Kir Royal (Fernsehserie)

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Seriendaten
Originaltitel Kir Royal
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktionsjahr 1985
Produktions-
unternehmen
Balance Film, München
Länge 60 Minuten
Episoden 6 in 1 Staffel
Genre Satire
Titellied Variation auf Franz von Suppé - Ouvertüre aus Die schöne Galathée
Produktion Jürgen Dohme
Idee Helmut Dietl
Musik Konstantin Wecker
Erstausstrahlung 22. September 1986 auf Das Erste
Besetzung

Kir Royal (Aus dem Leben eines Klatschreporters) ist eine sechsteilige Fernsehserie von Helmut Dietl aus dem Jahr 1986. Es handelt sich dabei um eine Persiflage auf die Münchner Abendzeitung, ihren Klatschreporter Michael Graeter und die Herausgeberin Anneliese Friedmann. Die Serie über den Boulevard-Reporter Baby Schimmerlos spielt in der Münchner Schicki-Micki-Szene der 1980er Jahre.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergrund

[Bearbeiten] Episoden

[Bearbeiten] 1. Wer reinkommt, ist drin

Klatschreporter Baby Schimmerlos schreibt eine Serie über die Münchner Restaurants, in denen die Schickeria verkehrt.

Seine Freundin Mona drängt ihn, endlich die Spesenabrechnung bei der Zeitung einzureichen, für die er schreibt. Die vielen Besuche in den teuren Restaurants schlagen ins Geld. Die beiden müssen auch den Fußboden der eigenen Wohnung erneuern lassen. Der Handwerkermeister würde einen guten Preis machen, wenn er in Schimmerlos’ Kolumne vorkäme, berichtet Mona. Baby lehnt das empört ab.

In der Redaktion angekommen geht die versuchte Vorteilnahme direkt weiter. Fotograf Herbie möchte eine junge Bekannte, Sekretärin Edda ihren Zahnarzt in die Kolumne bringen. Baby spricht ein Machtwort – er will sich seine Unabhängigkeit bewahren.

Während abends der geltungssüchtige Großindustrielle Heinrich Haffenloher (Mario Adorf) vergeblich versucht, Baby Schimmerlos zu finden, um in dessen Kolumne zu erscheinen, besucht dieser das Restaurant Champs Elysées. Dessen Betreiber ist besorgt, schlecht wegzukommen, weil im Restaurant nichts los ist. Er lässt „die üblichen Schnorrer“ zusammentelefonieren, um etwas Stimmung in den Laden zu bekommen. Das Vorhaben gelingt, nur Mona ist genervt von der inszenierten Fröhlichkeit und der kulinarischen Ideenlosigkeit - dasselbe Essen hatten sie schon im Restaurant am Tag davor serviert bekommen. Haffenloher findet das Champs Elysées durch Zufall doch noch, bekommt mit, wie dort auf den Tischen getanzt wird, man lässt ihn aber nicht teilnehmen.

Der frustrierte Haffenloher telefoniert mit Schimmerlos’ Verlegerin von Unruh und bietet an, teure Anzeigen bei ihr zu schalten, wenn er in der Klatschkolumne vorkommt. Diese erpresst dann Schimmerlos, er würde seine Spesen nur erstattet bekommen, wenn Haffenloher in der Kolumne erscheint.

Schimmerlos besucht Haffenloher in dessen Hotel. Nach Schmeicheleien, Drohungen und Bestechungsversuchen lenkt Schimmerlos schließlich ein. Im Champs Elysées inszeniert man den vorigen Abend noch einmal komplett neu, und diesmal werden neben den bereits gestern Anwesenden auch der Handwerkermeister und Haffenloher dazugebeten.

Am Ende bekommen alle, was sie wollen. Mona ihren Fußboden, von Unruh die Anzeigen, die Möchtegerns und der Restaurantbetreiber Publicity. Nur Schimmerlos, der gegen seine Überzeugung gehandelt hat, sitzt allein in einer Ecke, rauchend und trinkend, zur Musik des Cancan aus der Operette Orpheus in der Unterwelt.

[Bearbeiten] 2. Muttertag

Babys herzkranke und in ärmlichen Verhältnissen lebende Mutter kommt zu Baby nach Haus, um seine Wohnung zu putzen und dem Jungen endlich mal ein ordentliches Essen aufzutischen, doch was sie vorfindet, ist weder Baby noch Mona, sondern eine andere Frau in Babys Bett. Baby ist wie immer unterwegs auf der Suche nach der Story. Eine bekannte Schauspielerin soll angeblich schwanger sein, und Baby lässt sich auch von intriganten Arbeitern am Set und sogar Drohungen nicht abschrecken, die Sache zu recherchieren. Schließlich druckt er jedoch die Nachricht über die Schwangerschaft ohne jeden Beweis. Bei einem offiziellen Empfang kommt es dann zum Showdown zwischen Baby, dem erbosten Produzenten und einer Mona, die mittlerweile von Babys Affäre erfahren hat, samt einem bösen Ende für Babys Mutter.

