Kielwasser

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Dieser Artikel behandelt die Verwirbelung des Wassers, die durch ein Schiff erzeugt wird. Zum gleichnamigen Krimi, siehe Tatort: Kielwasser.
Kielwasser hinter einem Fährschiff
Computersimulation der Wellen von Kielwasser
Kielwasser, Königssee

Kielwasser ist die Bezeichnung für eine Verwirbelung des Wassers, die durch ein Schiff erzeugt wird.

Diese Verwirbelung entsteht durch:

  • Verwirbelung der Wasserteilchen zwischen stehendem Wasser und Schiffsrumpf
  • den Antrieb eines motorisierten Schiffs, der das Wasser hinten aufwühlt (Reibungsmitstrom)

Bei Segelschiffen entsteht eine lange sichtbar bleibende Furche im Wasser, die selbst bei bewegter See fast ganz eben und ruhig bleibt. Deshalb wurde das Kielwasser früher für ab- und zugehende Boote ausgenutzt.

In der Seekriegsführung stellt die Kielspur ein erhebliches Problem dar, da selbst kleinste Einheiten (wie Torpedos oder Sehrohre) eine deutlich sichtbare Spur im Wasser hinterlassen können. In der Seerettung wird ein Hochfrequenz-Radar verwendet um solche Spuren auch bei Nacht deutlich darzustellen. Die Radarsignatur der Kielspur kann die des erzeugenden Schiffes erheblich übersteigen. Deswegen kommen bei Tarnkappenschiffen Rumpfformen zum Einsatz, die verstärkt horizontale Wirbel erzeugen, da diese sich schneller zerstreuen und weniger Flanken und damit weniger Radar-Reflexionen erzeugen als vertikale Wirbel.

Umgangssprachlich bedeutet der Spruch „in jemandes Kielwasser segeln/fahren“: jemandem zu folgen/jemanden nachzuahmen.

Beim Wakeboarden wird das Kielwasser des ziehenden Bootes als Kicker für Sprünge genutzt. Spezielle Wakeboard-Boote, sind daher so konstruiert, dass die Charakteristik der Kielwelle durch Ballast und Einstellungen des Antriebs gesteuert werden kann.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kielwasser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien