3)
10 0(1)
12 0(7)
2 0(0)
6 0(0)
11 0(2)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 20. April 2014
2 Stand: 5. März 2014

Kevin-Prince Boateng?/i (* 6. März 1987 in Berlin (West)) ist ein deutsch-ghanaischer Fußballspieler, der seit August 2013 beim FC Schalke 04 unter Vertrag steht.

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Hertha BSC[Bearbeiten]

Boateng spielte ab seinem siebten Lebensjahr – abgesehen von einem kurzen Gastspiel bei den Reinickendorfer Füchsen – bei Hertha BSC. Im Jahr 2003 wurde er mit Herthas U-17-Auswahl deutscher B-Juniorenmeister. Im Finale setzte man sich mit 4:1 gegen den VfB Stuttgart durch. Ein Jahr später gewann Boateng mit Hertha den DFB-Junioren-Vereinspokal im Finale gegen den SGV Freiberg.

Anschließend rückte Boateng in den Amateurkader des Vereins auf, der in der Regionalliga Nord spielte. Ein Jahr später debütierte er im Alter von 18 Jahren am 13. August 2005 beim 2:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga. Kurze Zeit später kam Boateng auch erstmals im UEFA-Cup zum Einsatz; hier gab er am 24. November 2005 sein Debüt. Am 4. Februar 2006 im Rückspiel gegen Eintracht Frankfurt erzielte er sein erstes Bundesliga-Tor. Am 14. September desselben Jahres folgte auch der erste UEFA-Cup-Treffer im Spiel gegen Odense BK.

Nachdem Boateng in der U-23-Mannschaft von Hertha BSC schon mehrmals mit seinem Halbbruder Jérôme zusammengespielt hatte, standen beide am 25. Spieltag der Saison 2006/07 gegen Borussia Mönchengladbach zeitweise gemeinsam in einem Bundesligaspiel auf dem Rasen. Eine Woche später standen beide in der Startelf gegen den FC Energie Cottbus.

Nach zwei Bundesligaspielzeiten für die Berliner wechselte Boateng im Sommer 2007 für 7,9 Millionen Euro nach England zu Tottenham Hotspur.[1]

Tottenham Hotspur[Bearbeiten]

Sein Debüt in der Premier League gab Boateng am 3. November 2007 gegen den FC Middlesbrough. In seiner ersten Saison in England war er meist Ergänzungsspieler und kam zu 13 Ligaeinsätzen. Dafür hatte er einen größeren Anteil am Gewinn des englischen Ligapokals. Im Viertelfinale gegen Manchester City (2:0) spielte er über 90 Minuten, in beiden Halbfinalspielen gegen den FC Arsenal (1:1 und 5:1) wurde er jeweils eingewechselt. Im Finale gegen den FC Chelsea fehlte Boateng verletzungsbedingt. In seiner zweiten Premiere-League-Saison kam er unter dem neuen Trainer Harry Redknapp nur zu einem Ligaeinsatz, woraufhin er in der Winterpause an Borussia Dortmund bis zum Ende der Saison 2008/09 ausgeliehen wurde.

Leihe zu Borussia Dortmund[Bearbeiten]

Insgesamt spielte Boateng zehnmal für Dortmund. Während dieser Zeit kam es auch erstmals zum Duell mit seinem Halbbruder Jérôme. Am 25. April 2009 wurde er im Spiel gegen den HSV in der 68. Minute eingewechselt und spielte somit bis zur 81. Minute gegen Jérôme, bis dieser ausgewechselt wurde. Boateng konnte die letzten beiden Saisonspiele nicht mehr antreten, da er aufgrund eines Fouls an dem Wolfsburger Makoto Hasebe vom DFB-Sportgericht gesperrt worden war. Er überzeugte zwar Trainer Jürgen Klopp mit seinen Leistungen, eine Kaufoption wurde aus finanziellen Gründen jedoch nicht genutzt.[2][3]

Kevin-Prince Boateng (Nummer 23) foulte Michael Ballack (am Boden liegend) im FA-Cup-Finale 2010

FC Portsmouth[Bearbeiten]

