Kinderklavier

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Kinderklavier der Firma Goldon

Das Kinderklavier, auch Toy piano oder Spielzeugklavier genannt, ist ein Musikinstrument (ursprünglich als Kinderspielzeug gedacht), bei dem Stahlstäbe über eine (oft vereinfachte) Klaviatur mit kleinen Klötzchen aus Holz (manchmal auch aus Kunststoff) angeschlagen werden. Eine Dämpfung der Töne gibt es meistens nicht.

Kinderklaviere haben die Form von Klavieren oder von Flügeln. Der Tonumfang beträgt je nach Modell zwischen wenigen Tönen und vier Oktaven. Die Töne der Instrumente resp. der Klaviatur entsprechen nicht immer den tatsächlichen Tonhöhen (dann wird z. B. mit der Taste c eines Kinderklaviers ein f angespielt). Viele Instrumente sind diatonisch.
Abhängig vom Hersteller gibt es große Unterschiede im Klang, der Mechanik, dem Aussehen und der Verarbeitungsqualität. Bekannte Hersteller sind Schoenhut (seit 1872) und Jaymar (inzwischen von Schoenhut gekauft). Beide Unternehmen befinden sich in den USA. In Deutschland werden Kinderklaviere von der Firma Goldon hergestellt, in Frankreich von Michelsonne.

Lange Zeit blieb das Kinderklavier von Komponisten unbeachtet. 1948 schrieb John Cage seine Suite for Toy piano. Seit Mitte der 1970er-Jahre setzt der Pianist Bernd Wiesemann das Kinderklavier regelmäßig in Konzerten ein. Mit ihm erschien auch 1993 die erste Kinderklavier-CD.

Kompositionen für Kinderklavier gibt es unter anderem von John Cage, Carlos Cruz de Castro, Ratko Delorko, Oscar van Dillen, Michael Denhoff, Karlheinz Essl, Shigeru Kan-no, Harold Gramatges, Andreas Kunstein und Bernd Wiesemann. In Ensemblekompositionen haben z. B. George Crumb, Moritz Eggert, David Graham und Aaron Jay Kernis das Kinderklavier eingesetzt.

Auf Kinderklavier spezialisierte Pianisten sind z. B. Bernd Wiesemann, Margaret Leng Tan, Isabel Ettenauer, Phyllis Chen und Wendy Mae Chambers.

Schroeder aus dem Comic strip Peanuts ist ein leidenschaftlicher Kinderklavierspieler. Sein Instrument ist diatonisch, was in einem Strip zu der Frage führt, wie er denn perfekt Beethoven spielen könne, wenn die schwarzen Tasten nur aufgemalt seien.

2005 riefen Matt Malsky und David Claman The Extensible Toy Piano Project aus, einen internationalen Kompositionswettbewerb, zu dem sie Kinderklavier-Samples in hervorragender Qualität produzierten und zum freien Herunterladen auf einer Website zur Verfügung stellten.

Kinderklaviere tauchen öfters an prominenter Stelle auf bei Von Magnet und Bernd Friedmann. Mike Langlie ist ein amerikanischer Komponist, der unter dem Namen Twink viele Alben veröffentlicht hat, die fast ausschließlich mit Kinderklavier und anderen Spielzeuginstrumenten arbeiten.

Kompositionen für Kinderklavier[Bearbeiten]

1948

  • John Cage (1912–1992): Suite for Toy piano

1980

  • Bernd Wiesemann (* 1938): Sieben Miniaturen für Toy piano
  • Carlos Cruz de Castro (* 1941): Valse
  • Francisco Estévez (* 1946): Tres Luisiadas

1983

  • Wendy Mae Chambers (* 1953): Suite for Toy Piano

1987

1988

  • Joachim Herbold (* 1951): Stück für Kinderklavier

1992

  • Louis Andriessen (* 1939): The Memory of Roses for toy piano and grand piano
  • Andreas Kunstein (* 1967): 10 Epigramme

1993

  • Ratko Delorko (* 1959): Drei Spiele für Kinderklavier
  • Frank Scholzen (* 1968): Drei Bruchstücke mit Hölderlin

1994

  • Norbert Laufer (* 1960): bitS & pieceS
  • Bernd Wiesemann (* 1938): Bauhaus-Suite

2001

  • Christian Banasik (* 1963): Trimer für Spielzeugklavier und Zuspielband
  • Karl-Heinz Zarius (* 1941): Nocturne
  • Rob Smith (* 1968): Schroeder’s Revenge für Spielzeugklavier

2002

  • Yasuko Yamaguchi (* 1969): Zuckerregen
  • Heinz-Dieter Willke (* 1956): Piece for Toy piano

2003

  • Michael Denhoff (* 1955): PA-CA-TO
  • Oscar van Dillen (* 1958): mm3
  • Henry Brant (1913–2008): Lebasi & Eirelav for toy piano and mandoline backstage

2004

  • Stephen Montague (* 1943): Almost a Lullaby für Spielzeugklavier
  • Vanessa Lan (* 1968): Is a bell… a bell? for two toy pianos (one player)
  • Kai-Yves Linden (* 1960): Drei Brombeeren

2005

2008

  • Karlheinz Essl (* 1960): Sequitur V für Spielzeugklavier und Live-Elektronik
  • Karlheinz Essl (* 1960): Listen Thing für Spielzeugklavier
  • Andreas Kunstein: Requiem für ein Meerschweinchen für einen Pianisten mit 2 Toy Pianos

2010

2012

  • Karlheinz Essl (* 1960): under wood für zwei elektrisch verstärkte und tlw. präparierte Spielzeugklaviere und Ensemble (Flöte, Klarinette, Akkordeon, Trompete, Posaune, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass)
  • Karlheinz Essl (* 1960): miles to go für 4 präparierte und verstärkte Spielzeugklaviere

2014

Datum nicht bekannt

  • Oskar Gottlieb Blarr (* 1934): Läuten für den Zarewitsch

Weblinks[Bearbeiten]