Kirchberg am Wechsel

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Kirchberg am Wechsel
Wappen von Kirchberg am Wechsel
Kirchberg am Wechsel (Österreich)
Kirchberg am Wechsel
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Hauptort: Kirchberg am Wechsel-Markt
Fläche: 51,36 km²
Koordinaten: 47° 37′ N, 16° 0′ O47.60861111111115.9925581Koordinaten: 47° 36′ 31″ N, 15° 59′ 33″ O
Höhe: 581 m ü. A.
Einwohner: 2.363 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 46 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2640, 2880, 2881
Vorwahl: 02641
Gemeindekennziffer: 3 18 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 63
2880 Kirchberg am Wechsel
Website: www.kirchberg-am-wechsel.at
Politik
Bürgermeister: Willibald Fuchs (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
14
4
3
14 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Kirchberg am Wechsel im Bezirk Neunkirchen
Altendorf Aspang-Markt Aspangberg-St. Peter Breitenau Breitenstein Buchbach Bürg-Vöstenhof Edlitz Enzenreith Feistritz am Wechsel Gloggnitz Grafenbach-St. Valentin Grimmenstein Grünbach am Schneeberg Höflein an der Hohen Wand Kirchberg am Wechsel Mönichkirchen Natschbach-Loipersbach Neunkirchen (Niederösterreich) Otterthal Payerbach Pitten Prigglitz Puchberg am Schneeberg Raach am Hochgebirge Reichenau an der Rax Scheiblingkirchen-Thernberg Schottwien Schrattenbach Schwarzau am Steinfeld Schwarzau im Gebirge Seebenstein Semmering St. Corona am Wechsel St. Egyden am Steinfeld Ternitz Thomasberg Trattenbach Warth Wartmannstetten Willendorf Wimpassing im Schwarzatale Würflach Zöbern NiederösterreichLage der Gemeinde Kirchberg am Wechsel im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Die für die Marktgemeinde Namen gebendeWolfgangskirche am Kirchberg
Die für die Marktgemeinde Namen gebende
Wolfgangskirche am Kirchberg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Blick über Kirchberg am Wechsel

Kirchberg am Wechsel ist eine Marktgemeinde mit 2363 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kirchberg am Wechsel liegt im Industrieviertel in Niederösterreich rund 100 Kilometer südlich von Wien im Tal des Otterbaches, der sich am Ostende von Kirchberg mit dem Molzbach zur Feistritz vereinigt, am Fuß des Wechsels. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 51,17 Quadratkilometer. 67,95 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Ortschaften[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Alpeltal (53)
  • Kirchberg am Wechsel-Außen (755)
  • Kirchberg am Wechsel-Markt (940)
  • Kranichberg (149)
  • Lehen (148)
  • Molzegg (124)
  • Ofenbach (184)

Katastralgemeinden[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Kirchberg am Wechsel gliedert sich in sechs Katastralgemeinden:

  • Alpeltal
282 ha, 38 a, 14 m² (5,5 % des Gemeindegebietes)
  • Kirchberg
mit den Ortsteilen Au, Markt, Molz, Rammergraben, Sachsenbrunn, Sellhof, Stein, Tratten, Weyer und Wieden Wiese
1.171 ha, 55 a, 34 m² (22,8 % des Gemeindegebietes)
mit den Ortsteilen Baumthal, Eselberg, Friedersdorf, Kiengraben, Oberer Kirchbgraben, Kreith, Kreithberg, Pucha, Pyhra und Rams
1.001 ha, 44 a, 06 m² (19,8 % des Gemeindegebietes)
  • Lehen
mit den Ortsteilen Nebelsbach und Steinbach
716 ha, 80 a, 05 m² (14,0 % des Gemeindegebietes)
  • Molzegg
mit den Ortsteilen Kampsteiner Schwaig, Kreuzbauern, Molz und Steyersberger Schwaig
1.574 ha, 47 a, 05 m² (30,7 % des Gemeindegebietes)
  • Ofenbach
mit den Ortsteilen Eigenberg und Wieden
372 ha, 07 a, 40 m² (7,2 % des Gemeindegebietes)

