Kiota

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Landgemeinde Kiota
Landgemeinde Kiota (Niger)
Landgemeinde Kiota
Landgemeinde Kiota
Koordinaten 13° 18′ N, 2° 57′ O13.29252.9572222222222Koordinaten: 13° 18′ N, 2° 57′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Dosso
Departement Boboye
Einwohner 25.282 (2012)

Kiota ist eine Landgemeinde im Departement Boboye in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Kiota liegt am Übergang der Sahelzone zur Großlandschaft Sudan am Wadi Dallol Bosso. Die Nachbargemeinden sind Koygolo im Norden, Garankédey im Osten, Birni N’Gaouré und N’Gonga im Süden sowie Harikanassou im Westen. Das Gemeindegebiet ist in 31 administrative Dörfer, 17 traditionelle Dörfer, fünf Weiler und ein Lager gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist Kiota, bestehend aus den administrativen Dörfern Kiota Mayaki Windi Béri, Kiota Oumarou und Kiota Oumarou Peulh.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Kiota wurde der Überlieferung zufolge von Ali Koda, Sohn des Tagorou Ganna, gegründet. Um 1800 wurden die Zarma-Siedlung von feindlichen Hausa niedergebrannt. Die Zarma führten daraufhin einen Gegenschlag aus und besiegten die Hausa bei Matankari. Auch gegenüber dem mächtigen Nachbarn Dosso konnte Kiota eine relative Autonomie bewahren. Im 19. Jahrhundert wurde die Bevölkerung islamisiert.[3] Die Landgemeinde Kiota ging als Verwaltungseinheit 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem östlichen Teil des Kantons Harikanassou/Kiota hervor.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Kiota 19.503 Einwohner.[4] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 25.282.[5] Zu den wichtigsten Volksgruppen in der Gemeinde zählen Zarma, Hausa, Fulbe, Tuareg und Gourmantché.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kiota ist ein bedeutendes Zentrum des Sufismus. Hier hat ein religiöses Oberhaupt eines Tidschani-Ordens seinen Sitz. Der Orden in Kiota ist dem Tidschani-Orden von Ibrahim Baye Niass in Kaolack verbunden.[7] Die alljährlichen Feiern zu Mawlid an-Nabi sind weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einer Zone, in der Regenfeldbau betrieben wird.[8] Im Dorf Kiota Mayaki Windi Béri befinden sich ein Community-Radiosender und das einzige Arzneimittel-Depot im Gebiet der Landgemeinde. Rund 79 % der Einwohner Kiotas haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 87–89.
  4. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 53.
  5. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 21. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  6. a b Présentation de la commune de Kiota. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 16. Februar 2012.
  7. Laurent Fourchard, André Mary, René Otayek (Hrsg.): Entreprises religieuses transnationales en Afrique de l'ouest. Karthala, Paris 2005, ISBN 2-84586-653-4, S. 79.
  8. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.