Kinästhetik

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Die Kinästhetik, die Lehre von der Bewegungsempfindung, ist den praxisbezogenen Erfahrungswissenschaften zuzurechnen. Die Ursprünge der konzeptionellen Entwicklung der Kinästhetik gehen auf die US-Amerikaner Frank White Hatch und Linda Sue („Lenny“) Maietta zurück.[1] Erkenntnisse der Medizin, Psychophysik, Verhaltenskybernetik und Neurowissenschaften bilden den wissenschaftlichen Bezugsrahmen dieses Kommunikations- und Lernsystem[s], in dem die Wahrnehmung der eigenen Bewegung das zentrale Medium darstellt[2]:2. Seit ihrer Entstehung in den frühen 1970er Jahren an der University of Wisconsin-Madison fand die Kinästhetik vor allem in der Gesundheits- und Krankenpflege Verbreitung, wo sie u. a. eine Systematik (siehe Konzeptsystem) zur Verfügung stellt, um Bewegungsressourcen zu beschreiben und adäquate Bewegungsangebote (vgl. Bewegungslernen) zu gestalten.

Frank White Hatch (2011)

Etymologie und Definition[Bearbeiten]

Der englische Terminus Kinaesthetics und seine deutsche Übersetzung Kinästhetik wurden Anfang der 1970er Jahre vom US-amerikanischen Verhaltenskybernetiker Frank White Hatch geprägt und bezeichnen die „Lehre von der Kinästhesie“[3], wobei Kinästhesie (engl. kinaesthesis, kinæsthesis, kinesthesis, kinesthesia) ‚Bewegungsempfindung‘ bedeutet, und als „Fähigkeit, Bewegungen der Körperteile unbewusst zu kontrollieren und zu steuern“[3] definiert ist. Die Wortschöpfung kinaesthesis – eine Kombination der beiden altgriechischen Wörter κινέω (kineō = ‚bewegen‘, ‚sich bewegen‘) und αἴσθησις (aisthēsis = ‚Wahrnehmung‘, ‚Erfahrung‘) – geht zurück auf den britischen Neurologen Henry Charlton Bastian, der um 1880 anregte, damit den Bewegungssinn (Sense of MovementKinaesthesis) und ein für die Verarbeitung von Bewegungsempfindungen zuständiges Gehirnareal (Sense of Movement CentreKinaesthetic Centre) zu bezeichnen.[4]

„Kinästhetik ist das Studium der Bewegung und der Wahrnehmung, die wiederum aus der Bewegung entsteht – sie ist die Lehre von der Bewegungsempfindung.“

Frank Hatch, Lenny Maietta (2003)[5]:5

Begriffsverwendung und Abgrenzung[Bearbeiten]

In der Kinästhetik – wie auch in der Psychologie, Pädagogik und Pflegewissenschaft – werden Bezeichnungen wie kinästhetische Wahrnehmung, kinästhetischer Sinn oder kinästhetisches Sinnessystem meist als Synonyme für die Propriozeption bzw. Tiefensensibilität – also als Sammelbegriffe für Lage-, Kraft- und Bewegungssinn verwendet. In der Sinnesphysiologie wird der Begriff Kinästhesie benutzt, um lediglich eine der drei Sinnesmodalitäten der Propriozeption – den Bewegungssinn – zu bezeichnen (neben Lagesinn und Kraftsinn).[Anm. 1] Die Kinästhesie basiert auf Rezeptoren des Stütz- und Bewegungsapparates in Gelenken, Muskeln (Muskelspindeln) und Sehnen (Golgi-Sehnenorgane) und läuft zu großen Teilen unbewusst ab.[Anm. 2]

Kinästhetik bzw. Kinaesthetics[Anm. 3] bezeichnet hingegen die Vermittlung und/oder Anwendung der Fähigkeit, durch erhöhte Achtsamkeit eine bewusstere Bewegungsempfindung zu erreichen und Informationen des kinästhetischen Sinnessystems (= Rezeptoren des Stütz- und Bewegungsapparates) gezielt für effektive Bewegungsgestaltung und -anpassung einzusetzen. Die Propriozeptoren des Muskuloskelettalen Systems werden als Erfolgsorgan für effektive Bewegungsausführung genutzt.

Abzugrenzen ist der Begriff Kinästhetik von der angewandten Kinesiologie, einem alternativmedizinischen Diagnose- und Handlungskonzept, das von anderen Personen unter anderen Grundannahmen entwickelt wurde, und das muskuläre Reaktionen für ganzheitliche Diagnostik (vgl. kinesiologischer Muskeltest) zu nutzen versucht.[Anm. 4]

Entwicklungsgeschichte der Kinästhetik[Bearbeiten]

Die Kinästhetik-Begründer Lenny Maietta und Frank Hatch 2011 bei einer Veranstaltung in Wien.

Die Ursprünge der konzeptionellen Entwicklung der Kinästhetik gehen auf die US-Amerikaner Frank White Hatch und Linda Sue („Lenny“) Maietta zurück.[1] Neben der Verhaltenskybernetik und dem Tanz werden von den Begründern auch die Bewegungstherapie und die humanistische Psychologie[Anm. 5] als wesentliche Quellen der Kinästhetik genannt[5]:197. Die Begründer standen in Dialog und Austausch mit Moshé Feldenkrais, Gregory Bateson, Berta und Karel Bobath, Liliane Juchli sowie Nancy Roper.

Frank Hatch arbeitete als Tänzer, Choreograph und Produzent, betrieb Forschung über die Ethnologie des Tanzes und studierte Verhaltenskybernetik bei Karl U. Smith.[6]:190 Nachdem er 1967–1970 Assistant Professor am Dance Department in Madison/Stevenspoint gewesen war, promovierte er 1973 bei Karl U. Smith mit einer verhaltenskybernetischen Untersuchung von Tanz und Tanzkultur.[7] Hatch begründete an drei amerikanischen Universitäten Programme für Bewegung und Tanz.[6]:190 1972 hielt er an der California State University Fullerton erstmals Kurse, die den Titel Kinaesthetics trugen. Hatch wandte sich infolge der Arbeit mit behinderten Kindern sowie dem Gebiet der Rehabilitation zu.

Lenny Maietta ist klinische Psychologin und hatte sich seit ihrer Jugend mit körperorientierten Prozessen der menschlichen Entwicklung und persönlichen Entfaltung befasst.[6]:191 Sie studierte ebenfalls Verhaltenskybernetik bei Karl U. Smith und promovierte 1986 mit einer Dissertation zum Thema The Effects of Handling Training on Parent-Infant Interaction and Infant Development.[8] Seit 1974 arbeiteten Frank Hatch und seine spätere Ehefrau Lenny Maietta im deutschen Sprachraum zusammen.

Hatch hatte bereits als Jugendlicher an Tanzklassen und Workshops der Tänzerin und Choreographin Anna Halprin teilgenommen, und dort erste Anregungen erhalten, die später für die Konzeption der Kinästhetik wichtig wurden. Halprins Überzeugung, dass man jegliches Bewegen auch als Tanz auffassen könne, spielte dabei eine große Rolle. Gemeinsam mit dem Tänzer John Graham, der mit Halprin zusammengearbeitet hatte, hielten Maietta & Hatch Gentle Dance-Workshops ab.[9] In der Ernest-Holmes Fachklinik in Kempten im Allgäu wurden zwischen 1974 und 1977 Gentle Dance und Kinästhetik-Seminare erstmals auch als Therapieangebot genutzt.

In diese Zeit fällt auch die Zusammenarbeit mit Moshe Feldenkrais, der 1974 Hatchs Einladung angenommen hatte, und in Kempten mehrere Workshops hielt. Hatch und Feldenkrais kannten sich bereits aus den USA, wo sie u. a. immer wieder angeregt über Kybernetik diskutiert hatten. Feldenkrais unterstützte als Mentor Lenny Maiettas Dissertationsprojekt, und lud sie für mehrere Wochen nach Amherst/Massachusetts ein, wo sie seinem Unterricht beiwohnte. Der Austausch zwischen Feldenkrais und den Kinaesthetics-Begründern war wechselseitig und nachhaltig. Er verdeutlichte auch bestehende Unterschiede, und bestärkte Maietta und Hatch im Entschluss ein Lern- und Kommunikationssystem für Bewegung zu entwickeln, das – durch Bewegung – auch die grundlegenden Prinzipien von Bewegung vermittelt. Feldenkrais ermutigte die beiden ihre Arbeit in diese Richtung fortzusetzen.

