Kilimandscharo

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Dieser Artikel handelt von dem Bergmassiv in Tansania. Weitere Bedeutungen sind unter Kilimandscharo (Begriffsklärung) aufgeführt.
Kilimandscharo
Gipfel des Kibo

Gipfel des Kibo

Höchster Gipfel Kibo (5895 m)
Lage Ostafrika, Nordost-Tansania
am Rand des Ostafrikanischen Grabens
Kilimandscharo (Tansania)
Kilimandscharo
Koordinaten 3° 4′ S, 37° 22′ O-3.06666737.3591675895Koordinaten: 3° 4′ S, 37° 22′ O
Typ Schichtvulkan
Besonderheiten höchster Berg in Afrika, Weltnaturerbe, Nationalpark
p1
Lage des Kilimandscharo in Tansania

Der Kilimandscharo (auch Kilimanjaro, Kilimandscharo-Massiv oder Mount Kilimanjaro, von 1902 bis 1964 Kaiser-Wilhelm-Spitze oder auch Wilhelmskuppe)[1] ist mit 5895 m Höhe über dem Meeresspiegel das höchste Bergmassiv Afrikas. Das Massiv im Nordosten von Tansania hat mit dem Kibo den höchsten Berg des afrikanischen Kontinents.

1987 wurde die Landschaft von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Geographie[Bearbeiten]

Satellitenaufnahme des Kilimandscharo-Massivs (April 2009)

Rund 350 km südlich des Äquators befindet sich das Kilimandscharo-Massiv im Nordosten von Tansania, etwa 500 km nordwestlich der Stadt Daressalam und nahe der kenianischen Grenze (Kenias Hauptstadt Nairobi liegt 200 km nordwestlich.). Bis zur Mitte des Viktoriasees sind es knapp 560 km nach Nordwesten.

Während das 750 bis 1000 m hohe Gelände um das Kilimandscharo-Massiv in Richtung Osten nach dem 2463 m hohen Pare-Gebirge allmählich zum Indik hin abfällt, geht es nach Westen und Norden in die Gebirgswelten und Hochländer von Tansania und Kenia über, sowie nach Süden in die Massai-Steppe. Ungefähr 70 km südwestlich des Bergmassivs ragt der 4562 Meter hohe Mount Meru auf.

Der höchste Gipfel des Massivs und damit höchster Punkt Afrikas ist mit 5895 Metern der Kibo (Uhuru Peak). Vom Batian, dem im Mount-Kenya-Massiv befindlichen zweithöchsten Berg des Kontinents, ist der Kibo 325 km südlich entfernt. Bis zum Margherita Peak im Ruwenzori-Gebirge sind es 900 km nach Nordwesten.

Das Massiv erstreckt sich über eine Fläche von rund 80 × 60 km.

Geologie[Bearbeiten]

Das Kilimandscharo-Massiv ist vulkanischen Ursprungs. Es befindet sich auf der östlichen Grabenschulter des Ostafrikanischen Grabenbruchsystems. In Verbindung mit kontinentalen Grabenbrüchen besteht meist vulkanische Aktivität, was mit dem Aufstieg von Asthenosphärenmaterial (oft auch Manteldiapire) und der dadurch einhergehenden Lithosphärenausdünnung zu begründen ist. Im Gegensatz zum Roten Meer und dem Golf von Aden, die von mittelozeanischen Rücken durchzogen werden, ist der Ostafrikanische Grabenbruch keine Plattengrenze. Allerdings kann ein kontinentaler Grabenbruch das Anfangsstadium des Aufbrechens von Kontinenten darstellen.

Am Kilimandscharo-Massiv, das etwa zwei bis drei Millionen Jahre alt ist, fand die vermutlich größte Eruption vor rund 360.000 Jahren statt. Zuletzt soll der Kibo um 1700 ausgebrochen sein, seitdem verharrt die vulkanische Aktivität auf einem niedrigen Niveau (Fumarolen und Solfataren), ist jedoch keineswegs erloschen.

