Kiew
| Kiew | ||
| (Київ/Kyjiw) | ||
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| Basisdaten | ||
|---|---|---|
| Oblast: | Stadt Kiew | |
| Rajon: | Kreisfreie Stadt | |
| Höhe: | 179 m | |
| Fläche: | 839 km² | |
| Einwohner: | 2.816.504 (2009) | |
| Bevölkerungsdichte: | 3.357 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 01xxx-04xxx | |
| Vorwahl: | +380 44 | |
| Geographische Lage: | 50° 27′ N, 30° 30′ O50.4530.5179Koordinaten: 50° 27′ 0″ N, 30° 30′ 0″ O | |
| KOATUU: | 8000000000 | |
| Verwaltungsgliederung: | 10 Rajone | |
| Bürgermeister: | Pegeta Slavik (Svoboda) | |
| Adresse: | Вул. Хрещатик 36 01044 м. Київ |
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| Website: | http://kievcity.gov.ua/ | |
| Statistische Informationen | ||
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Kiew (ukrainisch Київ/Kyjiw [ˈkɪjiu̯]; russisch Киев/Kiew) ist die Hauptstadt und größte Stadt der Ukraine sowie Verwaltungssitz der Oblast Kiew, der sie jedoch nicht angehört. Sie liegt am bis hierhin für kleinere Seeschiffe befahrbaren Dnepr und hat etwa 2,82 Millionen Einwohner im Stadtgebiet, die Agglomeration umfasst etwa 4,07 Millionen Einwohner (Stand 12. November 2011).
Kiew gilt als wichtiger Bildungs- und Industriestandort und bildet darüber hinaus den wichtigsten Verkehrsknotenpunkt des Landes. Aufgrund ihrer historischen Bedeutung als Mittelpunkt der Kiewer Rus trägt die Stadt oft den Beinamen Mutter aller russischen Städte. Wegen der vielen Kirchen und Klöster und seiner Bedeutung für die orthodoxe Christenheit wird Kiew seit dem Mittelalter außerdem als Jerusalem des Ostens bezeichnet. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt Kiew die Auszeichnung einer Heldenstadt.
Inhaltsverzeichnis |
Bevölkerung [Bearbeiten]
Nach der offiziellen Volkszählung in der Ukraine lebten im Jahr 2001 in Kiew etwa 83 % Ukrainer und 13 % Russen, wobei Menschen gemischter russisch-ukrainischer Herkunft als Ukrainer gezählt wurden. Daneben gibt es noch kleine Minderheiten anderer Nationalitäten und Volksgruppen (Weißrussen, Polen, Armenier, Juden und andere).
Demografische Entwicklung [Bearbeiten]
Bevölkerungsentwicklung in den vergangenen tausend Jahren:

Quellen: 1897:[1], 1939,1961:[2], 1970:[3], 1979-2012:[4]
Sprache [Bearbeiten]
Bei der öffentlichen Befragung 2005 haben insgesamt 64 % Ukrainisch und 34 % Russisch als ihre Muttersprache genannt.[5] Die Sprachensituation Kiews hat sich im Laufe der Geschichte mehrfach radikal verändert. Zur Zeit der Zaren und der Sowjetunion wurde das Ukrainisch immer weiter vom Russisch verdrängt, in den 1980er Jahren war Kiew fast ausschließlich russischsprachig. Nach dem Fall der Sowjetunion und seit der Unabhängigkeit der Ukraine ist jedoch wieder eine Tendenz zum Ukrainisch erkennbar, da es die Unterrichtssprache in den Schulen ist und viele Ukrainer, die ihre Eigenständigkeit gegenüber Russland betonen möchten, die ukrainische Sprache bevorzugen. Allerdings ist die Statistik nur bedingt aussagekräftig, da viele Ukrainer unter dem Begriff Muttersprache einfach nur ihre nationale Sprache verstehen und nicht Muttersprache im linguistischen Sinn. Im alltäglichen Gebrauch dominiert in Kiew weiterhin das Russisch.
Religion [Bearbeiten]
Kiew ist Sitz eines kanonischen russisch-orthodoxen Metropoliten und eines nicht kanonischen ukrainisch-orthodoxen Patriarchen. Die Kiewer Sophienkathedrale ist die zweitälteste ostslawische Kathedrale nach der Verklärungskathedrale in Tschernihiw. Der Großerzbischof der mit der römisch-katholischen Kirche unierten griechisch-katholischen Kirche hat 2005 seinen Sitz von Lwiw nach Kiew verlegt. Auf dem Kiewer Stadtwappen ist der Patron von Kiew Erzengel Michael abgebildet. In Kiew gibt es eine jüdische Minderheit. Dort befindet sich auch das Islamische Institut und die Geistliche Verwaltung der Muslime in der Ukraine.
Geografie [Bearbeiten]
Topografie [Bearbeiten]
Die Stadt liegt zu beiden Seiten des breiten Dnepr, der nach Süden dem Schwarzen Meer entgegen fließt. Das rechte, westliche Flussufer mit dem historischen Stadtzentrum ist von zahlreichen, ursprünglich bewaldeten, kleinen Hügeln des Prydniprovska Hochlands geprägt. Ein ständiges Auf und Ab sowie Kastanienbäume sind typisch für die Kiewer Innenstadt. Die Hügel fallen hier steil zum Fluss ab. Weiter im Norden – im Stadtteil Podil – besteht aber ein flacher und breiter, bebauter Uferstreifen.
Das linke, östliche Flussufer wurde erst im 20. Jahrhundert erschlossen. Im Gegensatz zur gegenüberliegenden Seite ist es flach und von Waldsteppe geprägt. Hier finden sich auch zahlreiche Seen. Der Dnepr verzweigt sich im Stadtgebiet in zahlreiche Wasserläufe. Mehrere größere Inseln, die kaum bebaut wurden, dienen als Naherholungsgebiete.
Klima [Bearbeiten]
Kiew liegt im nördlichen Teil der Ukraine. Die Sommer sind warm mit Durchschnittstemperaturen von 19,3 bis 25,3 °C in den Monaten Juni, Juli und August. Die kältesten Monate sind Dezember, Januar und Februar mit Durchschnittstemperaturen von −4,6 bis −1,1 °C. Am 31. Juli 1936 wurde die Rekordhöchsttemperatur von 39,4 °C gemessen. Die tiefste gemessene Temperatur war −32,2 °C am 9. Februar 1929. Kiew war üblicherweise von Mitte November bis Ende März mit Schnee bedeckt, wobei dies in den letzten Jahren rückläufig ist.
| Kiew | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kiew
Quelle: Ukrainian Hydrometeorological Center, Daten: 1961–1990[6]; wetterkontor.de
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Geschichte [Bearbeiten]
Von der Gründung bis zum Mittelalter [Bearbeiten]
Laut Nestorchronik wurde Kiew von den drei Brüdern Kyj, Schtschek und Choriw sowie ihrer Schwester Lybid aus dem Stamm der Poljanen gegründet, die auf drei Anhöhen Dörfer bauten. Sie errichteten noch eine Festung, die sie nach dem ältesten Bruder benannten („Kiew“ = ‚Stadt von Kyj‘, ukrainisch: Kyjiw). Dies soll spätestens am Anfang des 6. Jahrhunderts geschehen sein, da der Name des ostslawischen Fürsten Kyj in dieser Zeit in byzantinischen Chroniken erwähnt wurde.
Einigen westlichen, aber auch einigen ukrainischen Historikern (Kevin Alan Brook, Omeljan Pritsak) zufolge soll Kiew stattdessen um 840 von muslimischen Söldnern im chasarischen Heer als chasarische Garnison im Poljanenland gegründet worden sein, der Name der Stadt sei wie diese Söldner ostiranischen Ursprungs. Erst um 930 sollen Slawen und Waräger die Stadt erobert haben.[7] Diese Theorie widerspricht jedoch Biografien warägischer Herrscher aus dieser Periode.
Die Stadt hatte eine strategische Lage am Handelsweg von den Warägern zu den Griechen. Mitte des 9. Jahrhunderts herrschten in ihr die warägischen Fürsten Askold und Dir, bevor sie von Ruriks Feldherrn Oleg von Nowgorod 882 getötet wurden. Dieser vereinigte den gesamten Herrschaftsbereich der Waräger (Rus) entlang des Handelsweges und machte Kiew zur fürstlichen Residenz der Kiewer Rus. 988 initiierte der Großfürst Wladimir I. den Übertritt der bis dahin heidnischen Kiewer Rus zum orthodoxen Christentum byzantinischer Prägung. Dieser Akt war durch eine Massentaufe der Kiewer im Dnepr und den Sturz der alten Götzen in den Fluss gekennzeichnet. Unter Wladimirs Sohn Jaroslaw dem Weisen wurde Kiew stark ausgebaut. Neben zahlreichen neuen Kirchen und Klöstern wurde hier die erste ostslawische Bibliothek gegründet. Die aktive Heiratspolitik und der Ausbau der Stadt machte sie in ganz Europa bekannt. Damit erreichte Kiew im 11. und 12. Jahrhundert den Höhepunkt seiner Entwicklung und wurde eine der größten Städte Europas (etwa 50.000 Einwohner). Nach dem Tod Jaroslaws begannen Erbfolgekämpfe, die sich auf die Stadt negativ auswirkten und zu wiederholten Eroberungen und Zerstörungen führten. So wurde Kiew 1169 durch Fürst Andrei Bogoljubski von Wladimir-Susdal erobert. Statt sich dort niederzulassen nahm er den bis dahin an Kiew gebundenen Großfürstentitel mit nach Norden in seine Residenz bei Wladimir. Damit setzte sich der Zerfall des Kiewer Reichs fort. Dass Kiew nicht mehr Sitz des Großfürsten war, bedeutete noch nicht den Untergang der Stadt, da die Metropoliten noch bis Ende des 13. Jahrhunderts in Kiew residierten.
1240 wurde Kiew im Zuge der mongolischen Invasion der Rus nach fast zehnwöchiger Belagerung von den Truppen Batu Khans erobert. Fast alle Einwohner wurden getötet und nahezu alle Gebäude niedergebrannt. Es wurde berichtet, dass von der großen und dichtbesiedelten Stadt nur noch 200 Häuser gestanden haben sollen. Nach einer erneuten Vernichtung der Stadt verließ der griechische Metropolit 1299 Kiew und zog nach Wladimir. 1320/65 kam Kiew infolge der Schlacht am Irpen an Litauen, und 1569 wurde es zu einer polnisch-litauischen Provinzhauptstadt (Woiwodschaft Kiew).
Vom 16. Jahrhundert bis 1920 [Bearbeiten]
Nach der 1596 erfolgten Kirchenunion von Brest wurde Kiew zum Schauplatz eines konfessionellen Kampfes zwischen den Katholiken bzw. den Unierten einerseits und den Russisch-Orthodoxen andererseits, die eine oktroyierte Unterordnung unter den Papst ablehnten. Nach dem 1648 begonnenen Chmelnyzkyj-Aufstand und dem ukrainisch-russischen Bündnisschluss von Perejaslaw 1654 wurde die Stadt russisch. In der Folgezeit erlebte die Orthodoxie hier eine Wiedergeburt, zahlreiche Bauwerke wurden erneuert und Schulen gegründet.
Ab Mitte des 19. Jahrhundert wurde Kiew, als Teil des russischen Reichs, ein wichtiges Handels-, Verkehrs- und Industriezentrum. Um 1900 hatte die Stadt etwa 250.000 Einwohner, die Einwohnerzahl stieg in den nächsten Jahren jedoch weiter massiv an. Die erste elektrische Trambahn der Welt wurde damals in Kiew in Betrieb genommen. Ein Bronzedenkmal erinnert daran. Im Jahre 1911 wurde in Kiew der russische Ministerpräsident Pjotr Stolypin von einem Anarchisten erschossen. Nach der Russischen Revolution und während der deutschen Besatzung am Ende des Ersten Weltkriegs entstanden hier die kurzlebigen ukrainischen Nationalstaaten: Ukrainische Volksrepublik und Ukrainischer Staat.
