Kinder Überraschung
Kinder Überraschung ist ein Produkt der italienischen Firma Ferrero. Weitere Bezeichnungen sind in Deutschland die allgemeine Bezeichnung Überraschungsei (kurz: Ü-Ei) und im Ausland Kinder Surprise, Kinder Sorpresa (dort umgangssprachlich auch Kinder Egg oder Sorpresa).
Das Ei besteht aus 20 Gramm Schokolade in Form einer zweilagigen Hülle, außen braun, innen weiß. Im Inneren des Eies befindet sich in einer ebenfalls eiförmigen, meist gelben Plastikverpackung eine Gimmick-Figur oder ein Spielzeugschnellbausatz. Einige der Figuren aus den Überraschungseiern sind bei Sammlern begehrt.
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Geschichte [Bearbeiten]
Kinder-Überraschung gibt es in Deutschland seit 1974. Das Markenzeichen des Ü-Eis, der rotweiße Eiermann „Üi“, entstand 1981 und ist nicht nur in Deutschland bekannt. Er sieht wie das Original aus und besaß Mitte der 1980er Jahre noch weiße Zähne, die Kunden zum Kauf des Produkts bewegen sollten. Da anfänglich der Bar-Code auf den Eiern schlecht zu lesen war, stand der „Ü-Ei-Mann“ an jeder Kasse mit dem entsprechenden Code auf der Fußsohle. Es gab allerdings auch schon vor 1981 ein Ü-Ei-Werbemaskottchen, das die Überraschungen anpries. Das Maskottchen stellte einen spielenden Jungen mit blauer Arbeitshose und (grün-)weißem T-Shirt dar. Diese Figur war später (ca. 1986) auch selbst als Spielzeug (Steckfigur – Satz bestehend aus vier Figuren) im Überraschungsei.
Seit 2006 werden die Ü-Eier im Sommer vom Produkt Kinder Joy „vertreten“. Trotzdem sind in manchen Verkaufsstellen auch im Sommer noch Ü-Eier-Restposten zu erwerben.
Des Weiteren gibt es die größeren Maxi-Eier von Ferrero, die dem Ü-Ei ähneln und ebenfalls gesammelt werden.
Zu Ostern und Weihnachten sind spezielle Sonderpackungen mit vier und sechs Überraschungseiern in Deutschland erhältlich. Des Weiteren gibt es Dreierpackungen und zwei Adventskalender, die ebenfalls Sonderfiguren enthalten.
2012 wurde ein rosafarbenes Überraschungsei für Mädchen in den Handel gebracht.[1]
Figuren und sonstige Spielzeuge [Bearbeiten]
Ferrero bringt jedes Jahr weltweit etwa 20 neue Figurenserien und etwa 150 zusammenbaubare Spielzeuge auf den Überraschungseimarkt. Die erste handbemalte, fortlaufende Figuren-Serie war 1981–1983 die Schlumpf-Serie „Erkennst du deinen Schlumpf“. Davor gab es bereits andere Hartplastikfiguren, die ebenfalls handbemalt ins Ei kamen, so z. B. Robin Hood, Alice im Wunderland und viele weitere Disney-Serien. In späteren Jahren folgten verschiedene Serien, deren Namen immer aus einer Alliteration gebildet wurden, wie Teenie Tapsi Törtels, Happy Hippos, Crazy Crocos, Dapsy Dinos, Peppy Pingos, Drolly Dinos oder Funny Fanten, die allesamt von dem Designer André Roche aus München kreiert wurden, aber auch die Happy Frogs, die Mega-Mäuse und noch einige mehr. Dabei wird unterschieden zwischen Lizenzserien (vor allem in Lizenz von Disney, aber auch Pumuckl und Biene Maja) und speziell für Ferrero entwickelten Figurenserien, die immer häufiger auch für eigene Ferrero-Produkte werben. In den letzten Jahren hat Ferrero jeweils zu Weihnachten Figurenserien herausgebracht, die mit aktuellen Kinofilmen im Zusammenhang stehen, wie zum Beispiel die dreiteilige Figurenserie zu der Film-Trilogie Der Herr der Ringe oder die Figuren der Simpsons Comics.
Inhalte als Sammlungsgebiet [Bearbeiten]
Durch Schütteln, Wiegen und Horchen, bei ausländischen Ü-Eiern auch durch Vergleichen der Nummern an den Seiten, versuchen Sammler bereits vor dem Kauf auf den Inhalt des Eis zu schließen, was bei professionellen Sammlern eine Erfolgsrate von über 75 % erreicht.
