Kim Thúy

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Kim Thúy (* 19. September 1968, Saigon, Vietnam) ist eine kanadische Schriftstellerin französischer Sprache.

Leben[Bearbeiten]

Kim Thúy verbrachte ihre ersten zehn Lebensjahre in Vietnam, bevor sie 1978 mit ihren Eltern und zwei Brüdern als boat people nach Kanada floh und sich in Montréal in der Provinz Québec niederließ. Hier begann Thúy ihre Studien an der Université de Montréal in den Fächern Recht (Abschluss 1983), sowie in Sprachwissenschaften und Übersetzung, die sie 1990 abschloss. Sie arbeitete als Übersetzerin und Rechtsanwältin und war Gastronomin und Gastrokritikerin für Radio und Fernsehen. Heute lebt Kim Thúy als Schriftstellerin französischer Sprache mit ihrem Mann und zwei Kindern in Montreal.

Ihr erstes Buch "Ru" (2009) – der Titel bedeutet auf Vietnamesisch "Wiegenlied" und auf Französisch "Bächlein" – war ein internationaler Erfolg und brachte ihr zahlreiche Preise ein. Auf Deutsch erschien es unter dem Titel "Der Klang der Fremde" in der Übersetzung von Andrea Alvermann und Brigitte Große im Verlag Antje Kunstmann. In diesem assoziativ erzählten autobiografischen Werk schildert sie ihre Erlebnisse als Kind einer wohlhabenden Familie in Vietnam während der Tet-Offensive, Vertreibung und Flucht, das Grauen in einem malaysischen Flüchtlingslager und schließlich ihre Ankunft im Wunderland Kanada, das sich dann doch nicht als ganz so wunderbar erwies. In einer schönen, sinnlichen Sprache und kostbaren Bildern stellt sie immer wieder die beiden Welten gegenüber, ganz ohne Bitterkeit und mit sehr viel Humor.

2011 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem französisch-slowakisch-schweizerischen Autor Pascal Janovjak "À toi": Die beiden trafen sich eines Abends in einem Hotel in Monaco, erzählten einander beim Frühstück ihre Geschichte, und anschließend reiste sie nach Montréal, er nach Ramallah zurück. Das entstandene Werk ist das Ergebnis eines literarischen Blitzschlags: ein intensives Gespräch über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg - über das, was die Schönheit der Welt und die Verletzlichkeit der Menschen ausmacht.

2013 erscheint ihr neues Buch "mãn" in ihrem kanadischen Verlag "Libre Expression". Es ist die – ebenfalls autobiografisch gespeiste – Liebesgeschichte einer Frau, zunächst zu den drei Frauen, die sie unter teils widrigen Umständen zur Welt gebracht, aufgenommen und erzogen haben, und schließlich zu dem Mann, den sie im kanadischen Schneegestöber kennenlernte.

Wie die Verlagswerbung so hübsch formuliert: "Mãn" beschreibt die Lehrjahre der Liebe, in "À toi" geht es ums Leben, "Ru" erzählt vom Überleben.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2010: The Governor General's Award for French language fiction, Prix des cinq continents de la francophonie, Grand Prix littéraire de la relève Archambault, Grand Prix RTL-Lire und Grand Prix der Buchmesse von Montréal

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]