Kindberg

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt in Österreich; für den schwedischen Pädagogen und Bryologen siehe Nils Conrad Kindberg.
Kindberg
Wappen von Kindberg
Kindberg (Österreich)
Kindberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Kfz-Kennzeichen: BM (ab 1.7.2013; alt: MZ)
Fläche: 90,51 km²
Koordinaten: 47° 30′ N, 15° 27′ O47.50444444444415.448888888889565Koordinaten: 47° 30′ 16″ N, 15° 26′ 56″ O
Höhe: 565 m ü. A.
Einwohner: 8.243 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8643, 8644, 8650, 8652, 8653
Vorwahl: +43 3865
Gemeindekennziffer: 6 21 41
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 44
8650 Kindberg
Website: www.kindberg.at
Politik
Bürgermeister: Christian Sander (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
17
6
2
17 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Kindberg im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
Aflenz Breitenau am Hochlantsch Bruck an der Mur Kapfenberg Kindberg Krieglach Langenwang Mariazell Mürzzuschlag Neuberg an der Mürz Pernegg an der Mur Sankt Barbara im Mürztal Sankt Lorenzen im Mürztal Sankt Marein im Mürztal Spital am Semmering Stanz im Mürztal Thörl Tragöß-Sankt Katharein Turnau SteiermarkLage der Gemeinde Kindberg im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ansichtskarte um 1900 mit dem Hinweis auf die Sommerfrische Kindberg
Ansicht von Kindberg vom Kalvarienberg aus 2010 im Vergleich

Kindberg ist eine Stadt mit 8243 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im österreichischen Bundesland Steiermark (Gerichtsbezirk Mürzzuschlag und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag). Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurden 2015 die Gemeinden Allerheiligen im Mürztal und Mürzhofen eingemeindet[1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kindberg liegt im Mürztal ca. 17 km nordöstlich der Bezirkshauptstadt Bruck an der Mur und ca. 20 km südwestlich von Mürzzuschlag. Im Süden befinden sich die Fischbacher Alpen und im Norden die Mürztaler Alpen, ein bewaldetes Mittelgebirge am Südfuß des nordalpinen Hochgebirges mit den Aflenzer Staritzen und der Veitschalpe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Allerheiligen, Edelsdorf, Herzogberg, Jaßnitztal, Kindberg, Kindbergdörfl, Kindthal, Kindthalgraben, Mürzhofen und Sölsnitz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet um Kindberg war unter den Kelten, Römern und Slawen nur dünn besiedelt. Im 8. Jahrhundert ließen sich die ersten bayrischen Siedler im Mürztal nieder. Eine intensivere Besiedlung und Rodung erfolgte im 12. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung von Kindberg um 1172 „Chindeberch“; seit dem 14. Jahrhundert Eisengewerbe, ab dem 18. Jahrhundert Sensenerzeugung. Gotische Pfarrkirche (1773/74), barockisiert; Wandmalereien 1948; von Resten einer mittelalterlichen Wehrmauer umgeben; Kalvarienberg mit Kirche (1674–1686); gotisch-barocke Kirche heiliger Georg; Barockschloss Oberkindberg (vor 1680, Umbau 1773/74, seit 1980 Montan- und Heimatmuseum), Stuckdecken; Schloss Hart (1523); Gewerkenschloss Kindtal (18. Jahrhundert).

Durch den Verkehr auf der „Venedigerstraße“ über den Semmering nach Wien begünstigt, erfolgte 1281 die Markterhebung durch Rudolf von Habsburg. Seit 1982 besitzt Kindberg das Stadtrecht.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
Wahlbeteiligung: 75,36%
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
65,38 %
(-5,54 %p)
26,52 %
(+7,31 %p)
8,10 %
(-1,77 %p)
2005

2010


Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappenbild geht auf eine Sage zurück, die besagt, dass ein Kind, das durch ein Hochwasser mitgerissen wurde, völlig unversehrt in Kindberg angespült wurde. Man fand es dort auf einer Wiese sitzend und mit einer Blume spielend vor.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kindberg

Ortsbildgestaltung[Bearbeiten]

Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Kindberg 2003 mit einer Goldmedaille und 1997 mit einer Silbermedaille in der Kategorie Stadt ausgezeichnet. [3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts gewann der Fremdenverkehr große Bedeutung für die Region. Kindberg wurde zum bekannten Ort für die Sommerfrische.

Die Eisenindustrie, die lange Zeit das Ortsbild von Kindberg und der Region prägte, entwickelte sich aus einem Hammerwerk in Aumühl, das heute zur VOEST-ALPINE AG gehört. Um die wirtschaftlichen Probleme in der Eisenindustrie Ende des 20. Jahrhunderts zu kompensieren, war man bestrebt vermehrt Betriebe der elektronischen Industrie anzusiedeln.

Verkehr[Bearbeiten]

Kindberg liegt an der Semmering Schnellstraße S 6 und an der Südbahn, welche die Verkehrsanbindung an den Wirtschaftsraum in Niederösterreich und Wien im Nordosten und an Italien und Slowenien im Süden bilden.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • voestalpine Tubulars, ein Unternehmen der VOEST-ALPINE AG, das Nahtlosstahlrohre erzeugt.
  • Bäckerei Pelz GmbH in der Wienerstraße, einer der einzigen Betriebe, welcher größtenteils ohne Konservierungsstoffe Brot und Gebäck erzeugt. [2]-->

Bildung[Bearbeiten]

In der Stadt Kindberg existiert eine Volksschule. Ebenso hat Kindberg zwei Hauptschulen, die Jakob Eduard Schmölzer Hauptschule und die A. Musger Hauptschule, die sich jeweils im gleichen Gebäudekomplex befinden.[4] Das Bundesoberstufenrealgymnasium (kurz BORG) bietet am Ort die Matura an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Johann Oberhammer (* 1879 in Kindberg; † 1956), oberösterreichischer Politiker und Wiener Bankdirektor
  • Anton Weber (* 1878 in Kindberg; † 1950), Wiener Politiker
  • Peter Graf (* 1886 in Kindbergdörfl; † 1977), Bürgermeister von Klagenfurt von 1952 bis 1957

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Schlaipfer: Die Aumühl. Geschichte und Geschichten eines obersteirischen Industriestandortes und seiner Bevölkerung. Eigenverlag, Kindberg 1991.
  • Karl Schöberl, Gerhard Schuller: Kindberg 1232-1982. Vom alten Markt zur jungen Stadt. Stadtgemeinde Kindberg, Kindberg 1982, (Teil A: Kindberg in historischer Schau von Karl Schöberl; Teil B: Das Kultur- und Vereinsleben in Kindberg).
  • Karl Schöberl: Kindberg. Vom Anbeginn bis 1918. Eigenverlag, Kindberg 2008.

Sonstiges[Bearbeiten]

Kindberg wurde 2003 zur schönsten Blumenstadt Europas gewählt.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kindberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3. http://www.blumenbuero.or.at/
  4. [1] Informationsseite der Schule zur Chronik, Stand: 26. Juni 2010