Ende August 2009 wechselte Boateng für etwa vier Millionen Pfund Ablöse zum englischen Erstligisten FC Portsmouth und unterschrieb einen Dreijahresvertrag.[4] In seinem ersten Ligaspiel für den neuen Klub erzielte er sein erstes Premier-League-Tor. Mit Portsmouth erreichte er auch das Finale des FA Cups: Im Halbfinale hatte sich Portsmouth gegen Tottenham Hotspur mit 2:0 nach Verlängerung durchgesetzt. Boateng bereitete das 1:0 vor und erzielte kurz vor Schluss den Treffer zum 2:0 gegen sein ehemaliges Team.[5] Das Finale fand am 15. Mai 2010 gegen den FC Chelsea im Wembley-Stadion statt. Portsmouth verlor mit 0:1 gegen die Londoner; Boateng verschoss dabei einen Strafstoß gegen Petr Čech. Zuvor hatte er Michael Ballack gefoult, nachdem die beiden während der Partie in einer Rangelei aneinander geraten waren, wobei Ballack mit der Hand Boateng ins Gesicht geschlagen hatte.[6] Ballack wurde durch Boatengs anschließendes Foul so schwer verletzt, dass er nicht an der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 teilnehmen konnte.[7]

AC Mailand[Bearbeiten]

Zur Saison 2010/11 wechselte Kevin-Prince Boateng zum italienischen Serie-A-Klub CFC Genua. Er unterschrieb einen Vierjahresvertrag, wurde jedoch sofort für eine Saison an den eigentlichen Interessenten AC Mailand, der sich die geforderte Ablösesumme nicht leisten konnte samt Kaufoption verliehen.[8] Später wurde der Vertrag von Leihbasis auf Co-Eigner-Basis umgeschrieben.

Im Laufe der Saison spielte sich Boateng in die Stammelf des AC Milan. Sein erstes Spiel in der Serie A absolvierte er am 29. August 2010. Er wurde in der 76. Minute für Alexandre Pato eingewechselt und legte Filippo Inzaghi den Treffer zum 4:0-Endstand auf. Am 15. September 2010 bestritt er sein erstes Spiel in der UEFA Champions League. Gegen die AJ Auxerre wurde Boateng in der 15. Minute für den verletzten Massimo Ambrosini eingewechselt und bereitete den Führungstreffer von Zlatan Ibrahimović vor. Das Spiel endete mit 2:0 für den AC Mailand. Sein erstes Serie-A-Tor erzielte er am 4. Dezember 2010 beim 3:0-Heimsieg gegen Brescia Calcio. Durch das 0:0 am 36. Spieltag gegen den AS Rom sicherte sich Boateng mit dem AC Mailand vorzeitig den italienischen Meistertitel 2011. Es war sein erster Meistertitel im Profibereich. Der AC Mailand nutzte am Saisonende die Kaufoption.[9]

Kevin-Prince Boateng (A.C. Milan) 2.jpg Kevin-Prince Boateng (A.C. Milan) 3.jpg
Boateng im Trikot des AC Mailand (August 2012)

Im Mai 2011 übernahm AC Milan die restlichen 50 % der Transferrechte von Boateng für eine Ablösesumme, die ersten Angaben zufolge bei etwa sieben Millionen Euro liegen sollte.[10] Am 6. August 2011 gewann Boateng mit dem AC Milan den italienischen Supercup gegen Pokalsieger Inter Mailand. Er erzielte dabei das Tor zum 2:1-Endstand. Am 23. Oktober 2011 wurde er im Auswärtsspiel bei US Lecce beim Stand von 0:3 aus Sicht der Mailänder nach der Halbzeitpause für Robinho eingewechselt und erzielte innerhalb von 14 Minuten einen Hattrick zum 3:3-Ausgleich (Endstand 4:3 für Mailand). Vier Tage zuvor hatte er im Champions-League-Gruppenspiel gegen BATE Baryssau seinen ersten Treffer in der Königsklasse erzielt.

Zur Saison 2012/13 bekam Boateng die prestigeträchtige Rückennummer zehn, nachdem Vorgänger Clarence Seedorf den AC Mailand in Richtung Botafogo FR verlassen hatte und auch der für das Trikot eingeplante Zlatan Ibrahimović bei Paris SG unterschrieben hatte.[11]

Anhaltende rassistische Beleidigungen gegen dunkelhäutige Spieler des AC Mailand bewogen Boateng am 3. Januar 2013 in Busto Arsizio, sich mehrfach beim Schiedsrichter des gerade laufenden Freundschaftsspiels gegen den Viertligisten Aurora Pro Patria zu beschweren, ohne Unterstützung zu finden.[12] In der 26. Minute des Spiels stoppte Boateng beim Dribbeln, nahm den Ball in die Hand, schoss ihn in Richtung der Tribüne, von der die Beleidigungen kamen, zog sein Trikot aus, und ging vom Feld.[13] Die anderen Spieler des AC Mailand folgten ihm, ihr Mannschaftskapitän winkte sie vom Platz, das Spiel war zu Ende.[14] „Ein großer Mann“, befand Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli, „ein großer Klub, eine große Lehre“ befand der Corriere dello Sport.[15] Boatengs Reaktion und die Solidarität seiner Mitspieler erregten national und international viel Aufmerksamkeit und wurden allgemein als wichtiger Schritt gegen Rassismus in Fußballstadien angesehen.[16]

Sein letztes Spiel für die Mailänder bestritt Boateng am 28. August 2013. Im Champions League Qualifikationsrückspiel gegen den PSV Eindhoven sicherte Boateng mit zwei Toren den 3:0 Sieg und damit die Teilnahme der Italiener an der Champions League Saison 2013/2014.

FC Schalke 04[Bearbeiten]

Am 30. August 2013 verpflichtete der FC Schalke 04 Boateng und stattete ihn mit einem Vierjahresvertrag und dem Trikot mit der Rückennummer 9 aus.[17] Nach über vier Jahren (zuletzt am 12. Mai 2009 für Borussia Dortmund) bestritt er am 31. August 2013 (4. Spieltag) beim 2:0-Sieg im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen wieder ein Bundesligaspiel.[18] Am 14. September 2013 schoss er im Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 sein erstes Tor für den FC Schalke 04.[19] Nur vier Tage später erzielte er gegen Steaua Bukarest in der Champions League-Gruppenphase sein erstes Tor für die Schalker in diesem Wettbewerb. Am 9. November 2013 (12. Spieltag) im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen erzielte er nicht nur seinen ersten Doppelpack für den FC Schalke 04, sondern auch – zum ersten Mal in seiner Karriere – zwei Tore in einem Spiel mit dem Kopf.

Nationalmannschaften[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Der Mittelfeldspieler durchlief alle Jugendnationalmannschaften Deutschlands, bis auf die U-18, die er übersprang. Sein Tor von der Mittellinie, das er am 20. Juli 2005 beim Spiel der deutschen U-19-Nationalmannschaft gegen Griechenland zum 3:0 erzielte, wurde zum Tor des Monats gewählt. Am 6. Oktober 2006 debütierte Boateng in der U-21-Nationalmannschaft beim EM-Qualifikationsspiel in England (0:1). Nachdem er seit einem Turnier 2007 in Toulon von Trainer Dieter Eilts nicht mehr berücksichtigt worden war, absolvierte Boateng unter dem neuen U-21-Trainer Horst Hrubesch sein Comeback. Hrubesch nominierte ihn auch in den vorläufigen Kader für die U-21-Europameisterschaft 2009 in Schweden. Allerdings musste Boateng im Laufe der Vorbereitung verletzungsbedingt absagen.

Ghana[Bearbeiten]

Kevin-Prince Boateng im Viertelfinale der WM 2010 gegen Uruguay

Am 24. Juni 2009 gab Boateng bekannt, dass er ab sofort für die ghanaische Fußballnationalmannschaft auflaufen wolle, da er für sich keine Perspektive in der deutschen Mannschaft sehe.[20] Während Boateng noch auf die Zustimmung der FIFA wartete, nominierte der Fußballverband Ghanas ihn schon unter Vorbehalt für den Afrika-Cup 2010.[21] Eine Teilnahme war aber wegen der ausstehenden FIFA-Entscheidung nicht möglich. Am 7. Mai 2010 wurde Boateng in den vorläufigen WM-Kader von Ghana berufen. Verbandsvizepräsident Fred Pappoe ging von einer Entscheidung der FIFA noch vor der Weltmeisterschaft aus.[22] Diese kam auch rechtzeitig und so wurde Kevin-Prince Boateng am 30. Mai 2010 in den endgültigen WM-Kader Ghanas berufen. Am 5. Juni 2010 bestritt er für Ghana gegen Lettland sein erstes Länderspiel.

Bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika nahm Boateng die Position des verletzten Michael Essien im zentralen Mittelfeld ein. Im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland traf er u. a. auf seinen Halbbruder Jérôme. Es war das erste Duell zweier Brüder bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Mit Boateng konnte Ghana trotz der Niederlage gegen Deutschland als einziges afrikanisches Team die Gruppenphase überstehen. Am 26. Juni 2010 erzielte Kevin-Prince Boateng im Achtelfinalspiel gegen die USA sein erstes Länderspieltor. Das Spiel endete mit 2:1 nach Verlängerung und Ghana feierte mit dem Einzug ins Viertelfinale den größten Erfolg der Verbandsgeschichte. Im Viertelfinale schied Ghana gegen Uruguay mit 4:2 im Elfmeterschießen aus.

Kevin-Prince Boateng wurde am 7. November 2010 für die Auszeichnung Afrikas Fußballer des Jahres 2010 nominiert.[23] Die Wahl konnte er jedoch nicht für sich entscheiden, dafür wurde Boateng in Afrikas Elf des Jahres 2010 gewählt.[24] In diese wurde er auch 2011 aufgenommen.[25]

Am 4. November 2011 erklärte Boateng, aufgrund der hohen körperlichen Belastung, die durch das zusätzliche Engagement entsteht, vorerst nicht mehr für die ghanaische Fußballnationalmannschaft auflaufen zu wollen. Zum Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel gegen Sambia am 6. September 2013 kehrte er wieder in den Kader Ghanas zurück.[26] Mit Blick auf die zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in die Gruppe G gelosten Nationalmannschaften Ghanas und Deutschlands und das damit nicht unwahrscheinliche erneute Aufeinandertreffen mit seinem Halbbruder Jérôme twitterte Boateng am 6. Dezember 2013 an ihn: „Bruder, es ist wieder so weit.“ Außerdem sagte er der Presse: „Man sieht, dass Wünsche noch in Erfüllung gehen können. Ich freue mich auf das Duell und das nächste Spiel gegen meinen Bruder bei einer Weltmeisterschaft.“[27]

Spielweise[Bearbeiten]

Kevin-Prince Boateng ist ein beidfüßiger, vielseitig einsetzbarer Mittelfeldspieler. In seinen ersten Profijahren agierte er meist auf den Außenpositionen, später wechselte er in das zentrale Mittelfeld. Dort kann er sowohl die Rolle eines „Zehners“ als auch die eines „Sechsers“ bekleiden.

Boatengs Spielweise zeichnet sich durch seine technische Stärke aus. So meinte sein ehemaliger Trainer Jürgen Klopp beispielsweise, Boateng beherrsche hundert Arten einen Ball anzunehmen und habe dutzend Optionen, an einem Gegenspieler vorbeizuziehen.[2] Dank technischer Stärke kann Boateng seinen Mitspielern durch gezielte Pässe chancenreiche Vorlagen liefern und sie so gut in Szene setzen. Insbesondere verfügt er über eine außergewöhnlich gute Schusstechnik und Schusskraft.

Boateng ist auch für eine harte Gangart auf dem Spielfeld bekannt, die sich zum Beispiel an dem groben Foulspiel gegen Michael Ballack im FA-Cup-Finale am 15. Mai 2010 zeigte.

Boateng werden Charisma und Führungskompetenz zugeschrieben.[28][29][30] In seiner aktuellen Mannschaft nimmt er die Rolle eines „Mittelfeld-Regisseurs“ ein.[31][32][33]

Erfolge[Bearbeiten]

Mit seinen Vereinen

Als Nationalspieler

Persönliche Auszeichnungen

Berater[Bearbeiten]

Als Berater Boatengs fungiert seit 2010 Roger Wittmann, der seinerzeit auch den Transfer zum AC Mailand in die Wege leitete.[34]

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

Gesellschaftlich engagiert sich Boateng gegen Rassismus.[35] Am 21. März 2013 folgte er einer Einladung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen, um in Genf an einer Veranstaltung zum Thema Rassismus und Sport teilzunehmen.[36] Dabei sagte er:[37]

„Rassismus muss aktiv bekämpft werden, er verschwindet nicht von selbst. Als ich in der Nationalmannschaft Ghanas spielte, habe ich gelernt, Malaria zu bekämpfen. Impfungen genügen nicht. Man muss die Teiche trocken legen, in denen die Malaria-Mücken gedeihen. Ich denke, dass Malaria und Rassismus vieles gemeinsam haben.“

Am 22. März 2013 lud FIFA-Präsident Sepp Blatter Boateng zur Mitarbeit in der „Task Force Anti-Rassismus“ ein.[38]

Boatengs Engagement gegen Rassismus, besonders seine weltweit beachtete Reaktion auf rassistische Publikumsäußerungen in Busto Arsizio am 3. Januar 2013, trug dazu bei, dass er dem Image eines „Skandalkickers“, das ihm vor allem in Deutschland zugeschrieben wurde, entgegenwirken konnte.[39][40][41]

Persönliches[Bearbeiten]

Beispiel für Guerilla-Marketing des Sportartikel-Herstellers Nike: 3 United. Gewachsen auf BetonWandmalerei auf einer Brandwand in Berlin-Gesundbrunnen, die Kevin-Prince Boateng (rechts) mit seinen Brüdern George (Mitte) und Jérôme (links) zeigt[42]

Boateng hat eine deutsche Mutter, Christine, die bei dem Berliner FC Meteor 06 Fußball spielte,[43] und einen ghanaischen Vater, Prince Boateng, der 1981 aus Sunyani nach Deutschland gekommen war, um zu studieren, und bei den Reinickendorfer Füchsen spielte. Der Vater, ein Sprössling aus dem Clan der Aduana der Akan-Ethnien, verließ die Familie, als Kevin-Prince anderthalb Jahre alt war. Die Mutter arbeitete in einer Keksfabrik, später brauchte sie Sozialhilfe, um die fünf Kinder durchzubringen, zwei Jungen und drei Mädchen, die sie streng erzog.[44] Sein Onkel Robert Kwabena Boateng spielte für die Nationalmannschaft Ghanas.[45] Sein Großvater mütterlicherseits soll ein Cousin von Helmut Rahn, dem Weltmeister von 1954 sein.[46] Boateng selbst weiß aber nicht, ob dies stimmt, vielmehr habe es ihm so seine Mutter erzählt.[47]

Boateng hat über den gemeinsamen Vater einen Halbbruder, den deutschen Nationalspieler Jérôme Boateng, und einen fünf Jahre älteren Bruder, George (nicht identisch mit dem gleichnamigen Niederländer),[48] der beim Nordberliner SC[49] im Berliner Amateurbereich aktiv ist. Beim Spiel in einem „Bolzplatzkäfig“ an der Travemünder Straße und der Panke in Berlin-Gesundbrunnen begannen die Boateng-Brüder und ihre Freunde das Fußballspielen zu erlernen.[50][51][52][53][54] Einen frühen, noch kindlichen Medienauftritt hatte Boateng bereits 1998, als er per Auslosung eines morgendlichen ARD-Kinderprogrammes zu einem Spiel ausgewählt wurde und dabei durch telefonische Mitwirkung den Hauptpreis, das Stofftier Petzi, gewann.[55]

Boateng wurde beschuldigt, in den frühen Morgenstunden des 18. März 2009 gemeinsam mit Patrick Ebert insgesamt 13 Fahrzeuge im Berliner Stadtteil Wilmersdorf beschädigt zu haben. Einen Tag vor dem Prozess akzeptierte Boateng die Verurteilung und zahlte eine Geldstrafe von 56.000 Euro. Er entging somit einer öffentlichen Gerichtsverhandlung.[56]

Boatengs Halbschwester Avelina war bei der Präsentation des Songs Taken by a Stranger auf dem Eurovision Song Contest 2011 als Background-Tänzerin von Lena Meyer-Landrut zu sehen.[57]

