Kirchenaustritt

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Der Kirchenaustritt ist die vom Mitglied veranlasste Beendigung der staatlich registrierten Mitgliedschaft in einer Kirche. In diesem Sinne ist er nur dort erforderlich, wo das staatliche Recht Folgen an eine Mitgliedschaft knüpft, aber nicht alle Gemeinschaften einen Austritt zulassen. In Deutschland gelten die Landesgesetze über den „Kirchenaustritt“ daher nur für Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften mit Körperschaftsstatus, für diese allerdings unabhängig davon, ob sie sich selbst als „Kirche“ bezeichnen.

Der Austritt aus privatrechtlichen Gemeinschaften richtet sich dagegen nach dem zivilen Vereinsrecht. Kirchenaustritte haben neben demografischen Faktoren maßgeblichen Anteil am Rückgang der Mitgliederzahlen der Großkirchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In einigen Ländern, in denen keine staatliche Registrierung der Kirchenmitglieder erfolgt, jedoch die Mitgliedschaft öffentlich-rechtliche Folgen entfaltet (z. B. Polen, Spanien), ist kein Kirchenaustritt möglich, was sich auch in den Statistiken der Mitgliederzahlen widerspiegelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Recht auf den Kirchenaustritt ergibt sich gegenüber dem Staat aus dem Grundrecht der negativen Religionsfreiheit. Erstmals 1847 durch das Toleranzedikt Friedrich Wilhelm IV. in Preußen ermöglicht, wurden seine Bedingungen in Deutschland im Rahmen des Kulturkampfes gesetzlich festgelegt. Die Forschung unterscheidet mehrere Kirchenaustrittsbewegungen in der deutschen Geschichte. Die erste geschah schon vor dem Ersten Weltkrieg (getragen von Sozialdemokraten und bürgerlichen Anhängern Ernst Haeckels), die zweite ab 1919 (ebenfalls vornehmlich aus der Arbeiterschaft heraus, aber auch dem Bürgertum).

Zwischen 1936 und 1940 waren in Deutschland und Österreich ähnlich viele Kirchenaustritte wie nach 1968 und nach 1989 zu verzeichnen. 1933 bis 1936 und nach 1945 in Westdeutschland (Adenauer-Zeit) gab es Kircheneintrittsbewegungen.

1936 wurde auf den Melde- und Personalbögen der Einwohnermeldeämter sowie den Personalpapieren der Begriff „gottgläubig“ eingeführt. Da die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft wie auch „Freidenkertum“ im Nationalsozialismus nicht als karrierefördernd galt, bot die amtliche Bezeichnung „gottgläubig“ für konfessionslose Nationalsozialisten einen Ausweg, um so zu dokumentieren, dass man durch einen Kirchenaustritt nicht automatisch „ungläubig“ wurde.[1]

Kirchenaustritt von 1937 bis 1940 war stark von der „Gottgläubigkeit“ der Nationalsozialisten und Diskussionen rund um kirchenkritische Schriften von Autoren wie Alfred Rosenberg (Bekenntnis: „gottgläubig“ oder „deutsch-gottgläubig“) und Mathilde Ludendorff („Bund für Deutsche Gotterkenntnis)“ getragen.

Gründe für Kirchenaustritt[Bearbeiten]

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Die Gründe für einen Kirchenaustritt variieren stark und sind individuell verschieden, sodass wissenschaftliche Studien, die die Ursache für den Kirchenaustritt zu ergründen versuchten, z. T. zu verschiedenen Ergebnissen kamen.

Eine Studie des Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der deutschen katholischen Bischöfe 1992/93 kam zu dem Ergebnis, dass die Kirchensteuer meist nur noch Anlass sei. So würden sich Katholiken nicht mit der Institution identifizieren, hätten kein Verständnis für die Sexualmoral und würden ihren Vertretern oftmals „Heuchelei“ vorwerfen.[2]

