Kielce

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Kielce
Wappen von Kielce
Kielce (Polen)
Kielce
Kielce
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Heiligkreuz
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 109,45 km²
Geographische Lage: 50° 53′ N, 20° 39′ O50.88333333333320.65Koordinaten: 50° 53′ 0″ N, 20° 39′ 0″ O
Höhe: 260 m n.p.m
Einwohner: 200.236
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 25-001 bis 25-900
Telefonvorwahl: (+48) 41
Kfz-Kennzeichen: TK
Wirtschaft und Verkehr
Straße: KrakauWarschau
Nächster int. Flughafen: Flughafen Krakau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 109,45 km²
Einwohner: 200.236
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 1829 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2661011
Verwaltung (Stand: 2007)
Stadtpräsident: Wojciech Lubawski
Adresse: Rynek 1
25-303 Kielce
Webpräsenz: www.um.kielce.pl

Kielce ['kʲɛlt͡sɛ]( anhören?/i) ist eine polnische Großstadt in der Woiwodschaft Heiligkreuz im südöstlichen Teil des Landes – rund 100 km nordöstlich von Krakau und etwa 130 km südöstlich der Stadt Łódź im Heiligkreuzgebirge gelegen. Sie ist die Hauptstadt der Woiwodschaft und Sitz zweier Hochschulen und eines katholischen Bistums. Kielce ist Verarbeitungs- und Handelszentrum landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie bedeutender Standort der Metall- und Nahrungsmittelindustrie.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 10. Jahrhundert wurde die St.-Adalbert-Kirche gebaut. Später kam eine Kirche auf dem Schlosshügel hinzu.

1212 war die erste urkundliche Erwähnung von Kielce, die Stadt ist aber wahrscheinlich älter.

1227 erhielt die Stadt das Stadtrecht. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts litt die Stadt unter den Angriffen der Tataren. Allerdings erholte sie sich schnell wieder.

Im 14. Jahrhundert wurde Kielce das Magdeburger Stadtrecht verliehen. 1496 erhielt es sein Wappen durch den Gnesener Erzbischof, Kardinal Friedrich Jagiello, aus dem Geschlecht der Jagiellonen. Die goldenen Buchstaben CK bedeuten Civitas Kielcensis (Bürgerschaft von Kielce).

Durch die Entwicklung des Eisenerzbergbaus wuchs Kielce im 16. und 17. Jahrhundert schnell an. Der Zustrom von Italienern, Ungarn, Deutschen und Slowaken prägte die Stadt. 1645 hatte sie etwa 1.250 Einwohner. Die Stadt erhielt während dieser Zeit ein Schloss, die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, ein Bernhardinerkloster und ein Krankenhaus. Der Angriff der Schweden und die nachfolgenden Wirren durch Plünderungen und Seuchen stoppten die positive Entwicklung.

Durch die Dritte Teilung Polens fiel Kielce 1795 an Österreich und wurde an Westgalizien angegliedert. 1809 kam es zum Herzogtum Warschau, das ab 1815 als Kongresspolen unter russischer Oberherrschaft stand. Der Aufschwung am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts machte sich in Kielce vor allem durch den Anschluss an das polnische Eisenbahnnetz 1885 bemerkbar. Bei der Volkszählung 1897 wurde eine Einwohnerzahl von 23.178 festgestellt.[3]

1918 wurde Kielce im wieder entstandenen Polen Hauptstadt der Woiwodschaft. 1939 lebten 71.000 Menschen in der Stadt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Kielce 1939 von der Wehrmacht besetzt. 1941 richtete die SS das Ghetto Kielce ein.

Kielce war gleichzeitig ein wichtiges Zentrum des polnischen Widerstandes. In und um Kielce waren verschiedene Partisanengruppen tätig (Hubalczycy). Aber auch geheime Bildungseinrichtungen bis zum Universitätsniveau waren vertreten und verhinderten ein völliges Absinken des Wissensniveaus. Am 15. Januar 1945 wurde Kielce von der Roten Armee eingenommen.

Kurz nach Kriegsende wurde die Stadt durch den Pogrom von Kielce bekannt, bei dem im Juli 1946 ein lokaler Mob jüdische Holocaust-Überlebende und Heimkehrer aus der Sowjetunion attackierte. Es gab 42 Tote und etwa 80 Verletzte.[4]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Panoramabild von Kielce
Bischofspalast
Bernhardinerkloster in Kielce
Kielce Zentrum

Bildung[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Der Handballverein KS Vive Targi Kielce spielt in der höchsten polnischen Liga.
Der Fußballverein Korona Kielce spielt in der obersten polnischen Fußballliga Ekstraklasa.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kielce – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. November 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. November 2013.
  3. Demoscope.ru/weekly
  4. Christian Deutschmann: Der Hass brach los. Das Pogrom im polnischen Kielce. In: FAZ, 10. Juni 2010