In den einzelnen Katastralgemeinden ist der Waldanteil verschieden groß: Molzegg hat mit 83 % seiner Bodenfläche den meisten Wald, gefolgt von Kranichberg, Alpeltal, Lehen und Ofenbach; Kirchberg hat mit 49 % die geringste Waldfläche. Ein Viertel des Bodens wird landwirtschaftlich genutzt (Felder, Wiesen). Hier liegt Kirchberg mit 39 % an der Spitze, Molzegg dagegen nutzt nur 12 % seiner Fläche als Grünland und Äcker. Die restlichen 6 % des Bodens sind sonstige Flächen (Verkehrswege und ähnliches), Bauflächen, Almen und Gärten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Kirchberg ist erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1232 (Kyperk) erwähnt. Auch wann der Ort zum Markt erhoben wurde, ist nicht bekannt; er wurde jedenfalls 1386 als solcher bezeichnet.

1472/73 wurde der Ort von einer Pestepidemie heimgesucht. 1713 und 1714 grassierte erneut die Pest. Die Pestsäule am Hauptplatz erinnert daran.

Die Gründung der Wolfgangskirche auf dem Gemeindegebiet um 970 geht der Sage nach auf den Heiligen Wolfgang zurück. Die dauernde Besiedelung des Wechselgebietes erfolgte im 12. Jahrhundert. 1216 erfolgte die Grundsteinlegung des späteren Augustiner-Chorfrauenstifts durch die Herren von Kranichberg. 1404 wird die Wolfgangskirche als Kapelle erwähnt. Zur Zeit der Ersten Wiener Türkenbelagerung (1529) wurden Ort, Kloster und Kirche niedergebrannt. Nach dem Wiederaufbau des Klosters mussten die Schwestern 1554 wegen einer Seuche flüchten. Aus dem Umstand, dass in dem Bericht ein Schulmeister erwähnt wird, ist zu schließen, dass es bereits eine Schule gab.

1656 bestätigte Kaiser Ferdinand III. in einem Wappenbrief das Marktrecht. Im folgenden Jahr wurde das Kloster umgebaut und erhielt seine heutige Gestalt.

Während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung flüchtete die Bevölkerung Kirchbergs in die befestigten Bereiche um Kirche und Kloster, doch kam es diesmal zu keinen Brandschatzungen.

1754 bis 1756 wurde die gotische Pfarrkirche abgerissen und im Barockstil neu gebaut. Bis auf den Turmhelm, der 1829 abbrannte, ist der Bauzustand bis heute unverändert. 1782 erfolgte die Aufhebung des Klosters unter Joseph II. Im selben Jahr wurde die Weihe der Wolfgangskirche aufgehoben.

Im Zuge der Koalitionskriege kam es 1805 und erneut 1809 zu Plünderungen. 1814 und 1833 litt der Ort unter Hochwasserkatastrophen. 1850 entstanden die Gemeinden Kirchberg am Wechsel, Kranichberg und Molzegg; Kranichberg wurde 1968, Molzegg 1972 zu Kirchberg eingemeindet. Von 1859 bis 1868 wurde die Wolfgangskirche wieder aufgebaut; 1918 nach Blitzschlag ausgebrannt, wurde sie abermals restauriert. Seit 1999 nutzen Dominikanerinnen das ehemalige Chorfrauenstift als geistliches Zentrum.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 93,9 % der Einwohner römisch-katholisch und 1,0 % evangelisch. 1,5 % sind Muslime, 0,7 % gehören orthodoxen Kirchen an. 2,3 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65,52 %
(-4,07 %p)
20,17 %
(-1,86 %p)
14,31 %
(+5,92 %p)
2005

2010


Bürgermeister ist Willibald Fuchs, Amtsleiter Christian Züttl.

Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen (zum Vergleich die Mandatszahlen nach der Wahl vom 6. März 2005):


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kirchberg am Wechsel
Burg Kranichberg (Gemälde von Alexander Trichtl, 19. Jh.)
  • Die barocke Pfarrkirche Sankt Jakob (1754/55)
  • Das ehemalige Chorfrauenstift (vor 1236 bis 1782)
  • Die spätgotische ehemalige Wehrkirche Sankt Wolfgang (um 1420)
  • Die Burg Kranichberg
  • Die Philippskirche in Kranichberg
  • Sachsenbrunn
  • Der Kalvarienberg
  • Die Mariensäule am Hauptplatz (1713)
  • Die Kernstockwarte
  • Die Hermannshöhle, größte Tropfsteinhöhle in Niederösterreich
  • Die 1000jährige Linde
  • Die Friedhofskirche
  • Das St. Klaraheim
  • Kapellen und Wegkreuze

Schulen[Bearbeiten]

  • Volksschule Kirchberg am Wechsel, Markt 300
  • Mittelschule Kirchberg am Wechsel, Markt 106
  • Allgemeine Sonderschule Kirchberg am Wechsel, Markt 300
  • Gymnasium und Realgymnasium Sachsenbrunn der Erzdiözese Wien

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 104, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 138. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1069. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,2 Prozent.

Insbesondere der Sommertourismus spielt mit rund 55.000 Übernachtungen eine wichtige Rolle. Kirchberg hat aber auch zwei familienfreundliche Schilifte.

Pfarre[Bearbeiten]

Die Pfarre Kirchberg am Wechsel gehört zum Vikariat Unter dem Wienerwald/Dekanat Kirchberg. Die Kirche ist dem Apostel Sankt Jakob dem Älteren geweiht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Nach dem Ehrenbürger Pfarrer Thomas Gottschlich ist ein Platz in Kranichberg benannt.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Thomas Gottschlich (1904–1989), Pfarrer in Kranichberg
  • Lorenz Köck (1930-), Unternehmer

Söhne und Töchter der Marktgemeinde[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zur Marktgemeinde[Bearbeiten]

  • Ignaz Edler von Mitis (1771–1842), Techniker und Chemiker, Chemiefabrikant in Kirchberg am Wechsel
  • Hans Müller (* 1943), Geschäftsleiter und Politiker, Mitglied des Gemeinderats von Kirchberg am Wechsel
  • Johann Preyer (1805–1888), Schriftsteller und Bürgermeister von Timișoara, lebte von 1876 bis zu seinem Tod in Kirchberg am Wechsel
  • Edmund Tauchner (* 1956), Rauchfangkehrer und Politiker, Mitglied des Gemeinderats von Kirchberg am Wechsel

Bildergalerie[Bearbeiten]

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Kirchberg[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Jakob und Filialkirche St. Wolfgang[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Bibliographien[Bearbeiten]

Kirchberg (Mitte oben) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
  • Bruno H. Bauer: Kirchberg am Wechsel, Bibliographie 1990: mit gesonderten Literaturverzeichnissen der Katastralgemeinden Kranichberg und Molzegg und der Nachbargemeinden St. Corona, Feistritz, Otterthal und Trattenbach. - Kirchberg am Wechsel / Wien. - (Kirchberger Schriftenreihe ; 1 )

Übersichtswerke[Bearbeiten]

  • Marktgemeinde Kirchberg am Wechsel [Hrsg.] (1974): Kirchberg am Wechsel. - Aspang, Moschna.
  • Marktgemeinde Kirchberg am Wechsel [Hrsg.] (1982): 750 Jahre Kirchberg am Wechsel. - Aspang, Moschna.
  •  Bruno Bauer, Christian Berner, Reinhart Deschka, Ernst Feuchtenhofer, Willibald Fuchs, Reinhard Gansterer, Johann Mitter, Wolfgang Rank, Marktgemeinde Kirchberg am Wechsel (Hrsg.): Kirchberg am Wechsel: Geschichte und Gegenwart einer Marktgemeinde. 2001

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirchberg am Wechsel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011