Kick and Rush

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Der Begriff Kick and Rush (englisch, etwa „schießen und stürmen“) stammt aus dem Fußball. Er bezeichnet eine offensive Spielweise, bei der der Ball aus der Verteidigung hoch und weit in die gegnerische Hälfte geschlagen wird, um einen schnellen Abschluss zu erreichen. Der Vorteil ist, dass dabei kein langwieriges Aufbauspiel nötig ist und das Mittelfeld überbrückt wird. Der Nachteil ist das für die Stürmer schwer kontrollierbare Anspiel, das zudem aufgrund der langen Flugzeit des Balls leicht von den gegnerischen Verteidigern abgewehrt werden kann und einen Ballverlust zur Folge hat. Lange Zeit galt Kick and Rush aufgrund dieses Risikos und der geringen Erfolgschance als ineffiziente Angriffstaktik und wurde normalerweise nur in Erwägung gezogen, wenn eine Mannschaft kurz vor Schluss im knappen Rückstand ist und wenig Zeit für den Ausgleich bleibt. Erst mit dem verstärkten Auftreten weit aufgerückter (Gegen-)Pressinglinien im Modernen Fussball gewann diese Strategie wieder an Bedeutung.

Diese Spielart galt lange Zeit als ein wichtiger Bestandteil des Fußballs auf den Britischen Inseln.

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat Franz Beckenbauer diese veraltete Spielweise der englischen Mannschaft im Auftaktspiel gegen die USA vorgeworfen, was die britische Presse erzürnt und gegen ihn aufgebracht hat.[1]

Allem Anschein zum Trotz ist „Kick and Rush” ein deutscher Begriff, zumindest war er es bis zu Franz Beckenbauers WM-Kommentar, nicht gängig.[2] Die vordergründige Bedeutung von „Kick and Rush“, die ein wildes Kicken nach vorne unterstellt, erscheint abschätzig. Dies kann ein Grund für die negative Reaktion der britischen Presse über Beckenbauers Kommentar gewesen sein. Eine gemäßigtere englischsprachige Alternative ist „the long ball”.[3]

In der Moderne[Bearbeiten]

In der Moderne wurde bei vielen sehr erfolgreichen Mannschaft ebenfalls versucht dieses Element neben anderen Angriffsmustern in das eigene Spiel einzubinden, Paradebeispiele hierfür sind bzw. waren Chelsea London mit Didier Drogba, Borussia Dortmund mit Robert Lewandowski, FC Bayern München mit Mario Mandzukic, selbst unter Trainern die als Kurzpassliebhaber gelten wie Pep Guardiola beim FC Barcelona wurde mit der Verpflichtung von Zlatan Ibrahimovic versucht ein solches Element in das eigene Spiel zu integrieren und dadurch variantenreicher zu machen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_wm2010/artikel_249720.html
  2. Phil McNulty: Phil McNulty: Is Beckenbauer right about England?. BBC. 15. Juni 2010. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  3. Jason Burt: World Cup 2010: Germany's Franz Beckenbauer berates Fabio Capello's England. Telegraph. 15. Juni 2010. Abgerufen am 4. Juli 2011.