King Hu

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King Hu (manchmal King Wu, chinesisch 胡金銓Pinyin Hú Jīnquán; * 29. April 1931 in Peking; † 14. Januar 1997 in Taipeh, Taiwan) war ein chinesischer Filmregisseur und Drehbuchautor, der in Hongkong und Taiwan arbeitete

Biografie[Bearbeiten]

Hu wurde in Peking geboren. Sein Großvater war Gouverneur von Henan in der späten Qing-Dynastie. 1949 emigrierte er nach Hongkong. Dort arbeitete Hu zunächst in einer Reihe von verschiedenen Jobs, bevor er 1958 zum Shaw Brothers Filmstudio kam, um zunächst als Setausstatter, Schauspieler, Drehbuchautor und Regieassistent zu arbeiten. Unter anderem wirkte Hu am sehr erfolgreichen Film The Love Eterne (1963) vom Regisseur Li Han-Hsiang mit.

1965 konnte Hu seinen ersten Film als Regisseur verwirklichen: Sons of the Good Earth. Schon sein zweiter Film Come Drink With Me (dt. Titel Das Schwert der gelben Tigerin) wurde 1966 ein Riesenhit und gilt noch heute als Kultklassiker des Wuxia-Genres. Dieser Erfolg ermöglichte es Hu, Shaw Brothers zu verlassen. 1967 folgte ein weiterer Wuxia-Film: Dragon Gate Inn (dt. Titel Die Herberge zum Drachentor), gedreht in Taiwan, derebenfalls sehr erfolgreich war.

1969 begannen die Arbeiten an Ein Hauch von Zen, die erst 1971 abgeschlossen waren. Dieser Film gilt heute als King Hus Meisterwerk und wurde unter anderem beim Cannes Film Festival prämiert. Danach drehte Hu noch weitere Filme, zeitweise sogar mit einer eigenen Produktionsfirma, aber keiner dieser Filme sollte an die Erfolge seiner drei Wuxia Filme Come Drink With Me, Dragon Gate Inn und Ein Hauch von Zen anknüpfen, trotz teilweise wohlwollender Kritiken.

1990 versuchte King Hu ein Comeback im Wuxia Genre mit dem Film Swordsman (dt. Titel Meister des Schwertes). Nach einem Zerwürfnis mit dem Produzenten des Films Tsui Hark verließ er jedoch die Produktion, so dass der Film ohne ihn fertiggestellt werden musste. Trotzdem wird Hu in den Credits von Swordsman mitgenannt.

Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte Hu in Los Angeles. 1997 starb er bei den Vorbereitungen eines neuen Filmprojekts in Taipei an einem Schlaganfall.

Stil und Einfluss[Bearbeiten]

Die frühen Wuxia Filme von King Hu, die heute als Kultklassiker gelten, hatten und haben einen großen Einfluss auf das ostasiatische Kino. Schon Come Drink With Me, obwohl noch weitgehend im damaligen Shaw-Brothers-Stil, beinhaltete für Hu typische Elemente. Aber erst in Dragon Gate Inn und dann in Ein Hauch von Zen konnte Hu diese voll entfalten und damit das Wuxia Genre revolutionieren. Die Kampfszenen dieser Filme erreichten eine damals nicht gekannte Intensität. Sie waren einerseits durch ihre größere Härte realistischer, aber andererseits durch rasanten Schnitt, bewegter Kamera, Einsatz von Wireworks und atemberaubenden Choreografien betonten sie auch die übernatürlichen Fähigkeiten der Kämpfer. Inspiriert von den Traditionen der Chinesischen Oper betrachtete Hu den Kampf als eine Art Tanz. So wurde Cheng Pei-pei für Come Drink With Me wegen ihrer tänzerischen Ausbildung gecastet. Ein Beispiel einer solchen Kampfszene ist der berühmte Kampf im Bambuswald in Ein Hauch von Zen.

Eine weitere Besonderheit war der Einsatz weiblicher Helden, die sich als Kämpfer gleichberechtigt in der Männerwelt bewegten und bei aller Härte nie ihre Weiblichkeit verloren. So verwundert es auch nicht, dass Hu als der Entdecker von drei der größten „Swordswoman“-Darstellerinnen des Hongkong-/Taiwan-Kinos gilt: Cheng Pei-pei (Come Drink With Me), Polly Kuan (Die Herberge zum Drachentor) und Hsu Feng (Ein Hauch von Zen).
Auch kennzeichneten Hus Filme den Einfluss buddhistischer Ideen. Besonders Raining in the Mountain und Legend of the Mountains sind von religiösen Themen geprägt.

Praktisch alle modernen Wuxia Filme könnte man als von Hu beeinflusst betrachten, wie zum Beispiel Tiger and Dragon und House of Flying Daggers.

Filmografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]