Nach einer vom Kirchenamt der EKD veröffentlichten Studie aus dem Jahr 1992 gäbe es in Deutschland signifikante Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Die drei häufigsten Gründe für den Kirchenaustritt im Westen seien demnach in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit die Einsparung der Kirchensteuer, die Aussage Ich kann auch ohne Kirche christlich sein sowie die Gleichgültigkeit gegenüber der Kirche. Die drei häufigsten Gründe für den Kirchenaustritt im Osten waren dagegen Gleichgültigkeit gegenüber der Kirche an erster Stelle, dann folgten die Aussagen Ich brauche keine Religion in meinem Leben und Ich kann mit dem Glauben nichts mehr anfangen.[3] Nach einer neueren Studie der EKD war dieser Ost-West-Unterschied auch 2006 noch deutlich zu erkennen. Bei drei Vierteln der Konfessionslosen in Westdeutschland handelte es sich um frühere Protestanten, die in den letzten 25 Jahren aus ihrer Kirche ausgetreten waren, während in den neuen Bundesländern viel häufiger die Konfessionslosigkeit seit Generationen bestand und eine grundsätzliche Ablehnung von Religion geäußert wurde.[4] Statistisch eher selten seien Übertritte zu einer anderen großen Konfession oder noch seltener der Wechsel in kleinere Glaubensgemeinschaften wie Sekten oder Freikirchen.

Der Religionssoziologe Detlef Pollack führte 2012 die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche an. Hinzu käme die demografische Entwicklung und Säkularisation der Gesellschaft.[5]

Die ebenfalls 2012 u. a. von Michael Ebertz, Professor am Zentrum für kirchliche Sozialforschung an der Katholischen Hochschule Freiburg, verfasste Studie Austritt oder Verbleib in der Kirche sieht dagegen den Austritt als Endpunkt eines längeren Prozesses, der schließlich zum Austritt führe. Demnach sei der Kirchenaustritt nicht Indikator für einen aktuellen Dissens der Mitglieder mit ihrer Kirche, sondern Ergebnis einer langfristigen, oft mehrjährigen Entwicklung, wobei insbesondere dem Zeitraum von Pubertät, Konfirmation und Firmung eine wichtige Rolle zukomme, während dessen sich Jugendliche verstärkt mit der Sinnsuche beschäftigten. Daher konstatiert die Studie: „Junge Erwachsene werden von den herkömmlichen Angeboten der Kirche kaum angesprochen und empfinden diese nicht als attraktiv.“[6]

In einer Studie der EKD aus 2014 waren die drei Gründe mit der höchsten Zustimmung Kirche unglaubwürdig, Kirche gleichgültig und brauche keine Religion fürs Leben. [7][8]

Folgen des Kirchenaustritts[Bearbeiten]

Behandlung im staatlichen Recht[Bearbeiten]

Der Kirchenaustritt hat in Deutschland zur Folge, dass der Staat keine Rechtsfolgen mehr an eine Mitgliedschaft knüpfen darf (z. B. Kirchensteuereinzug, Teilnahme am Religionsunterricht), was aus der negativen Religionsfreiheit des Art. 4 Abs. 1 Grundgesetz und aus Art. 136 WRV in Verbindung mit Art. 140 GG folgt; aus seinem Blickwinkel gilt das Mitglied unabhängig vom jeweiligen kirchenrechtlichen Standpunkt als ausgetreten.

Konsequenzen im Arbeitsrecht[Bearbeiten]

Ein Kirchenaustritt kann auch arbeitsrechtliche Konsequenzen haben, sofern der Arbeitgeber ein kirchlicher Träger ist (z. B. Caritas, Diakonisches Werk). In der Regel ist nämlich das Dienstverhältnis bei diesen Arbeitgebern an eine kirchliche Mitgliedschaft gebunden, weswegen im Falle eines Kirchenaustritts auch das Dienstverhältnis aufgehoben wird. Bei ähnlicher Glaubensgemeinschaft müssen Konfession des Arbeitgebers und Konfession des Arbeitnehmers nicht übereinstimmen.

In einem Urteil aus dem Jahre 2003 sah der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg die Kündigung einer leitenden Krankenschwester in einem evangelischen Krankenhaus als gerechtfertigt an, die aus der katholischen Kirche ausgetreten war. Beklagt war in diesem Fall der Landeswohlfahrtsverband, welcher nach dem Schwerbehindertengesetz seine Zustimmung zur Kündigung geben muss.[9] In einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz in Mainz aus dem Jahre 2008[10] erklärten die Richter es für zulässig, dass ein kirchliches Altenheim eine Pflegerin entlassen durfte, die aus der Kirche ausgetreten war. Im Fall eines Bewerbers auf eine Pflegerstelle hingegen entschied das Arbeitsgericht Aachen am 14.12.2012, dass die Ablehnung auf Grund seiner Konfessionslosigkeit trotz fachlicher Eignung eine Diskriminierung darstellt. Dem Pfleger wurden 3.000 EUR Schadenersatz zugesprochen[11].

