Kiddy Citny

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kiddy Citny (* 1957 in Stuttgart) ist Musiker und bildender Künstler sowie Autodidakt.

Leben[Bearbeiten]

Citny wuchs in Bremen auf, zog 1977 nach West-Berlin, hat in Amsterdam und London (1979), in Zürich (1980), Bern (1989/90), Los Angeles (1993/94) gelebt und bis 2000 auch ein Atelier in München genutzt.

Werk[Bearbeiten]

Bekanntheit erlangte Citny als einer der Berliner "Mauermaler", gemeinsam mit dem Franzosen Thierry Noir und anderen. Citnys 1985 gemalten, 3,6 Meter hohen Köpfe fanden den Weg von der Mauer über Touristenfotos und Postkarten in alle Welt. Die illegalen Aktion war der Versuch „Ostberlin mit Kunst einzuschließen”. [1] Mit dem Mauerfall gelangte seine Malerei mitsamt den betonschweren Bildträgern in internationale Kunstsammlungen – so auch ins New Yorker Museum of Modern Art (MOMA). Ein weiteres Mauersegment steht vor dem Märkischen Museum in Berlin. 45 Mauersegmente wurden 1990 staatlich organisiert mit dem Prädikat „historisch besonders wertvoll“ versteigert. Die Citny-Gesichter waren auf dem Cover des Versteigerungskataloges zu sehen.

Die Ost-Berliner Firma Limex veräußerte Teile des Citny-Fries unter anderem an das MOMA. Citny versuchte am Erlös des Verkaufs durch eine Klage teilzuhaben, es sei eine ungerechtfertigte Bereicherung. Limex war Citny „Sachbeschädigung von Grenzeinrichtungen“ vor und nannte die Werke, für die es 500.000 D-Mark erhalten hatte „Schmierereien“. [2]

Eine Teilstrecke der von Citny und seinen Freunden bemalten Mauer diente Wim Wenders 1987 als Kulisse in seinem Film "Himmel über Berlin“. Für den Film-Soundtrack nahm Citny auch mit seiner Band „Sprung aus den Wolken“ (unter dem Label „FAUX PAS“) das Stück „Pas Attendre“ auf. Nach der ersten Station namens „Out“ (einem Musikprojekt mit Nina Hagen, 1980) tourte Citny mit „Sprung aus den Wolken“ – anfangs im selben Programm mit den „Einstürzenden Neubauten“ – bis 1989 durch Deutschland und die westlichen Nachbarländer. In dieser Zeit praktizierte die Citny-Crew auch die heute Crossover genannte Verknüpfung von Musik, Bewegung und Malerei in videodokumentierten Performances. Darüber hinaus zählt Citny zu den ersten Künstlern, die Bilder am Computer generierten, ihre Werke auf PC-Disketten und CD-ROMs speicherten und später auch per Internet verbreiteten.

2012 wurden von Julia Starp kreierte Mode auf der Berlin Fashion Week gezeigt, die zusammen mit Citny entstand. In der Kollektion SHE war Haute Couture aus Leinwänden, bemalt von Citny, zu sehen.[3] Die Werke waren auch zu Gast im Staatliches Textil- und Industriemuseum im Augsburger Textilviertel.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maler restaurieren ihre Mauer-Gemälde Geschenk an Berlin, sz.de. Abgerufen am 5. August 2013.
  2. Berliner Mauer-Künstler, will am Verkaufserlös seiner Graffiti beteiligt werden, Der Spiegel - 22/1990. Abgerufen am 5. August 2013.
  3. Berlin Fashion Week 2012 with Julia Starp, danyelandre.com. Abgerufen am 4. August 2013.
  4. Kunst-Couture – Fashion Show im tim. augsburg.de. Archiviert vom Original am 30. Juli 2013. Abgerufen am 30. Juli 2013.