Kintamani (Hunderasse)

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Kintamani
Kintamani (Hunderasse)
Nicht von der FCI anerkannt
  • Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
  • Sektion 5: Asiatische Spitze und verwandte Rassen
Ursprung:

Indonesien, Bali

Alternative Namen:

Anjing Kintamani Bali

Widerristhöhe:

Rüden: 45–55 cm,
Hündinnen: 40–50 cm

Gewicht:

Rüden: 15–17 kg,
Hündinnen: 13–15 kg

Liste der Haushunde

Der Kintamani ist eine Hunderasse aus Bali, die mit den dort als Straßenhund lebenden Pariahunden sehr eng verwandt ist.[1] Der Kintamani hat seinen Namen von Kintamani, einer Region im Distrikt Bangli am Kraterrand des Vulkans Batur.

Geschichte und Anerkennung als Rasse[Bearbeiten]

Der Kintamani ist ein beliebter Haushund unter Balinesen und es wird angenommen, dass die Rasse ihren Ursprung in der Region um das Dorf Kintamani hat,[2] wo sie mit den Straßenhunden Balis zusammen lebt. Nach volkskundlicher Überlieferung liegt der Ursprung der Rasse im 15. Jahrhundert und begann mit einem Chow Chow, der einem reichen Chinesen gehörte. Dieser Mann soll sich in der Bergregion von Kintamini angesiedelt haben und in die Familie von König Jaya Pangus geheiratet haben. Sein Chow Chow soll sich der Überlieferung zufolge mit den örtlichen Hunden gepaart haben, wodurch der Kintamani entstanden sein soll.[1] Diese Legende ist jedoch sicher falsch. Laut genetischen Untersuchungen hat sich der Kintamani aus den wildlebenden Hunden Balis entwickelt und geht nicht auf eine Vermischung mit Chow Chows zurück.[1] Obwohl die balinesischen Straßenhunde eine höhere Vielfalt an äußerlichen Merkmalen als der Kintamani besitzen, sind insgesamt alle Merkmale des Kintamani in der Population verwilderter balinesischer Hunde vorhanden. Das Aussehen des Kintamani wird mit den Haltungsgewohnheiten der Bauern der Kintamini-Region in Verbindung gebracht. Hündinnen, vermutlich solche die lenkbarer und von gewünschtem Typus waren, wurden von lokalen Bauern gehalten und ihre Welpen verkauft. Hündinnen wurde erlaubt sich frei mit den Rüden der Region zu verpaaren, wodurch die Selektion auf ein bestimmtes Aussehen hauptsächlich Weibchen betraf, anders als bei den meisten modernen westlichen Rassen, die auf nur wenige Gründerindividuen zurückgehen und wo der Einfluss einiger weniger Rüden übermäßig groß war.[1]

1985 fand die erste Hundeausstellung in Indonesien statt, auf der Kintamanis vorgestellt wurden.[3] Der Kintamani wird von der Zuchtvereinigung Perkumpulan Kinologi Indonesia (PERKIN) (The All Indonesia Kennel Club) anerkannt und als National Breed (Nationalrasse) präsentiert.[4] PERKIN vertritt Indonesien in der FCI.[5] Seit spätestens 2005 gibt es Bestrebungen, die Rasse von der FCI anerkennen zu lassen.[1] Am 18. Februar 2006 wurde von der PERKIN ein Rassestandard beschlossen,[6] am 23. Februar 2012 erfolgte in Manila die Anerkennung der Rasse durch die Asian Kennel Union, einen Zusammenschluss asiatischer FCI-Mitgliedsorganisationen.[7] Der Kintamani ist damit Indonesiens erster Rassehund.

Beschreibung[Bearbeiten]

Rassestandard der PERKIN von 2012[Bearbeiten]

Der Kintamani ist ein spitzartiger mittelgroßer Hund, der nur wenig länger ist als hoch, das Verhältnis Schulterhöhe zu Länge beträgt 11 : 10.

Er hat ein dichtes mittellanges weißes Fell mit reichlich Unterwolle, an den Ohrenrändern sollte es beige bis orange sein. An Hals und Schultern ist das Fell länger und bildet eine Art Kragen, der bei Rüden stärker ausgeprägt ist als bei Hündinnen. Die buschige Rute wird über dem Rücken getragen. Der Kopf ist breit mit moderatem Stop, die Nase dunkelbraun bis schwarz, die Ohren sind dreieckig und aufrecht nach vorn gerichtet. Die Augen sind oval und braun oder schwarz, ihre Lider dunkel pigmentiert.

Der Kintamani hat runde kräftige Pfoten, die Beine stehen von vorn und hinten betrachtet parallel. Seine Bewegungen sind wendig und leicht.

Farbe[Bearbeiten]

Während I. K. Puja und andere in der Beschreibung der entstehenden Rasse Kintamani auf der zweiten International Conference on Advances in Canine and Feline Genomics in Utrecht, Niederlande, 14.–16. Oktober 2004 darstellen[1], dass Weiß mit Apricot an den Ohrenrändern die bevorzugte Farbe sei, aber auch andere Fellfarben wie Schwarz akzeptiert würden,[8] wird bereits im ersten PERKIN-Rassestandard von 2006 Weiß als Fellfarbe festgeschrieben. Das Fell soll weiß mit rötlichen Spitzen an Ohren, Rute und Hinterläufen sein. Andere Farben als Weiß werden als ausschließende Fehler qualifiziert.[6]

Wesen und Verwendung[Bearbeiten]

Der Kintamani ist ein verbreitetes Heimtier auf Bali. Er wird als intelligent, kühn, gutmütig und sehr loyal seiner Familie gegenüber beschrieben.[1] Der Standard von 2012 weist ihn als Begleithund (companion dog) aus.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g I. K. Puja: The Kintamani Dog: Genetic Profile of an Emerging Breed from Bali, Indonesia. In: Journal of Heredity. 96, 2005, S. 854–859, doi:10.1093/jhered/esi067.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatI. Ketut Puja: Variation of Short Tandem Repeats in Kintamani Dogs. In: Media Kedokteran Hewan, Vol. 21, No. 2. Mai 2005, S. 48-50, abgerufen am 7. Oktober 2012 (Pdf; 71 kB, englisch).
  3. Rassestandard PERKIN 2012
  4. Internetauftritt zur 1. Internationalen FCI-Hundeausstellung in Indonesien 2008
  5. Mitgliedseintrag Indonesien bei der FCI. Abgerufen am 5. Oktober 2012.
  6. a b Standard Anjing Kintamani Bali No. Kep. 06/RAKERNAS/II/2006 PERKIN-Rassestandard von 2006 auf der Website des Clubs Anjing Kintamani Bali (Kitanami-Hund Bali)
    Übersetzung des Standards von 2006 ins Englische (PDF-Datei; 247 kB) auf australischen Website National Dog and Ring Leader
  7. Mitteilung vom März 2012 auf der Website des Clubs Anjing Kintamani Bali
    Wiedergabe einer entsprechenden Meldung von Radar Bali auf balidiscovery.com (englisch)
  8. „The most desired coat color is white with apricot-tipped ears (Hartaningsih et al. 1999). However, other coat colors, such as black, are accepted.“ (Puja u. a. 2005 doi:10.1093/jhered/esi067)

Weblinks[Bearbeiten]