Kindorientierung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter Kindorientierung wird ein didaktisches Konzept verstanden, welches das Kindes als lernendes Subjekt bei der Gestaltung von Unterricht an die erste Stelle setzt.[1]

Kindorientierung (beziehungsweise kindgerechter Unterricht) wurde oft dem wissenschaftsorientierten Fachunterricht gegenübergestellt. Das Konzept der Kindorientierung enthält fast so viele verschiedene Auffassungen wie es verschiedene Kinder gibt. Das Spektrum reicht von Anschaulichkeit, Fasslichkeit, lebendiger Inhaltsauswahl und –präsentation, spielerischen Methoden, Interessensorientierung bis hin zum Lernen mit allen Sinnen. Schülerzentierter Unterricht war der Terminus, mit dem dieser Ansatz in den 1970er Jahren durch Tausch/Tausch Eingang in die schulpädagogische Debatte hielt.[2]

Als kleinster gemeinsamer Nenner aller kindorientierten Konzepte wird eine Veränderung des Lehrer-Schüler-Verhältnisses betont. Denn die Rolle des Lehrenden soll sich nach diesem Ansatz vom „Belehren“ zum „Beobachten“ und "Begleiten" eigenaktiver Lernprozesse verändern.

Kindorientierter Unterricht sollte so gestaltet sein, dass er produktiv ist und subjektive Erfahrungen repräsentiert. Meist wird Kindorientierung nicht methodisch konkret, sondern nur als ideale Norm in die Diskussion gebracht und unter dem diffusen Begriff Offener Unterricht verstanden. Offenheit oder Kindorientierung sagen jedoch noch nicht, wie sich Unterricht inhaltlich ändern kann. Kindorientierung wird bereits seit den 1970er Jahren als mehrdimensionales Lernen praktiziert, bei dem die Kinder kommunikativ und kooperativ miteinander und voneinander lernen. Dies kann auch in altersgemischten Gruppen erfolgen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Tausch, Anne-Marie Tausch: Erziehungspsychologie. Verlag Hogrefe. Göttingen 1998. 11. Auflage
  • Siegbert A. Warwitz: Verkehrserziehung vom Kinde aus. Wahrnehmen-Spielen-Denken-Handeln. Verlag Schneider. Baltmannsweiler. 6. Auflage 2009. ISBN 978-3-8340-0563-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siegbert A. Warwitz: Verkehrserziehung vom Kinde aus. Wahrnehmen-Spielen-Denken-Handeln. Baltmannsweiler. 6. Auflage 2009. S. 35-53
  2. Reinhard Tausch, Anne-Marie Tausch: Erziehungspsychologie. Göttingen 1998. 11. Auflage