Kevin-Prince Boateng war seit dem 2. August 2007 verheiratet; 2011 trennte er sich von seiner Frau Jennifer,[58] mit der er den gemeinsamen Sohn Jermaine Prince hat.[59] In der Nähe seines Sohnes sein zu können, gab Boateng als einen Grund dafür an, dass er im Sommer 2013 nach Deutschland zurückzukehrte und dort für den FC Schalke 04 spielt.[60] Nachdem er am 1. Weihnachtstag 2013 seinen Sohn in Kaarst besucht hatte, erlitt Boateng Prellungen an Hals und Rücken, als ihn ein zunächst unbekannter Mann beim Verlassen des Wohnsitzes seines Sohnes ins Gesicht und zu Boden schlug.[61] Anfang Februar 2014 berichteten Medien, dass die Polizei als Tatverdächtigen einen 28-Jährigen ermittelt habe, der sich beim Angriff auf Boateng als neuer Freund von Boatengs Ex-Frau ausgegeben habe.[62]

Seit Oktober 2011 führt Boateng eine Beziehung mit der US-amerikanisch-italienischen Moderatorin Melissa Satta. Diese war zuvor lange Zeit mit dem italienischen Fußballnationalspieler Christian Vieri liiert.[63][64] Mitte November 2013 wurde berichtet, dass Boateng in Meerbusch bei Düsseldorf eine früher von Michael Ballack bewohnte Villa angemietet habe, um dort mit Melissa zu wohnen.[65] Anfang Dezember 2013 twitterte Boateng erfreut, dass Melissa schwanger sei.[66] Am 15. April 2014 wurde er Vater eines zweiten Sohnes, der Maddox Prince heißen soll.[67] Das erste gemeinsame Kind mit Melissa Satta wurde im Evangelischen Krankenhaus Bethesda in Mönchengladbach nach einem Wunschkaiserschnitt entbunden.[68]

