Kirchberg an der Iller

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchberg an der Iller
Kirchberg an der Iller
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchberg an der Iller hervorgehoben
48.13222222222210.080555555556535Koordinaten: 48° 8′ N, 10° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 535 m ü. NHN
Fläche: 18,64 km²
Einwohner: 1986 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88486
Vorwahl: 07354
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 065
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 20
88486 Kirchberg an der Iller
Webpräsenz: www.kirchberg-iller.de
Bürgermeister: Jochen Stuber
Lage der Gemeinde Kirchberg an der Iller im Landkreis Biberach
Bayern Alb-Donau-Kreis Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Sigmaringen Ulm Achstetten Alleshausen Allmannsweiler Altheim (bei Riedlingen) Attenweiler Bad Buchau Bad Schussenried Berkheim Betzenweiler Ummendorf (bei Biberach) Biberach an der Riß Burgrieden Dettingen an der Iller Dürmentingen Dürnau (Landkreis Biberach) Eberhardzell Erlenmoos Erolzheim Riedlingen Ertingen Gutenzell-Hürbel Hochdorf (Riß) Ingoldingen Kanzach Kirchberg an der Iller Kirchdorf an der Iller Kirchdorf an der Iller Langenenslingen Laupheim Laupheim Maselheim Mietingen Mittelbiberach Moosburg (Federsee) Ochsenhausen Oggelshausen Riedlingen Riedlingen Riedlingen Rot an der Rot Schemmerhofen Schwendi Seekirch Steinhausen an der Rottum Tannheim (Württemberg) Tiefenbach (Federsee) Ummendorf (bei Biberach) Unlingen Unlingen Uttenweiler Wain WarthausenKarte
Über dieses Bild

Kirchberg an der Iller ist eine Gemeinde am Ostrand des Baden-Württembergischen Landkreises Biberach im Illertal.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Osten des Landkreises Biberach/Riss und gehört zur grenzübergreifenden Planungsregion Donau-Iller. Die östliche Gemeindegrenze markiert zugleich den Verlauf der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Die Gemeinde setzt sich zusammen aus dem Hauptort Kirchberg, dem Ortsteil Sinningen sowie den Weilern Nordhofen und Ziegelhof.

Gemeindefläche[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 1.864 ha, welche zu 41 % von Wald bedeckt ist. Die Landwirtschaftsflächen nehmen 48 % ein. Die verbleibenden rund 10 % werden als Verkehrs- bzw. Siedlungsflächen genutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirchberg an der Iller

Möglicherweise wurde Kirchberg bereits im Jahre 806 in einer Traditionsnotiz des Klosters St. Gallen erstmals erwähnt, doch ist in Forschung umstritten, ob es sich wirklich um Kirchberg an der Iller oder einen anderen gleichnamigen Ort handelt. Dem Galluskloster vermachte ein Herr von Isenburg im Jahre 839 Güter in Nordhofen. Später treten die Herren von Kirchberg und Schellenberg als Besitzer von Kirchberg in Erscheinung. Im Jahre 1356 verkaufen Graf Ulrich von Schellenberg und seine Gattin Anna von Ellerbach mit Einwilligung ihres Sohnes Eglin von Schellenberg, dem damaligen Pfarrherrn von Kirchberg, einen Anteil an dem Dorf Kirchberg an das Kloster Rot. Einen weiteren Anteil erwirbt das Kloster Rot 1692. Die nunmehr dem Kloster Rot inkorporierte Kirche zu Kirchberg wurde von dieser Zeit an bis zum Jahre 1803 durch Patres von Rot aus pastoriert. Graf Wilhelm von Kirchberg verleiht im Jahre 1356 Güter an Heinrich von Freiberg. Im 15. Jahrhundert findet sich die Ortsherrschaft geteilt zwischen den Herren von Rechberg-Hohenrechberg-Kellmünz und Ulmer Patriziern; später war Kirchberg teilweise auch im Besitz der Herrschaft Oberbalzheim.

Im Jahre 1686 verkaufen die Herren von Rechberg ihren Anteil an Kirchberg dem ehemaligen Damenstift Gutenzell, das sich nunmehr die Besitzrechte an Kirchberg mit dem Kloster Rot teilt. Durch die Kriege mit Frankreich verlieren die deutschen Fürsten im Friedensschluss 1801 ihre Besitzungen jenseits des Rheins an Frankreich und werden mit Gütern der geistlichen Fürsten und Klöster diesseits, also rechts des Rheins, entschädigt. Dabei fällt der Besitz des aufgehobenen Klosters Rot an den Grafen Ludwig von Wartenberg, der ihn an seinen Neffen, den Grafen Erbach-Wartenberg-Rot vererbt, und dessen Nachkommen einen Teil davon verkaufen. Bei der Aufhebung des Klosters Gutenzell im Jahre 1803 bzw. 1806 gelangt die Abtei Gutenzell in den Besitz der Grafen von Toerring-Jettenbach-Gutenzell und auch unter württembergische Hoheit; als Entschädigung für ihre bisherigen linksrheinischen Besitzungen in Gronsfeld, die durch die Gewaltherrschaft Napoleons an Frankreich gekommen waren. Graf von Toerring zeigte sich dem Zisterzienserinnenorden gegenüber sehr entgegenkommend, in dem die Schwestern bis zu ihrem Tode in Gutenzell bleiben durften.

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Sinningen mit ihren Ortsteilen nach Kirchberg an der Iller eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1954–1986: Ferdinand J. Remlinger, FWV
  • 1986–1994: Hermann König
  • 1994–2002: Helmfried Schäfer
  • 2002–2010: Herbert Pressl
  • seit 28. Juli 2010: Jochen Stuber

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung:[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Kirchberg an der Iller

Die für Kirchberg und Sinningen wirtschaftlich bedeutende Illerflößerei wurde noch am Anfang des 20. Jahrhunderts, wenn auch nicht mehr in dem hohen Maße wie in früheren Zeiten, auf der Iller von Kempten bis Ulm und von dort an auf der Donau bis Wien, betrieben. Es war eine interessante, aber auch gefährliche Arbeit.

Der Sinninger See hat sich zu einem bedeutsamen Erholungsgebiet für die Umgebung entwickelt.

Die heutige wirtschaftliche Struktur der Gemeinde ist eine Mischung aus Landwirtschaft und Gewerbe.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Parallel zur Iller verläuft die Autobahn A 7 (Füssen – Ulm – Würzburg – Kassel – Flensburg), zu der Anschlussmöglichkeiten in Altenstadt (AS 125) bzw. Dettingen (AS 126) bestehen (beide ca. 10 km entfernt). Das Gemeindegebiet wird in Nord-Süd-Richtung von der Landesstraße L 260 (MemmingenUlm) durchzogen. Sie verläuft in Teilbereichen durch den östlichen Bereich der Siedlungsfläche Kirchbergs; der Ortsteil Sinningen wird umfahren. Die nächste Anschlussmöglichkeit an das Schienennetz der Deutschen Bahn (Strecke Memmingen – Ulm) ist im ca. 5 km entfernten Altenstadt.

Bildung[Bearbeiten]

Die Grund- und Hauptschule Kirchberg besteht aus einer einzügigen Grundschule und einer einzügigen Hauptschule, von der nur die Schüler der Klassen 7-9 in Kirchberg die Schule besuchen. Die Schüler der Klassen 5 und 6 besuchen die Hauptschule in Dettingen. Ab Schuljahr 2010/2011 wird die Hauptschule zur Illertal-Hauptschule unter einer Schulleitung zusammengelegt, um die wohnortnahe kleine Hauptschule zu erhalten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Josef Rief (* 1960 in Illertissen), aufgewachsen in Kirchberg, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Biberach

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Johann Baptist Miller (* 1873 in Kirchberg), Monsignore und Direktor a.D., erwarb sich große Verdienste in der Männerseelsorge und widmete sich darüber hinaus dem Siedlungsbau.
  • Vitalis Maier, (* 27. März 1912 in Kirchberg), studierte Theologie und trat der Abtei Ottobeuren bei. Das Vertrauen des Konvents wählte Pater Vitalis Maier am 9. Mai 1948 zum Abt.
  • Ferdinand J. Remlinger, ehemaliger Bürgermeister, der 32 Jahre die Geschicke der Gemeinde leitete. Ihm wurde auf Gemeinderatsbeschluss vom 21. Januar 1986 der Ehrenbürgerbrief überreicht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Biberach. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1837 (Volltext bei Wikisource)
  • Katholische Kirchengemeinde Kirchberg an der Iller (Hrsg.), 100 Jahre Pfarrkirche St. Martinus in Kirchberg an der Iller, Memminger Medien Zentrum 2001

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirchberg an der Iller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. wahlen09.rz-kiru.de