Kilometerstein

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Kilometerstein (Kilometer 25) an der ehemaligen Ortsdurchfahrt
der B 214 in Sulingen von vorne und von der Seite betrachtet

Ein Kilometerstein dient der Kilometrierung von Verkehrswegen und wird, wie die historischen Postmeilensäulen, in regelmäßigen Abständen am Rand des Verkehrsweges aufgestellt. Da viele Steine im 100-Meter-Abstand gesetzt sind, wird auch die Bezeichnung Hektometerstein verwendet. Kilometersteine befinden sich sowohl entlang von Straßen als auch entlang von Bahnlinien und Wasserstraßen. Ihre Bedeutung ist mit dem Aufkommen von Wegweisern, Stationszeichen und Hektometertafeln zurückgegangen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Im Straßenverkehr dienen Kilometersteine als Anhaltspunkt für den Kraftfahrer, der seine zurückgelegte Entfernung oder die Richtigkeit seiner Route ermitteln will.

[Bearbeiten] Deutschland

Stationszeichen an der B 172 in der Nähe von Pirna

In Deutschland werden klassifizierte Straßen, also Bundesautobahnen und Bundesstraßen sowie Landes- und Kreisstraßen, heute in der Regel mit Stationszeichen aus Metall oder Kunststoff gekennzeichnet bzw. kilometriert. In einigen Bundesländern stehen aber auch heute noch viele Kilometersteine, da es zu aufwendig und zu teuer wäre, alle Kilometersteine durch Kilometertafeln zu ersetzen. In manchen Fällen (zum Beispiel die Stationszeichen in Schleswig-Holstein, aber auch an einigen Strecken in Niedersachsen) sind die Kilometerzahlen auch an den Leitpfosten anbgebracht. Die Kilometersteine und -tafeln bzw. Stationszeichen stehen in der Regel in einem Abstand von 100 oder 200 Metern. Eine Ausnahme bilden die Autobahnen, die in der Regel mit blauen Metallschildern im Abstand von 500 Metern kilometriert sind.

[Bearbeiten] Österreich

Auf Autobahnen werden hier alle 500 m mit retroreflektierenden blauen Alutafeln markiert, und erst ab etwa 1990 Jahren werden die Tafeln "Ausfahrt" (ohne Ortsangabe) vor Beginn der Verzögerungsspur ersetzt durch Tafeln mit Ortsbezeichnung und die Tafeln am Ende der Verzögerungsspur oben mit dem international verständlichen "exit 123" (123 steht für die Kilometerzahl des Anschlusses) ergänzt. Ein spitzes Dreieck schwarz auf weiß weist in die Richtung des nächsten Pannentelefons. An der besonders frequentierten und unfallträchtigen Autobahn A2 südlich von Wien wurden ab 2000 zur Orientierung für Rettungshubschrauber an den Kilometermasten zwei etwa 60° schräg liegende relativ große orange Tafeln mit schwarzer Kilometerzahl montiert - für optimale Sicht im Flug längs der Autobahn.

Die Tafeln an Bundes-, Landes- und Bezirksstraßen wurden ab etwa 1990 zumindest an den vollen Kilometern mit der Straßenbezeichnung ergänzt, um bei Unfallmeldungen schneller die genaue Straßenstelle angeben zu können. Jedenfalls in der Steiermark werden Landes- und Bezirksstraßen alle 200 m mit Holzpflöcken versehen, die meist zugespitzt ins Bankett oder die Wiese daneben geschlagen werden. Die 50 cm hochstehenden Latten haben etwa 3 x 8 cm Querschnitt tragen auf beiden Breitseiten je ein weißes Taferl, schwarz auf retroreflektierend weiß: oben die Kilometerzahl, darunter ein waagrechter Strich und wieder darunter (gleich groß) die Hundertmeterziffer. Oben auf der Stirnseite klein die Straßenbezeichnung. Besonders bei schneller Eisenbahnfahrt sind die Kilometerangabe auf den Oberleitungsmasten (plus eine Nummerierung) für Lokführer und Passagier in Augenhöhe besser lesbar als die Steine seitlich des Gleisbetts. Autobahnen und Bergstraßen an denen mit viel (an den Rand geschobenem) Schnee gerechnet wird, weisen bis auf 2 m erhöhte Kilometertafeln auf. Vor allem stadtnahe Laufstrecken wie Hochwasserdamm am linken Donauufer von Linz-Urfahr nach Plesching, Murufer in Graz aber auch die etwa 10 km lange Donauinsel in Wien sind mit Steinen oder Tafeln kilometriert.

Nur als Straßenbemalung, meist freihändisch sind Hinweise für Läufer, Skater und Radsportler auf den Asfalt gemalt, wie: "SCHON 3500 (m)", "noch 3 km (bis zur Passhöhe / zum Ziel)", auf ganz kleinen Straßen sind Markierungen, mehrere Schläuche weit, für Feuerwehrwettbewerbe aufgemalt. Auf Autobahnen wurden ab etwa 2000 die Kilometertafeln durch etwa 30 x 80 cm große weiße aufgemalte Balken innen am Rand des rechten Fahrstreifens ergänzt, offenbar als Orientierungshilfe für Rettungshubschrauber. Ganz ähnliche jedoch näher beinander liegende Serien von etwa 3 Balken dienen der Referenz für die computergrafische Vermessung von gefilmten Fahrzeugabständen zum Zweck der Bestrafung. weiße Halbkreisflächen in Serie plus Erklärungstafeln, dienen Autobahnnutzern als Sichtweitencheck zur einfachen Ermittlung einer dem Nebel angepassten Geschwindigkeit.

Römische 10-Meilen-Steine, leicht konische etwa 1,50 m hoch stehende Granitsäulen, wie etwa in Neudorf bei Wildon (südlich von Graz), werden als Denkmäler gepflegt. Die Kilometrierung der Wasserstraße Donau, oberflächenbündig in den Uferböschungen, besteht aus etwa 60 x 80 cm großen weißen "Steinen" aus Betonguss, die nur eine, etwa 4 cm erhabene (für den Wasserauslauf sind untere Bögen geschlitzt) Ziffer tragen, schwarz bemalt die Hektometer nur von 1 - 9, in rot dann der volle Kilometer, ergänzt durch eine schwarze Tafel auf 3 m höher Säule, beschriftet in weiß: oben etwa 10 cm klein mittig Tausender- und Hunderterstelle, darunter etwa 30 cm groß Zehner- und Einerstelle: Also klein 21 über groß 34 für km 2134 bei Linz.

In ähnlichem Format wie die Kilometer sind an größeren Straßen die überquerten Gewässer, Bezirksgrenzen und Grenzen für Schneeräumdienste beschriftet, auch Passhöhen, an kleineren Straßen (schwarz auf weiß) bisweilen Gemeindegrenzen und ihr Verlauf. Eine Besonderheit sind Kilometertafeln mit 2 Angaben, etwa "21,833 (über) 22,000", wenn etwa durch Begradigung der Verlauf gekürzt und die Kilometrierung neu mit einem vollen Kilometer beginnt. Neuerdings werden auch Autobahnabfahrtsrampen eigens beschildert, etwa "Rampe D" "km 0,2" und Straßenbeginne wie "Beginn L123" am Grazer Lazarettgürtel. Noch in den 70er- und 80er- Jahren waren lange Zeit auf Autobahnen weiße Tafeln mit "Bau - km" zu sehen. Eher noch früher waren auf Bundesstraßen echte Kilometer-Steine aus kleinen Granitquadern üblich, die obersten 18 cm weiß bemalt, mit Kilometerangabe darunter Strich und Hektometerstelle, jeweils in 5 cm hohen schwarzen Ziffern.