Ende der 1970er Jahre stand Frank Hatch in einem schriftlichen Gedankenaustausch mit Gregory Bateson, dessen Bücher für ihn seit seiner Studienzeit von fundamentaler Bedeutung gewesen waren, da sie ihm halfen Annahme und Wissen – u. a. in Bezug auf Bewegung – zu sortieren: "Unsere Annahmen bestimmen unser Tun", ist bis heute ein geflügeltes Wort in der Kinästhetik, das auf diese Problematik verweist. Bateson bestätigte im Zuge dieser Korrespondenz, dass die sich wiederholenden Gesetzmäßigkeiten der funktionalen Anatomie, die Maietta und Hatch erkannt und beschrieben hatten, ein sogenanntes Muster, das verbindet[10] (wörtl. metapattern[Anm. 6]) bilden. Aufgrund seiner Befassung mit Schizophrenie zeigte Bateson großes Interesse an Maiettas Vorhaben, Eltern behilflich zu sein, Handlings-Fähigkeiten zu erreichen, die eine gesunde Entwicklung des Kindes und der Familie auf der Basis von Bewegungsprozessen ermöglichen.[Anm. 7]

1980 begannen Maietta und Hatch mit der Entwicklung des Touch in Parenting – Programms, dem späteren Kinaesthetics Infant Handling.[6]:191 Die Zusammenarbeit mit der diplomierten Krankenschwester Suzanne Schmidt-Bernard, die 1981–1984 eine Kinästhetik-Ausbildung bei den Begründern absolviert hatte, führte schließlich zur Verbindung der Kinästhetik mit der Krankenpflege und bildete die Grundlage für das berufsspezifische Programm Kinästhetik in der Krankenpflege. 1983 wurde im Krankenhaus Neumünster, Zollikerberg (Schweiz) der erste Kurs für Kinästhetik in der Pflege abgehalten.

„Viele engagierte TeilnehmerInnen unserer Kinästhetik-Kurse haben uns durch spezifische Fragen und Ideen Anregungen zum Thema gegeben. Der aktuelle Entwicklungsstand des Programms ‚Kinästhetik in der Krankenpflege‘ wurde durch praktische Erfahrungen und Vorschläge von Pflegenden in Europa und den USA bereichert. Damit war es uns möglich, die Erkenntnisse, die wir […] allen Pflegenden zugänglich machen möchten, praxisnah auf den aktuellsten Stand zu bringen.“

Frank Hatch, Lenny Maietta, Suzanne Schmidt (1992)[6]:191

Die weitere Entwicklungsgeschichte der Kinästhetik bis hin zu den heutigen curricularen Bildungsinhalten fand in wechselnden organisatorischen Strukturen statt und kann in vier Abschnitte unterteilt werden:

  • 1980–1990: Bewegungserfahrung und Tanz. 1980 wurde in Zürich der Verein für Kinästhetik gegründet. Bis 1985 wurden Gentle Dance und Kinästhetik-Kurse organisiert, die sich an ein breites Publikum wandten. In der ersten Phase der damaligen Gentle-Dance Trainings standen Bewegungserfahrung und Tanz im Vordergrund. Als Diskussionsforum diente das vom Verein für Kinästhetik herausgegebene „Kinästhetik-Bulletin“.[Anm. 8] Nachdem Mitte der 1980er Jahre erfolgreich erste Kurse für Pflegende durchgeführt worden waren, entstand die Arbeitsgemeinschaft „Kinästhetik in der Pflege“, welche die Programmentwicklung und Trainerausbildung organisierte und durchführte.[11][12]
  • 1990–2000: Entwicklung des Konzeptsystems. 1990 fand im Kinästhetik-Bulletin Nr. 16 „Sonderausgabe“ die erste Konzeptbeschreibung unter dem Titel „Grundprinzipien der Kinästhetik“ statt.[Anm. 8] Diese Grundprinzipien wurden von 15 Vereinsmitgliedern des Vereins für Kinästhetik beschrieben. Damit war die Basis für das heute bekannte Konzeptsystem gelegt. 1992 folgte die erste Buchveröffentlichung.[13] 1994 wurde das Institut für Kinästhetik (IfK AG) gegründet.[11]
  • 2000–2005: Erweiterung des Kinästhetik-Curriculums. Im European Institute for Human Development (EIHD) begann die systematische Aufbereitung und Beschreibung des intuitiv gewachsenen Kinästhetik-Bildungsangebotes und der methodisch-didaktischen Eigenheiten des Bewegungslernens. Aus dieser Arbeit entstand ein umfassendes Curriculum, welches den aktuellen Bildungsangeboten als Grundlage dient. Im Jahr 2005 waren im deutschsprachigen Raum 1000 Kinaesthetics-Trainer in den Bereichen Krankenpflege, Altenpflege und Kinder- und Jugendarbeit tätig.[11]
  • Seit 2006: Entwicklung von neuen Angeboten. In den letzten Jahren sind insbesondere Programme für pflegende Angehörige, für Gesundheit am Arbeitsplatz und für ältere Menschen entstanden. Gegenwärtig gibt es vier Organisationen am Markt, in welchen die Fortentwicklung der Kinästhetik-Programme betrieben wird.[14] Seit 2007 erscheint vierteljährlich eine Fachzeitschrift für Kinästhetik.[15]

Die Kinästhetik-Begründer Lenny Maietta und Frank Hatch arbeiten weiter an der Fortentwicklung der Kinästhetik-Programme.[16] Die Betreuung des Berner Studienlehrganges für "Bewegungsbasierte Altersarbeit"[17] gehört dabei zu den aktuellen Schwerpunkten. Anläßlich der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Kinaesthetics-Jubiläum am 4. April 2014 in Berlin wurde das Lebenswerk der Begründer in Dankesreden gewürdigt. Dr. Hatch und Dr. Maietta reflektierten in ihrem Beitrag mit dem Titel „Kinaesthetics - What’s in the name?“ die Entwicklung der Kinästhetik seit ihren Anfängen.[18]

Vermittlung und Anwendung[Bearbeiten]

In der Erwachsenen- und (beruflichen) Weiterbildung werden Kinästhetik-Kurse zu verschiedenen Themen angeboten. Patienten werden über die Bedeutung der eigenen Bewegung für den Gesundheitsprozess informiert (vgl. Gesundheitsförderung in der primären Gesundheitsversorgung und im Krankenhaus). Im Zuge der Durchführung der Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) erhalten die Patienten adäquate Bewegungs- und Lernangebote.

Kinästhetik in der Gesundheits- und Krankenpflege[Bearbeiten]

Die Kinästhetik findet seit Mitte der 1980er Jahre unter anderem in der Gesundheits- und Krankenpflege Anwendung, wo Patienten bei den Aktivitäten des täglichen Lebens Bewegungsunterstützung benötigen und Pflegende sowohl ihre Unterstützung als auch ihre körperliche Belastung adäquat zu dosieren versuchen.[19] Die Art und Weise wie Menschen ihre Alltagsbewegungen ausführen (vgl. Alltagsmotorik) hat längerfristig Auswirkungen auf ihre Gesundheitsentwicklung[2], insofern kommt Kinästhetik auch präventive Bedeutung zu.[20] In vielen Krankenhäusern gehört Kinästhetik zum Fortbildungsangebot für Pflegekräfte.[Anm. 9]

„Wenn Menschen wissen, wie sie immer wieder neue Bewegungsmöglichkeiten für die Durchführung der Alltags- sowie Arbeitsaktivitäten entdecken können, wird die Immobilisation in der Gesellschaft reduziert werden, da Gesundheit und Lebensqualität ansteigen werden. Pflegekräfte und Betreuer können befähigt werden, ein Katalysator in diesem Prozess zu werden.“

Lenny Maietta (2008)[21]

Während an Krankenpflegeschulen in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme der Kinästhetik-Schulungen zu beobachten ist, sind vergleichbare Angebote in der Ergo- und Physiotherapieausbildung bislang die Ausnahme.[22] 2012 wurden im Rahmen des bundesweiten Ideenwettbewerbs „Gesunde Pflegeausbildung“ der Universität Bremen und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege vorbildliche Konzepte zur Gesundheitsförderung prämiert.[23] Aus mehr als 60 Einreichungen wurde dem Beitrag „Kinaesthetics – Gesundheitsförderung im Berufsalltag für Auszubildende und alte Menschen“, einem „Gesamtkonzept, welches die Integration von Kinaesthetics über 3 Jahre Ausbildung widerspiegelt“ der 1. Preis zuerkannt.[24]

VIDEO: Unterstützung beim Transfer

Deutschsprachige Lehrbücher der Gesundheits- und Krankenpflege von 2006 bis 2013 widmen der Kinästhetik eigene Kapitel.[25][26][27][28] Neben der Darstellung der Methode erläutern sie ihre Anwendung an Beispielen der Mobilisation von Kranken, etwa aus der Rückenlage zur Bettkante oder von dort in den Stuhl. Anstatt en bloc unter hohem Einsatz von Körperkraft beim Helfer vom Liegen zum Sitzen zu kommen, könne ein Kranker beispielsweise über die Seitenlage zum Sitzen gebracht werden oder auch auf dem Umweg über die Bauchlage aufstehen. Die Ökonomie der Bewegung, das Ausnutzen von Ressourcen des Patienten, also dessen Aktivierung, der kommunikative Aspekt und das Vermeiden übermäßiger Belastung der Pflegenden werden hierbei betont. Thiemes Pflege bezeichnet des Weiteren die Kinästhetik als „komplementäres Pflegekonzept“ für einen „bewegungsorientierten Umgang mit Patienten“, das über „die Hilfe zum richtigen Handgriff“ hinausgeht.[25]:261, 263 Menschen pflegen zufolge ist Bewegungskompetenz eine pflegerische Kernkompetenz. Kinästhetik verbessere die praktischen Fähigkeiten der Pflegenden und damit die Qualität ihrer Arbeit. Gleichzeitig werde bei ihnen die Gefahr berufsbedingter Verletzungen und Überlastungsschäden reduziert.[26]:188f. Auch Pflege heute gibt an, durch die Anwendung von Kinästhetik könne Rückenbeschwerden und Bandscheibenproblemen der Pflegenden vorgebeugt werden.[27]:469 Jede menschliche Aktivität könne mit dem Konzept der Kinästhetik analysiert werden.[27]:467

