Kim Won-il

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kim Won-il
Koreanische Schreibweise
Hangeul 김원일
Hanja 金源一
Revidierte Romanisierung Gim Won-il
McCune-Reischauer Kim Wŏnil
siehe auch: Koreanischer Name

Kim Won-il (* 15. März 1942 in Gimhae, in der Unterprovinz Keishō-nandō, Provinz Chōsen, damaliges Japanisches Kaiserreich, heutiges Südkorea), ist ein südkoreanischer Schriftsteller, der bereits zahlreiche Literaturpreise gewann. Viele seiner Werke wurden in die englische, französische und deutsche Sprache übersetzt.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater war kommunistischer Aktivist, der sich in den politisch bereits kommunistisch dominierten Norden der Koreanischen Halbinsel zurückzog und so Kim Won-il sowie seine Mutter und Geschwister im Süden allein zurückließ. Nicht nur die Stellung einer verlassenen Frau war zu dieser Zeit dort sehr schlecht, sondern auch die ihrer Kinder. Dazu kam der politische Druck, da die Familie aufgrund der politischen Gesinnung des Vaters ständig ausspioniert wurde. Er studierte zunächst an der Daegu-Agriculture-High-School und schließlich Literatur im Bachelor-Studiengang an der Sorabol-Universität sowie der Yeungnam-Universität, und anschließend koreanische Literatur im Master-Studiengang an der Dankook-Universität.[1] Damit gehörte er zur ersten Generation nach der japanischen Kolonialherrschaft, die wieder Hangeul, die koreanische Schrift, lernten. Er erlebte die Aprilrevolution 1960 aktiv mit.

1966 gewann er mit seiner Kurzgeschichte Algeria 1961 einen Wettbewerb des Daegu Daily, dies war gleichzeitig sein Debüt als Schriftsteller. Im darauffolgenden Jahr wurde seine Geschichte Fest der Finsterniss in der Hyeondae Munhak veröffentlicht.[2]

Seit 2013 arbeitet Kim im Creative Writing Department der Sunchon National University, wo er mit dem koreanischen Dichter Kwak Jae-gu zusammenarbeitet.[3]

Familie[Bearbeiten]

Sein Bruder Kim Wonu ist ebenfalls als Schriftsteller tätig.

Themen[Bearbeiten]

Klassisches Thema bei Kim Won-il ist die Teilung Koreas nach dem Koreakrieg (1950–1953). Seine Hauptfiguren trudeln oft hilflos im historischen Sog hin und her und werden Opfer ihrer Umstände.[4][5]

Werke[Bearbeiten]

Koreanisch[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

  • 푸른 혼 Die blaue Seele (Seoul: Irum, 2005)
  • Die Tannen (3. Auflage, Seoul: Irum, 2002)
  • 슬픈 시간의 기억 Erinnerung an traurige Zeiten (Seoul: Munhak Kwa Jisung Sa, 2001)
  • 히로시마의 불꽃 Das Feuer in Hiroshima (Seoul: Munhak Kwa Jisung Sa, 2002)
  • 가족 Die Familie (Band I, II, Seoul: Munidang, 2000)
  • 사랑아, 길을 묻는다 Liebe, ich frage nach dem Weg (Seoul: Munidang, 1998)
  • 불의 제전 Das Festival des Feuers (7 Bände, Seoul: Munhak Kwa Jisung Sa, 1997)
  • 아우라지로 가는 길 Der Weg zur Aurasi (2 Bände, Seoul: Munhak Kwa Jisung Sa, 1996)
  • 마당깊은 집 Das Haus am tiefen Hof (Seoul: Munhak Kwa Jisung Sa, 1988)
  • 깊은 골 큰 산 Das tiefe Tal, der hohe Berg (Seoul: Jakkajungssin, 1987)
  • 겨울골짜기 Das winterliche Tal (2 Bände, Seoul: Minumsa Co., 1987)
  • 바람과 강 Wind und Wasser (Seoul: Munhak Kwa Jisung Sa, 1985)
  • 어둠의 사슬 Die schwarze Kette (Seoul: Koryowon, 1980)
  • 노을 Die Abendröte (Seoul: Munhak Kwa Jisung Sa, 1978)
  • 어둠의 축제 Das schwarze Fest (Seoul: Yemunkwan, 1975)
  • 어둠의 혼 Der Geist der Dunkelheit (1967)

Erzählbände[Bearbeiten]

  • 물방울 하나 떨어지면 Wenn ein Tropfen Wasser fällt (Seoul: Munidang, 2004)
  • 세월의 너울 Die Jahre (Seoul: Sol, 19960)
  • 그곳에 이르는 먼 길 Der lange Weg bis dahin (Seoul: Hyungdaesosolsa, 1992)
  • 이상문학상 수상작품집 Die Zelle der Seele: Gesammelte Werke der Yi-Sang-Literaturpreisträger (Seoul: Munhaksasangsa, 1990)
  • 환멸을 찾아서 Die Suche nach der Enttäuschung (Seoul: Dongseomunhwasa, 1984)
  • 도요새에 관한 명상 Meditation über Regenpfeifer (Seoul: Hongsongsa, 1979)
  • 오늘 부는 바람 Der Wind, der heute weht (Seoul: Munhak Kwa Jisung Sa, 1976)

Übersetzungen ins Deutsche[Bearbeiten]

  • 1985: Wind und Wasser. Übersetzt von Heidi Kang und Ahn Sohyun, mit einem Nachwort von Heidi Kang, bei Pendragon, Bielefeld 1998, ISBN 3-929096-53-6
  • 1988: Das Haus am tiefen Hof. Übersetzt und eingeleitet von Gwi-Bun Schibel-Yang und Wolfgang Schibel, bei Iudicium, München 2000, ISBN 978-3-89129-721-6
  • 1993: Die immergrüne Kiefer (Neun Bände)
  • 1997: Das Feuerfest (Sieben Bände)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2012 - Ŭngwan Orden für kulturelle Verdienste
  • 2005 - 20. Manhae Literaturpreis
  • 2003 - 10. Isu Literaturpreis
  • 2002 - 34. Kunstpreis der Republik Korea
  • 2002 - 02. Hwangsunwŏn Literaturpreis
  • 1998 - 10. Isan Literaturpreis
  • 1998 - 03. Han Mu-suk Literaturpreis
  • 1997 - Yŏngnam Universität Charangsŭrŏn Yŏng Dae-in Preis
  • 1993 - 03. Sŏrabŏl Literaturpreis
  • 1992 - Ugyŏng Kunst- und Literaturpreis
  • 1991 - Christliche Kulturpreis
  • 1990 - 14. Yi-Sang-Literaturpreis
  • 1987 - 08. Yosan Literaturpreis
  • 1984 - 16. Tongin Literaturpreis
  • 1979 - Korean Ch'angjak Literaturpreis
  • 1978 - Koreanische Literaturpreis in der Kategorie Präsident
  • 1978 - 04. Koreanische Roman Literaturpreis
  • 1974 - 20. Hyŏndae Literaturpreis

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 네이버인물검색: 김원일, abgerufen am 20. Januar 2014 (Korean).
  2. LTI Korea Author Database
  3. KTLIT: A place to learn to write: Sunchon National University has Kim Won-il AND Kwak Jae-gu (김원일, 곽재구) (englisch).
  4. LTI Korea: Author Database: Kim Wonil, abgerufen am 8. August 2013 (englisch).
  5. Daum 책: 김원일, abgerufen am 8. August 2013 (koreanisch).

Weblinks[Bearbeiten]

Koreanischer Name Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Kim ist hier somit der Familienname, Won-il ist der Vorname.