Unklar ist, wieso in den Eisschichten der Kilimanjaro-Gletscher keine nennenswerten Ascheablagerungen vergangener Ausbrüchen gefunden wurden. Der Ausbruch von 1700 gilt als wissenschaftlich nicht erwiesen, sondern stammt aus mündlichen Überlieferungen der Chagga, die am Berg siedeln. Bergsteiger berichten aktuell immer wieder von starkem Schwefelgeruch am Reusch-Krater. Der Schwefelgeruch aus den nach wie vor aktiven Fumarolen des „Ash Pit“ kann je nach Windrichtung gelegentlich auch am Uhuru-Peak wahrgenommen werden.

Landschaft[Bearbeiten]

Neben Gletschern beherbergt das felsige Gebirge Firn- und Schneefelder, Frostschuttwüsten, zahlreiche Gebirgsbäche und eine üppige Vegetation, die in den tieferen Gebirgsregionen in den urwaldartigen Regenwald übergeht.

Höchste Gipfel[Bearbeiten]

Kilimandscharo-Massiv mit Shira, Kibo und Mawenzi (von links nach rechts)

Das Kilimandscharo-Massiv besteht im Wesentlichen aus drei erloschenen Vulkanen, deren höchster der bereits erwähnte Kibo („der Helle“) ist. Der auf 5895 m liegende Gipfel des Kibo wird Uhuru Peak genannt. Das Gipfelplateau beinhaltet den 1,9 Kilometer mal 2,4 Kilometer großen Kibo-Krater. In diesem liegt der Reusch-Krater (etwa 800 Meter Durchmesser; bis 200 Meter tief), an dessen Kraterrand wiederum liegt ein kleiner Krater, der Inner Cone (5835 m).

Etwa zehn Kilometer östlich des Kibos und durch einen weiten, durchschnittlich etwa 4300 m hohen Sattel mit diesem verbunden, ragt der felsige, 5148 m hohe Mawenzi („der Dunkle“) auf, der keinen Gletscher hat. Über einen im Mittel 3700 m hohen Sattel ist circa 15 Kilometer westlich des Kibo der Shira (3962 m) erreichbar. Der Shira ist ein plateauartiger Berg und ebenfalls ohne Gletscher.

Gletscher[Bearbeiten]

Obwohl sich das Kilimandscharo-Massiv in den tropisch-heißen Regionen der Erde befindet, ist es neben dem Ruwenzori-Gebirge und dem kaum noch vergletscherten Mount-Kenya-Massiv, die ebenfalls in Äquatorial-Ostafrika liegen, der dritte vergletscherte Hochgebirgszug des Kontinents.

Die jüngere Vergletscherung am Kilimandscharo beschränkt sich auf den Kibo. Zwischen 1912 und 2009 schrumpfte die Eiskappe von 12 km² auf 1,85 km², was einem Verlust von 85 % der Fläche entspricht. Hauptgrund für diesen Rückgang ist ein regional trockeneres Klima seit Ende des 19. Jahrhunderts.[2][3][4][5]

Die von verschiedenen Medien oftmals zitierten Satelliten-Fotos[6] aus den Jahren 1993 und 2000, die den Rückgang illustrieren sollten, sind bezüglich des Gletscherschwunds jedoch nur bedingt aussagekräftig. Das 1993er Foto zeigt die Situation unmittelbar nach einem Neuschneefall, während im 2000er Foto kaum Neuschnee zu erkennen ist. Der markante Unterschied zwischen den beiden Bildern basiert also auf der räumlichen Ausdehnung der saisonalen Schneedecke.

2009 umfasste die Vergletscherung Gletscher am Gipfelplateau und an den Hängen des Kibo. Am Gipfelplateau bildeten das Nördliche und das Südliche Eisfeld die größten Einheiten, das Östliche Eisfeld mit dem Rebmann-Gletscher und der Furtwängler-Gletscher waren bedeutend kleiner. Die Hanggletscher befanden sich vorrangig am Südhang des Kibo, zudem waren an der Westflanke noch Überbleibsel der einst mächtigen Vergletscherung zu sehen.

Die Übersicht über die Entwicklung der Eismassen wurde kürzlich neu zusammengefasst.[7] Dabei wurde festgestellt, dass die Gletscherfläche von 11,40 km2 um das Jahr 1912 auf 1,76 km2 im Jahr 2011 schrumpfte, was einen Verlust von 85 % in den letzten 100 Jahren bedeutet.