Auf genauen Landkarten, etwa 1:50.000 des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesens, ist die Kilometrierung (zumindest) der Donau durch zarte blaue Querstriche an einem Ufer wiedergegeben. Kartenzeichen für Eisenbahn mit Querstrichen oder schwarz-weiß-Abfolge orientieren sich an der Bahn-Kilometrierung. Laufende Kilometer- oder Entfernungsangaben finden sich auch entlang von Rennbahnen des Sports, an Aufsprungfeldern für Schispringen oder Weitsprung, Wurfsektoren für Speer und anderes, auf Liftstützen an Bergliften (für Wartung und Notfälle) und Landebahnen für Flugzeuge. Vor allem muskelbewegte Radfahrer und Wanderer würden mehr der seltenen Höhenangaben besonders vor Pässen schätzen. Kilometerangaben auf Wegweisern sind in der Steiermark eher selten, in OÖ die Regel. Wegweiser an Radrouten sind häufig noch immer (Stand 2009) zu klein, nicht retroreflektierend, zu dunkel und kontrastarm, in grün oder dunkelbraun vor Vegetation eher tarnfärbig, grafisch zu sehr beladen, unauffällig mit der Tafel-Seitenkante zum ankommenden Verkehr ausgerichtet oder bisweilen auch auf leicht verdrehbarem Masten montiert.

Im Untergrund verlegte Gasleitungen werden durch gelbe sehr flache Kegelkappen auf gut 2 m hohen Stahlrohrmasten in bisweilen regelmäßigen Abständen angezeigt. Diese tragen nun darunter auch je zwei flach-schräge orange Tafeln mit fortlaufenden schwarzen Nummern und ein elektrischen Messpunkt für den anodischen Korrosionsschutz. Die Masten von Hochspannungsleitungen sind in der 1:50.000er-Karte als Querstriche eingetragen und nummeriert.

[Bearbeiten] Schweden

Zwei schwedische Meilensteine an der alten Landstraße nach Södertälje, südlich von Stockholm

In Schweden wurden Meilensteine (milstenar) von 1649 bis in die 1870er Jahre errichtet, um die Abstände auf den Landstraßen zu markieren. Laut einer Gastwirtschaft-Verordnung von 1649 sollten bessere Voraussetzungen geschaffen werden, Reiserechnungen zu erstellen. Die Messung ging immer vom Stockholmer Schloss aus, unabhängig von Provinzgrenzen oder Provinzstädten.

Die schwedischen Meilensteine sind oft aus Stein gehauen und tragen Inschriften wie „1 MIL IFRÅN STOCKHOLM” (Eine Meile von Stockholm), sowie den Name des Landshövding (Provinzregenten) und manchmal sind auch eine Jahreszahl und eine Königskrone zu sehen. Eine alte, schwedische Meile entsprach 10.688 Metern.

Im Jahr 1877 wurde mit einer neuen Weg- und Straßenverordnung die Vorschrift, Meilensteine zu errichten, abgeschafft. Gleichzeitig wurde die Länge einer schwedischen Meile auf genau 10.000 Meter festgelegt, was heute noch gilt.

Die ältesten bekannten Meilensteine befinden sich in den Provinzen Dalarnas län und Skaraborgs län, beide sind aus dem Jahr 1652. Schwedische Meilensteine stehen unter Denkmalschutz.

[Bearbeiten] USA

Die Interstate Highways der USA sind in Richtung Süden und Westen kilometriert. Andere Highways orientieren sich hingegen an den Grenzen der Countys. Die Ausfahrten richten sich oft nach dem nächstgelegenen, in den USA als Milepost (MP) bezeichneten Kilometerschild. Durch die Zusatzbuchstaben N, E, S, W nach den Straßennummern auf den Schildern an der Straßenseite oder auf Wegweisern werden die Richtungen northbound, eastbound usw. signalisiert.

[Bearbeiten] Eisenbahn

Hauptartikel: siehe Streckenkilometer

Bei den deutschen Eisenbahnen werden Kilometersteine – soweit als Steine noch vorhanden − als Abteilungszeichen beziehungsweise Hektometersteine bezeichnet.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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