Kiew wird Hauptstadt der Ukrainischen Sowjetrepublik [Bearbeiten]
Ab 1920 war Kiew sowjetisch. 1934 wurde die Stadt an Stelle von Charkow Hauptstadt der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik (SSR). Im Verlauf der 1930er Jahre wurden in Kiew viele historische Bauten von den sowjetischen Behörden vernichtet.
Vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion zählte die Stadt 350 000 Juden, von denen die meisten allerdings rechtzeitig fliehen konnten. So lebten bei dem deutschen Einmarsch im September 1941 nur noch 30 % der Juden in der Stadt (ca. 100.000 Juden). Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg, vom 19. September 1941 bis zum 6. November 1943, wurden von den Deutschen 120.000 bis 160.000 sowjetische Kriegsgefangene und Zivilisten (vor allem Juden) in Kiew ermordet. Mehr als 33.000 Juden fielen allein dem Massaker in Babi Jar bei Kiew zum Opfer. 1942 wurde am Nordrand der Stadt das KZ Syrez errichtet.
Kurz nach der Schlacht um Kiew nahm die Stadt großen Schaden nach einem verheerenden Großbrand, der am 24. September 1941 durch ferngezündete sowjetische Sprengsätze ausgelöst wurde und erst am 29. September unter Einsatz der deutschen und einheimischen Feuerwehr und des Sprengens von Brandschneisen gelöscht werden konnte.[8] Am 6. November 1943 wurde die Stadt von der Roten Armee zurückerobert.
In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 62 (bis 1954) für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs, dazu das Kriegsgefangenenhospital 3201. Es gab verschiedene Friedhöfe für Kriegsgefangene, der größte nördlich der Stadt mit ca. 20.000 Toten.[9]
1982 fanden die Feierlichkeiten des 1500-jährigen Bestehens von Kiew statt. 1986 wurde die Stadt vom Tschernobyl-GAU schwer getroffen.
Kiew ab der ukrainischen Unabhängigkeit 1991 [Bearbeiten]
Seit 1991 ist Kiew Hauptstadt der unabhängigen Ukraine. In der Folge kam es zur Wiedererrichtung zahlreicher während der Periode des Stalinismus zerstörter Bauwerke, etwa des Michaelsklosters und der Christi-Geburtskirche im Stadtteil Podil. 2004 war die Innenstadt Schauplatz der Massenproteste gegen die Fälschungen bei den Präsidentschaftswahlen der Ukraine, die vom 21. November bis 5. Dezember andauerten und zur Orangen Revolution führten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Außer den unten aufgeführten sehenswerten Einzelgebäuden oder Ensembles verfügt Kiew über mehr als 10 Museen, 5 Theater und zahlreiche Grünanlagen.
Sakralbauten [Bearbeiten]
- Sophienkathedrale, eine fünfschiffige Kreuzkuppelkirche, Grundsteinlegung 1037 unter Jaroslaw dem Weisen (UNESCO-Weltkulturerbe)
- Höhlenkloster Kijewo-Petscherska Lawra (um 1050 von Asketen), unter anderem mit Warägerhöhlen, Sammlung der historischen Schätze, Mariä-Entschlafens-Kathedrale und Museum der Miniaturkunstwerke.
- St. Michaelskloster mit den goldenen Kuppeln (12. Jahrhundert), wiederaufgebaut
- St.-Andreas-Kirche (1750)
- Wladimirkathedrale (1889)
- eine aus dem 9. Jahrhundert erhaltene und restaurierte hölzerne Kirche
- Mariä-Himmelfahrtskirche am Kontraktowa-Platz (церква Богородиці Пирогощі)
- Nikolauskirche im Dnepr: die einzige rundum von Wasser umgebene Kirche in Europa
- Griechisch-katholische Auferstehungskathedrale
- die noch benutzten Synagogen: Podil-Synagoge, Halyzka-Synagoge, Brodsky-Synagoge, Kenesa und Choral-Synagoge
Kulturbauten und bedeutende Straßen [Bearbeiten]
- Goldenes Tor (1024, 1982)
- Marienpalast (1755, 1870)
- Nationales Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges mit angegliederter Gedenkstätte: Eine Mutter-Heimat-Statue (russisch родина-мать, Lage50.426530.563055555556) sowie eine Ewige Flamme erinnern an den Zweiten Weltkrieg. Der Komplex ist im Jahr 1981 fertiggestellt worden. Die von weitem sichtbare Statue hat eine Höhe von 68 m und steht auf einem 40 m hohen Podest. Sie ist damit eine der der höchsten Statuen der Welt und übertrifft beispielsweise die Freiheitsstatue in New York, die ohne Sockel 46,5 m, mit Sockel 102 m hoch ist.