Die Grundlagen, die den Pflegenden durch das Kinästhetik-Programm vermittelt werden, um das oben Genannte zu erreichen, sind folgende:

  • Leben ist ein dauernder Veränderungs- und Anpassungsprozess. Alle Menschen regulieren diesen Prozess durch die eigene Bewegung in täglichen Aktivitäten. Die Art und Weise der Bewegung in diesen Aktivitäten beeinflusst alle Entwicklungsprozesse. Dieser Einfluss kann sowohl konstruktiv als auch destruktiv sein, kann sich also positiv oder negativ auf die Gesundheit des Menschen auswirken.
  • Auch vitale, unbewusste Prozesse wie Atmung, Verdauung und Kreislauf sind an Bewegung gebunden und werden durch die Bewegung in den täglichen Aktivitäten reguliert. Das bedeutet, dass die Effizienz der inneren Prozesse direkt auf die Qualität der Bewegungen im täglichen Leben zurückzuführen ist.
  • Menschen entwickeln die eigenen Bewegungsfähigkeiten, indem sie der Bewegung von anderen Menschen folgen.
  • Pflegebedürftige Menschen benötigen Unterstützung, um ihr Körpergewicht gegenüber der Schwerkraft kontrollieren zu können. Hilfestellung soll ihre aktive Bewegungsfähigkeit fördern und den Kranken nicht zum passiven Objekt einer Pflegemaßnahme machen.[26]:178f.
  • Die Hilfe der Pflegenden, vor allem die Art und Weise, wie sie die Bewegungen der Patienten unterstützen, kann den Lernprozess konstruktiv oder destruktiv beeinflussen.
  • Das wichtigste Entwicklungsangebot für Patienten ist die kompetente Begleitung der Pflegenden. Je fähiger die betreuenden Personen sind, umso gezielter können sie die Gesundheits- und Lernprozesse der Patienten unterstützen.
  • Die dafür nötige Bewegungskompetenz der pflegenden Personen ist nicht angeboren. Sie muss wie anderes Fachwissen gelernt werden.[25]:257

Die evidenzbasierte Krankenpflege bedarf valider Methoden, die den Nutzen vermehrter Achtsamkeit bei Alltagsbewegungen für die Gesundheitsentwicklung bzw. den Benefit für Patientengruppen messbar machen. Kooperationen mit universitären Einrichtungen sind daher mit dem Vorhaben, evidenzbasierte Wirkungsbelege für die Kinästhetik zu entwickeln, befasst.[29] Die Entwicklung und Erprobung solcher Evaluierungsinstrumente stellt gegenwärtig und künftig die zentrale wissenschaftliche Herausforderung der Kinästhetik dar.[30] Für den Nachweis bewegungsbezogener Lernprozesse spielen neurowissenschaftliche Methoden und Modelle eine wachsende Rolle: „Das Wissen der Neurobiologie ist gleichermaßen geeignet Kinaesthetics zu beschreiben, als auch die Annahmen der Verhaltenskybernetik zu überprüfen.“[31]

Für pflegende Angehörige gibt es eigene Kinästhetik-Programme mit Grund- und Aufbaukursen sowie individuellen Schulungen in der Häuslichkeit, die am Pflegebedarf des Angehörigen orientiert sind. Die Kosten hierfür können von den Pflegekassen im Rahmen der Bestimmungen des § 45 SGB XI übernommen werden. Bei konkretem Bedarf kann man sich dazu bei den Pflegekassen beraten lassen.

Infant Handling und Frühförderung[Bearbeiten]

Kinaesthetics Infant Handling richtet sich an Eltern und professionelle Betreuer von Frühgeborenen, Säuglingen und Kindern. Das Programm befasst sich mit der Frage der Unterstützung von Kindern in ihrer Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen die Bewegungsaspekte der menschlichen Entwicklung[32]: Wie lernt ein Kind, das Gewicht seiner Körperteile in der Schwerkraft zu bewegen, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen, wie lernt es sitzen, wie lernt es, sich in und aus verschiedenen Positionen fortzubewegen?

Die Kinästhetik geht davon aus, dass Kinder ihre Bewegungsfähigkeiten, ihre Bewegungsmuster und ihr Körperbild nicht allein lernen, sondern dass die Art und Weise, wie sie von ihren Eltern oder professionellen Betreuern z. B. gewickelt, gefüttert, getragen werden, einen wesentlichen Einfluss auf dieses Lernen hat. Zudem sei die Qualität der Berührung und Bewegung in den ersten Lebensjahren eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der kommunikativen Fähigkeiten eines Kindes. Erwachsene könnten durch Reflexion auch einfache Lösungsmöglichkeiten für alltägliche Situationen finden. So müsse beispielsweise ein Säugling nicht auf einem Wickeltisch liegen, wenn dies sowohl mit einem Unfallrisiko für das Kind als auch mit Verspannungen und Rückenschmerzen der Mutter einhergehe. Die Umgebung ließe sich auf einfache Weise dadurch anpassen, dass das Kind auf dem Boden gewickelt werde.[26]:191, 194

„Kinder erlernen die Bewegung für spezifische Tätigkeiten in sogenannten Social Tracking Processes (‚soziale Nachfolge-Prozesse‘), indem sie allein und zusammen mit ihren Betreuern Alltagsaktivitäten durchführen. Die Bedeutung ist klar: Bei der Erarbeitung von Bewegungsfähigkeiten haben Erwachsene als Betreuer von Kindern aller Altersgruppen wichtige Aufgaben zu erfüllen. […] Von der Geburt bis zum Kindergartenalter ist das Hauptmedium des Austauschs zwischen Erwachsenen und Kindern die kontaktgeführte Bewegung. […] Erst dann können Kinder auf einer kognitiven Ebene die Bedeutung ihrer Bewegung verstehen.“

Lenny Maietta (2012)[33]

In Kinaesthetics Infant Handling lernt man, sich mit Kindern so zu bewegen, dass die besonderen Eigenschaften der kindlichen Anatomie berücksichtigt werden. Durch die Sensibilisierung für die Interaktion durch Berührung und Bewegung lernen Eltern und Betreuer, die Kinder so zu unterstützen, dass diese mit ihrer Reaktion am Geschehen beteiligt sind und sie die Aktivitäten mit ihrer Bewegungswahrnehmung nachvollziehen können. So erlangen Kinder die Fähigkeit, ihre eigene Bewegung gesundheitsfördernd zu gestalten.[34]

Die Integration der Kinästhetik-Frühförderung in das bestehende Bildungssystem der Kindergärten und Volksschulen erfolgt über ein Ausbildungsprogramm für Pädagogen.

Kreatives Lernen[Bearbeiten]

Dieses Programm richtet sich an alle Menschen, die Lust haben, ihre Bewegung und ihre Bewegungsmuster kennenzulernen und ihre eigenen Bewegungsmöglichkeiten zu entdecken und zu erweitern. Das Ziel des Programmes ist eine bewusstere und kreativere Lebensgestaltung, frei nach dem Motto „Jedes Tun ist Erkennen, und jedes Erkennen ist Tun.“[35]

Alltagsbewegung in jedem Alter[Bearbeiten]

Bewegungslernen ist ein Leben lang möglich. Mit Programmen wie Kinaesthetics 50+, Lebensqualität im Alter oder Alltagsbewegung in jedem Alter (AbiA) wird dem Konzept des lebenslangen Lernens (life-span development) Rechnung getragen – betagte oder physisch beeinträchtigte Personen erhalten Hilfe zur Selbsthilfe, um trotz Abnutzungserscheinungen oder chronischer Erkrankungen ihre Alltagsbewegungen ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechend zu gestalten.[36]

Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz[Bearbeiten]

Kinästhetik-Programme richten sich mittlerweile auch an berufstätige Menschen außerhalb der Pflege- und Sozialberufe.[37] Neben Gesundheit am Arbeitsplatz und Kursen für ältere Mitarbeiter aller Berufsgruppen werden Schulungen für Bewegung im Büro oder Hauswirtschaft und Reinigung angeboten. Kurse zum Thema Führen und Bewegen sollen Kinästhetik für die Management-Ebene nutzbar machen.[38]

Das Kinästhetik-Konzeptsystem[Bearbeiten]

Kinästhetik‑KONZEPTSYSTEM

Das Kinästhetik-Konzeptsystem[Anm. 10] stellt ein Werkzeug dar, um die alltäglichen Aktivitäten aus einer Erfahrungsperspektive zu beobachten und zu beschreiben.[39] „Mit Hilfe von 6 Themenbereichen werden Grundlagen physiologischer Bewegung sowie Prozesse menschlicher Bewegungsbeziehung gelehrt. Zur Analyse von Bewegungshandlungen werden die Lernbereiche einzeln beschrieben. Bei der eigentlichen Bewegung sind alle Bereiche eng miteinander vernetzt. […] Die 6 Lernbereiche zu verstehen und anzuwenden unterstützt das Erkennen von Bewegungsressourcen der Patienten, die Eigenwahrnehmung in der Bewegung, die wirksame Gestaltung von Bewegungsaktivitäten bei der Mobilisation sowie die Selbstkontrolle der an der Bewegungshandlung beteiligten Personen“[40]:468:

