Kielbogen

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(v. l. n. r.) Flacher Kielbogen, normaler Kielbogen, Eselsrücken

Ein Kielbogen, auch Eselsrücken, Sattelbogen, Schottischer Bogen oder Akkolade genannt, bezeichnet in der Architektur einen Bogen mit geschweiften Kanten, die im unteren Teil konvex und im oberen Teil konkav geschwungen sind. Der Umriss des Bogens gleicht damit einem auf den Kopf gestellten Schiffskiel. Die Mittelpunkte der zwei unteren Kreisbögen liegen innerhalb, die der oberen Kreisbögen außerhalb des Bogenfeldes. Wenn beide unteren Kreismittelpunkte in einem Punkt zusammenfallen, entsteht eine geläufige Form des Kielbogens, liegen sie auseinander, erhält der Bogen eine gedrücktere Form. Wenn der Bogen hingegen derart konstruiert ist, dass er eine Variante des Spitzbogens ist, der nur einen kleinen Gegenbogen an der Spitze besitzt, wird er Eselsrücken genannt. Der Name leitet sich vom herausragenden Rückgrat des Esels ab.

Verwendet wurden Kielbögen häufig ab dem 15. Jahrhundert in der Spätgotik und nicht vor etwa 1100 in der islamischen Baukunst. Dort erlebte diese Bogenform im 12. Jahrhundert in der persischen und ägyptischen Architektur ihren Höhepunkt. Kielbögen finden sich besonders häufig als oberer Abschluss eines Portals oder Fensters, entweder als entsprechend geformte Archivolten, Fensterstürze oder Ziergiebel in Form von Verdachungen oder Bekrönungen. Entsprechend werden diese Bauelemente Kielbogenfenster beziehungsweise Kielbogenportal genannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kielbögen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien