Kirche Christi mit der Elias-Botschaft

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Die Kirche Christi mit der Elias-Botschaft (englisch: „The Church of Christ – ‚The Church With The Elijah Message’“) hat als Glaubensgrundlage die Bibel, den „Bericht der Nephiten“ (Bezeichnung der Kirche für das Buch Mormon) sowie 117 Botschaften, die der auferstandene Johannes der Täufer als Engel den Aposteln Otto Fetting (von 1871 bis 1933) und W. A. Draves (von 1912 bis 1994) zwischen 1927 und 1994 überbracht haben soll. Dabei sei der auferstandene Johannes der Täufer in der Kraft und Stärke des alttestamentlichen Propheten Elija (lateinisch: "Elias") erschienen, um diese göttlichen Elias-Botschaften zu übermitteln.

Nach Ansicht dieser Kirche ist Joseph Smith (von 1805 bis 1844) zwar ursprünglich von Gott beauftragt worden, aber in seinen späteren Lebensjahren von Gott und seinem Wort abgefallen. So werden auch sämtliche anderen Schriften und Offenbarungen Smiths verworfen. Dies gilt auch für die zusätzlich entstandenen Lehren und Prophetien von Smiths Nachfolgern innerhalb der HLT-Kirche. Die Kirche Christi mit der Elias-Botschaft betrachtet sich selbst nicht als mormonische Glaubensgemeinschaft.

Hauptunterschiede zur größten Mormonenkirche[Bearbeiten]

  • Das Buch Mormon wird als „Bericht der Nephiten“ (englisch: „The Record of the Nephites“) bezeichnet, wobei lediglich der Text der ersten Version, der sogenannten Palmyra-Ausgabe von 1830, anerkannt und herausgegeben wird. Nähere Angaben zu dieser Veröffentlichung siehe „Literatur“.
  • Die Selbstbezeichnung der Mitglieder ist „Christen“ und nicht „Heilige“.
  • Die Kirche hat keinen Präsidenten oder obersten Propheten an der Spitze, sondern sieht Christus als Haupt der Kirche. Für die Betreuung und Verwaltung der Kirche ist ein Apostelkollegium aus gleichberechtigten Mitgliedern ohne dominierenden „Oberapostel“ zuständig.
  • Für die Ewigkeit geschlossene geistige Ehen gibt es nicht.
  • Eine Ahnenforschung und die sich daraus ergebenden Totentaufen fehlen.
  • Geheime Tempelrituale und Weihen finden nicht statt.
  • Die ständige Weiterentwicklung Gottes zu einem immer höheren Wesen - d.h. auch die Lehre, dass Gott vor Urzeiten einmal so war wie wir jetzt sind - wird vollkommen abgelehnt.

Hauptsächlicher Lehrunterschied zu allen anderen christlichen Gemeinden[Bearbeiten]

Neben der Bibel und dem „Bericht der Nephiten“ gelten 117 Botschaften mit dem Titel "Das Wort des Herrn", (englisch: "The Word of the Lord") als weitere Offenbarungsquelle. Gemäß diesen Botschaften erschien den Aposteln Otto Fetting und W. A. Draves immer wieder der auferstandene Johannes der Täufer als Engel in der Gestalt eines berührbaren und materialisierten Wesens. Botschaft 97, Vers 21 vom 2. Juni 1978 besagt: "Ich bin Johannes der Täufer, ein auferstandenes Wesen. Ich bin Körper, Fleisch und Bein, wie du mich siehst." Nach der Meinung der Kirche wurden diese Botschaften zwischen 1927 und 1994 den Aposteln Otto Fetting und W. A. Draves in englischer Sprache wortwörtlich diktiert. Fetting soll von 1927 bis 1933 insgesamt 30 Botschaften erhalten haben. Die weiteren Botschaften hat Draves von 1937 bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1994 erhalten. Seitdem soll der Bote nicht mehr erschienen sein. Die Kirche erwartet jedoch sein weiteres Kommen.