  1. Das Konzept Interaktion bietet Blickpunkte, um die Grunderfahrungen der Interaktion sowohl zwischen einzelnen Teilen des Körpers als auch zwischen Menschen zu beobachten. „Handelnde Menschen sind über ihre Sinnessysteme zu Informationsaustausch befähigt. Alle Sinne nehmen Veränderungen durch Reizunterschiede wahr. […] Körperbezogene Pflegehandlungen nutzen primär den taktil-kinästhetischen Sinn. Er stellt für das Bewegungslernen des Patienten das wichtigste Sinnessystem dar, da dieses auf direktem Wege Informationen über die Bewegungsmöglichkeiten, den Bewegungspartner und die Umgebung vermittelt. […] Je größer die Eigenbeteiligung der Bewegungspartner, umso leichter können die beteiligten Personen lernen. […] Die jeweils gewählte Form der Interaktion soll das Ziel der selbstgesteuerten Bewegung verfolgen.“[40]:469 Untergliedert ist das Konzept in die Themen Sinne / Bewegungselemente / Interaktionsformen.
  2. Das Konzept Funktionale Anatomie stellt erfahrbare Aspekte (z. B. harte Strukturen, weiche Strukturen) des menschlichen Körperbaus dar, um das notwendige Zusammenspiel unterschiedlicher Eigenschaften und Teile des Körpers deutlich zu machen, welches im Umgang mit Gewicht gegenüber der Schwerkraft notwendig sind. Die Unterthemen des Konzeptes heißen Knochen und Muskeln / Massen und Zwischenräume / Haltungs- und Transportbewegungsebenen / Orientierung.
  3. Im Konzept Menschliche Bewegung werden die erfahrbaren Möglichkeiten menschlicher Bewegung im Hinblick auf stabile und instabile Aspekte beschrieben. Hieraus ergeben sich Blickpunkte, um bei verschiedenen Aktivitäten Bewegungsmuster zu beschreiben. „Der Aufbau von gelenkigen Verbindungen des menschlichen Skelettes vollzieht sich in einem steten Muster von wechselnden Bewegungsrichtungen. Einem Gelenk zur Ausführung von Beuge- und Streckbewegung folgt eines, das Beuge-, Streck- und Drehbewegungen gestattet. Dieses Muster sichert einerseits Stabilität in der Bewegung, andererseits eröffnet es vielfältige Bewegungsmöglichkeiten. Eine stabile Haltungsbewegung hält die Beziehung der Körperteile zueinander aufrecht. Drehende Transportbewegung verändert die Körperteile in viele Richtungen.“[40]:469 Die Unterthemen gliedern sich auf in Haltungs- und Transportbewegung / Parallele und spiralige Bewegungsmuster.
  4. Das Konzept Anstrengung fokussiert auf das komplexe Zusammenspiel der Anstrengungsformen Ziehen und Drücken im menschlichen Körper, um ein angepasstes Spannungsmuster für die jeweilige Aktivität aufzubauen. „Ist die aufgebrachte Anstrengung gering, nimmt die Sensibilität für wahrnehmbare Veränderungen zu. Je nach Fähigkeit der beteiligten Personen entsteht so ein wirkungsvoller Austausch, bei dem sich die Partner jeweils an den Bewegungsmöglichkeiten des anderen orientieren.“[40]:470
  5. Das Konzept Menschliche Funktion stellt ein Ordnungssystem dar, um menschliche Aktivitäten zu verstehen und zu klassifizieren. Die Grundmuster der einzelnen Aktivitäten werden anhand der ersten vier Konzepte beschrieben. „Bei erfolgreicher Bewegungskontrolle werden die beiden Bewegungsarten von Haltungs- und Transportbewegung durch koordinierten Zug und Druck miteinander verbunden. So entstehen absichtsvolle und zielgerichtete Tätigkeiten. Diese Funktionen werden in einfache Funktionen und komplexe Funktionen untergliedert.“[40]:471
  6. Im Konzept Umgebung wird die Beziehung zwischen menschlichen Aktivitäten und der physischen Umgebung beschrieben. Menschen können sich selbst der Umgebung anpassen oder die Umgebung aktiv verändern, um die Aktivitäten produktiver zu gestalten. „Die Pflegeperson kann sich als sog. bewegte Umgebung bei Transfersituationen einbringen, um so Lernprozesse selbstgesteuerter Bewegung in Gang zu setzen“.[40]:472

Erkenntnistheoretische und wissenschaftsgeschichtliche Bezüge[Bearbeiten]

Seine Überlegungen zur Bewegungsempfindung brachte der spanische Arzt Antonio Alonso Cortés 1866 u. a. in einer Paraphrase auf René Descartes berühmtes cogito ergo sum zum Ausdruck:

„moveo, ergo sum [ich bewege mich, also bin ich]“

Antonio Alonso Cortés (1866)[41]

Für die Kinästhetik spielt diese Aussage eine grundlegende Rolle, da sie die Bedeutung der eigenen Bewegung für Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung zum Ausdruck bringt. Cortés' „ich bewege mich, also bin ich“ steht in der empiristischen Tradition John Lockes, für den das Material der Erkenntnis einfache Ideen waren, deren Ursprung in der Erfahrung lag. Locke unterschied dabei sensations (äußere Eindrücke) und reflections (innere Eindrücke), die erst im Verstand zu komplexen Ideen verbunden und geformt werden. Komplexe Ideen entstehen durch Vergleichen, Zusammensetzen, Abstrahieren und andere entsprechende Tätigkeiten des Verstandes. Diese erkenntnistheoretische Grundthese[Anm. 11] des Empirismus, welche Locke 1690 in seinem Hauptwerk An Essay Concerning Humane Understanding darlegte, geht laut Bertrand Russell[42] auf eine alte scholastische Formel zurück, die in ähnlicher Form bereits bei Aristoteles[43] und Thomas von Aquin[44] zu finden ist, und die irrtümlicherweise häufig Locke selbst zugeschrieben wird:

„nihil est in intellectu quod non (prius) fuerit in sensibus[45] [Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen gewesen wäre.]“

scholastische Formel (Autor unbekannt)

John Lockes erkenntnistheoretischer Ansatz unterlag einer wechselhaften Rezeption: der Vordenker der Aufklärung Gottfried Wilhelm Leibniz widersprach Locke, indem er 1704 die Formulierung „nihil est in intellectu quod non (prius) fuerit in sensibus“ mit dem Zusatz „excipe: nisi ipse intellectus“[Anm. 12] (das Denken selbst ausgenommen) versah.[Anm. 13] Als im 18. Jahrhundert Étienne Bonnot de Condillac[46] und George Berkeley[47] vom Tastsinn als einziger Quelle der Bewegungsempfindung ausgingen, waren sie ebenfalls um Abgrenzung zur Ideenlehre Lockes bemüht, und versuchten sie zu modifizieren.

„Es genügt nicht, nach Locke zu wiederholen, dass alle unsere Erkenntnisse aus den Sinnen stammen; wenn ich nicht weiss, wie sie daraus stammen, so werde ich glauben, dass wir sogleich alle Vorstellungen, die unsere Empfindungen in sich schliessen können, haben, wenn die Dinge Eindrucke auf uns machen, und werden irre gehen. So ist mir's gegangen und geht noch allen Denen so, die über diese Frage schreiben. Man scheint nicht zu wissen, dass zwischen sehen und anschauen ein Unterschied ist; und doch bilden wir uns nicht gleich Vorstellungen, wenn wir sehen, sondern nur dann, wenn wir nach einer bestimmten Ordnung und Methode anschauen.“

Étienne Bonnot de Condillac (1754)[48]

1880 nahm auch Henry Charlton Bastian in Verbindung mit dem Thema „Wille und willkürliche Bewegungen“ Bezug auf Locke und nannte ihn „den Vater unserer modernen Psychologie“.[Anm. 14] Im 20. Jahrhundert wurde Locke als erkenntnistheoretischer Vordenker vom Begründer der Kybernetik, Norbert Wiener[Anm. 15] und vom Begründer des radikalen Konstruktivismus Ernst von Glasersfeld[Anm. 16] wiederentdeckt. Wiener bemühte sich, wissenschaftliche Ideen speziell der Kybernetik mit der Philosophiegeschichte zu verbinden. Mit der Feedback-Kontroll-Theorie schuf Norbert Wiener jenes (erkenntnistheoretische) Modell, auf dem die Kinästhetik letztlich basiert:[Anm. 17]

„Lernen ist seinem Wesen nach eine Form von Rückkopplung, bei der das Verhaltensschema durch die vorangegangene Erfahrung abgewandelt wird. […] In seiner einfachsten Form bedeutet das Rückkopplungsprinzip, daß das Verhalten auf sein Ergebnis hin geprüft wird und daß der Erfolg oder Mißerfolg dieses Ergebnisses das zukünftige Verhalten beeinflußt.“

Norbert Wiener (1952)[49]

