Kintamani

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Dieser Artikel behandelt den Ort auf Bali, zur gleichnamigen Hunderasse siehe Kintamani (Hunderasse)

-8.239115.32202777778Koordinaten: 8° 14′ S, 115° 19′ O

Kintamani ist ein Dorf im Norden der indonesischen Insel Bali im Bezirk Bangli.

Lage[Bearbeiten]

Das langgestreckte Straßendorf liegt auf einer Höhe von 1470 Metern im nördlichen Bergland der Insel an der Hauptstraße von Bangli im Süden nach Singaraja an der Nordküste. Die auf dem westlichen Rand der äußeren von zwei Calderen verlaufende Straße bietet südlich des Ortes Ausblicke auf die Vulkanlandschaft des 1717 Meter hohen Gunung Batur, dessen Gipfel etwa sechs Kilometer östlich liegt. Eine kurvige Nebenstraße, die an den Fuß des Berges führt, zweigt acht Kilometer südöstlich von Kintamani in Penelokan (1450 Meter) ab und führt zum 120 bis 300 Meter tiefer liegenden Grund der Caldera hinunter. Der Auf- und Abstieg zu Fuß direkt von Kintamani auf den Gipfel des Gunung Batur dauert etwa sechs Stunden. Zwischen beiden Orten und praktisch mit Kintamani zusammengewachsen liegt die Straßensiedlung Batur.

Die Straße von Kintamani in nördlicher Richtung steigt weiter an bis Penulisan, wo auf 1745 Metern der Pura Tegeh Koripan liegt, der höchstgelegene Tempel Balis.

Der in der Hochlage oft wolkenverhangene Himmel bringt reichlich Niederschläge. Die fruchtbaren vulkanischen Böden werden besonders zum Anbau von Arabica-Kaffee genutzt.

Ort[Bearbeiten]

Pura Ulun Danu Batur. Rechts hinten der Turm für die hölzerne Schlitztrommel Kulkul

Der Ortsname Kintamani ist die moderne Schreibvariante von Cintamani, bestehend aus cinta, indonesisch „Liebe“ und dem aus dem Sanskrit stammenden Wort maṇi, „Juwel“.

Alle drei Tage findet in Kintamani morgens ein lebendiger Markt statt, auf dem Früchte und Gemüse der Region angeboten werden, ansonsten profitieren die drei genannten Ort durch zahlreiche Verkaufsangebote stark vom Tourismus. Es gibt mehrere Übernachtungsmöglichkeiten.

Der Pura Ulun Danu Batur ist ein 1927 in der Nähe von Kintamani eingeweihter Tempel, der ursprünglich unterhalb in der Caldera stand. Beim Ausbruch des Batur ein Jahr zuvor wurde das alte Dorf in der Ebene von Lavamassen überschüttet, nur der Schrein blieb erhalten und bildet nun das Zentrum der neuen Tempelanlage.

Geschichte und Kultur[Bearbeiten]

Der Ort ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt und gehörte zum ältesten Königreich auf Bali. In Dörfern der Umgebung wie Tenganan haben sich noch Traditionen der Bergbewohner erhalten, die als Bali Aga von den Siedlern an der Küste unterschieden werden. Als Merkmale der alten Kultur gelten einfachere Tempel, Dorfland in Gemeinschaftsbesitz, das Fehlen des für den balinesischen Hinduismus typischen Kastensystems und allgemein eine fehlende soziale Hierarchie. Die Bevölkerung um Kintamani wurde in ethnologischen Beschreibungen des 20. Jahrhunderts daher häufig als rückständig beschrieben. Dagegen zeigen die große Zahl der vor allem in dieser Region gefundenen Inschriften[1], dass die Herrscher der frühen Königreiche deutlich von der hinduistischen Kultur aus Java beeinflusst waren. Erst im 14. Jahrhundert dürfte eine kulturelle Stagnation eingesetzt haben.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Samuel Wälty: Kintamani. Dorf, Land und Rituale. Entwicklung und institutioneller Wandel in einer Bergregion auf Bali. (Kultur, Gesellschaft, Umwelt – Schriften zur Südasien- und Südostasienforschung, Band 1). Lit-Verlag, Münster 1997, ISBN 3-8258-32643

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kintamani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. N. L. Sutjiati Beratha: Old Balinese Inscriptions: The Tradition of Studies. (PDF; 166 kB) Institut Seni Indonesia, Denpasar
  2. Freek L. Bakker: Bookreview Samuel Wälty In: Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde 154–4, Leiden 1998, S. 640f