King Arthur (Oper)

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Werkdaten
Originaltitel: King Arthur, or The British Worthy
Originalsprache: englisch
Musik: Henry Purcell
Libretto: John Dryden
Uraufführung: 1691
Ort der Uraufführung: London, Queen’s Theatre, Dorset Garden
Spieldauer: ca. 1 3/4 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Ort und Zeit der Handlung
Personen

in Sprechrollen:

  • King Arthur, König von Britannien
  • Merlin, sein Zauberer
  • Conon
  • Guillamar
  • Emmeline
  • Matilda, ihre Dienerin
  • Oswald
  • Osmond, sein Zauberer
  • Philidel, ein Luftgeist
  • Grimbald, ein Erdgeist

in Gesangsrollen:

  • Cupid
  • Venus
  • Frostgeist
  • Zwei Sirenen
  • Pan

  • Nereiden
  • Chor der Sachsen
  • Chor der Briten
  • Schäferinnen und Schäfer

King Arthur, or The British Worthy ist eine Semi-Oper von Henry Purcell (1659–1695) zu einem Schauspiel von John Dryden (1631–1700) in englischer Sprache, in fünf Akten mit einem Prolog.

Entstehung und Rezeption[Bearbeiten]

King Arthur, mit dem Untertitel „The British Worthy“ (Der britische Held), ist eine (sogenannte) Semi-Oper in fünf Akten, mit einem Libretto von John Dryden und Musik von Henry Purcell. Die Handlung basiert auf den Kämpfen des britischen Königs Artus zwischen Sachsen und Briten, und weniger auf den Legenden von Camelot (auch wenn der Zauberer Merlin in der Handlung auftaucht). Die Handlung wird eher revueartig vorgetragen als vollständig dramatisch entwickelt, dabei treten Figuren wie Cupido, Honour (die personifizierte „Ehre“) und Venus sowie die nordischen Gottheiten Wotan (Odin), Thor und Freya auf. Die Handlung dreht sich hauptsächlich um die Bemühungen Arthurs, seine Verlobte, die blinde Prinzessin Emmeline von Cornwall, aus den Armen seines Erzfeindes, des Sachsenkönigs Oswald von Kent zu retten.

Bei King Arthur handelt es sich nicht um eine Oper im heutzutage herkömmlichen Sinne, da die Hauptfiguren der Handlung nicht singen, sondern ausschließlich Sprechrollen sind, bei denen die Musik lediglich untermalende Funktion hat oder dramatisch eingesetzt wird. Die Gesangspartien bleiben den Nebenrollen überlassen, die in teilweise nur lose mit der eigentlichen Handlung verknüpften Szenen (in der Art von „Masques“) auftreten. Dies führt zu der Bezeichnung „Semi-Oper“, eine für das 17. Jahrhundert in England ganz typische Gattung. Auch wenn die Musik hier der Handlung und dem Libretto Drydens untergeordnet ist, enthält King Arthur einige der inspiriertesten und schönsten Songs und Theatermusikstücke, die Purcell komponiert hat, mit tänzerischen Rhythmen und (für diese Epoche) kühnen Harmonien.

Die berühmteste Szene der Oper ist die sogenannte „Frost-Szene“ im Dritten Akt, in der gezeigt wird, wie die Macht der Liebe (Cupid) imstande ist, jedes noch so kalte Herz aufzutauen. Die darin enthaltene Arie des „Cold Genius“ gehört zu den am meisten bewunderten Werken der Barockoper, auch wenn sie auf französische Vorbilder (Jean-Baptiste Lully, Isis) zurückgreift. Eine der ungewöhnlichsten Interpretation des „Cold Song“ stammt vom Countertenor und New-Wave-Sänger Klaus Nomi (München, 1982).

King Arthur wird wieder regelmäßiger aufgeführt. Allerdings wird das Werk heute meist als Oper Henry Purcells angesehen und aufgeführt, und der Text Drydens wird in der Regel gekürzt, bearbeitet oder ganz weggelassen.

Als Beispiel einer erfolgreichen Aufführung dieses Stückes in neuerer Zeit sei die Eröffnung der Salzburger Festspiele 2004 genannt.

Handlung[Bearbeiten]

Erster Akt[Bearbeiten]

Arthur, der christliche britische König, wird von den Sachsen unter König Oswald bedroht und wäre längst besiegt worden, wenn ihn nicht der weise Zauberer Merlin geschützt hätte. So hat Arthur den größten Teil seines Reiches zurückerobern können, obwohl den Sachsenkönig der Magier Osmond, der Geist Grimbald und der Luftgeist Philidel unterstützt haben. Darüber hinaus macht die Liebe Oswalds zu Emmeline Arthur und Oswald zu Feinden. Es entbrennt eine heftige Schlacht; die Sachsen werden geschlagen und fliehen.

Zweiter Akt[Bearbeiten]

Merlin gelingt es, Philidel auf die Seite der Briten zu ziehen. Indessen versucht Grimbald, als Hirte verkleidet, die Briten in die Irre zu führen. Philidel rettet Arthur und seine Krieger aus dem Moor, in das sie hineingeraten sind.

Dritter Akt[Bearbeiten]

Grimbald hat sich als Frau verkleidet und entführt mit Osmond und Oswald Emmeline. Während die Briten schwören, die Gefangene zu befreien und Arthur über den Verlust seiner Geliebten klagt, wird diese von Oswald bedrängt. Trotzdem gelingt es ihm und Osmond mit all seiner Zauberkunst nicht, Emmelines Gunst zu gewinnen. Diese hat inzwischen von Philidel einen Balsam erhalten, der sie von ihrer Blindheit befreit. Wie im Traum können sich Arthur und Emmeline sehen.