Die Psychophysik – ein Teilgebiet der experimentellen Psychologie – etablierte sich um 1860 in Deutschland. Von Gustav Theodor Fechner begründet, und auf den Vorarbeiten des Physiologen und Anatomen Ernst Heinrich Weber aufbauend, werden in der Psychophysik die gesetzmäßigen Wechselbeziehungen zwischen subjektivem psychischen (mentalen) Erleben und quantitativ messbaren, also objektiven physikalischen Reizen als den auslösenden Prozessen untersucht.[50] 1834 hatte Weber neben anderen Sinnesmodalitäten auch einen sensus musculorum, einen Muskelsinn beschrieben und untersucht, mit welcher Genauigkeit Probanden beim Heben Gewichtsunterschiede wahrnehmen.[51] In späteren Publikationen ging er jedoch zur Bezeichnung Kraftsinn über.[52] Webers und Fechners Untersuchungen zur Wahrnehmung von Gewicht sind für die Kinästhetik insofern von Bedeutung, da sie u. a. geeignet sind, einen Zusammenhang zwischen steigender Körperspannung und Abnahme der Sensitivität für Belastungen empirisch zu belegen.[Anm. 18]

„Das Gemeingefühl der Muskeln, mittels dessen wir den Grad der Anstrengung empfinden, welcher erforderlich ist, um den uns geleisteten Widerstand zu überwinden, ist so fein, daß es uns Dienste leistet wie ein Sinn, den wir den Kraftsinn nennen könnten.“

Ernst Heinrich Weber (1851)[53]

Der Anatom und Physiologe Sir Charles Bell hatte bereits 1824 erstmals einen Muskelsinn (muscular sense) beschrieben[54] und damit eine Sinnesmodaliät bezeichnet, welche die Positionen und Aktionen der Extremitäten registriert – 1833 benutzte er auch die Bezeichnung ‚sechster Sinn‘ (sixth sense).[55] Etwa 25 Jahre nach der Einführung des Begriffes Kinästhesie durch Bastian bezeichnete der Neurophysiologe Charles Scott Sherrington derartige Bewegungsempfindungen 1906 alternativ als proprioceptive.[56] Propriozeption bedeutet wörtlich: die Inbesitznahme des Eigenen.[Anm. 19]

Der amerikanische Psychologe Edmund Burke Delabarre legte 1891 in Freiburg seine Dissertation Über Bewegungsempfindungen[57] vor, in der er zum Schluss kam, dass die eigene Bewegung das zentrale Organisationsprinzip alles Lebendigen sei, um die Wahrnehmung der Welt zu kontrollieren. In der Einleitung schrieb er:

„Die Aufgabe, die Bewegungsempfindungen von allen Seiten her einer möglichst eingehenden Untersuchung zu unterwerfen, ist keine unbedeutende. Die wichtige Rolle dieser Empfindungen in unserem gesammten [sic!] bewussten Leben ist immer anerkannt worden. Aber erst eine neuere Tendenz in der Psychologie sucht ihnen eine centrale [sic!] Rolle anzuweisen. Nach dieser Ansicht ist überhaupt keine Sinneswahrnehmung möglich, die nicht verbunden wäre mit der Wahrnehmung einer reflektorisch erregten peripheren Bewegung.“

Edmund Burke Delabarre (1891)[58]

Delabarre kehrte nach seinem Studium in Deutschland und Frankreich in die USA zurück und gründete an der Brown-Universität ein Psychologie-Labor.[59] Einer seiner Studenten in den frühen 1930er Jahren – Karl Ulrich Smith – machte sich mit Studien über die Bedeutung neurologischer Kontrollsysteme für das Sehen und für Lernprozesse einen Namen und stand später ebenfalls einem psychologischen Forschungslabor vor, dem in den frühen 1960er Jahren gegründeten Behavioral Cybernetics Laboratory der Universität von Madison (Wisconsin).[Anm. 20] Karl U. Smith ist Begründer und Hauptvertreter der Verhaltenskybernetik – eines Spezialgebietes der experimentellen Psychologie. Die Grundlagenforschung seines Institutes wurde zur maßgeblichen wissenschaftlichen Quelle für die Entwicklung der Kinästhetik.[Anm. 21]

„Die Wissenschaft der Verhaltenskybernetik hat das Thema „Erlernen von Bewegung“ […] breit erforscht. Zwischen 1945 und 1980 widmete sich Professor K. U. Smith an der Univeristy of Madison, Wisconin, diesem Thema. Er hat die Beziehung zwischen Bewegung und der Aufnahme von Sinnesreizen, zwischen der eigenen Bewegung und selbstkontrolliertem Lernen sowie zwischen der eigenen Bewegung und der Regulierung vitaler Prozesse erforscht. Seine Ergebnisse zeigen, dass die eigene Bewegung eine zentrale Rolle beim Lernen und für die Gesundheit auf allen Ebenen spielt.“

Lenny Maietta (2012)[33]

In Bezug auf das Verständnis des Menschen als eines informationsverarbeitenden Systems war das Paradigma der Rationalisten in der westlichen Welt lange Zeit vorherrschend gewesen:

„In einer kritischen Analyse des damaligen en vogue Begriffs von Verhalten, der sich ausschließlich mit der Beziehung eines ‚Outputs‘ zu einem ‚Input‘ beschäftigte, bemerkten sie, dass diese enge Definition den handelnden Organismus, seine spezifische Struktur und seine innere Organisation, die eben diese Beziehung erwirkt, völlig ignoriert.“

Heinz von Foerster (2001)[60]

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Reiz-Reaktions-Modelle, wie sie beispielsweise der klassische Behaviorismus[61] vertrat, allmählich von den zirkulären Erklärungsmodellen (Kreiskausalität) der Kybernetik (vgl. Homöostase, Biofeedback, Rückkopplung) und des radikalen Konstruktivismus (vgl. Autopoiesis) abgelöst, und durch ein systemtheoretisches Verständnis des Menschen als eines operational geschlossenen nicht-trivialen Systems[62] ersetzt. Ludwig von Bertalanffy veröffentlichte 1968 eine Allgemeine Systemtheorie, die versucht, auf der Grundlage des methodischen Holismus gemeinsame Gesetzmäßigkeiten in physikalischen, biologischen und sozialen Systemen zu finden und zu formalisieren.[63] Prinzipien, die in einer Klasse von Systemen gefunden werden, sollen auch auf andere Systeme anwendbar sein. Diese Prinzipien sind zum Beispiel: Komplexität, Gleichgewicht, Rückkopplung und Selbstorganisation. 1985 publizierte Heinz von Foerster eine kybernetische Erkenntnistheorie, d.h. eine Theorie des Wissenserwerbs auf der Grundlage der Kybernetik.[64]

„Kinästhetik ist angewandte Kybernetik.“

Frank Hatch (1984)[65]
Verhaltenskybernetik: Feedback-Kontrolle

Das kybernetische Verständnis lebender Systeme stieß in den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Bereichen auf Resonanz. Neben der Verhaltenskybernetik und der Kinästhetik fand es u. a. in der Lern- und Kommunikationstheorie Gregory Batesons, der soziologischen Systemtheorie Niklas Luhmanns, im Bereich Human Factors, der sich mit der sicheren und menschengerechten beziehungsweise gesundheitsgerechten Gestaltung von Produkten, Arbeitsmitteln und Arbeitssystemen befasst, sowie in der Neurobiologie durch Humberto Maturana und Francisco Varela eine spezifische Ausformung.

„Was immer wir in irgendeinem Bereich tun, sei es etwas Konkretes wie das Gehen oder etwas Abstraktes wie philosophische Reflexion, bezieht unseren gesamten Körper mit ein. Jedes Tun vollzieht sich nämlich durch unsere strukturelle Dynamik und durch unsere strukturellen Interaktionen. Alles, was wir tun, ist ein struktureller Tanz in der Choreographie der Koexistenz.“

Humberto R. Maturana; Francesco J. Varela (1984)[66]

Der Selbststeuerung wird als adäquate Subjektaktivität zur Steuerung lebenslanger Lernprozesse wachsende Bedeutung zugeschrieben.[67] Dabei wird in der Regel die Bedeutung aktiver Bewegung für Wahrnehmungsprozesse betont (siehe Eigenbewegung). Erkennen bedeutet laut Niklas Luhmann unterscheiden und bezeichnen: durch den rekursiven Vorgang des Operierens wird die Differenz von System und Umwelt stets im operierenden System selbst erzeugt. Alles Wahrnehmbare ist Eigenleistung (=Konstruktion) des operierenden Systems.[68] Dieses 'Anerkennen' der operationalen Autonomie ist ein Angelpunkt der Kinästhetik.[5]:27f.

Die Strukturelle Kopplung von Bewegungssystemen durch Körperkontakt ermöglicht demgemäß – beispielsweise beim gemeinsamen Bewegen zwischen Patient und Pflegeperson – unmittelbaren, kontinuierlichen und wechselseitigen Austausch von Bewegungsinformationen zwischen den Bewegungspartnern:

  • Das Wahrnehmen von Abweichungen im Spannungsaufbau: Erhöhter Muskeltonus wird z. B. als Widerstand wahrgenommen. Die Ursachen können physisch (funktionelle Einschränkungen, Steifigkeit, neuromuskuläre Störungen) und/oder psychisch (Angst vor Sturz, Schmerz, Überforderung) sein – die Pflegeperson passt die Bewegungsunterstützung entsprechend an
  • Bewegungslernen: Umgekehrt ist für Patienten das gleichzeitig-gemeinsame Bewegen mit der Pflegeperson (hinsichtlich Gewichtsverlagerung, Spannungsaufbau und Koordination) eine Informationsquelle, die helfen kann Bewegungsabläufe zu verbessern.