Das erneute Kommen und Wirken Johannes des Täufers in der Kraft des alttestamentlichen Propheten Elija nochmals jetzt in der Endzeit soll den Weg für das zweite Kommen Jesu bereiten, so wie diese Wegbereitung durch Johannes den Täufer auch vor dem ersten Kommen Jesu geschehen ist. Dies wird mit Mal 3,1-4 und 23-24 EU, Mt 17,10-13 EU und Lk 1,17 und 76 EU begründet. Johannes der Täufer ist nach Ansicht dieser Kirche somit der „Elija“, der kommen soll.

Nach Mal 3,4 EU ist, wenn Jesus kommt, das Opfer in Juda und Jerusalem dem Herrn wohlgefällig und bereitet ihm Freude. Da dies bei der ersten Ankunft Jesu nicht der Fall war, bezieht sich nach Ansicht der Kirche mit der Elias-Botschaft Mal 3,4 mehr auf das zweite als auf das erste Kommen Jesu. Johannes der Täufer soll dann erneut der Bote sein, der in der Kraft und Stärke des Elija Jesus den Weg vor seinem zweiten Kommen bereitet und das Kommen Jesu vorbereitet.

Für die Rückkehr Johannes’ spricht auch, dass in Lk 1,76 im griechischen Grundtext der Plural „Wege“ steht wie zum Beispiel auch in der Elberfelder Übersetzung und im Konkordanten Neuen Testament. Demnach sei das Kommen Johannes des Täufers nicht nur ein einmaliges Geschehnis vor dem ersten Kommen Jesu gewesen. So wie Jesus ein zweites Mal kommt, genauso muss dann auch Johannes der Täufer ein zweites Mal kommen, um Jesus die „Wege“ zu bereiten. Dieses zweite Kommen des „Elija“ gliedert sich in den 117 Besuchen bei Fetting und Draves und in noch erwartete zukünftige Besuche auf.

Dieser Bote Jesu gab den beiden Aposteln der Kirche in diesen 117 Botschaften sowohl Anweisungen wie zum Beispiel umfassend über den Bau des Tempels auf dem Tempelplatz in Independence in Missouri wie auch Trostworte, Warnungen und Prophetien für die Menschen in den Jahrzehnten vor der Wiederkunft Jesu. Auch zahlreiche persönlich an die Empfänger gerichtete Worte sowie Anweisungen über Personalentscheidungen innerhalb der Kirche sind enthalten.

Nähere Angaben zur englischen Ausgabe des Jahres 2005 sowie zu den deutschen Übersetzungen siehe "Literatur" und "Weblinks".

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Die Kirche Christi mit der Elias-Botschaft ging hervor aus der Kirche Christi (Fetting), die selbst wiederum aus der Kirche Christi (Temple Lot) hervorging. Beide Kirchen bestehen bis heute eigenständig weiter, sind aber deutlich kleiner als die Kirche Christi mit der Elias-Botschaft. Die Kirche Christi (Temple Lot) wiederum entstand aus frühen Anhängern von Joseph Smith's ursprünglicher, 1830 gegründeter „Kirche Christi“ (engl. Church of Christ), welche das Buch Mormon und Smiths frühe Prophezeiungen über die Errichtung eines Neuen Zion in Missouri akzeptiert hatten, Smiths zunehmend vom traditionellen Christentum abweichende spätere Lehren aber nicht mehr annahmen.

Die historische Entwicklung der Eliasbotschaft-Kirche ist untrennbar verbunden mit den beiden Botschaftsempfängern und Kirchengründern Otto Fetting und W. A. Draves.

Hauptsitz und Verbreitungsgebiete[Bearbeiten]

Hauptsitz der „The Church of Christ – ‚The Church With The Elijah Message’“ ist Independence im US-Bundesstaat Missouri.

