Killing Fields

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Totenschädel im Innern des Stupa von Choeung Ek

Die Killing Fields sind eine Reihe von etwas mehr als dreihundert Stätten in Kambodscha, an denen bei politisch motivierten Massenmorden Schätzungen nach mindestens 200.000 Menschen durch die kommunistischen bzw. maoistischen Roten Khmer umgebracht wurden.[1] Der Massenmord der Roten Khmer an der eigenen Bevölkerung im Demokratischen Kampuchea wurde von 1975 bis 1979 begangen. Die Gesamtzahl der Opfer der Roten Khmer dürfte sich im Bereich von ein bis zwei Millionen Menschen bewegen.

Massentötungen[Bearbeiten]

Gedächtnis-Stupa in Choeung Ek
Knochen von erschlagenen Kindern.

Die bekannteste Stätte der Killing Fields befindet sich in Choeung Ek, in der Nähe von Phnom Penh, auf der bis zu 17.000 Menschen umgebracht wurden. Besonders einprägsam sind die Bilder tausender Totenschädel und anderer menschlicher Überreste, welche die Felder Kambodschas übersäten. Die Totenschädel werden heute zum Teil in einem Stupa aufbewahrt, der zum Gedächtnis an die Toten auf dem Gelände in Choeung Ek errichtet wurde. Weitere Tatorte befinden sich unter anderem in der Nähe des Phnom Sampeou nahe Battambang.

Um Munition zu sparen, wurden die Todgeweihten in diesem Exekutionszentrum nicht erschossen, sondern mit Eisenstangen, Äxten oder ähnlichem erschlagen. Kinder wurden gegen Bäume geschlagen, bis sie tot waren. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt, die auch heute noch deutlich sichtbar auf dem Gelände vorhanden sind. Durch starken Regen und Erosion kommen immer noch Kleidung und Knochenreste aus dem Boden, die von den Mitarbeitern der Gedenkstätte alle zwei bis drei Monate eingesammelt werden.

Da teilweise mehr Leute pro Tag ankamen, als getötet werden konnten, wurden die Leute temporär in einem „Warteraum“ eingesperrt. Damit die auf ihren Tod wartenden Leute die Schreie der Sterbenden nicht hören konnten, wurde die Anlage mit Musik beschallt.

Der größte Teil der ermordeten Menschen stammt vermutlich aus dem Gefängnis Tuol-Sleng (S-21) in Phnom Penh, das als Folter- und Verhörzentrum diente. Davor war es ein Gymnasium, heute ist es ein Museum.

Verfilmung[Bearbeiten]

Die Verbrechen wurden zur Grundlage für den britischen Anti-Kriegsfilm The Killing Fields – Schreiendes Land aus dem Jahre 1984, der auf der wahren Geschichte einer Freundschaft des Kambodschaners Dith Pran mit dem amerikanischen Journalisten Sydney Schanberg während der Revolution in Kambodscha 1975 beruht.

Literatur[Bearbeiten]

Informationstafel bei den Killing Fields
  • Elizabeth Becker: When the war was over. Cambodia and the Khmer Rouge Revolution. Public Affairs, New York NY 1998, ISBN 1-891620-00-2.
  • Erich Follath: Die Kinder der Killing Fields. Kambodschas Weg vom Terrorland zum Touristenparadies. Deutsche Verlags-Anstalt u. a., Stuttgart u. a. 2009, ISBN 978-3-421-04387-0.
  • Ben Kiernan: The Pol Pot regime. Race, power and genocide in Cambodia under the Khmer Rouge. 1975–79. Yale University Press, New Haven CT u. a. 1996, ISBN 0-300-06113-7.
  • Haing S. Ngor: Surviving the Killing Fields. Warner Books, New York NY 1989, ISBN 0-446-38990-0, (Erlebnisbericht eines Arztes, der die Folter der Khmer Rouge überlebte und nach Thailand fliehen konnte. Ngor erhielt einen Oscar für seine Rolle im Film The Killing Fields (1984)).
  • Dith Pran: Children of Cambodia’s Killing Fields. Memoirs by Survivors. Yale University Press, New Haven CT u. a. 1997, ISBN 0-300-06839-5, (Yale Southeast Asia studies monograph series).
  • Manfred Rohde: Abschied von den Killing Fields. Kambodschas langer Weg in die Normalität. Bouvier, Bonn 1999, ISBN 3-416-02887-2.
  • Sydney Schanberg: The Death and Life of Dith Pran. Viking Penguin, New York NY u. a. 1985, ISBN 0-14-008457-6, (Elisabeth Sifton books).
  • Luong Ung: First they killed my Father. A Daughter of Cambodia Remembers. Harper Collins Publishers, New York NY 2000, ISBN 0-06-019332-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Killing Fields – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cybercambodia.com/

11.484394444444104.90199166667Koordinaten: 11° 29′ 3,8″ N, 104° 54′ 7,2″ O