Nach eigenen Angaben spricht Boateng vier Sprachen – Deutsch, Englisch, Türkisch, Italienisch – und versteht darüber hinaus zwei weitere – Arabisch und Französisch.[69]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Michael Horeni: Die Brüder Boateng: Drei deutsche Karrieren. 1. Auflage. Tropen-Verlag bei Klett-Cotta, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-6085-0308-1 (267 Seiten).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kevin-Prince Boateng – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. dpa: Transfer von Kevin Boateng perfekt
  2. a b SZ: Jürgen Klopp "Kevin Boateng ist ein Riesentyp"
  3. Vier Spiele Sperre für Boateng. In: kicker.de. 13. Mai 2009, abgerufen am 18. Mai 2010.
  4. BBC: Portsmouth wrap up four signings
  5. 11freunde.de: Kevin-Prince Boateng über das FA-Cup-Halbfinale 2010
  6. Aufnahmen des Senders itv Sport aus der Partie FC Portsmouth gegen FC Chelsea am 15. Mai 2010 (YouTube-Video, 3:23 min)
  7. Kicker: WM-Aus für Ballack auf sport1.de
  8. Kevin-Prince Boateng wird ein "Rossonero", Artikel des Kicker vom 14. August 2010
  9. dpa: Kevin-Prince Boateng bleibt beim AC Mailand
  10. Kevin-Prince Boateng bleibt bei Milan. fussball.ch. 24. Mai 2011. Abgerufen am 24. Mai 2011.
  11. transfermarkt.de: Ehre für Boateng: Neue Nummer 10 beim AC Mailand, 27. Juli 2012, abgerufen am 27. Juli 2012
  12. Boateng: "Ich würde wieder vom Feld gehen". Handelsblatt. 4. Januar 2013. Abgerufen am 7. Januar 2013.
  13. Boatengs Zeichen gegen die Affen in den Kurven. Süddeutsche Zeitung. 4. Januar 2013. Abgerufen am 7. Januar 2013.
  14. Rassistische Beschimpfungen: Boateng und Milan verlassen das Feld. Kicker. 3. Januar 2013. Abgerufen am 3. Januar 2013.
  15. Taugt Kevin-Prince Boateng wirklich zum Helden?. Die Welt. 5. Januar 2013. Abgerufen am 7. Januar 2013.
  16. Schwarz und weiß ist eins. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. Januar 2013. Abgerufen am 4. Januar 2013.
  17. S04 verpflichtet Kevin-Prince Boateng. FC Schalke 04. 30. August 2013. Abgerufen am 30. August 2013.
  18. 2:0 gegen Leverkusen – Fans feiern, Spieler jubeln. FC Schalke 04. 31. August 2013. Abgerufen am 31. August 2013.
  19. Kevin-Prince Boatengs Premierentor sichert Sieg in Mainz. FC Schalke 04. 14. September 2013. Abgerufen am 15. September 2013.
  20. Boateng für Ghana. Auf: transfermarkt.de 24. Juni 2009.
  21. Ghana wartet auf die FIFA. Auf: transfermarkt.de 16. Dezember 2009.
  22. dpa: Boateng im Ghana-Kader
  23. Afrikas Fußballer des Jahres - Kevin Boateng ist nominiert
  24. Entscheidung gefallen: Samuel Eto’o ist Afrikas Fußballer des Jahres
  25. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatToure crowned African Player of the Year 2011. cafonline.com, 22. Dezember 2011, abgerufen am 27. Dezember 2012.
  26. Boateng zurück in Ghanas Nationalmannschaft
  27. Kevin-Prince Boateng freut sich auf Brüderduell. Artikel vom 6. Dezember 2013 im Portal handelsblatt.com, abgerufen am 6. Dezember 2013
  28. Frank Leszinski: Leader von Anfang an: Boateng will Schalke in Leverkusen zum Sieg führen. Artikel vom 15. Februar 2014 im Portal ruhrnachrichten.de, abgerufen am 12. April 2014
  29. Kevin-Prince Boateng – Die Vaterfigur. Artikel vom 28. März 2014 im Portal ksta.de, abgerufen am 12. April 2014
  30. Nina Gressmann: Boateng jetzt auch Spieler-Trainer! Artikel vom 7. April 2014 im Portal bild.de, abgerufen am 12. April 2014
  31. Patrick Rösing: Boateng soll Mourinho Angst machen. Artikel vom 22. Oktober 2013 im Portal spiegel.de, abgerufen am 22. Oktober 2013
  32. Mitbestimmung auf Schalke: Spieler wechseln eigenständig die S04-Taktik. Artikel vom 6. April 2014 im Portal muensterlandzeitung.de, abgerufen am 12. April 2014
  33. Das ‚Gesicht der Krise‘ lacht: Kritik an Keller ist verstummt. Artikel vom 11. April 2014 im Portal sort.ch.sportalsports.com, abgerufen am 12. April 2014
  34. Lars Wallrodt, Oliver Müller: Schalkes Boateng – Ein Staatsfeind wird erwachsen. Artikel vom 1. September 2013 im Portal welt.de, abgerufen am 2. September 2013
  35. Kevin -Prince Boateng in einem 2013 veröffentlichten CNN-Interview mit Amanda Davies (YouTube-Video, 4:10 min), abgerufen am 18. Oktober 2013
  36. Sven Goldmann: Kevin-Prince Boateng: Den Sumpf austrocknen. Artikel vom 28. November 2013 im Portal tagesspiegel.de, abgerufen am 29. November 2013
