Chane-ye Borudscherdi

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Das im Jahr 1857 errichtete „Borujerdi ha House“
Innenhofansicht des „Borudjerdis' House“
Innenhof mit Houz

Das Chane-ye Borudscherdi (persisch ‏خانه بروجردی‌ها‎, DMG Ḫāne-ye Borūǧerdī-hā, ‚Haus der Borudscherdis‘) war das Großfamilienhaus eines reichen Kadscharen-Kaufmanns namens Seyyed Dschaʿfar Natanzi, bekannt auch als Borudscherdi. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert und liegt in der Oasenstadt Kaschan in der Provinz Isfahan, Iran und stellt ein imposantes Beispiel der Lehmziegelarchitektur dar.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebäude entstand 1857.[2] Sein Architekt war Ustad Ali Maryam, der 1834 bereits das Chane-ye Tabatabayi gebaut hatte. Die „Borudscherdi“-Familie interessierte sich für die Einheirat im Hause der „Tabatabayi“-Familie. Unter der Bedingung, dass für die Braut ein Haus gebaut würde, das ebenso schön sein würde wie das von Ustad Ali Maryam für die Tabatabayis gebaute, könnte die Hochzeit vollzogen werden, was auch so geschah.

Die Anlage verfügt über ein rechtwinklig angelegten Hof, Malereien von Kamal-ol-Molk und drei 40 Meter hohe Windtürme. Die Windtürme weisen eine ungewöhnliche Architektur auf, denn sie sind aus Stein, Ziegeln und Lehmziegeln errichtet. Verarbeitet wurden bei den Lehmziegeln Ton, Stroh und Mörtel. Auffällig ist die Vielzahl von filigranen Stuckelementen, die Tiermotive, wie Flamingos, Fasane oder Pfauen sowie diverse Früchte (insbesondere Weintrauben) zeigen. Den „Tālār“ (Saal) am südlichen Ende des Hauses bedecken „Rasmi-bandi“- und „Yazdi-bandi“- Kuppelelemente mit unterschiedlichen Lichtöffnungen. Die Anlage gilt als Meisterwerk der traditionellen Wohnarchitektur. Für ihre Herstellung waren 25 Arbeitskräfte notwendig, die achtzehn Jahre lang an dem Werk arbeiteten.[1] Über dem großen Empfangsraum liegt eine Lichtkuppel. Diese flankiert ein sechseckiger Windturm, der Eigenschaften einer Klimaanlage aufweist. Fängt er einen (kleinen) Windhauch ein, dann leitet er diesen in einen darunter liegenden Raum und dort über ein mit Wasser gefülltes Becken.

Ebenso wie das „Chane-ye Tabatabayi“ weist das „Chane-ye Borudscherdi“ einen den Fremden zugänglichen Außenteil im Gebäude auf, der die Bezeichnung „Biruni“ trägt und einen privaten Innenteil mit der Bezeichnung „Andaruni“. Der äußere Teil kann besichtigt werden und ist Sitz der „Antikenverwaltung“. Im Gegensatz dazu bleibt der innere Teil privaten Interessen vorbehalten, da er bis heute bewohnt ist. Er ist daher unzugänglich.[3]

Heute ist die Anlage als Museenkomplex öffentlich zugänglich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chane-ye Borudscherdi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

33.97694444444451.452222222222Koordinaten: 33° 58′ 37″ N, 51° 27′ 8″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Historical Iranian sites and people, Das Chane-ye Borudscherdi + 2 Bilder
  2. Michael Hensel, Mehran Gharleghi, Iran: Past, Present and Future, S. 36 f.
  3. Mahmoud Rashad, DUMONT KUNST REISEFÜHRER Iran, S. 312