Wegen der teilweise hohen Preissteigerungen vor allem bei den älteren Figuren (zum Beispiel Hüpfschlumpfinchen) gibt es seit einigen Jahren Fälschungen von Zubehör zu Figuren und sogar ganzen Figuren. Auch Beipackzettel und Puzzles werden bevorzugt gefälscht und vertrieben. Gefälscht werden jedoch längst nicht mehr nur ältere Figuren, auch neuere Figuren wie z. B. die Sonderedition der Figur „Dark Laser“ werden übermalt. Ähnlich wie bei Briefmarken gibt es bei den Ü-Eiern Preiskataloge, die jährlich aktualisiert werden, um Sammlern eine grobe Orientierung zu geben, wie viel ihre Figur tatsächlich wert ist. Allerdings gilt dieser Wert nur als grober Richtwert. Der realistische Marktpreis liegt je nach Alter der Figur in etwa bei 30–60 % des Katalogpreises und wird in der Regel frei ausgehandelt.
Die weltweit größte Börse findet viermal jährlich in Dreieich statt. Daneben gibt es viele kleinere Börsen, z. B. in Hamburg, Berlin, Hamm, Oberhausen, Klein-Gerau und Regensburg.
Jährlich erscheint der „O-EI-A Preisführer“, der seit 2012 den einzigen Wertkatalog für Überraschungsei-Figuren darstellt.
Kritik [Bearbeiten]
- Obwohl Nahrungsmittel und Spielzeug in einem, wird es in Deutschland umsatzsteuerrechtlich als reines Nahrungsmittel behandelt und mit 7 % versteuert. Diese Besteuerung wurde bereits wiederholt in Frage gestellt.
- In Deutschland wies die Kinderkommission des Deutschen Bundestages im Juli 2008 auf das besondere Gefahrenpotential hin, das die Kombination aus Spielzeug und Nahrungsmitteln berge, da Kindern dadurch die Unterscheidung zwischen essbaren und nichtessbaren Teilen erschwert werde.[2]
- In den USA sind schon seit 1938 Süßwaren verboten, in die ein „nicht essbares Objekt eingeschlossen ist“. Der Import in die USA wird für Privatpersonen mit bis zu 2.500 US-Dollar (ca. 1.930 Euro) Strafe belegt, was oftmals unbekannt ist.[3] Die U. S. Food and Drug Administration unterstützt das Verbot aufgrund der Gefahr für Kleinkinder ausdrücklich.[4]
- In Kanada tragen Ü-Eier einen Aufdruck, der besagt, dass sie in den USA nicht verkauft werden dürfen.
- Die Firma Candy Treasures aus New Jersey brachte 2013 das sehr ähnliche Produkt Choco Treasures heraus. Die Kapsel teilt die Schokolade von außen sichtbar in zwei Teile, so dass für jedermann erkennbar ist, dass sich nicht essbare Teile im Ei befinden. Alle Überraschungen sind von der US-Konsumentenschutzbehörde für Kinder jeden Alters freigegeben, wobei Candy Treasures die Eier erst für Kinder ab drei Jahren empfiehlt, weil der Zusammenbau für jüngere zu schwer und damit „frustrierend“ sein kann. Um das Öffnen der Kapsel leicht zu gestalten existiert ein unübersehbarer Button mit der Aufschrift „Press to Open“. Von der Firma gibt es, auch auf der Homepage, großes Lob für das Original von Ferrero, da es ja keine Konkurrenz ist.[3]
Literatur [Bearbeiten]
- Michael Graf, Michael Steiner: Das Ei mal Eins – Allerlei zum Thema Ei, Fantasia, Dreieich 2007, ISBN 3-935976-48-8
- Michael Graf: Das Fälschungsbuch – Katalog zur Erkennung von Fälschungen rund ums Ü-Ei, Fantasia, 2010, ISBN 978-3-935976-63-3
- Holger Jenrich: Das Gelbe vom Ei – Ein Überraschungsbuch, Ehrenwirth, Bergisch Gladbach 2007, ISBN 3-431-03714-3
- Andre Feiler: O-EI-A Preisführer 2012 Feiler Verlag, Bremen 2012, ISBN 3-9813582-2-8
- Stefan Jagusch, Monika Jagusch, Dieter Ehlers: Unterschiede aus dem Ei, XinXii 2012.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Stuttgarter Zeitung, Katharina Sorg: Mädels, wir brauchen Ü-Eier!, 23. Juli 2012
- ↑ Stellungnahme der Kinderkommission des Deutschen Bundestages zum Thema „Kinder und Alltag”, 28. Juli 2008, abgerufen am 21. Dezember 2012
- ↑ a b Überraschungsei trickst Behörden aus. In: orf.at. 23. März 2013, abgerufen am 23. März 2013.
- ↑ vgl. z. B. CBCnews.ca: Woman's candy egg seized at border. In: ca.news.yahoo.com. 10. Januar 2011, abgerufen am 23. März 2013 (englisch).