Khanty-Mansi Ozean

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Eine mögliche Situation nach der Sprengung Rodinias - Ediacarium - 550 mya, Der Khanty-Ozean befindet sich zwischen Baltica und Sibiria

Der Khanty-Mansi Ozean war in der Erdgeschichte ein Schwesterozean des Iapetus. Er existierte vom Präkambrium bis ins Silur, etwa von 800 Ma - nach einer anderen Theorie 600 Ma - bis spätestens 417 Ma.

Entstehung[Bearbeiten]

Vor etwa 1000 Ma waren alle Landmassen der Erde zum Superkontinent Rodinia vereinigt. Der global einzige Ozean wird Panthalassa genannt.

Rodinia, dessen genaue Form und Größe bis heute umstritten ist, zerbrach vor ca. 800 Ma durch die Kraft der Konvektionsströme im oberen Erdmantel in mehrere Kontinentalschollen.

Während das große Gondwana und die kleineren Bruchstücke Baltica und Laurentia den jungen Japetus-Ozean begrenzten, war der Khanty-Mansi Ozean das Meeresgebiet zwischen Baltica und einem anderen, von Gondwana nach Norden wegdriftenden Teil - Sibiria.

Nach einem anderen Modell der historischen Geologie brach zuerst vor 750 Ma der kleinere Superkontinent Proto - Laurasia (er umfasste Laurentia, Baltica und Sibiria) von Pannotia ab und bildete eine Meeresstraße - die Proto-Tethys - im Nordosten. Der Panthalassaozean begrenzte ihn im Norden, die Palaeotethys im Süden und Osten. Erst vor etwa 600 Ma zerbrach dieser in seine Konstituenten und bildete u. a. den Khanty-Mansi Ozean.

Beide Modelle müssen jedoch als unsicher angesehen werden, da bislang nur wenige qualitativ hochwertige paläomagnetische Untersuchungsergebnisse von Sibiria aus dem betreffendem Zeitraum vorliegen.[1]

Schließung[Bearbeiten]

Die Schließung erfolgte zur Zeit der frühen Phase der acadischen Gebirgsbildungsära und der Bildung Euramerikas durch die Kollision des Sakmarischen Inselbogens mit Baltica im Silur. Am nordöstlichen Ende des Bogens entstand ein neuer Ozean, der Ural-Ozean. Erst etwa 70 Millionen Jahre später hatten sich alle Kontinentalschollen, Terrane, vulkanischen Inselbogen und Kratone wieder mit den großen südlichen Gondwana zum letzten globalen Superkontinent Pangaea zusammengeschlossen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&_udi=B6V61-4N3P084-2&_user=10&_rdoc=1&_fmt=&_orig=search&_sort=d&view=c&_acct=C000050221&_version=1&_urlVersion=0&_userid=10&md5=84cf3331875ef802b9d2790f9298abb0