Kipfenberg
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Eichstätt | |
| Höhe: | 378 m ü. NN | |
| Fläche: | 81,43 km² | |
| Einwohner: | 5625 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 69 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 85110 | |
| Vorwahl: | 08465 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EI | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 76 138 | |
| Marktgliederung: | 16 Ortsteile | |
| Adresse der Marktverwaltung: | Marktplatz 2 85110 Kipfenberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Rainer Richter (SPD) | |
| Lage von Kipfenberg im Landkreis Eichstätt | ||
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Kipfenberg ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Der geographische Mittelpunkt Bayerns liegt ca. 500 m östlich von Kipfenberg. Vor 2000 Jahren führte der Limes, mittlerweile Weltkulturerbe, exakt durch den Ortskern.
[Bearbeiten] Ortsteile
| Ortsteil | Einwohner |
| Kipfenberg | 1709 |
| Arnsberg | 325 |
| Attenzell | 241 |
| Biberg | 348 |
| Böhming | 599 |
| Buch | 174 |
| Dunsdorf | 188 |
| Grösdorf | 356 |
| Hirnstetten | 179 |
| Irlahüll | 250 |
| Kemathen | 036 |
| Krut | 065 |
| Oberemmendorf | 110 |
| Pfahldorf | 431 |
| Schambach | 060 |
| Schelldorf | 564 |
[Bearbeiten] Geschichte
Im Bereich des Ortes wurde ein Hockergrab aus der Zeit von 1800 bis 1200 v. Chr. gefunden. Ebenfalls im Bereich des Ortes überquerte der römische Grenzwall Limes das Altmühltal. Im Ortsteil Böhming befand sich ein römisches, 232/33 durch die Alamannen zerstörtes und 1898 entdecktes und ausgegrabenes Numeruskastell. Beim ehemaligen Kipfenberger Bahnhof wurde ab 1901 ein Reihengräberfeld mit mehr als 104 Bestattungen aus dem 4. bis 7. Jahrhundert ausgegraben; auf dem Plateau des Michelsberges mit seinen Abschnittswällen und den Ruinen einer St. Michaelskapelle (Einsiedelei 1756-1819) fanden sich Gefäßscherben des 4. und 5. Jahrhunderts.
Zwischen 1183 und 1188 wurde in Böhming vom Eichstätter Bischof Otto eine Kirche geweiht (die heutige Kirche von Böhming ist ein Neubau aus der Mitte des 15. Jahrhunderts); 1186 bestätigte Papst Urban III. den Besitz des Eichstätter Domkapitels in Bemingen. Um 1198 erscheinen in Urkunden Ortsadelige von Pemmingen.
Kipfenberg ist 1266 erstmals urkundlich erwähnt; ein Ortsadeliger namens Rudegus de Kipphenberc fungierte als Zeuge bei einer Gerichtsangelegenheit. Die Burg und der Ort wurden 1301 an das Hochstift Eichstätt veräußert. 1352 wurde Kipfenberg Markt; gleichzeitig wurde der Ort, bisher Filiale von Gelbelsee, eigenständige Pfarrei. Die Pfarrkirche war noch in der Mitte des 15. Jahrhunderts die heutige Kapelle St. Georg; der – 1859 aufgelassene – Friedhof wurde 1616 von der Försterstraße hierher und damit vor die Mauern des Ortes verlegt. Für 1541 ist erstmals eine Schule in Kipfenberg nachgewiesen. 1627 wurde die heutige, in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtete Pfarrkirche nach dreijährigem Umbau neu eingeweiht. 1632 bis 1634 wütete die Pest im Ort, den 1634 die Schweden verwüsteten.
1803 bis 1805 gehörte Kipfenberg dem infolge der Säkularisation neu gebildeten Fürstentum Salzburg-Toskana an. Nach dessen Aufhebung fiel der Ort 1806 an Bayern. 1808 wurde das Landgericht Kipfenberg zum Altmühlkreis, 1827 zum Regenkreis. Seit 1837 war Kipfenberg mittelfränkisch. 1869 wurde ein Krankenhaus errichtet (heute eine neurologische Fachklinik). 1898 wurde die Lokalbahn Eichstätt–Kinding als Schmalspurbahn dem Verkehr übergeben; später auf Normalspur umgestellt, wurde sie in den 1970er Jahren aufgegeben. Mit der Gebietsreform 1972 kam die Großgemeinde Kipfenberg zusammen mit dem neu gebildeten Landkreis Eichstätt nach Oberbayern.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Marktgemeinderat
Der Marktgemeinderat von Kipfenberg hat 20 Mitglieder.
- CSU 9 Sitze
- SPD 6 Sitze
- Freie Wählergemeinschaft 5 Sitze
(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)
[Bearbeiten] Bürgermeister
Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 1996 Rainer Richter (SPD).
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „In Rot ein goldener Wagenkipf.“
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Die mittelalterliche Burg Kipfenberg. Die Burg befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen. In der Vorburg ist das Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg untergebracht.
- Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, zwischen 1458 und 1480 errichtet, möglicherweise 1624 bis 1627 völlig neu errichtet (gegliederte Holzdecke um 1624; Taufstein und Weihwasserschale aus dem gleichen Jahr; Beichtstühle von 1626), mit Spät-Rokoko-Einrichtung (1760-1765 drei neue Altäre; Treppenturm-Anbau und Kanzel - von Joseph Anton Breitenauer - kurz nach 1768); klassizistische Stuhlwangen (frühes 19. Jahrhundert). Außer einem Hl. Sebastian aus dem späten 15. Jahrhundert Figurenschmuck des Barocks. Grabsteine des 16. bis 18. Jahrhunderts
- Filialkirche St. Georg, noch 1458 als Pfarrkirche bezeichnet. Um 1594 verlängert, 1612 erneute Bauphase. Hochaltar von 1628 mit Altarblatt aus dem späten 17. Jahrhundert. Zwei Seitenaltäre von 1617 bzw. 1692. Barockorgel von 1732 vom Nürnberger Orgelbauer Adam Ernst Reichard (1670-1756), original erhalten. Innen und außen Grabsteine des 17. bis 19. Jahrhunderts zumeist aus Kalkstein. Glocke von 1842.
- In der Evangelischen Christuskirche Orgel des Straubinger Orgelbauers Anton Ehrlich von 1864.
- Ehemaliger Brauereigasthof Krone (früher Zum Kranz) des 16./17. Jahrhunderts am Marktplatz, seit 2006 Bürger- und Kulturzentrum, mit dreigeschossigem Erker.
- Michelsberg, sich zungenförmig von Süden her gegen Kipfenberg vorschiebend, mit steilen Dolomitfelsen an der Ost- und Westseite (gesicherter Steig). Auf der Höhenplatte Gräben, Wälle und die Grundmauern der Michaelskapelle (1983 archäologisch ergraben).
- Martersäule von 1613 am Aufgang zum Friedhof, gestiftet von Melchior Jobst von Grösdorf
- Martersäule von 1617 unterhalb des Kipfenberger Skilifts zum Gedächtnis an einen "durch ein Roß erdrukhten" Augustin Simmon aus Enkering.
In den Ortsteilen:
- In Irlahüll Kath. Pfarrkirche Mariä Heimsuchung, romanischer Turmunterbau, 1466 neues Langhaus (spätgotisch), 1686-87 Turmumgestaltung mit hohem, achtseitigen Spitzhelm, 1742 Instandsetzung der Kirche (Langhaus-Neubau?), Barockisierung durch Franz Xaver Horneis und 1752 neue Konsekration; Barocker Hochaltar von 1742 mit spätgotischer Madonna (1470/80), Seitenfiguren der hll. Petrus und Paulus um 1500; Seitenaltäre von 1742 mit jüngeren Bildern; innen und außen Grabsteine des 18. Jahrhunderts; an der Friedhofsmauer Reste einer Sakramentsnische aus der Werkstatt von Loy Hering
- In Kemathen die Dorfkirche Hl. Familie, im Neubau von 1967 barocker Altar (um 1700) mit vier gewundenen Säulen und einem Altarblatt "Tod des hl. Josef", aus der 1965 abgerissenen Vorgängerkirche
- In der Nähe der Burg Kipfenberg, an der Verbindungsstraße Kipfenberg - Gelbelsee, weist seit 1980 ein Gedenkstein auf den geographischen Mittelpunkt Bayerns hin.
[Bearbeiten] Kultur
Eines der ältesten Brauchtümer im Kipfenberger Fasching ist der Fasenickl mit eindrucksvollen Kostümen. Der Spitzname der Kipfenberger ist Geißhenker.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Das Limesfest, Kipfenbergs historisches Volksfest, wird jedes Jahr Mitte August veranstaltet. Auch der Osterbrunnen, der jedes Jahr vor dem Osterfest auf dem Marktplatz aufgebaut wird, ist sehenswert.
Anfang Oktober findet in zweijährigen Rhythmus der „Altmühltalerer Lammabtrieb“ im Ortsteil Böhming statt. Auch ein Day of Bike hat sich in den letzten Jahren zum wahren Besuchermagnet bewiesen.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Der Altmühltal-Radwanderweg führt durch Kipfenberg. Der Gemeindeteil Irlahüll wird vom Irlahülltunnel der Neubaustrecke Nürnberg–Ingolstadt, dem fünftlängsten in Betrieb befindlichen Eisenbahntunnel in Deutschland, unterquert.
[Bearbeiten] Bildung
- Kindergarten
- Volksschule
- Volkshochschule
- Katholisches Bildungswerk
- Pfarrbücherei
[Bearbeiten] Literatur
- Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Bayern. Mittelfranken. II. Bezirksamt Eichstätt, München 1928, Nachdruck München und Wien: R. Oldenbourg Verlag 1982, S. 162-190
- Elmar Ettle (Texte): 550 Jahre Pfarrei Kipfenberg. 350 Jahre Weihe der Pfarrkirche, Eichstätt: Brönner & Daentler KG (1977)
- Elmar Ettle: Oh heiliger Salvator hilff. Die Kipfenberger Wallfahrt nach St. Salvator in Bettbrunn. 1979
- Peter Böhm u. a.: Kastell Böhming 181 - 1981. 1800 Jahre, Böhming 1981
- Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg (Faltblatt o. J.)
- Heimatmuseum Kipfenberg (Faltblatt o. J.)
[Bearbeiten] Weblinks
- Webseite des Marktes Kipfenberg
- Webseite des Gemeindeteils Schambach
- Webseite des Gemeindeteils Hirnstetten
- Kipfenberg: Wappengeschichte vom HdBG
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