[Bearbeiten] 3. Das Volk sieht nichts

Baby denkt, den ganz großen Coup gelandet zu haben. Seinem alten Bekannten Hubert Dürkheimer (Boy Gobert) soll er helfen, der am noblen Starnberger See einen Country Club bauen will, dem aber für die gesamte Baufläche noch ein Grundstück fehlt, das ihm die Gemeinde aber nicht verkaufen will. Baby soll als Strohmann auftreten, um unter seinem Namen - von seinem Bekannten Hubert finanziert - das Grundstück zu kaufen.

Doch schon, als die Finanzierung Wirklichkeit werden soll, merkt Baby, dass nicht alles so laufen wird, wie er es sich so schön erträumt hat. Politiker, alte Freunde und nicht zu vergessen auch Mona sorgen dafür, dass alles ganz anders kommt.

[Bearbeiten] 4. Adieu Claire

In München ist zur Abwechslung mal keine Story zu finden. Außer einer modischen Geschmacklosigkeit, der sogar Edda und Mona verfallen sind, ist weit und breit nichts Berichtenswertes in Sicht. Als Baby daran verzweifelt, eine dreiviertel Seite mit Klatsch zu füllen, erwischt ihn auch noch ein Polizist beim Zeitungsklau zu Recherchezwecken.

Als sich schon alles gegen Baby zu wenden scheint, kommt zum Glück doch noch eine vielversprechende Geschichte auf. Der Komponist Friedrich Danziger liegt im Sterben und die Frau, die er seit 50 Jahren liebt, lebt seit der Nazizeit in Frankreich und hat sich geschworen, nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen. Baby recherchiert erst in der Klinik des Todkranken und sogar mit Herbie und Mona in Paris, um die geliebte Sängerin nach Deutschland und anschließend die Sache groß rauszubringen. Doch hinter Babys Rücken ziehen andere die Fäden und ein großes journalistisches Finale endet leider nur in einem Umtrunk mit dem Polizeipräsidenten.

[Bearbeiten] 5. Königliche Hoheit

Die Königin des fernen Landes Mandalia (Michaela May) ist in München zu Besuch. Herbie und Baby wittern natürlich die perfekte Story und recherchieren schon die Vergangenheit der Prinzessin vor ihrem Eintreffen. Die ehemalige Münchner Friseurin scheint in jungen Jahren nichts ausgelassen zu haben. Um die Sache perfekt zu machen, mieten sich die beiden im Hotelzimmer neben dem der Königin ein und erfahren dort Dinge, die ganz und gar nicht ihrer Rubrik entsprechen. Die Königin ist scheinbar nur in München, um sich im Kampf gegen die Opposition in ihrem Heimatland mit in Deutschland gekauften Waffen zu stärken. Baby wird durch Mona moralisch und sorgt so für noch mehr Probleme.

[Bearbeiten] 6. Karriere

Baby ist von seiner Arbeit gelangweilt und seine Kolumnen werden immer dünner. Stattdessen spioniert er mit Herbie dem milliardenschweren Banz hinterher. Sein Ziel: Die geheimen Perversionen des reichsten Mannes der Republik aufzudecken. Aufgrund der Dunkelheit sind zunächst aber keine verwertbaren Aufnahmen möglich. Mona amüsiert sich zeitgleich auf einem Empfang und verzaubert die Gäste mit ihrem Gesang. Schon als Kind träumte Mona von einer Karriere als Sängerin. Animiert durch ihre Freundin Peggy, einer Musikproduzentin, nimmt Mona ein Demo-Tape auf, muss zunächst aber ihren eigenen Stil finden. Baby ist wenig begeistert, weil sie so ihre hausfraulichen Pflichten vernachlässigt. Frau von Unruh macht sich derweil auf die Suche nach einem Nachfolger für Baby. Unbeirrt jagt dieser mit Herbie seiner Story hinterher. Die Geduld der beiden wird schließlich belohnt: Eine beleuchtete Kutsche passiert die beiden, mit Banz verkleidet als König Ludwig und einem Mann als Sissi verkleidet. Baby wittert eine Sensation. In der Nacht kommt es zwischen Mona und Baby zu einer Auseinandersetzung, bei der sie sein fehlendes Interesse an ihrer Person beklagt und verkündet, nun Karriere zu machen. Am nächsten Morgen steht Baby vor der Entscheidung: seine heiße Story weiterverfolgen oder Mona nachjagen, die sich aufmacht, um als Sängerin aufzutreten. Er entscheidet sich für Letzteres und findet Mona aufreizend und Chanson-singend in einem Etablissement vor. Er äußert seine Skepsis und will Mona sogar verbieten, zu singen. Daraufhin trennen sich die beiden. Frau von Unruhs Unmut wird derweilen immer größer, sodass sie Baby in seiner Abwesenheit kündigt. Beim Versuch, sich auf Banz’ Anwesen einzuschleichen, werden Baby und Herbie gestellt und man macht ihnen ein interessantes Angebot: eine halbe Million für ihr Schweigen. Nach einem kurzen Disput quittiert Herbie den Empfang des Geldes. Baby ist davon wenig begeistert, genauso wie von der Tatsache, dass Monas Konterfei die Plakatwände der Stadt ziert. Nachts beobachtet er Mona bei einem Auftritt, unternimmt jedoch nichts.

[Bearbeiten] Weblinks

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