Mit dem Ur­teil (2 AZR 579/12) vom 25. April 2013 bestätigte das Bundesarbeitsgericht die Möglichkeit der außerordentlichen Kündigung eines Arbeitnehmers, wenn er mit seinem Kirchenaustritt gegen sei­ne ar­beits­ver­trag­li­chen Pflich­ten (Ar­beits­ver­trags­richt­li­ni­en (AVR)) ver­sto­ße. Dem Ar­beit­ge­ber werde damit die wei­te­re Durch­füh­rung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses un­mög­lich ge­macht. Der Arbeitnehmer werde dadurch auch nicht nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) diskriminiert.[12]

Behandlung im kirchlichen Recht[Bearbeiten]

Von der Wirkung des Kirchenaustritts im staatlichen Bereich („Bürgerliche Wirkung“) zu unterscheiden ist die Frage, ob die jeweilige Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft den vor einer staatlichen Stelle erklärten Austritt für sich anerkennt. Das Mitgliedschaftsrecht der einzelnen Gemeinschaften (Kirchenrecht) unterscheidet sich hier stark.

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die Katholische Kirche kennt keinen Austritt aus der Glaubensgemeinschaft Kirche, da eine Taufe nicht rückgängig gemacht werden kann und die katholische Kirche sich als die Gemeinschaft der Getauften versteht. Dennoch knüpft sie an einen entsprechenden Versuch kirchenrechtliche Folgen.

Nach ständiger Praxis bewirkt die Austrittserklärung die Exkommunikation, also nicht etwa den Ausschluss aus der Kirche, sondern den Verlust bestimmter Mitgliedschaftsrechte als Beugestrafe. In der 1970 veröffentlichten „Erklärung der Diözesanbischöfe zu Fragen des kirchlichen Finanzwesens“[13] und in der „Erklärung der deutschen Bischofskonferenz zum Austritt aus der katholischen Kirche“[14] vom 24. April 2006 wird die Erklärung des Kirchenaustritts als Apostasie, Häresie oder Schisma im Sinne einer öffentlichen Lossagung von der Kirche gewertet und ist somit eine gegen den Glauben und die Einheit der Kirche gerichtete Straftat: „Der Apostat, Häretiker oder der Schismatiker ziehen sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu (…)“ (vlg. Can.1364 CIC). Nach den oben genannten Erklärungen der Diözesanbischöfe kommt es dabei auf den Grund dieser Erklärung nicht an. Insbesondere wertet die Erklärung das Motiv, Kirchensteuer sparen zu wollen, als grobe Verletzung der Solidaritätspflicht eines jeden Katholiken und insofern als schwer schuldhaftes Vergehen gegen die Gemeinschaft und die Einheit der Kirche, das der Exkommunikation nicht entgegenstehe, wenn es sie auch nicht selbst begründet: Die kirchenrechtliche Straftat wird mit der Erklärung begangen, sich nicht mehr als Mitglied der Kirche anzusehen – die die Voraussetzung dafür ist, von der Kirchensteuer befreit zu sein. Diese Anwendung ist jedoch umstritten, da – wie behauptet wird – nicht feststeht, dass der Austritt tatsächlich ein äußerer Ausdruck für einen vollständigen oder teilweisen Glaubensabfall ist. Hier ist allerdings zu bemerken, dass ein Glaubensabfall für eine Exkommunikation gar nicht nötig ist, sondern auch eine bloße Verweigerung der kirchlichen Ein- und Unterordnung – eben das erwähnte Schisma - ausreicht.