- Fernsehturm in Stahlfachwerkbauweise, vermutlich höchste Stahlfachwerkkonstruktion der Welt
- Ukrainisches Haus, um 1970 als Lenin-Museum errichtet
- Haus mit den Chimären, erbaut 1901 bis 1902
- Taras-Schewtschenko-Opernhaus
- Center for Contemporary Art (CCA)
- Sportpalast (Palast Sportu): Hier fand am 19. und 21. Mai 2005 der 50. Eurovision Song Contest 2005 statt.
- Nationalzirkus am Schewtschenko-Boulevard
- Chreschtschatyk-Boulevard (Хрещатик, 1954). Jeden Samstag, Sonntag und feiertags wird die Hauptstraße im Zentrum von 9 bis 21 Uhr für den Fahrzeugverkehr gesperrt.
- Taras-Schewtschenko-Boulevard (19. Jahrhundert)
Plätze, Parks, Gartenanlagen und ausgewählte Stadtteile [Bearbeiten]
- Platz der Unabhängigkeit (Majdan Nesaleschnosti) (1954, 2002)
- Europaplatz
- Kontraktowa-Platz
- Podil, ein alter Stadtbezirk mit vielen historischen Bauten aus dem Zeitraum 12. bis 19. Jahrhundert
- Hydropark, ein Freizeit- und Vergnügungspark auf den Dnepr-Inseln (1960). Anstelle zerstörter und nicht mehr bewohnbarer Dörfer nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt.
- Alter (1834) und neuer botanischer Garten
- Babi Jar (deutsch Weiberschlucht), heute erinnern drei Denkmale an die dort während des Holocausts ermordeten Juden
- Park Slawy
Denkmale (Auswahl) [Bearbeiten]
- Denkmal der Völkerfreundschaft (mit charakteristischem Regenbogen) (1983)
- Statue von Wladimir dem Heiligen über dem Dnepr (1853)
- Denkmal auf dem Michailplatz: für die Großfürstin Olga, für Kyrill & Method
- Denkmal für das Magdeburger Recht am Ufer des Dnepr
- Denkmal für den Hetman Bogdan Chmelnizki vor der Sophienkathedrale
- Denkmal für den Hetman Peter Sahajdatschny auf dem Kontraktowa-Platz
- Lenindenkmal
- Bronzedenkmal für die erste elektrische Straßenbahn in Kiew
Politik [Bearbeiten]
Verwaltung [Bearbeiten]
Das höchste politische Organ der Stadt ist der Kiewer Stadtrat (Ukrainisch: Київрада; translit. Kyïvrada), deren Mitglieder direkt durch die Kiewer Bevölkerung gewählt werden und deren Vorsitz der Kiewer Bürgermeister hat. Bürgermeister ist seit 26. März 2006 der Finanzexperte und Privatbankier Leonid Tschernowezkyj. Tschernowezkyj, der in den vergangenen Jahren durch Korruptionsvorwürfe und seine Zugehörigkeit zu einer Freikirche in die Schlagzeilen geraten war, wurde bei einer vorgezogenen Wahl am 25. Mai 2008 im Amt bestätigt. Er setzte sich dabei mit einfacher Mehrheit gegen Olexandr Turtschynow und Vitali Klitschko durch. Die Neuwahl wurde durch einen Parlamentsbeschluss mit den Stimmen der ukrainischen Regierungskoalition und des Blok Lytwyna angeordnet, die beabsichtigten, eine Ablösung des umstrittenen Amtsinhabers herbeizuführen.[10] Das Vorhaben scheiterte an der chronischen Zerstrittenheit der westlich orientierten Kräfte der Ukraine, die mit zwei Kandidaten (Turtschynow und Klitschko) antraten und so angesichts des Wahlrechts, das eine Entscheidung mit einfacher Mehrheit im ersten Wahlgang vorsieht, chancenlos waren.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Administrativ wird Kiew in die folgenden zehn Verwaltungsbezirke (Rajone) unterteilt:
| Name | Ukrainische Bezeichnung | Bemerkung | Bevölkerung 2001[11] | Bevölkerung 2011[11] |
|---|---|---|---|---|
| Rajon Darnyzja | Дарницький | - | 282.359 | 311.476 |
| Rajon Desna | Деснянський | nach dem Fluss Desna | 336.209 | 356.374 |
| Rajon Dnipro | Дніпровський | nach dem Fluss Dnepr | 331.618 | 345.781 |
| Rajon Holosijiw | Голосіївський | - | 202.993 | 233.157 |
| Rajon Obolon | Оболонський | - | 306.173 | 314.797 |
| Rajon Petschersk | Печерський | nach dem Kiewer Höhlenkloster | 131.127 | 139.672 |
| Rajon Podil | Подільський | - | 180.424 | 190.069 |
| Rajon Schewtschenko | Шевченківський | nach Taras Schewtschenko | 237.213 | 231.328 |
| Rajon Solomjanka | Солом’янський | - | 287.801 | 342.376 |
| Rajon Swjatoschyn | Святошинський | - | 315.410 | 334.169 |
Partnerstädte [Bearbeiten]
Kiew unterhält mit folgenden internationalen Städten Partnerschaften (unvollständige Liste):
| Stadt | Land | seit | Stadt | Land | seit |
|---|---|---|---|---|---|
| Ankara | 1990 | Leipzig | - | ||
| Athen | 1996 | München | 1989 | ||
| Belgrad | 2003 | Minsk | |||
| Bratislava | 1969 | Peking | 1993 | ||
| Brüssel | 1997 | Riga | |||
| Budapest | 1993 | Rio de Janeiro | |||
| Buenos Aires | 1993 | Tiflis | |||
| Chicago | 1991 | Tirana | |||
| Chișinău | 1993 | Toronto | |||
| Edinburgh | Toulouse | 1975 | |||
| Jerewan | Vilnius | ||||
| Florenz | Warschau | 1994 | |||
| Helsinki | Wien | 1992 | |||
| Krakau | Wuhan | ||||
| Kyōto | Tampere |
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
In Kiew sind Ministerien und Verwaltung, die Stahlindustrie, der Maschinenbau, der Flugzeugbau, die Chemieindustrie, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Rozhen) und die Solarindustrie sowie weitere, wichtige Industrien oder Verwaltungen angesiedelt.
Messen und Ausstellungen [Bearbeiten]
In Kiew befinden sich die Messe- und Ausstellungsgelände Expocenter der Ukraine[12] und KiewExpoPlaza[13]. Folgende Messen finden regelmäßig in Kiew statt:
- AGRO - Internationale ukrainische Leitmesse für Landwirtschaft
- Animal’EX - Fachmesse für Viehzucht, Tierhaltung und Veterinärmedizin
- BioFuel - Fachmesse für Erneuerbare Energien
- Beer & Soft Drinks Industry - Internationale Fachmesse für Bier und alkoholfreie Getränke
- EquiWorld - Ausstellung für Pferdezucht und Pferdesport
- Fast Food Industry - Fachmesse für Fastfood
- FishExpo - Fachmesse für Fischzucht und Fischwirtschaft
- InAlcoWin - Fachmesse für Wein und alkoholische Getränke
- Metal-Forum of Ukraine - Internationale Konferenzmesse für Metallurgie und Metall
- MushroomIndustry - Internationale Fachausstellung für die Pilzindustrie
- RENEWAL - Messe für gebrauchte und überholte Maschinen und Anlagen
Tourismus [Bearbeiten]
Es gibt (Stand 7. Oktober 2009) noch keine städtische Touristeninformation in der Stadt, am Flughafen oder am Bahnhof. Private Agenturen übernehmen die Vermittlung von Hotelzimmern, Autovermietungen oder Stadtführungen. Aktuell gibt es für Touristen der Europäischen Union keine Visapflicht. Ein gültiger Reisepass ist jedoch zur Einreise notwendig.