Weltweit hat die Kirche 12.500 Mitglieder und ist damit die drittgrößte der auf Joseph Smith zurückgehenden Konfessionen, die Kirche Jesu Christi (Bickertoniten) gibt jedoch mit 12.136 eine nur wenig geringere Mitgliederzahl an. [1]. Sie sind außerhalb der USA hauptsächlich in Kenia, Uganda, Indien und auf den Philippinen sowie in Europa vor allem auch in England, Belgien und den Niederlanden zu finden. Die Missionszentrale für Deutschland und Europa war bis 1990 in Rottweil. Die Leitung hatte der Deutsche Martin Huonker (von 1896 bis 1990), der von der Kirche zum Apostel ordiniert wurde, was in anderen Kirchen mit einem Bischof vergleichbar ist. Martin Huonker veröffentlichte auch zahlreiche Schriften. Zurzeit erfolgt die Betreuung der europäischen und deutschen Mitglieder und Interessenten von Hamburg aus.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schmidt, Georg, u. a.: Kirchen, Sekten, Religionen. Ein Handbuch, begründet von Oswald Eggenberger, Zürich, 2003, 7. Auflage, Seite 198

Literatur[Bearbeiten]

Hauptveröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Der Bericht der Nephiten: The Record of the Nephites. Original Palmyra Edition/Published in 1830/The Restored Palmyra Edition, Independence (Missouri), 2004 - Die Kirche veröffentlichte seit 1957 - letzte Auflage von 2004 auf fast 650 DIN-A4-Seiten, davon über 200 Seiten ausführliches Stichwortverzeichnis - „The Record of the Nephites“ mit dem Text der Erstausgabe des Buches Mormon von 1830. Die spätere Einteilung der HLT-Kirche in Kapitel und Verse wurde inzwischen jedoch übernommen. Dieses Werk ist nur in englischer Sprache erhältlich.
  • The Word of the Lord Brought to Mankind by an Angel. The Authorized Version of The Church of Christ, Independence (Missouri), 2005. Enthalten sind die 117 Botschaften an Otto Fetting und W. A. Draves. Die Ausgabe von 2005 umfasst über 170 DIN-A4-Seiten (davon fast 40 Seiten Konkordanz). Die Texte sind ebenfalls unter www.elijahmessage.com abrufbar. In deutscher Übersetzung wurden die Botschaften 1 bis 93 aus den Jahren 1927 bis 1974 unter dem Titel „Das Wort des Herrn, gebracht zur Menschheit durch Seinen Engel“ im Jahr 1974 durch Martin Huonker als Buch veröffentlicht, das im Wegweiser-Verlag Wannweil erschienen ist. Diese Ausgabe inzwischen vergriffen. Ein anderer Übersetzer und Herausgeber veröffentlichte die Botschaften 91 bis 103 aus den Jahren 1972 bis 1987 unter der Bezeichnung „Das Wort des Herrn. Gebracht durch einen Engel zur Menschheit“. Inzwischen wurden die Botschaften aus der englischen Sprache auch in mehrere Fremdsprachen wie zum Beispiel in die französische, polnische, spanische und russische Sprache übersetzt und sind in vielen Teilen der Welt bekannt. Zurzeit wird an der Übersetzung in die griechische Sprache gearbeitet.
  • The Voice of Joy ist eine 20-seitige Monatszeitschrift im DIN-A4-Format, die ab der Dezemberausgabe 2002 auch auf der Website der Kirche erscheint. In jeder Ausgabe sind jeweils etwa drei Seiten den Botschaften gewidmet, wobei der Abdruck jeweils einer ganzen Botschaft und auch die konkordante Auflistung aller Textstellen aus den gesamten Botschaften zu einem bestimmten Begriff erfolgt. Auffällig ist bei vielen Beiträgen die christozentrische, evangelikale und erbaulich-erweckliche Ausrichtung. Ein Großteil der Artikel könnte genauso gut auch in Zeitschriften anderer evangelikaler Kirchen zu finden sein.

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Living in Victory through Hungering for Righteousness
  • The Coming Forth of the Record of the Nephites - über Entstehung und Überlieferung des Buches Mormon
  • The Elijah Message. Sent to Prepare the Way for Christ's Return
  • We are not Mormons
  • What Must I Do to Be Saved in the Kingdom of God?

Literatur[Bearbeiten]

Schmid, Georg, u. a. (Hrsg.): Kirchen, Sekten, Religionen. Religiöse Gemeinschaften, weltanschauliche Gruppierungen und Psycho-Organisationen im deutschen Sprachraum. Ein Handbuch. Begründet von Oswald Eggenberger, Theologischer Verlag Zürich 2003, 7. Auflage

Weblinks[Bearbeiten]