Klima[Bearbeiten]

Das typische Klima in der Region um das Kilimandscharo-Massiv folgt einem ausgeprägten Jahresgang des Niederschlags mit zwei Regenzeiten (März bis Mai, Oktober bis Dezember) und zwei Trockenzeiten, wobei die kleine Trockenzeit (Januar und Februar) in einzelnen Jahren ebenfalls niederschlagsreich sein kann. Die mittlere Monatstemperatur an der Basis des Berges erreicht ganzjährig mehr als 20 °C. Am Massiv selber ändert sich das Klima vor allem in vertikaler Richtung stark, was sich in der Abfolge verschiedener Vegetationszonen widerspiegelt. Die tiefer gelegenen Gebiete (bis ca. 3000 m) sind feucht, oftmals in Wolken gehüllt und von üppiger Regenwaldvegetation bedeckt. Mit der Höhe wird der Bewuchs immer karger, Temperatur und Niederschlag nehmen ab. Am Gipfelplateau des Kibo sind die beiden Regenzeiten zwar noch ausgeprägt, allerdings beträgt die jährliche Niederschlagsmenge nur mehr ein Zehntel jener im Regenwaldgürtel. Die Temperatur steigt selbst in den Nachmittagsstunden nur selten über den Gefrierpunkt. Dies gestaltet den Gipfelbereich zu einer trockenen, eisigen Umgebung.

Gewässer[Bearbeiten]

Am Kilimandscharo-Massiv entspringen zahlreiche Gebirgsbäche, die beispielsweise am vergletscherten Gipfel des Kibo entstehen und durch die dichten Wälder die Berghänge hinab rauschen. Sie streben vom Massiv in alle Himmelsrichtungen davon. Aus der Vereinigung von solchen teils reißenden Bächen bzw. kleinen Flüssen entstehen später der Pangani und der Galana.

Wegen der steil abfallenden Berghänge gibt es am Kilimandscharo-Massiv nur kleine Seen. Doch befindet sich an seinem Südostfuß der Chala-See (auch Dschalasee genannt; 877 m; 4 km²) und etwas weiter südlich liegt der Jipe-See (707 m; 46 km²). Beide Stillgewässer befinden sich auf der Grenze von Tansania und Kenia. Am Südwestfuß des Massivs, bereits im Arusha-Nationalpark, liegen die Momella-Seen.

Flora[Bearbeiten]

Riesenlobelien wachsen bis ca. 4000 m Höhe auf dem Kilimandscharo
Riesensenezien auf dem Kilimandscharo, Wachstum bis auf ca. 4500 m Höhe

Unterhalb der Gletscher, Schneefelder und Frostschuttwüsten schließt sich teils üppig sprießendes Grasland an, das in Strauchland übergeht. Im Süden reicht die Baumgrenze bis auf maximal 3500 m Höhe, durchschnittlich liegt sie bei 2700 bis 3000 m über dem Meeresspiegel.

Bedingt durch das feucht-heiße Klima hat sich nicht nur in den unteren Regionen der Gebirgswelt eine einzigartige Flora im urwaldartigen Regenwald entwickelt, in dem ungezählte Pflanzenarten mit prachtvollem Wuchs gedeihen – sie werden zumeist größer als anderswo. Der Regenwald befindet sich zwischen 1400 und 3000 m Höhe, maximal reicht er bis 3300 m Höhe. In der Umgebung des Bergriesen gibt es Gras- und Baum-Savannen sowie Sümpfe.

Zur Flora am Kilimandscharo-Massiv und in dessen Umgebung gehören unter anderem:

Fauna[Bearbeiten]

Die Gebirgswelt des Kilimandscharo-Massivs und seine Umgebung birgt eine artenreiche Fauna.

Beispiele für Säugetiere:

Eine Herde Elefanten im Amboseli-Nationalpark im Südwesten Kenias, am Fuß des Berges. Der Park liegt unmittelbar an der Grenze zu Tansania.

Beispiele für Vögel:

Kilimandscharo-Nationalpark[Bearbeiten]

Ausdehnung des Kilimandscharo-Nationalparks (links der Mount Meru mit dem Arusha-Nationalpark)

Der Kilimandscharo-Nationalpark, der 1973 gegründet und 1977 eröffnet wurde, umfasst das Kilimandscharo-Massiv, zu dem unter anderem dessen Regenwälder und die Berge Kibo, Mawenzi und Shira gehören. Zweck des ungefähr 756 km² großen Nationalparks ist es, das Landschaftsbild und die Flora und Fauna am Kilimandscharo zu schützen und für die Zukunft zu bewahren. Der Park liegt auf 1800 bis 5895 m Höhe über dem Meeresspiegel; der Jahresniederschlag variiert von 2300 mm in den unteren Lagen bis zu 4600 mm im höher gelegenen Bergwald.[8]

Wenige Kilometer östlich auf kenianischem Boden befindet sich der Tsavo-West-Nationalpark mit seinen zahlreichen Großtierarten. Unmittelbar im Westen des Parks liegt der Arusha-Nationalpark. Noch weiter westlich, zwischen dem Kilimandscharo und dem Viktoriasee – mehr in Richtung des Sees – befindet sich in der Serengeti der Serengeti-Nationalpark mit dem großen Ngorongoro-Krater und seiner artenreichen Flora und Fauna.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorkoloniale Zeit[Bearbeiten]

Um 100 n. Chr. berichtete der griechische Astronom und Geograph Ptolemäus von einem hohen, mit Schnee bedeckten Berg mitten in Afrika. Etwa 1000 Jahre später folgte weitere Kunde von einem solchen Berg, diesmal durch chinesische Handelsreisende.

Ein ausführlicher spanischer Bericht von 1519 wurde in Europa nicht ernst genommen und geriet wieder in Vergessenheit.

Erst als am 11. Mai 1848 ein Europäer, der aus Gerlingen stammende deutsche Missionar, Geograph und Sprachforscher Johannes Rebmann, vor dem Kilimandscharo stand und von dem überwältigenden Anblick des Schneeberges nach Europa berichtete, trat der Berg in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Rebmann bezeichnete sich jedoch nicht als seinen Entdecker, da er schon vorher mehrfach sichere Kunde von dem Berg aus Erzählungen von Afrikanern hatte. Rebmann, der von 1846 bis 1875 ohne Unterbrechung in Ostafrika wirkte, weilte 1848/1849 dreimal am Fuß des Kilimandscharo. Während die englischen Geographen seinem Bericht von dem Schneeberg aufgrund der Nähe zum Äquator jahrzehntelang keinen Glauben schenkten, erhielt er von der Geographischen Gesellschaft in Paris eine Ehrenmedaille. Bei der Höhe, die er ohne sie vermessen zu haben mit ca. 3800 m angab, verschätzte Rebmann sich jedoch sehr. Von ihm stammen die Bezeichnung des Gebirges und die Namen der meisten Gipfel, welche ihm sein afrikanischer Begleiter benannte.

Kolonialzeit[Bearbeiten]

Ansicht Kilimandscharo zur Deutschen Kolonialzeit von Rudolf Hellgrewe

Während der kolonialen Besetzung durch Deutschland in der Zeit von 1885 bis 1918 bildete dieses Bergmassiv das höchste Gebirge des Deutschen Reiches. Der Erstbesteiger Hans Meyer taufte den Kibo als höchsten deutschen Berg in Kaiser-Wilhelm-Spitze um. Die seinerzeit errichteten Berghütten erhielten deutsche Namen wie Bismarck- oder Peters-Hütte. Die Sektion Hannover des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins plante Anfang des 20. Jahrhunderts den Bau einer Alpenvereinshütte zwischen dem Mawenzi und dem Kibo auf 4900 m Höhe. Das erforderliche Baumaterial war bereits zur Baustelle transportiert worden. Der Beginn des Ersten Weltkrieges verhinderte aber den Bau der am höchsten gelegenen Hütte des Alpenvereins.[9]

Erstbesteigung[Bearbeiten]

Schon 1861 und 1862 hatte sich der deutsche Entdecker Karl Klaus von der Decken an eine Besteigung des Berges gewagt und erreichte nur eine Höhe von 4280 Metern.[10] Die nächsten dokumentierten Besteigungsversuche wurden von dem Missionar Charles New am 14. und 26. August 1871 unternommen, der beim zweiten Anlauf am 28. August in Begleitung eines Dieners und eines Chagga-Führers die Schneegrenze erreichte, bevor er umkehren musste. 1872 wurde über die erfolglose Unternehmung in einer Publikation der Royal Geographical Society berichtet.[11]

„Die Spitze des Kilimandscharo“ im Neuen Palais Potsdam mit einem Originalstein vom Kibogipfel (1890)

Die Erstbesteiger waren der Leipziger Bergsteiger, Geograph und Forscher Hans Meyer, der österreichische Alpinist Ludwig Purtscheller und als Bergführer Yohani Kinyala Lauwo, die den Gipfel nach zwei fehlgeschlagenen Erstbesteigungs-Versuchen von 1887 und 1888 am 6. Oktober 1889 erklommen.