Die Austrittserklärung hat noch weitere Rechtsfolgen. Es ist jedoch insoweit umstritten[15], ob der Kirchenaustritt ein actus formalis ist, der im Gegensatz zum staatlichen Kirchenaustritt grundsätzlich vor dem Ortsbischof oder dem Pfarrer zu machen und ins Taufbuch einzutragen ist. Andererseits wird die Austrittserklärung von der staatlichen Behörde den kirchlichen Behörden zugesandt und dann im Taufbuch eingetragen. Jedenfalls wird die Umstrittenheit, die den actus formalis betrifft, bisweilen auch übertragen und mit der Behauptung verbunden, es finde auch die Exkommunikation nicht statt. Hier ist immerhin zu bemerken, dass der actus formalis defectionis gemäß explizitem Gesetzestext ein Schisma (oder Apostasie oder Häresie) zwar voraussetzt, aber nicht alle Fälle dieser Kirchenstraftaten umfasst.

Am 24. September 2012 ist ein „Allgemeines Dekret der Deutschen Bischofskonferenz zum Kirchenaustritt“[16] in Kraft getreten, mit dem die innerkirchlichen Rechtsfolgen des Kirchenaustritts nach staatlichem Recht geklärt werden sollen. Das Dekret wurde vom Vatikan gebilligt (Laut Veröffentlichung ist es bereits am 15. März 2011 von der Bischofskonferenz angenommen worden, aber erst am 28. August 2012 von der Kongregation für die Bischöfe „rekognosziert“ worden). Darin werden die Rechtsfolgen des Austritts wie folgt aufgezählt:

  • Ausschluss von den Sakramenten der Buße, Eucharistie, Firmung und Krankensalbung – außer in Todesgefahr,
  • Ausschluss von kirchlichen Ämtern und Funktionen,
  • Ausschluss vom Taufpaten- und vom Firmpatenamt,
  • Ausschluss der Mitgliedschaft in pfarrlichen und in diözesanen Räten (z. B. Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand bzw. Vermögensverwaltungsrat, Diözesanpastoralrat etc.),
  • Verlust des aktiven und passiven Wahlrechts in der Kirche,
  • Ausschluss der Mitgliedschaft in öffentlichen kirchlichen Vereinen,
  • kirchliche Eheschließung nur mit Erlaubnis des Ortsordinarius,
  • Ausschluss vom kirchlichen Begräbnis, soweit nicht vor dem Tod irgendein Zeichen der Reue vorgelegen hat.

Diese Rechtsfolgen sollen dem Ausgetretenen in einem „pastoralen Schreiben“ mitgeteilt werden, in dem ihm auch nahegelegt wird, den Austritt rückgängig zu machen, falls er „die Tragweite [dieser] Entscheidung nicht ermessen“ haben sollte.

Unabhängig davon werden mit Personen, die aus der katholischen Kirche „ausgetreten“ sind, in Deutschland laut der sog. Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse keine Arbeitsverträge mit den Rechtsträgern der katholischen Kirche abgeschlossen (Art. 3 Abs. 4)[17]. Wer bei bestehendem Arbeitsvertrag im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse aus der katholischen Kirche „austritt“, muss mit einer zivilrechtlichen Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechnen.

Evangelische Landeskirchen[Bearbeiten]

Das Mitgliedschaftsrecht der evangelischen Landeskirchen kennt dagegen einen Kirchenaustritt. Der Austritt wird jedoch zumeist – anders etwa in Bremen – nicht bei kirchlichen Behörden entgegengenommen, sondern muss bei der nach den staatlichen Kirchenaustrittsgesetzen zuständigen Behörde erklärt werden. So bestimmt § 10 des Kirchenmitgliedschaftsgesetzes der Evangelischen Kirche in Deutschland:

Die Kirchenmitgliedschaft endet
  1. mit Fortzug aus dem Geltungsbereich dieses Kirchengesetzes
  2. durch Übertritt zu einer anderen Kirche oder Religionsgemeinschaft nach dem Recht der Gliedkirchen oder
  3. mit dem Wirksamwerden der nach staatlichem Recht zulässigen Austrittserklärung.

