King George Island

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King George Island
Admiralty Bay, King George Island Foto von 1962
Admiralty Bay, King George Island
Foto von 1962
Gewässer Südlicher Ozean
Inselgruppe Südliche Shetlandinseln
Geographische Lage 62° 2′ S, 58° 21′ W-62.033333333333-58.35655Koordinaten: 62° 2′ S, 58° 21′ W
King George Island (Südliche Shetlandinseln)
King George Island
Länge 95 km
Breite 25 km
Fläche 1150 km²
Höchste Erhebung Rose Peak
655 m
Einwohner 300 Stationspersonal (Winter)
<1 Einw./km²
Hauptort Villa las Estrellas
Topographische Karte der Insel
Topographische Karte der Insel

King George Island (deutsch „König-Georg-Insel“) ist mit 1150 km² Fläche die größte Insel im Archipel der Südlichen Shetlandinseln in der Antarktis. Der Archipel liegt zwischen dem Südlichen Ozean und der Bransfield-Straße. Argentinien nennt die Insel nach seinem Nationalfeiertag, dem 25. Mai, Isla 25 de Mayo.

Geschichte[Bearbeiten]

William Smith entdeckte die Insel am 16. Oktober 1819 und nahm sie für Großbritannien in Besitz. Seine Landung am Esther Harbor an der Nordwestspitze der Insel war zugleich die erste Landung in der Antarktis. Zusammen mit Edward Bransfield kehrte er wenig später zur Insel zurück und landete am 22. Januar an der King George Bay an der Südspitze. Hierbei erhielt die Insel ihren Namen zu Ehren von König Georg III. Bransfield und Smith erstellten in der Folgezeit eine erste, grobe Karte der Insel.[1]

Am 25. Dezember 1820 erlitt das britische Walfangschiff Lady Troubridge vor der Küste der Insel Schiffbruch. Dessen Kapitän Richard Sherratt fertigte bis zur Rettung eine weitere Karte der Insel an. 1821 mussten elf Walfänger vom Schiff Lord Melville am Esther Harbor überwintern – die erste Überwinterung in der Antarktis. In den Jahren 1876 und 1877 musste die Mannschaft des amerikanischen Walfängers Florence dort überwintern, es überlebte allerdings nur der Maat, der 1877 von der Francis Allyn gerettet wurde.[1]

Im März 1874 wurde die Insel von Eduard Dallmann besucht, sowie im Dezember 1909 von Jean-Baptiste Charcot. Die ersten genauen Karten wurden in den 1930er Jahren durch die Mannschaft der RRS Discovery II angefertigt.[1]

Die erste dauerhafte Forschungsstation wurde von Großbritannien in den Jahren 1946 bis 1957 errichtet; sie wurde 1961 geschlossen. 1953 errichtete Argentinien die Jubany-Station.[1]

Geographie[Bearbeiten]

King George Island liegt rund 120 Kilometer vor der Küste des antarktischen Festlands. Die Insel ist 95 km lang, bis zu 25 km breit und erreicht im Rose Peak eine Höhe von 655 m[2] über dem Meer. Drei große Buchten im Süden der Insel prägen das Erscheinungsbild, die King George Bay, die Admiralty Bay sowie die Maxwell Bay. Über 90 % der Inselfläche sind vergletschert.

Forschungsstationen[Bearbeiten]

Lage der Stationen auf King George Island

Auf den eisfreien Flächen von King George Island, hauptsächlich im Südwesten der Insel, befinden sich eine Reihe von Antarktis-Forschungsstationen.

An der Maxwell Bay befinden sich:

Ferner befinden sich dort weitere Stationen von China, Südkorea und Uruguay. Deutschland betreibt das der argentinischen Station angegliederte Dallmann-Labor.

An der Admiralty Bay befinden sich

  • die Station Comandante Ferraz (Brasilien),
  • die Arctowski-Station (Polen), die auch von Touristen besucht werden kann.
  • Die USA betreiben die Pieter J. Lenie Station in der Nähe der polnischen Station.

Die neun permanent besetzten Stationen haben zusammengenommen eine Winterbesatzung von rund 300.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Auf King George Island kommen die beiden Arten[3] an Blütenpflanzen in der Antarktis vor: Die Antarktische Perlwurz (Colobanthus quitensis) und die Antarktische Schmiele (Deschampsia antarctica). Auf der Insel leben zudem verschiedene Pinguin- und Robbenarten wie der Zügelpinguin, der Südliche See-Elefant (Mirounga leonina) und der Antarktische Seebär (Arctocephalus gazella).

Quellen und Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: King George Island – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Wills (2003)
  2. Rose Peak auf Peakbagger.com (englisch)
  3. UNEP Islands (englisch)