Meyer entnahm eine Gesteinsprobe aus schwarzem Lavafels von der Mittelspitze des Kibo und brachte sie per Schiff nach Deutschland, um sie Wilhelm II. als Symbol für die Inbesitznahme des Massivs durch Deutschland zu überreichen. Dieser ließ den Felsbrocken 1890 mit anderen Steinen zu einem Dekorationsstück verarbeiten. Dieses Kunstwerk kann bis heute im Muschelsaal des Neuen Palais in Potsdam besichtigt werden.[12]

Weitere Pioniertaten[Bearbeiten]

Erste Abfahrt per Ski: 1912 waren Walther Furtwängler und Siegfried König nach ihrer dritten Gipfelbesteigung die Ersten, die per Ski vom Kibo-Gipfel hinab fuhren.

Erster Überflug: Am 8. Januar 1930 überflog Walter Mittelholzer als erster den Kilimandscharo. Dabei machte er unter anderem aus etwa 6200 Metern Höhe Luftaufnahmen vom Krater des Kibo, die in Illustrierten veröffentlicht wurden und großes Aufsehen erregten.

Erste Live-Fernsehübertragung: Am 21. Juli 2008 machte sich ein Reporterteam der ARD zusammen mit deutschen Bergsteigern vom Marangu Gate auf den Weg. Vier Tage später erreichten sie den Gilman's Point und den Uhuru Peak. Die weltweit erste Live-Übertragung vom Kilimandscharo gelang. Die Regie- und Sendeanlage war rund 2000 Meter tiefer an der Horombo-Hut stationiert.

Bevölkerung und Städte[Bearbeiten]

Hütte der Chagga am Kilimandscharo

In den Ansiedlungen und Orten am und rund um das Kilimandscharo-Massiv leben die Chagga, die insbesondere von der Landwirtschaft, teils aber auch vom Tourismus leben.

Städte in der Region sind:

  • Arusha – Großstadt 80 km südwestlich des Massivs; 50 km östlich der Stadt befindet sich ein internationaler Flughafen.
  • Marangu – Stadt am Massiv, etwa 25 km von Moshi entfernt; optimaler Ausgangspunkt für Bergtouren auf der Marangu-Route
  • Moshi – Großstadt am Massiv mit Regionalflughafen

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ackerbau[Bearbeiten]

Die Wirtschaft am Kilimandscharo-Massiv ist nach wie vor von der Landwirtschaft geprägt, so dass die einheimischen Chagga zumeist vom Ackerbau sowie von Plantagen- und Viehzucht leben. Angebaut werden unter anderen Bananen, Kaffee, Mais, Weizen und Sisal.

Tourismus[Bearbeiten]

Die Region um das Kilimandscharo-Massiv und den Kilimandscharo-Nationalpark erfreut sich bei Touristen und Naturfreunden großer Beliebtheit. Viele Touristen kommen auch zum Bergsteigen an den Kilimandscharo.

Das wenig südlich des Massivs gelegene Moshi bietet eine Vielzahl von touristischen Einrichtungen. Südwestlich des Massivs und etwa 30 km westlich der Stadt befindet sich in Richtung der Nachbarstadt Arusha der Kilimanjaro International Airport, von dem die Touristen zum Beispiel in den Kilimandscharo- und Serengeti-Nationalpark gelangen können.