Vierter Akt[Bearbeiten]

Wieder versucht Grimbald, Arthur in einen verzauberten Wald mit Nixen, Satyrn und Nymphen zu führen und dort zu verderben. Doch selbst als Emmeline verkleidet kann er nichts ausrichten. Arthur zerstört den Wald und nimmt Osmond gefangen.

Fünfter Akt[Bearbeiten]

Arthur besiegt auch Oswald, der ihn zum Zweikampf gefordert hat, und schenkt ihm sein Leben. Während Merlin allgemeinen Frieden verkündet, eilt Emmeline zu Arthur. Alle stimmen in ein Loblied auf Britannien ein. St. Georg, der Schutzpatron der Insel, der einst das Land von Drachen und Barbarei befreit hat, wird gepriesen.

Abfolge der musikalischen Nummern[Bearbeiten]

nach dem Zimmerman-Verzeichnis

  • 1) 1st Music
  • 2) 2nd Music
  • 3) Air
  • 4) Overture
  • 1. Akt
    • 5) Prelude and Aria, „Woden, first to thee“
    • 6) Aria, „The white horse“
    • 7–8) Prelude, Aria and Chorus, „Brave Souls“
    • 9) Aria, „I call ye all to Woden’s hall“
    • 10) Symphony, Aria and Chorus, „Come if you dare“
    • 11) 1st Act Tune
  • 2. Akt
    • 12) Prelude and Aria, „Hither this way bend“
    • 13) Aria, Ritornello, „Let not a moon-born Elf“
    • 14) Dialogue and Chorus, „Come follow me“
    • 15) Dance, Aria and Chorus, „How blest are Shepherds“
    • 16) Symphony and Duet (dialogue), „Shepherd, leave decoying“
    • 17) Chorus and Hornpipe, „Come Shepherds“
    • 18) 2nd Act Tune
  • 3. Akt
    • 19) Prelude and Aria, „What ho“
    • 20) Prelude and Aria, „What power art thou“
    • 21) Aria, „Thou doting fool forbear“
    • 22) Aria, „Great love“
    • 23) Aria, „No part“
    • 24) Prelude, Chorus and Dance, „See, see“
    • 25) Aria, Ritornello and Chorus, „Tis I, that have warn’d ye“
    • 26) Prelude and Duet, „Sound a Parley“
    • 27) Aria, Ritornello and Chorus, „Tis I, that have warn’d ye“
    • 28) 3rd Act Tune (Air)
  • 4. Akt
    • 29) Duet, „Two Daughters“
    • 30a) Passacaglia
    • 30b – d) Aria, Ritornello and Chorus, „How happy the Lover“
    • 30e – i) Dialogue and Chorus, „No, no joy“
    • 31) 4th Act Tune
  • 5. Akt
    • 32a) Prelude (Trumpet Tune)
    • 32b – c) Aria, „Ye Blust’ring Brethren“
    • 33) Symphony
    • 34) Duet and Chorus, „Round thy coasts“
    • 35a) Aria, „You say tis love“
    • 35b – c) Aria and Chorus, „This not my passion“
    • 35d – e) Aria and Chorus, „But one soft moment“
    • 36) Duet, „For folded flocks“
    • 37) Aria and Chorus, „Your hay is mown“
    • 38) Aria, „Fairest Isle“
    • 39) Chorus, „St George“
    • 40) 5th Act Tune (Chaconne)

Editionen[Bearbeiten]

Notenausgaben[Bearbeiten]

  • The Works of Henry Purcell. (Purcell Society Edition – PSE), Bd. 26.
  • „King Arthur“ (Easy Band Series 4, Kees Schoonenbeek)

Textquellen[Bearbeiten]

Libretto[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • William H. Cummings: Purcell. London: S. Low, Marston, Searle & Revington 1881.
  • Edward J. Dent: Foundations of the English Opera. Cambridge: Cambridge UP 1928.
  • John Hawkins: A General History of the Science and Practice of Music. [London 1776]. London: Novello Elver & Co. 1875. Faks. hg. v. Othmar Wessely. Bd. 1.2. Graz: Akademische Druck– und Verlagsanstalt 1969.
  • Peter Holman: Henry Purcell. Oxford: OUP 1994.
  • Curtis A. Price: Henry Purcell and the London Stage. Cambridge: Cambridge University Press 1984.
  • Curtis A. Price (Hrsg.): Purcell Studies. Cambridge: CUP 1995.
  • Roger Savage: „The Theatre Music.“ In: The Purcell Companion. Hg. von Michael Burden. London: Faber & Faber 1995, 313–383.
  • Ulrich Schreiber: „Halbe Opern: eine ganze Sache? Henry Purcell und die Anfänge der englischen Oper.“ In: Neue Zeitschrift für Musik 148 (1987), 4–7.
  • Michael Burden (Hrsg.): The Purcell Companion. London: Faber and Faber 1995.
  • Franklin Bersher Zimmerman: Henry Purcell (1659–1695). His Life and Times. London: MacMillan 1967. 2rev. Philadelphia: University of Pennsylvania 1983.

Diskographie[Bearbeiten]

Purcell: King Arthur. William Christie, Les Arts Florissants. Es singen u. a. Véronique Gens, Claron McFadden, Sandrine Pau. Label ERATO. (Aufnahme von 1995)