Die entsprechende Sensibilisierung für diesen Umstand ermöglicht es beispielsweise Pflegenden bei Patienten auch minimale Ressourcen „aufzuspüren“ und ein gemeinsames Tun zu gestalten, in dem der Patient diese Ressourcen einbringen, und sich als selbstwirksam erleben kann.[Anm. 22]

„Information über die Welt wird in einem Organismus durch seine Interaktionen mit der Welt erzeugt.“

Heinz von Foerster (1999)[69]

Literatur[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

Artikel[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Kinästhetik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. In der Fachliteratur wird auch auf die Bedeutung der vestibulären Wahrnehmung für die Propriozeption hingewiesen. z. B.: „Einen wichtigen Beitrag zur Propriozeption leistet das Vestibularorgan“ R. Schmidt, H.-G. Schaible: Neuro- und Sinnesphysiologie. Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 2006, S. 215, ISBN 3540257004, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. Der Neurophysiologe Arthur Prochazka von der Universität Alberta stellt online ein interaktives Rezeptor Modell zur Verfügung, welches die Frequenzen der Aktionspotentiale von Muskelspindeln und Golgi-Sehnenorganen in Ruhe und unter Bewegung darstellt. Die enorme Kapazität der kinästhetischen Sinnesorgane wird deutlich.
  3. Das englische Wort Kinaesthetics ist im deutschen Sprachraum gleichermaßen gebräuchlich, was vor allem dadurch zu erklären ist, dass die Begründer der Kinästhetik aus dem englischen Sprachraum stammen.
  4. „Eine kaum aufzulösende Schwierigkeit ist, dass viele Begriffe eine gewisse Programmatik enthalten, wie sie von der Wortbedeutung allein her nicht ableitbar ist, z. B. bei »Kinesiologie«. Nuancen in Begriffsunterscheidungen spiegeln sich oft in Schreibweisen, wie z. B. »Edu-Kinestetik« als Therapie eines bestimmten Instituts im Unterschied zum allgemeinen Begriff »Kinästhetik«. Dies wiederum markiert Abgrenzungslinien zwischen bestimmten Therapierichtungen und deren theoretischem Bezugssystem.“ in:  Marianne Wiedenmann: Handbuch Sprachförderung: Basiswissen- integrative Ansätze- Praxishilfen- Spiel- und Übungsblätter für den Unterricht, S. 314. Beltz Verlag, Weinheim 2007, ISBN 9783407831576.
  5. Im Herbst 1980 organisierten Maietta & Hatch die "First International Humanistic Psychology conference" in Saragossa.
  6. "My central thesis can now be approached in words: The pattern which connects is a metapattern. It is a pattern of patterns. It is that metapattern which defines the vast generalization that, indeed, it is patterns which connect." Bateson, G.: Mind and Nature. E. P. Dutton & Co 1979. S. 11
  7. Maietta nennt Gregory Bateson neben K. U. Smith und Moshé Feldenkrais als Mentor ihrer Dissertationsschrift, wobei Feldenkrais und Bateson noch vor der Fertigstellung verstarben. In der Danksagung ihrer Dissertation schreibt sie: This study is founded upon cybernetic systems theory. I am grateful to Dr. K.U. Smith, and the late Drs. Gregory Bateson and Moshe Feldenkrais for their personal and professional assistance in establishing the project's theoretical background in cybernetics. in: Maietta, L.: The effects of handling training on parent-infant interaction and infant development. Santa Barbara, The fielding institute, 1986 Diss. S. v
  8. a b Seit 1980 verfügte der ‚Verein für Kinästhetik‘ mit dem ‚Kinästhetik Bulletin‘ über eine Fachzeitschrift. In den insgesamt 16 Vereinsjahren erschienen 24 Bulletins. Das Kinästhetik-Bulletin ist als Wiederauflage bei der Stiftung lebensqualität, die das Archiv des Vereins für Kinästhetik verwaltet und aufbereitet, verfügbar. Die "Sonderausgabe" Nr. 16 mit der Erstbeschreibung der Kinästhetik-Konzepte kann dort auch einzeln bezogen werden.
  9. Auswahl von Organisationen/Trägern, die Kinaesthetics implementieren und weiterentwickeln. Zugriff: 22. November 2011
    Beispiele für Implementierung:
  10. Die Kinästhetik-Konzepte sind seit ihrer Erstbeschreibung (in: Verein für Kinästhetik (Hrsg.): Grundprinzipien. Kinästhetik – Bulletin, Nr. 16, 1990, S. 12–34) weitgehend unverändert in Verwendung, obwohl immer wieder einzelne Aspekte leichten Anpassungen und Veränderungen unterlagen und unterliegen. Im Vergleich älterer (siehe Literaturverzeichnis: F. Hatch, L. Maietta, S. Schmidt; S. 1992) und aktuellerer Kinästhetik-Publikationen (siehe Literaturverzeichnis: F. Hatch, L. Maietta: 2003, 2011) läßt sich dies gut nachvollziehen.
  11. "Fragt man also, wann ein Mensch mit seinem Vorstellen beginne, so wird die richtige Antwort sein, dann, wenn er die ersten Wahrnehmungen macht. Da keine Vorstellungen sich in der Seele zeigen, ehe die Sinne solche eingeführt haben, so verstehe ich, wie die Vorstellungen des Verstandes gleichzeitig sind mit der Sinneswahrnehmung, d.h. mit einem solchen Eindruck oder Bewegung an einem Theile des Körpers, welche eine Vorstellung in dem Verstande herbeiführt. Mit diesen Eindrücken, die unsere Sinne von äusseren Gegenständen erleiden, scheint die Seele sich zu beschäftigen und die Thätigkeiten zu üben, die man Vorstellen, Erinnern, Betrachten, Begründen u.s.w. nennt." J. Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. In vier Büchern. Berlin 1872, Band 2, Kapitel 1, § 23; S. 116
  12. „Die Beantwortung der Fragen, wer diese Formel vom nisi ipse intellectus letztlich als erster geprägt und von wem Leibnitz diese Formel übernommen hat, steht bis zur Stunde noch aus.“ In: W. Schüßler: Leibniz' Auffassung des menschlichen Verstandes. New York: De Gruyter, 1992, S. 81.
  13. Leibniz formulierte in seinen 1704 verfassten und posthum (1765) veröffentlichten Nouveaux essais sur l'entendement humain in der Form eines Gesprächs zwischen Philalèthe (Locke) und Théophile (Leibniz) eine eingehende und durchgängige Kritik an der von John Locke im Essai concerning Human Understanding (1690) vorgelegten Erkenntnis- und Sprachtheorie. Vgl. Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand. S. 82 (Zugriff: 12. August 2012)
  14. Wir finden in uns, sagt Locke (1690), ein Vermögen, einzelne Handlungen unseres Geistes und Bewegungen unseres Körpers blos durch einen Gedanken zu beginnen oder zu unterlassen, fortzusetzen oder zu beendigen. Hiermit ist der Spielraum der Fähigkeit, welche man als Wille bezeichnet, deutlich genug von einem Manne angegeben, den man den Vater unserer modernen Psychologie nennen kann.“ In: C. H. Bastian: Das Gehirn als Organ des Geistes. Brockhaus: Leipzig 1882. Theil 2. S. 220
  15. „Am Ende des 17. Jahrhunderts war Locke der Ansicht, daß I d e e n den Inhalt des Geistes ausmachen. Der Geist ist für ihn völlig passiv. Er ist nichts als eine leere Tafel, auf der die Erfahrungen des Individuums ihre Eindrücke hinterlassen. Wenn indessen diese Eindrücke oft wiederkehren, entweder unter den Verhältnissen der Gleichzeitigkeit, oder mit einer gewissen Ähnlichkeit, oder unter den von uns Ursache und Wirkung genannten Umständen, dann werden nach Locke diese Eindrücke oder Ideen komplexe Ideen bilden, deren Einzelelemente eine entschiedene Neigung haben, sich miteinander zu verknüpfen.
    Man behalte im Auge, daß für Locke der Geist absolut passiv ist. Daher muß jeder Mechanismus, durch den Ideen assoziiert werden, in den Ideen selbst liegen; aber durch alle Schriften Lockes zieht sich eine ungewöhnliche Abneigung, einen solchen Mechanismus näher zu beschreiben. […] Der dynamische Standpunkt, die Betrachtung der Bewegung, kam nicht in den Ingenieurwissenschaften oder in der Psychologie, sondern in der Astronomie zum Durchbruch, und zwar durch Newton, der nicht ein Vorgänger, sondern ein Zeitgenosse Lockes war.“ N. Wiener: Mensch und Menschmaschine. Athenäum Verlag: Frankfurt am Main, 1964. S. 71
  16. „Interessanterweise nimmt Ernst von Glasersfeld, der den Begriff 'Radikaler Konstruktivismus' einführte, John Locke (1632-1704) in die Reihe der Denker auf, die ihn beeinflusst haben. Glasersfeld sieht die Gefahr, Locke und andere Begründer des Empirismus […] als naive Realisten hinzustellen und ihnen zu unterstellen, sie glauben an eine Widerspiegelung der realen Welt durch Erfahrung.“ In: R. Heil: Systemische Pädagogik im Licht ihrer Ideengeschichte. Tectum Verlag, Marburg 1999, S. 12.
  17. Norbert Wieners Feedback-Kontroll-Theorie „besagt, dass die durch Bewegung ausgelösten Reaktionen von agierenden Organismen immer wieder genutzt werden, um neue Bewegungen in einem fortdauernden und sich ständig wiederholenden Prozess eines sensorisch-motorischen Austauschs zu initiieren. […] Diese Verhaltenstheorie betrachtet alle lebenden Systeme als Bewegungssysteme. Sie kommunizieren und lernen durch Folgen und Anpassen an die Bewegungen anderer lebender Systeme in ihrer Umgebung. Diese neue Vorstellung ermöglicht es, die Natur der lebenden Systeme sowie ihre gesunde Entwicklung aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Hierdurch kann auch ein solider Grundstein für einen Ansatz der Gesundheitsentwicklung innerhalb der Gesundheitspflege gelegt werden“ F. Hatch, L. Maietta: Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. München: Urban & Fischer 2003, 2. Auflage, ISBN 3-437-26840-6, S. 19.
  18. „Das kinästhetische Sinnessystem hat jedoch in der Psychologie bei weitem nicht die Aufmerksamkeit wie z. B. das visuelle Sinnessystem erlangt und ist nicht annähernd so gut untersucht. Die mangelnde Attraktivität als Forschungsgegenstand ist aber nicht begründbar. Erst mit der Fähigkeit zur Bewegung und der Umsetzung ziel- und zweckgerichteter Handlungen erlangt die Wahrnehmung der Außenwelt eine Bedeutung für den Organismus. Eine Voraussetzung zum Erlernen und erfolgreichen Ausführen dieser Bewegungen ist die Wahrnehmung der eigenen Gliedmaßenbewegungen. Die kinästhetische Wahrnehmbarkeit der eigenen Gliedmaßenbewegung […] wird auf psychophysischer Seite bis heute jedoch kaum beachtet, weit unterschätzt, oder in Frage gestellt.“ In: S. Müller: Psychophysik willkürlicher Bewegungen. Kinästhesie der Geschwindigkeit. Eine neuartige Methode zur erstmaligen Erhebung von Unterschiedsschwellen in der kinästhetischen Wahrnehmung der Geschwindigkeit von willkürlich ausgeführten Armbewegungen. Dissertation, Universität Düsseldorf, 2001, S. 2 (Zugriff: 14. August 2012)
  19. Zum propriozeptiven System zählte Sherrington neben den Muskel- und Gelenkrezeptoren auch das vestibuläre System.
  20. Smith gedenkt Delabarre u. a. im Vorwort von Cybernetic Principles of Learning and Educational Design: „We wish to acknowledge particularly the influences of the late Professor E. B. Delabarre of Brown University […] whose interests in the motor aspect of response and in the multidimensionality of motion have served as continuing stimulating guides in our search for meaningful concepts of human behavior.“ K. U. Smith, M. F. Smith: Cybernetic Principles of Learning and Educational Design. Holt, Rinehart and Winston, Inc.: New York, 1966, S. X.
  21. „Smith’s Behavioral Cybernetics Laboratory operating at the University of Wisconsin throughout the 1960s and the first half of the 1970s produced the largest body of data, to date, on self-regulatory control processes in biobehavioral systems.“ D. J. Delprato: External Control to Self-Control. In: W. A. Hershberger: Volational Action. Conation and Control. North Holland: Amsterdam, 1989, ISBN 0-444-88318-5, S. 454.
  22. „Die Kinästhetik in den Pflegeprogrammen ist nicht immer als Beitrag zur Förderung der Gesundheitsentwicklung von Patienten wie auch vom Gesundheitspersonal verstanden und berücksichtigt worden. Als die Kinästhetik-Kurse Mitte der 80er Jahre erstmals für die berufsbegleitende Fortbildung der Pflegenden in der Schweiz und in Deutschland angepasst wurden, schien das Hauptinteresse lediglich der erhofften Wirkung zu gelten, welche dieser Kurse für die Reduzierung von arbeitsbedingten Rückenverletzungen bei Pflegenden beitragen würden. [...] Diese nur auf die Aspekte der Vorbeugung gegen Verletzungen konzentrierte Aufmerksamkeit in den Pflegekursen für Kinästhetik war für uns eine Überraschung. Wir hatten zwar von Anfang an beabsichtigt, auch solche praktischen Fähigkeiten zu unterrichten, die aus unserer Sicht Verletzungen bei Pflegenden verhindern können. Doch eigentlich bestand unsere primäre Absicht darin, ein Programm vorzustellen, das einen Beitrag zu den Fähigkeiten der Patienten zur Gesundheitsentwicklung leistet. Es hat schon etwas länger gedauert, bis die Kinästhetik-Programme als effektive Möglichkeit anerkannt wurden, Patienten bei der Entwicklung ihrer Gesundheit eine Hilfestellung zu bieten.“ F. Hatch, L. Maietta: Kinästhetik. Gesundheitseintwicklung und menschliche Aktivitäten. 2. Auflage, Urban & Fischer, München 2003, ISBN 3-437-26840-6, S. XV.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Maren Asmussen: Praxisbuch Kinaesthetics. Erfahrungen zur individuellen Bewegungsunterstützung auf Basis der Kinästhetik. München: Elsevier, 2006, ISBN 3-437-27570-4 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. a b Ostermann, Theresia (2010): MH Kinaesthetics ® und Salutogenese ein Beitrag zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung. Medizinische Universität Graz, Universitätslehrgang Public Health, Master’s-Arbeit (Zugriff: 11. November 2011; PDF-Datei; 1,53 MB)
  3. a b Duden (2005): Das Fremdwörterbuch. Leipzig-Mannheim (S. 928), ISBN 3411040580
  4. Henry Charlton Bastian:The brain as an organ of mind. London: Keagan Paul, 1880, S. 543. (Zugriff: 11. November 2011)
  5. a b c F. Hatch, L. Maietta: Kinästhetik. Gesundheitsentwicklung und menschliche Aktivitäten. München: Urban & Fischer, 2. Auflage, 2003, ISBN 3-437-26840-6
  6. a b c d e Hatch, F.; Maietta, L.; Schmidt, S.: Kinästhetik. Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Pflege. 4., überarb. Auflage. DBfK Verlag, Eschborn 1996, ISBN 3-927944-02-5
  7. Hatch, F. W.: A behavioral cybernetic interpretation of dance and dance culture. Madison, University of Wisconsin, 1973 Diss. (Zugriff: 28. November 2011)
  8. Maietta, L.: The effects of handling training on parent-infant interaction and infant development. Santa Barbara, The fielding institute, 1986 Diss. (Zugriff: 28. November 2011)
  9. Verein für Kinästhetik (Hrsg.). (1990). Kinästhetisches Lehrmodell. Kinästhetik – Bulletin, 16, S. 8–10.
  10. vgl. Müller, A.: Das Muster, das verbindet. In: Pörksen, B. (Hrsg.): Schlüsselwerke des Konstruktivismus. Springer VS - Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011 1. Auflage, ISBN 978-3531171487, S. 124–142.
  11. a b c 30 Jahre Kinaesthetics – 3 Phasen einer 'bewegten' Geschichte. (Zugriff: 18. August 2012)
  12. Zwyssing, P. (2010). Verein für Kinästhetik. Die Geschichte 1980–1998. Siebnen: Stiftung Lebensqualität.
  13. Hatch, F.; Maietta, L.; Schmidt, S.: Kinästhetik. Interaktion durch Berührung und Bewegung in der Pflege. DBfK Verlag, Eschborn 1992, ISBN 3-927944-02-5.
  14. Kinästhetik / Kinaesthetics – Organisationen / Anbieter (Zugriff: 24. Dezember 2013)
  15. Stiftung Lebensqualität (Hrsg.): Lebensqualität. Die Fachzeitschrift für Kinaesthetics und Lebensqualität. Siebnen: Verlag Lebensqualität ISSN 1663-8700 (Zugriff: 23. Juli 2012)
  16. http://kinaesthetics.com (Zugriff: 13. November 2011)
  17. Berner Fachhochschule – Kompetenzzentrum Gerontologie (Zugriff: 24. Dezember 2013)
  18. http://kinaesthetics.com (Zugriff: 17. April 2014)
  19. R. Widmoser: Kinästhetik – Gesundheitsentwicklung in der Hauskrankenpflege. 2004(Zugriff: 12. Juli 2012; PDF-Datei; 195 kB)
  20. M. Schmidbauer: Gesundheitsförderung mit Kinaesthetics. In: Österreichische Pflegezeitschrift. 06/11. (Zugriff: 6. Juli 2012)