Bergsteigen[Bearbeiten]

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Pfad und Wald an der Marangu-Route
Petershütte (Horombo Hut)
Blick vom Uhuru Peak (Kibo-Gipfel) über den Rest des Furtwängler-Gletschers zum Nordeisfeld
Kilimanjaro 3D

Die Besteigung des Kibo beziehungsweise des Uhuru Peak bietet dem Bergsteiger nur geringfügige technische Schwierigkeiten, weshalb trotz der großen körperlichen Anstrengungen immer mehr Menschen einen Aufstieg versuchen. Waren es Mitte der 1990er Jahre noch etwa 15.000 im Jahr, war diese Zahl rund zehn Jahre später auf 25.000 angestiegen. Darunter sind viele, die zuvor nie einen Mehrtagesmarsch unternommen haben. Doch infolge der mit der großen Höhe verbundenen Abnahme des Sauerstoff-Partialdrucks kommt es häufig zur Höhenkrankheit, sodass aufgrund der physischen Anstrengungen nur etwa die Hälfte aller Gipfelaspiranten den höchsten Punkt erreicht.[13][14] Am Gipfel ist der Sauerstoffpartialdruck nur rund halb so groß wie auf Meereshöhe. Dazu kommen plötzliche Wetterumschwünge und deutliche Temperaturunterschiede vom Fuß des Berges, wo das Thermometer regelmäßig über 30 °C zeigt, und seinem Gipfel, wo die Temperatur unter –20 °C fallen kann. Durch den Windchill-Faktor kann die gefühlte Temperatur noch tiefer liegen.[15]

Die Besteigung, für die wegen der Anpassung an das Höhenklima fünf bis sieben Tage eingeplant werden sollten, ist gebührenpflichtig, zudem ist die Beauftragung eines Chagga-Führers sowie die Beschäftigung einheimischer Träger vorgeschrieben. Die Gebühr betrug im Jahr 2008 pro Person 650 US-Dollar und ist an den Gates am Eingang zum Nationalpark zu entrichten. Weitere 170–250 US-Dollar kommen für den Führer und die Träger hinzu. Für die Trinkgelder hat die Nationalparkverwaltung unverbindliche Richtpreise bekanntgegeben. Diese liegen pro Tag bei 8 US-Dollar pro Träger und 15 US-Dollar pro Guide. Koch und Hilfsköche sind im Bereich dazwischen anzusiedeln. Auf jeden Touristen kommen, je nach Organisation, 2–5 Träger (inkl. Guides und Koch).

Marangu-Route[Bearbeiten]

Während die fünf Routen Mweka, Umbwe, Lemosho, Shira und Rongai selten begangen werden, erfreuen sich die Marangu- sowie Machame-Route wesentlich größerer Nachfrage. Die laut Parkstatistik meistbegangene Marangu-Route (sog. „Coca-Cola-Route“), die im Südosten des Kilimandscharo-Massivs verläuft, bietet als einzige Route Übernachtung in Hütten statt in Zelten und weist ein Kontingent von max. 70 Gästen pro Tag auf.[16]

Der Marangu-Pfad beginnt am Südhang des wuchtigen Massivs und führt anfangs in Richtung Norden über Marangu (Marangu Gate; 1980 m), das oft als Ausgangspunkt für Bergtouren angesteuert wird, und durch den Regenwald zur Bismarckhütte (Mandara Hut; 2682 m). Danach erreicht man – oberhalb der Baumgrenze – durch das anfangs üppig sprießende Gras- und Strauchland in Richtung Nordwesten aufsteigend die Petershütte (Horombo Hut; 3719 m), die sich rund 5 km südlich des Mawenzi befindet. Von dort gelangt man in stets dünner werdender Luft auf den 4300 m hohen Sattel, auf dem man in Richtung Westen durch die Frostschuttwüste laufend zur 1932 (erstmals) errichteten Kibohütte (Kibo Hut; 4694 m) an der Ostflanke des Kibo kommt. Von dort erreicht man nach 987 m und maximal 6 Stunden steil bergauf durch zahlreiche Serpentinen und durch eine Gerölllandschaft den nur wenige Kilometer entfernten Gilman’s Point (laut der Aufschrift eines dort aufgestellten Schilds 5681 m) auf dem Rand des Kibo-Kraters. Letztlich läuft man auf dem südlichen Kraterrand weitere 214 m aufwärts und erreicht den Uhuru Peak (5895 m) genannten Kibo-Gipfel.