  37. Saskia Aleythe: Gefangen zwischen Bösewicht und Prediger, Artikel im Portal sueddeutsche.de vom 21. März 2013, abgerufen am 30. August 2013
  38. Boateng zur Mitarbeit in der Task Force Anti-Rassismus eingeladen. Artikel vom 22. März 2013 im Portal de.fifa.com, abgerufen am 12. April 2014
  39. Jörn Meyn: „Der Neger verpasst dir gleich eine!“. Artikel vom 21. März 2013 im Portal welt.de, abgerufen am 20. Oktober 2013
  40. Malte Asmus: Schalke 04 – Borussia Dortmund: Die Wandlung des Kevin Prince Boateng, Artikel vom 25. Oktober 2013 im Portal sportal.de, abgerufen am 25. Oktober 2013
  41. Blatter beruft Kevin-Prince Boateng in Taskforce. Artikel vom 22. März 2013 im Portal noz.de, abgerufen am 12. April 2014
  42. Johannes Ehrmann: Nike und Berlin: Win the Ghetto. Artikel vom 18. Oktober 2013 im Portal tagesspiegel.de, abgerufen am 18. Oktober 2013
  43. Maik Grossekathöfer: Das Familienduell. Artikel vom 12. April 2010 im Portal spiegel.de, abgerufen am 6. November 2013
  44. Michael Horeni, Marcus Jauer: Die Brüder Boateng: Wenn die Würfel fallen. Reportage vom 13. Juni 2010 im Portal faz.net, abgerufen am 20. Oktober 2013
  45. Hesse, Uli: Sidelines and bloodlines. In: soccernet.espn.go.com. ESPN. 15. Dezember 2009. Abgerufen am 20. August 2012.
  46. Spiegel Online: Das Familienduell, abgerufen am 20. August 2012
  47. Interview in der Sport-Bild vom 4. September 2013, Heft Nr. 36, S. 23
  48. Bericht über die Jugend der Boateng-Brüder im Berliner Bezirk Wedding mit einem Porträt von George Boateng in der Sendung Stilbruch des Fernsehsenders RBB (YouTube-Video, 5:26 min), abgerufen am 18. Oktober 2013
  49. Bruder George Boateng auf Transfermarkt.de
  50. Jörn Meyn: „Der Neger verpasst dir gleich eine!“ Artikel vom 21. März 2013 im Portal welt.de, abgerufen am 20. Oktober 2013
  51. Matthias Kerber: Boatengs Wohnzimmer: Der Bolzplatz. Artikel vom 26. April 2013 im Portal abendzeitung-muenchen.de, abgerufen am 20. Oktober 2013
  52. Benjamin Kuhlhoff: „Das ist unser Wohnzimmer“. Artikel vom 25. April 2013 im Portal tagesspiegel.de, abgerufen am 20. Oktober 2013
  53. Lucas Vogelsang: Spurensuche in Wedding: Die Jungs von der Panke. Artikel vom 27. Juli 2012 im Portal tagesspiegel.de, abgerufen am 25. Oktober 2013
  54. Interview: Boateng-Brüder. Interview vom 23. Juli 2013 im Portal archiv.interview.de (Andy Warhol's Interview), abgerufen am 25. Oktober 2013
  55. Kevin Prince Boateng als Kind bei einem Telefonspiel im ARD-Kinderfernsehen (YouTube-Video, 2:39 min)
  56. Ex-Herthaner Boateng verurteilt B.Z., 27. Juli 2010, abgerufen am 23. März 2012
  57. tz.de: Boateng kontert Scholl und verrät: Das ist meine Schwester, abgerufen am 25. März 2014
  58. Ehefrau hat ihn verlassen t-online.de, abgerufen am 23. März 2012
  59. Peter Wenzel, Christian Kynast: Für meinen kleinen Prince spiele ich auf Schalke. Artikel vom 2. September 2013 im Portal bild.de, abgerufen am 2. September 2013
  60. Dominic Fifield: Schalke's Kevin-Prince Boateng aiming for big impact against Chelsea. Artikel vom 6. November 2013 im Portal theguardian.com, abgerufen am 6. November 2013
  61. Brutaler Angriff auf Schalke-Star: Mann schlägt Kevin-Prince Boateng ins Gesicht. Artikel vom 26. Dezember 2013 im Portal focus.de', abgerufen am 26. Dezember 2013
  62. Kevin-Prince Boateng identifiziert Angreifer. Artikel vom 2. Februar 2014 im Portal rp-online.de, abgerufen am 5. Februar 2014
  63. Boateng-Freundin Melissa Satta: Dieses Model macht ganz Schalke verrückt vom 16. September 2013
  64. Kevin-Prince Boateng: Aufregung um Sex-Äußerung. Artikel vom 24. Januar 2012 im Portal fr-online.de, abgerufen am 25. Oktober 2013
  65. Kevin-Prince Boateng wird Meerbuscher. Artikel vom 15. November 2013 im Portal rp-online.de, abgerufen am 17. November 2013
  66. Catterfeld-und-Kevin-Prince-Boateng.html Baby-Glück bei Catterfeld und Kevin-Prince Boateng. Artikel vom 2. Dezember 2013 im Portal abendblatt.de, abgerufen am 6. Dezember 2013
  67. Schalke04.de: Maddox Prince erblickt das Licht der Welt, abgerufen am 15. April 2014.
  68. Kevin-Prince Boatengs Sohn ist ein „Gladbacher Jung“. Artikel vom 15. April 2014 im Portal rp-online.de, abgerufen am 19. April 2014
  69. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThe Ghetto Kid Confesses. beyondthepitch.net, 5. Mai 2012, abgerufen am 27. Dezember 2012.