  21. L. Maietta: Die Wirkung von Immobilisation: Traditionelle Prävention und der Beitrag von Maietta-Hatch-(MH-)Kinaesthetics. In: Intensiv. Fachzeitschrift für Intensivpflege und Anästhesie. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, Band 16, Nummer 1, 2008, S. 24–30, ISSN 0942-6035
  22. Gemeinsame Kinästhetik-Fortbildung für Ergo- und Physiotherapieschüler. (Zugriff: 6. Juni 2013)
  23. 21. Juni 2012: Preisverleihung Bundesweiter Ideenwettbewerb „Gesunde Pflegeausbildung“ (Zugriff: 21. Juni 2012)
  24. 1. Preis im Ideenwettbewerb "Gesunde Schule" !!! (Zugriff: 9. Juli 2012)
  25. a b c  Susanne Schewior-Popp (Hrsg.): Thiemes Pflege: das Lehrbuch für Pflegende in Ausbildung. 11., vollst. überarb. und erw. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-13-147551-0.
  26. a b c d  Annette Heuwinkel-Otter (Hrsg.): Menschen pflegen,. Bd. 1. Pflegeprinzipien, Fachabteilungen, Beruf und Karriere, Springer Verlag, Heidelberg, Berlin 2006, ISBN 978-3-540-23507-1.
  27. a b c  Nicole Menche, Arne Schäffler (Hrsg.): Pflege heute. 5., vollst. überarb. Auflage. Elsevier, Urban und Fischer Verlag, München 2011, ISBN 978-3-437-26773-4.
  28. Clauss, Karolina: Kinästhetik - Bewegungsförderung. In: Fiedler, Ch. (Hrsg.): Pflegewissen Stroke Unit. Für die Fortbildung und die Praxis. Springer-Verlag: Berlin, Heidelberg 2013. Seite 159-166 ISBN 978-3-642-29994-0
  29. V. Hantikainen: Kinaesthetics als komplexe Intervention. Eine Herausforderung für die Pflegeforschung. 3-Länderkonferenz Pflege- & wissenschaft, Konstanz 20. September 2011. (Zugriff: 16. September 2012)
  30. G. Steinwidder: Die Bewegungsunterstützung nach Kinästhetik für erwachsene PatientInnen mit Bewegungseinschränkungen durch Pflegepersonen. 2008 (Zugriff: 19. November 2011; PDF-Datei; 974 kB)
  31. M. Kaufmann: Funktionsweise von Kinaesthetics. Eine neurobiologische und kybernetische Annäherung. Dissertation, Universität Salzburg, 2007, S. 204; vgl. M. Kaufmann: Der Bewegungssinn und seine Bedeutung für Lernprozesse. Teil 1 | Teil 2 In: Stiftung Lebensqualität (Hrsg.): Lebensqualität. Fachzeitschrift für Kinaesthetics und Lebensqualität. Siebnen: Verlag Lebensqualität, 2007(2+3), ISSN 1663-8700
  32. F. Hatch, L. Maietta: The role of kinesthesia in pre- and perinatal bonding. In: Journal of Prenatal & Perinatal Psychology & Health. Band 5, Nummer 3, 1991, S. 253–270.
  33. a b L. Maietta: Kurz, aber kompetent. In: JuKiP - Ihr Fachmagazin für Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, Band 1, Nummer 2, S. 80–84, ISSN 1439-2569
  34. F. Hatch, L. Maietta: Kinaesthetics Infant Handling. Huber, Bern 2., durchges. Auflage, 2011, ISBN 3-437-26840-6.
  35. Maturana, H. R.; Varela, F. J. (2011): Der Baum der Erkenntnis. Fischer Verlag: Frankfurt am Main 3. Auflage, ISBN 978-3596178551.
  36. z. B.Badische Zeitung am 17. Dezember 2008: Sozialstation bietet Kurs an. Spaß an Bewegung bis ins hohe Alter. Abgerufen am 26. November 2011.
  37. Kinaesthetics Gesundheit am Arbeitsplatz (Zugriff: 1. Juli 2012)
  38. Kinaesthetics (Kinästhetik) – In der Anwendung. (Zugriff: 1. Juli 2012)
  39.  Lothar Ullrich, Dietmar Stolecki, Matthias Grünewald (Hrsg.): Intensivpflege und Anästhesie, S. 205. Thieme Verlag, Stuttgart 2005.
  40. a b c d e f T. Buchholz: Kinästhetik. In: S. Wied, A. Warmbrunn (Hrsg.): Pschyrembel Pflege. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-025855-4
  41. A. A. Cortés: ¿Pueden la sensibilidad y movilidad servir por sí solas de caracteres distintivos entre el reino animal y el vejetal? Madrid, Universidad Central, Facultad de medicina, 1866, Diss. (S. 13) (Zugriff: 24. November 2011; PDF-Datei; 1,24 MB)
  42. B. Russell: Denker des Abendlandes. München: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag 1992, ISBN 3-423-11469-X, S. 292.
  43. Aristoteles: Aristoteles' drei Bücher über die Seele. Übers. und erläutert von J. H. v. Kirchmann. Berlin: L. Heimann Verlag 1871. S. 187f. (Zugriff: 22. August 2012)
  44. Thomas de Aquino: Quaestiones disputatae de veritate. q. 2, art. 3, arg. 19, 1259, (Zugriff: 15. August 2012)
  45. vgl. Paul F. Cranefield: On the Origin of the Phrase NIHIL EST IN INTELLECTU QUOD NON PRIUS FUERIT IN SENSU. In: Journal of the History of Medicine and Allied Sciences. Oxford University Press, Band 25, Nummer 1, 1970, S. 77–80.
  46. E. B. de Condillac: Traite de sensations. de Bure. London, 1754 Band 1 | Band 2
  47. G. Berkeley:An Essay Towards a New Theory of Vision. Dublin, 1709 (PDF-Datei; 10,44 MB) S. 148–165.
  48. E. B. Condilac: Abhandlung über die Empfindungen. Berlin: Contumax, 2010, ISBN 978-3-8430-6431-6, S. 88.
  49. N. Wiener: Mensch und Menschmaschine. Kybernetik und Gesellschaft. Frankfurt am Main: Athenäum Verlag, 1964, S. 63 f.
  50. G. T. Fechner: Elemente der Psychophysik. Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1860. Band 1: eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, Band 2: eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  51. E. H. Weber: De Pulsu, Resorptione, Auditu Et Tactu. Annotationes Anatomicae Et Physiologicae. Koehler, Leipzig, 1834, S. 159 (Zugriff: 14. August 2012)
  52. vgl. E. H. Weber: Die Lehre vom Tastsinne und Gemeingefühle auf Versuche gegründet. Vieweg, Braunschweig 1851. Folgende Ausgabe ist als Volltext online verfügbar: E. H. Weber: Tastsinn und Gemeingefühl. Leipzig: Wilhelm Engelmann 1905. (Zugriff: 14. August 2012)
  53. E. H. Weber:Tastsinn und Gemeingefühl. Leipzig: Wilhelm Engelmann, 1905, S. 147 (Zugriff: 14. August 2012)
  54. C. Bell: An exposition of the Natural System of the Nerves of the Human Body with a Republication of the Papers Delivered to the Royal Society, on the Subject of Nerves. Spottiswoodle, London 1824.
  55. C. Bell: The Hand Its Mechanism and Vital Endowments as Evincing Designs. London: William Pickering, 1833
  56. C. S. Sherrington: On the proprioceptive system, especially in its reflex aspects. In: Brain. Band 29, 1906, S. 467–482.
  57. E. B. Delabarre: Über Bewegungsempfindungen. Dissertation, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. B., Philosophische Fakultät (Zugriff: 24. November 2011)
  58. E. B. Delabarre: Über Bewegungsempfindungen. Dissertation, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. B., Philosophische Fakultät, 1891, S. 1
  59. vgl. Encyclopedia Brunonia (Zugriff: 28. November 2011)
  60. H. von Foerster, B. Pörksen: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker. 4. Auflage, Heidelberg: Carl Auer-Systeme Verlag, 2001, ISBN 978-389-670096-4, S. 108.
  61. J. B. Watson: Psychology as the behaviorist views it. In: Psychological Review 20 (1913), S. 158–177 (Zugriff: 6. Juni 2013; PDF; 1,0 MB)
  62. Information zum Unterschied zw. trivialen Systemen und nicht-trivialen Systemen und darüber, wie Systeme interagieren
  63. L. v. Bertalanffy: General System Theory. Foundations Development Applications. New York: George Braziller, 1968.
  64. H. von Foerster: Sicht und Einsicht: Versuche zu einer operativen Erkenntnistheorie. Vieweg Verlag: Braunschweig, 1985.
  65. Verein für Kinästhetik (Hrsg.): Kinästhetisches Lehrmodell. Kinästhetik – Bulletin, Band 7, 1984, S. 37
  66. Maturana, H. R.; Varela, F. J.: Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens. Bern: Scherz Verlag, 2010 3. Auflage, ISBN 978-3-596-17855-1, S. 267.
  67. Walber, M.: Selbststeuerung im Lernprozess und Erkenntniskonstruktion: eine empirische Studie in der Weiterbildung. Münster: Waxmann Verlag, 2007, ISBN 978-3-8309-1888-2, S. 11.
  68. vgl. Luhmann, N.: Erkenntnis als Konstruktion. Bern: Benteli Verlags AG 1988, ISBN 3-7165-0657-5, S. 14.
  69. H. von Foerster: Sicht und Einsicht. Versuche zu einer operativen Erkenntnistheorie. Heidelberg: Carl Auer-Systeme Verlag, 1999, ISBN 3-89670-094-4, S. 47.
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