Infrastruktur [Bearbeiten]
Kiew ist Anziehungspunkt für den Tourismus, wirtschaftliches Zentrum und neben Lemberg und Odessa kultureller Mittelpunkt des Landes. Kiew ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Osteuropas als Schnittpunkt der Verkehrswege Istanbul/Athen–Sofia–Kiew–Minsk/Moskau und Westeuropa–Kaukasus. Außerdem hat Kiew einen Hafen am Dnepr.
Straßenverkehr [Bearbeiten]
Als Hauptstadt bildet Kiew einen Knotenpunkt im ukrainischen Straßennetz. In Kiew kreuzen sich die E40 (Calais/Frankreich nach Ridder/Kasachstan), die E95 (Sankt Petersburg/Russland nach Merzifon/Türkei) und die E101. Außerdem die Fernstrassen nach Weißrussland (M01), Russland (über Charkiw M03), Odessa (M05), Ungarn (über Lemberg M06), Polen (M07), Snamjanka (N01), Sumy (N07) und Dnipropetrowsk (N08). Im Westen leitet der durch die T1027 gebildete Autobahnring den Durchgangsverkehr um die Stadt. Von osten kommender Verkehr überquert den Dnjepr in der Stadt und wird über die auf der Westseite liegende N01 geleitet.
Eisenbahn [Bearbeiten]
Zahlreiche internationale Eisenbahnverbindungen führen nach Kiew, unter anderem aus Russland, Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland (Berlin). Es gibt einen Hauptbahnhof, Kiew-Passaschirskij. Kiew hat ferner Zugang zur Transsibirischen Eisenbahn, hier beginnt die vermutlich weltlängste Eisenbahnverbindung Kiew - Wladiwostok.
Flugverkehr [Bearbeiten]
Kiew wird von drei Flughäfen bedient.
Der kleinere und ältere der beiden Passagierflughäfen, Kiew-Schuljany, liegt im Stadtgebiet und wird überwiegend für Privat-Jets genutzt. Aber auch die Firma Wizz Air, sowie einige ukrainische Charter Gesellschaften bieten Flüge ins In- und Ausland an. In Boryspil, ca. 15 km östlich der Stadtgrenze beziehungsweise 30 km südöstlich des Zentrums, liegt der größere Flughafen Kiew-Boryspil (nach russischer Schreibweise auch als Borispol bekannt), der deutlich mehr Verbindungen hat und von den meisten internationalen Linien angeflogen wird.
Der Flughafen Kiew-Gostomel ist außerdem ein internationaler Frachtflughafen in der nordwestlichen Vorstadt Hostomel (russ. Gostomel).
Innerstädtischer Verkehr [Bearbeiten]
Dem innerstädtischen Verkehr dient neben Trolleybussen, Bussen, der Straßenbahn, S-Bahn und Kleinbus-Sammeltaxen (Marschrutne Taksi) die Metro. Letztere besteht aus drei Linien, die die Stadt durchkreuzen. Im Berufsverkehr verkehrt die Metro zum Teil im 90-Sekunden-Takt, sonst alle zwei bis vier Minuten. Abends können es auch acht Minuten sein. Nachts ist die Metro geschlossen. Außerdem verbindet eine Standseilbahn (Funikuler) den Stadtteil Podil am Dnepr-Ufer mit dem Stadtzentrum.
Hochschulen [Bearbeiten]
Es gibt insgesamt 99 Hochschulen. Die größten beziehungsweise wichtigsten sind:
- Nationale Taras-Schewtschenko-Universität (KDU), (* 1834)
- Nationale Technische Universität der Ukraine „Polytechnisches Institut Kiew“ (KPI), (* 1898)
- Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie (NaUKMA) (* 1632/1992)
- Kiewer Nationale Wirtschaftsuniversität (KNEU), (* 1906)
- Kiewer Nationale Universität für Bauwesen und Architektur (KNUCA) (ehem. KISI), (* 1930)
- Nationale Akademie für Luft- und Weltraumfahrt (KIIGA), (* 1933)
Sport [Bearbeiten]
Der bekannteste Sportverein der Stadt und der Ukraine ist der FC Dynamo Kiew. Zudem gibt es weitere Fußballclubs wie Arsenal Kiew und Obolon Kiew, den Basketballverein BC Kiew, den Handballverein Spartak Kiew sowie den ukrainischen Rekordmeister im Eishockey, den HK Sokol Kiew, und den KHL-Teilnehmer HK Budiwelnik Kiew.
Das Nationalstadion der Ukraine, das NSK Olimpijskyj, befindet sich in Kiew. Im August 2007 war Kiew Austragungsort der Weltmeisterschaften im Orientierungslauf. Seit 2008 erfolgte ein Komplettumbau, das Stadion war Austragungsort und Spielort des Finales der Fußball-Europameisterschaft 2012.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
Berühmte Söhne und Töchter Kiews sind der Schriftsteller Michail Bulgakow, die Filmregisseurin Maya Deren, die Schauspielerin Milla Jovovich, der Maler Kasimir Malewitsch, die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir, der Luftfahrtpionier Igor Sikorski und andere.
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Britta Wollenweber, Peter Franke: Kiew. Stadt der goldenen Kuppeln am Dnejpr. 3. Auflage. Wostok, Berlin 2004, ISBN 3-932916-27-1
- Anatolij Kusnezow: Babij Jar – die Schlucht des Leids. Matthes & Seitz, München 2001, ISBN 3-88221-295-0
- Herbert Mühlstädt: Der Geschichtslehrer erzählt. Band 2. 3. Auflage. Volk und Wissen volkseigener Verlag, Berlin 1986, S. 109–133
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ [1] auf demoscope.ru
- ↑ Meyers Neues Lexikon, Bibl.Inst. Leipzig, 1962. Band 4, S. 805
- ↑ Volkszählung der UdSSR 1970 auf webgeo.ru
- ↑ Bevölkerungszahlen auf World Gazetteer
- ↑ Стан Громадської Думки Щодо Надання Російській Мові Статусу Другої Державної
- ↑ Ukrainian Hydrometeorological Center: Klimainformationen Kiew. World Meteorological Organization, abgerufen am 1. Juli 2012.
- ↑ Andreas Roth: Chasaren - Das vergessene Großreich der Juden, Seiten 60 und 169ff. Melzer Verlag, Neu-Isenburg 2006
- ↑ Horst Boog, Jürgen Förster, Joachim Hoffmann, Ernst Klink, Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion. (= Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 4). 2. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1987, ISBN 3-421-06098-3, S. 515 (Bei den Sprengtrupps handelte es sich um das Pionierbataillon 99, Teile der 99. Leichten Division und 71. Infanteriedivision, eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
- ↑ Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.
- ↑ NEWSru.ua: По данным экзит-пола, на выборах побеждает Леонид Черновецкий с 32% и блок его имени – 25,7%
- ↑ a b Stadtbezirke von Kiew auf citypopulation.de
- ↑ Webseite Expocenter (ukrainisch)
- ↑ Webseite KiewExpoPlaza (ukrainisch)
Oblaste: Charkiw | Cherson | Chmelnyzkyj | Dnipropetrowsk | Donezk | Iwano-Frankiwsk | Kiew | Kirowohrad | Luhansk | Lwiw | Mykolajiw | Odessa | Poltawa | Riwne | Saporischschja | Schytomyr | Sumy | Ternopil | Transkarpatien | Tscherkassy | Tschernihiw | Tscherniwzi | Wolhynien | Winnyzja
Städte mit Subjektstatus: Stadt Kiew | Stadt Sewastopol
Autonome Republik: Krim