Nach insgesamt rund 55 km Marsch steht man auf dem Kraterrand des Kibo, von dem aus große Teile von Tansania und Kenia zu sehen sind – wenn das teils unberechenbare Wetter mitspielt. Zum Beispiel kann man den Mount Meru (4562 m) sehen, der oft über die Wolkendecke empor ragt und rund 70 km entfernt ist.[17]

Weitere Routen[Bearbeiten]

Auf das Kilimandscharo-Massiv führen neben der eben erläuterten Marangu-Route noch weitere Pfade, die aber zu den schwierigen Routen gehören. Unter anderen sind dies:

  • Barafu-Route – steile Teilroute von der bzw. über die Barafu Hut (4600 m) auf den Kibo
  • Lemosho-Route – Ausgangspunkt Londorossi (2250 m)
  • Machame-Route – Ausgangspunkt Machame (1800 m)[16]
  • Mweka-Route – Ausgangspunkt Mweka (1700 m)
  • Rongai- oder Kikelewa-Route – Ausgangspunkt Nalemoru (2020 m)
  • Shira-Route – Ausgangspunkt Londorossi (2250 m)
  • Umbwe-Route – Ausgangspunkt Umbwe (1700 m)
  • Western-Breach-Route – steile Teilroute vom bzw. vorbei am Lava Tower (4600 m) auf den Kibo
  • Thomas-Glacier-Route – Route führt über den Gletscher des Nördlichen Eisfelds – Erstbegehung 28./29. Oktober 2009[18]

Aktuelle Forschung[Bearbeiten]

Unter anderem betreibt die Universität Bayreuth seit vielen Jahren eine wissenschaftliche Forschungsstation am Kilimandscharo-Massiv. Sie ist primär der Erforschung der Flora und der Niederschlagsverteilung im Regenwaldgürtel gewidmet. In den vergangenen Jahren wurde durch Glazialkerne (Eisbohrungen) einzigartiges Datenmaterial zur Klimageschichte der letzten Jahrtausende gesammelt. Die Universitäten Innsbruck und Massachusetts führen seit 2002 zusammen ein Klimaforschungsprojekt durch mit dem Ziel, die klimatologischen Gründe des Gletscherrückgangs zu verstehen.[19] Die Vielzahl an wissenschaftlichen Studien seither legt nahe, dass das Schrumpfen der Kilimandscharo-Gletscher eine direkte Folge eines regional trockeneren Klimas seit dem späten 19. Jahrhundert ist.[20] Inwieweit und seit wann das regional trockene Klima durch die globalen Erwärmung begünstigt wird, ist noch nicht vollkommen klar.[21]

Rezeption in Literatur und Kunst[Bearbeiten]

Am Fuß des Bergs schrieb Ernest Hemingway seinen Kurzroman Schnee auf dem Kilimandscharo (The Snows of Kilimanjaro), der 1952 von Henry King als Schnee am Kilimandscharo verfilmt wurde. Mit Gregory Peck, Susan Hayward, Ava Gardner und Hildegard Knef in den Hauptrollen wurde der Film ein Hollywood-Klassiker.

Pascal Danel hatte 1966 einen Nummer-1-Erfolg mit dem Chanson Kilimandjaro (auch genannt Les Neiges du Kilimandjaro).

Der Kilimandscharo ist auf einer Banknote zu 2000 Tansania-Schilling zu sehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Brunner: Frühe Karten des Kilimandscharo – Ein Beitrag zur Expeditionskartographie. In: Cartographica Helvetica. Heft 30 (2004), S. 3–9. Volltext
  • Richard Crane und Nicholas Crane: Kilimandscharo per Rad: Mit dem Mountain-Bike auf den höchsten Berg Afrikas. Schneider, München 1987. ISBN 3-505-09602-4.
  • Jörg Diergarten: Kilimanjaro – Besteigung über Marangu- und Machame-Route. Reihe SYRO-Individual-Reiseführer Bd. 30, SYRO, Göttingen, 1983. ISBN 3-921885-07-8. (mit einer Karte)
  • Christof Hamann und Alexander Honold: Kilimandscharo: Die deutsche Geschichte eines afrikanischen Berges. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2011. ISBN 978-3-8031-3634-3.
  • P. Werner Lange: Kilimandscharo – Der weiße Berg Afrikas. AS Verlag, Zürich 2005. ISBN 978-3-909111-16-9.
  • P. Werner Lange: Traumberg Kilimandscharo: Vom Regenwald zum tropischen Eis. Ein Reisebericht. AS Verlag, Zürich 2008. ISBN 978-3-909111-51-0.
  • Hans Meyer; Heinrich Pleticha (Hrsg.): Die Erstbesteigung des Kilimandscharo. Ed. Erdmann, Stuttgart 2001. Reihe Alte abenteuerliche Reiseberichte. ISBN 3-522-60281-1.
  • Fritz Rodulph und Percy Stulz: Jambo, Afrika Brockhaus Verlag Leipzig 1970

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kilimandscharo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kilimandscharo – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen[Bearbeiten]

  1. Siehe "Further Notes on the Kibo Inner Crater and Glaciers of Kilimanjaro and Mount Kenya", Artikel von P. C. Spink, The Geographical Journal, vol. 106, no. 5/6, November - December 1945, page 213
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBrian Vastag: "The melting snows of Kilimanjaro". Nature, 2. November 2009, abgerufen am 13. November 2009 (englisch).
  3. International Journal of Climatology: Modern glacier retreat on Kilimanjaro as evidence of climate change: observations and facts. (englisch)
  4. Journal of Geophysical Research: Solar-radiation-maintained glacier recession on Kilimanjaro drawn from combined ice-radiation geometry modeling. (englisch)
  5. Journal of Geophysical Research: Ablation and associated energy balance of a horizontal glacier surface on Kilimanjaro. (englisch)
  6. NASA Earth Observatory: Snow and Ice on Kilimanjaro.
  7. N. J. Cullen, P. Sirguey, T. Mölg, G. Kaser, M. Winkler, S. J. Fitzsimons: A century of ice retreat on Kilimanjaro: the mapping reloaded. The Cryosphere Discuss., 6, 4233-4265, doi:10.5194/tcd-6-4233-2012, 2012.
  8. a b Wally und Horst Hagen: Die afrikanischen Nationalparks als Lebensräume der Elefanten. In: Vitus B. Dröscher: Rettet die Elefanten Afrikas. 1. Auflage. Goldmann Verlag, München 1992, ISBN 3-442-12322-4. S. 237.
  9. Alpenvereinsjahrbuch Berg'94, Zeitschrift Band 118, Herausgegeben vom Deutschen und Österreichischen Alpenverein und vom Alpenverein Südtirol, München, Innsbruck, Bozen, 1994, Seite 235
  10. Carl Claus von der Decken, bearbeitet von Otto Kersten: Reisen in Ost-Afrika in den Jahren 1859 bis 1865, Erzählender Teil 1871, Band 2 S. 52
  11. Charles New: Ascent of Mount Kilima Njaro, Proceedings of the Royal Geographical Society 16, Juli 1872, S. 167–171 (englisch)
  12. Alexander Honold: Kaiser-Wilhelm-Spitze. Weltmuseum der Berge, 2009, abgerufen am 21. September 2010.
  13.  Alexander Stewart: Kilimanjaro: A Compete Trekker's Guide. Cicerone Press Limited, 2004, ISBN 978-1-85284-413-4, S. 12 f., 22 ff. (Auszugsweise online, abgerufen am 19. Oktober 2010).
  14. Kilimanjaro overview and area map. Abgerufen am 25. August 2010 (englisch).
  15.  Alexander Stewart: Kilimanjaro: A Compete Trekker's Guide. Cicerone Press Limited, 2004, ISBN 978-1-85284-413-4, S. 18 ff. (Auszugsweise online, abgerufen am 19. Oktober 2010).
  16. a b Jörg Diergarten: Kilimanjaro – Besteigung über Marangu- und Machame-Route. Reihe SYRO-Individual-Reiseführer Bd. 30, SYRO, Göttingen, 1983. ISBN 3-921885-07-8. (mit einer Karte)
  17. vgl. zum Aufstieg auf dieser Route z.B. Robert Lessmann: Kilimandscharo – Tee für Muzungu, in: Ders. (Hrsg.): Die kleinen Menschen, die große Lasten tragen. Wien 2008. S. 53–55.
  18. Thomas Glacier Route – a new route on Kilimanjaro, abgerufen am 20. April 2010 (englisch)
  19. Kilimanjaro. Nine years of climate & glacier research (englisch)
  20. Zusammenfassung der Forschungsergebnisse 2003-2012 (englisch)
  21. Mölg, T., N.J. Cullen, D.R. Hardy, M. Winkler, and G. Kaser (2009): Quantifying climate change in the tropical mid-troposphere over East Africa from glacier shrinkage on Kilimanjaro. Journal of Climate, vol. 22, pp. 4162-4181 (englisch)