Khazne al-Firaun

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Das Khazne al-Firaun

Das Khazne al-Firaun (arabisch ‏خزنة الفرعون‎ Chaznat al-Firaun, DMG Ḫaznat al-Firʿawn „Schatzhaus des Pharao“) ist ein von den Nabatäern aus dem Fels geschlagenes Mausoleum in der antiken Stadt Petra. Das so genannte Schatzhaus befindet sich gegenüber dem Eingang zum Siq, der Schlucht, die zugleich den Eingang zur Felsenstadt darstellt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Fassade des Khazne al-Firaun ist die wohl Berühmteste der Stadt Petra. Sie ist fast 40 Meter hoch und 25 m breit und wurde im hellenistischen Stil gestaltet. Seinen Namen erhielt das „Schatzhaus des Pharao“ von den Beduinen. Diese vermuteten reiche Schätze in der großen Urne auf der Spitze der Fassade. Bei dem Gebäude handelt es sich jedoch nicht um eine Schatzkammer, sondern um ein Grab. Es wurde möglicherweise für den Nabatäerkönig Aretas IV. angelegt, der im 1. Jahrhundert v. Chr. regierte. Andere Forscher datieren das Khazne dagegen erst ins 2. Jahrhundert n. Chr., in die Zeit des Kaisers Hadrian. Über einem Portikus aus sechs korinthischen Säulen erhebt sich eine kleine, von zwei Halbgiebeln flankierte Tholos, ein Rundtempel. Zwischen den Säulen befinden sich verwitterte Reste von Relieffiguren. An der 3,5 m hohen Urne auf der Spitze des Rundtempels sind Einschusslöcher zu erkennen. Sie gehen auf Flintenschüsse von Beduinen zurück, die einst versucht hatten, den vermeintlichen Schatzbehälter aufzubrechen. Die Urne besteht aber, wie der gesamte Bau und die anderen Königsgräber Petras, überwiegend aus massivem Fels.

Die in den Fels geschlagenen zwei Seitenkammern sowie die Hauptkammer selbst sind schmucklos und leer. In der rechten Vorkammer befand sich vermutlich ein Sarkophag. Der Hauptraum war rechteckig und war mit zwei Seitennischen und einer Hauptnische versehen.

In der Kultur[Bearbeiten]

Das Khazne diente 1989 Steven Spielberg als Kulisse für seinen Spielfilm Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, dessen letzte Szenen im Siq und vor dem Khazneh al-Firaun gedreht wurden. Der Film machte Petra einem größeren Publikum in Amerika und Europa bekannt. In dem Tim-und-Struppi-Comic Kohle an Bord dient das Schatzhaus als Vorbild für das Versteck eines gestürzten Emirs.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fabio Bourbon: Archäologischer Reiseführer: Petra - Die geheimnisvolle Felsenstadt. Köln 2004, ISBN 978-3-89893-564-7
  • Frank Rainer Scheck: Jordanien. Völker und Kulturen zwischen Jordan und Rotem Meer. 6. Auflage. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2011, ISBN 3-7701-3979-8. S. 420-425.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Al Khazneh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

30.3224535.451617Koordinaten: 30° 19′ 21″ N, 35° 27′ 6″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten]