Kevin Mitnick

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Kevin Mitnick (2008)

Kevin David Mitnick (* 6. August 1963 in Van Nuys, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer ehemaliger Hacker, Experte im Bereich Social Engineering und Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma.

Zeit als Hacker[Bearbeiten]

Kevin Mitnick war als „Condor“ Mitglied der „Roscoe Gang“. Er soll mehr als 100-mal in das Netzwerk des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten sowie einige Male in das der NSA eingedrungen sein. Insbesondere das Eindringen in das NORAD-Netzwerk bestreitet er jedoch.

Im Jahr 1988 wurde Mitnick zu acht Monaten in Einzelhaft und weiteren sechs Monaten im Half Way House verurteilt. Am 15. Februar 1995 wurde Mitnick vom FBI erneut verhaftet und angeklagt, in „einige der am besten gesicherten Computersysteme“ der USA eingedrungen zu sein. Er wurde zu zwei Jahren ohne Gerichtsverhandlung bzw. viereinhalb Jahre ohne eine Kautionsanhörung inhaftiert. Eine weltweite Free-Kevin-Bewegung, angeführt durch das Hackermagazin 2600, setzte sich für Mitnick ein. Mitnick wurde schließlich zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Im Januar 2000 wurde Mitnick nach knapp fünf Jahren aus der Haft entlassen. Als Bewährungsauflage ordneten die Richter ein dreijähriges Benutzungsverbot von EDV-Systemen an. Die Staatsanwaltschaft bemerkte dazu „Mitnick könnte einen Nuklearkrieg starten, indem er ins Telefon pfeift“.

Autor und Sicherheitsberater[Bearbeiten]

Nach seiner Haftentlassung betätigte Mitnick sich als Autor und Sicherheitsberater. Er veröffentlichte das Buch „The Art of Deception“ („Die Kunst der Täuschung“). Dabei geht es um die Techniken des Social Engineerings. Er beschreibt anhand von Beispielen die Techniken der Social Engineers und gibt Hilfen, wie man seine Firma vor diesem schützen kann.

Im Jahr 2011 veröffentlichte er das Buch Ghost in the Wires: My Adventures as the World's Most Wanted Hacker, in dem er seine Zeit als Hacker beschreibt. Dies war ihm durch Auflagen erst sieben Jahre nach seiner Freilassung erlaubt.

Die von ihm gegründete Beratungsfirma „Defensive Thinking“ unterstützt Unternehmen unter anderem durch Vorträge und Mitarbeiterschulungen beim Schutz ihrer Informationen gegen Social Engineering.

Mediale Rezeption[Bearbeiten]

Der im Jahr 2000 veröffentlichte Film Takedown (auch Hackers 2) rief den Protest vieler Hacker, eines Teils der Medien und auch von Vertrauten Mitnicks hervor.

Der zweistündige, im Jahre 2002 veröffentlichte Dokumentarfilm des Hackermagazines 2600 magazine Freedom Downtime beleuchtet die Ereignisse um Mitnick aus einer wohlwollenden Perspektive. Er gewann den „Audience Award for Documentaries“ auf dem „New York International Independent Film & Video Festival“ 2002.

Mitnick hatte eine Rolle in dem von Rockstar Games kreierten Grand Theft Auto: San Andreas als Telefonanrufer bei einer Show, die Area 53 heißt und auf WCTR läuft. Außerdem wird seine Figur auch im 2004 herausgekommenen Spiel Vampire: The Masquerade – Bloodlines aufgegriffen.

2001 verkörperte Mitnick in der ABC-Fernsehserie Alias – Die Agentin in der fünften Folge der ersten Staffel den CIA-Computerexperten „Agent Burnett“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jeff Goodell: Cyberdieb und Samurai. Ein wahrer Internet-Thriller. Rowohlt, Berlin 1996, ISBN 3-87134-277-7.
  • Katie Hafner, John Markoff: Cyberpunk. Die Welt der Hacker. Econ-Taschenbuch-Verlag, Düsseldorf u. a. 1993, ISBN 3-612-26035-9 (Econ 26035 ECON-Sachbuch).
  • Jonathan Littman: The Fugitive Game. Online with Kevin Mitnick. Little, Brown & Co., Boston MA u. a. 1996, ISBN 0-316-52869-2.
  • Kevin D. Mitnick, William L. Simon: The Art of Intrusion. The real Stories behind the Exploits of Hackers, Intruders & Deceivers. Wiley Publishing, Indianapolis IN 2005, ISBN 0-7645-6959-7 (deutsch: Die Kunst des Einbruchs. Risikofaktor IT. mitp-Verlag, Heidelberg 2006, ISBN 3-8266-1622-7).
  • Kevin D. Mitnick, William L. Simon: The Art of Deception. Controlling the Human Element of Security. Wiley, New York NY u. a. 2002, ISBN 0-471-23712-4 (deutsch: Die Kunst der Täuschung. Risikofaktor Mensch. Verlag moderne industrie Buch, Bonn 2003, ISBN 3-8266-0999-9).
  • Tsutomu Shimomura, John Markoff: Data Zone. Die Hackerjagd im Internet. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1997, ISBN 3-423-20086-3 (dtv 20086).
  • Kevin D. Mitnick, William L. Simon: Ghost in the Wires: My Adventures as the World's Most Wanted Hacker Little, Brown and Company, New York NY 2011. ISBN 978-0-316-03770-9 (deutsch: Das Phantom im Netz: Die Autobiographie des meistgesuchten Hackers der Welt. Riva-Verlag, München 2012, ISBN 3-8688-3200-9).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kevin Mitnick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien