Kirche von Unten (DDR)
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Die Bewegung Kirche von Unten (KvU) war eine oppositionelle evangelische Gruppierung in der DDR.
Sie entstand im Zusammenhang mit dem evangelischen Kirchentag 1987 in Berlin anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt. Das komplizierte Verhältnis der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg zu Basisgruppen in ihren Gemeinden, die der Kirchenleitung unter anderem zu große Staatsnähe vorwarfen, führte im Zusammenhang mit kirchenleitenden Entscheidungen wie der Absage der traditionellen Friedenswerkstatt für 1987 im Vorfeld des Kirchentages um die Jahreswende 1986/87 zur Idee, parallel zum Kirchentag einen „Kirchentag von Unten“ zu veranstalten. Dieser fand vom 24. bis 26. Juni 1987 in den Räumen der Pfingstgemeinde am Petersburger Platz in Berlin statt und hatte mehr als 6000 Besucher[1]. Im Mittelpunkt standen religiöse Themen, es gab aber auch Veranstaltungen mit systemkritischen Themen und Künstlern.
Aufgrund des großen Interesses gründeten die Initiatoren daraufhin die Bewegung „Kirche von Unten“ (KvU), die sich als innerkirchliche Opposition fortan zu kirchlichen und theologischen Themen, aber auch zu vielen gesellschaftspolitschen Themen äußerte. 1988 erhielt die KvU eigene Räume im Gemeindehaus der Elisabethgemeinde, auch die Zionskirche (Berlin) wurde für Aktivitäten genutzt.
Diese Räume wurden bald wichtige Aktivitätszentralen der DDR-Oppositonsbewegung. Unter anderem liefen hier die Ergebnisse der unabhängigen Stimmauszählung bei der Kommunalwahl der DDR 1989 zusammen. Viele Mitglieder der KvU wie Reinhard Schult, Marion Seelig, Katrin Kadasch und Joe Müller engagierten sich im DDR-Widerstand. Die KvU wird daher zu den Gruppen gezählt, die maßgeblichen Einfluss auf die Wende in der DDR hatten.
Die Kirche von Unten existiert auch heute noch im Rahmen eines (politischen) Sozialprojekte in Berlin-Mitte. Es werden u. a. Konzerte durchgeführt. Außerdem gibt es donnerstags eine "Volxküche" für bedürftige Jugendliche.