Nr. 3 knüpft also an den mit bürgerlicher Wirkung erklärten Austritt nach den Kirchenaustrittsgesetzen der Länder an; die Kirchenmitgliedschaft endet dann kraft Gesetzes. Trotzdem macht auch nach evangelischem Verständnis die Beendigung der Kirchenmitgliedschaft die Taufe nicht rückgängig – bei einem Wiedereintritt erfolgt also keine erneute Taufe. Die Folgen eines Austritts sind in den Grundordnungen, den Lebensordnungen bzw. im Arbeitsrecht der einzelnen Landeskirchen geregelt. So gehen mit dem Kirchenaustritt die Zulassung zum Abendmahl und die daran anknüpfenden Rechte verloren, wie etwa das Wahlrecht zu kirchlichen Leitungsgremien oder die Fähigkeit ein Patenamt zu übernehmen.[18] Daneben ist die Kirchenmitgliedschaft auch im evangelischen Bereich Voraussetzung zur Eingehung eines Arbeitsverhältnisses (vgl. etwa § 3 lit. a des Kirchlichen Gesetzes über das Dienstverhältnis der kirchlichen Mitarbeiter im Bereich der Landeskirche und des Diakonischen Werkes der Evangelischen Landeskirche in Baden; allerdings mit Ausnahmen in § 4).

Behandlung in der Theologie[Bearbeiten]

Unabhängig von der Frage der (kirchen-)rechtlichen Mitgliedschaft ist die theologische Frage, ob der Eintrittsakt durch den Austritt aufgehoben wird oder dessen ungeachtet religiös wirksam bleibt.

So besteht beispielsweise bei den christlichen Kirchen die Übereinstimmung, dass die Taufe nicht rückgängig gemacht werden kann, ein evangelisch oder katholisch getaufter Christ also stets getauft bleibt.

Wiedereintritt[Bearbeiten]

Für den Wiedereintritt gibt es im staatlichen Recht Deutschlands keine eigenen Regelungen. Es knüpft stattdessen ebenso wie bei der Taufe an das Mitgliedschaftsrecht der jeweiligen Religionsgemeinschaft an. Ein Kirchenwiedereintritt ist möglich, wenn die jeweilige Gemeinschaft bereit ist, den Ausgetretenen wieder aufzunehmen. Ein vor staatlichen Gerichten einklagbares Recht auf Wiedereintritt besteht ebenso wenig wie ein entsprechendes Recht auf Taufe (d. h. den ursprünglichen Eintritt). Allerdings sind die meisten Kirchen durch ihr Selbstverständnis und ihre eigenen Vorschriften gezwungen, ein ehemaliges Mitglied, das die entsprechende Glaubensüberzeugung mitbringt, wieder aufzunehmen.

Einzelne Länder[Bearbeiten]

Die Vorgehensweisen und Begleitumstände beim Kirchenaustritt sind von Staat zu Staat und auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In vielen Staaten wird die Religionszugehörigkeit nicht oder nur zu statistischen Zwecken ohne Rechtsfolgen für den einzelnen staatlich registriert, so dass hier nur ein Austritt bei der Religionsgemeinschaft selbst möglich ist.

Deutschland[Bearbeiten]

Wegen der Trennung von Kirche und Staat und der weltanschaulichen Neutralität des Staates betrachtet sich der Staat als gehindert, den Religionsgemeinschaften vorzuschreiben, wen diese als Mitglied betrachten und wen nicht. Diese Entscheidung soll dem Innenrecht der jeweiligen Gemeinschaft vorbehalten sein (vgl. Kirchliches Selbstbestimmungsrecht).

Allerdings muss der Staat, sofern er an die Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft Rechtsfolgen im staatlichen Recht knüpft, die negative Religionsfreiheit des Austrittswilligen beachten, also dessen Grundrecht, einer Religion nicht anzugehören. Die praktisch bedeutendste dieser Folgen im staatlichen Recht betrifft die Kirchensteuer. Da nicht alle Religionsgemeinschaften einen Kirchenaustritt kennen (beispielsweise die römisch-katholische Kirche – auch die Exkommunikation ist kein Kirchenausschluss – und viele jüdische Gemeinschaften), haben die Länder Kirchenaustrittsgesetze erlassen, die sicherstellen, dass jedenfalls für das staatliche Recht keine Rechtsfolgen mehr eintreten. Zu regeln, dass die jeweilige Gemeinschaft diesen Austritt auch intern anerkennt, ist dem staatlichen Recht dagegen wegen der Trennung von Kirche und Staat verwehrt. Das wird deutlich etwa an der Formulierung des § 26 Abs. 1 S. 1 des Kirchensteuergesetzes Baden-Württemberg:

Jeder hat das Recht, aus einer Religionsgemeinschaft durch eine Erklärung gegenüber dem für seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt zuständigen Standesbeamten mit bürgerlicher Wirkung auszutreten.

Unerheblich ist, ob es sich um einen Austritt aus Kirchen oder aus anderen als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannten Religionsgemeinschaften (z. B. jüdischen Gemeinden) oder Weltanschauungsgemeinschaften (einige bfgs, regional HVD) handelt.[19]

Zuständige Behörde[Bearbeiten]

Der Austritt muss in Deutschland je nach Bundesland entweder vor dem Amtsgericht (in Berlin,[20] Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen) oder vor dem Standesamt (andere Bundesländer) erklärt werden. Ein Austritt per Brief ist nur mit notarieller Beglaubigung möglich. In Bremen kann der Austritt alternativ auch bei kirchlichen Stellen erklärt werden.[21] Es muss ein Lichtbildausweis mitgebracht werden. Bei Verheirateten wird teilweise auch die Heiratsurkunde oder das Familienstammbuch verlangt.

Austritt mit „nur bürgerlicher Wirkung“[Bearbeiten]

Lange war umstritten, ob beim Austritt aus Gemeinschaften, deren Mitgliedschaftsrecht an die staatlichen Austrittsgesetze anknüpft, erklärt werden kann, der Austritt solle nur für den staatlichen Bereich gelten, die Mitgliedschaft aber bestehen lassen. Die Folge dieses „Kirchenaustritts mit nur bürgerlicher Wirkung“ wäre eine Mitgliedschaft ohne entsprechende Verpflichtungen (z. B. keine Zahlung von Kirchensteuer). Die Streitfrage hat sich aber dadurch erledigt, dass die Kirchenaustrittsgesetze insoweit geändert wurden, als sie Zusätze und Bedingungen zur Austrittserklärung nicht mehr zulassen.

Wie das Kirchenrecht solche Erklärungen behandelt, möchte der Staat dagegen nicht regeln. So ist es katholisch-kirchenrechtlich gerade wieder in der Diskussion, wie die kirchenrechtliche Situation ist, wenn ein Austretender ausdrücklich erklärt, in der Kirche als Glaubensgemeinschaft bleiben zu wollen. Der emeritierte Professor Hartmut Zapp focht einen Präzedenzfall. Er trat vor dem Standesamt aus der „katholischen Kirche, Körperschaft des öffentlichen Rechts“ aus. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg entschied am 4. Mai 2010, dass ein Kirchenaustritt unwirksam ist, der isoliert nur diejenigen Rechtsfolgen beseitigen will, die eine Kirchenmitgliedschaft im Bereich des staatlichen Rechts hat.[22] Die Revision gegen dieses Urteil war am 26. September 2012 vor dem Bundesverwaltungsgericht formal erfolgreich, da das Gericht in dem schlichten Zusatz „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ keinerlei Einschränkung der Austrittserklärung erkennen konnte. Damit ist Zapps Kirchenaustritt gültig. Zugleich stellte das Bundesverwaltungsgericht aber klar, dass der Staat keinen Unterschied zwischen „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ und „Glaubensgemeinschaft“ machen kann. Wer formal aus der Kirche austrete und keine Kirchensteuern mehr zahle, sei nicht mehr Mitglied der Glaubensgemeinschaft, weil diese mit der Körperschaft des öffentlichen Rechts identisch sei.[23] Somit ist zwar im konkreten Fall Zapps Kirchenaustrittserklärung gültig, aber inhaltlich hat sich das Gericht dem von der römisch-katholischen Kirche verfochtenen Standpunkt angeschlossen, dass es keinen Unterschied zwischen der Körperschaft des öffentlichen Rechts und der Glaubensgemeinschaft gibt.

Austrittsgebühren[Bearbeiten]

In fast allen Bundesländern erheben die Behörden eine Gebühr für den Kirchenaustritt. Die Regelungen im Einzelnen:

  • in Baden-Württemberg zwischen 10 und 60 €[24][25]
  • in Bayern 31 €[26]
  • in Berlin 30 €[27]
  • in Brandenburg wird keine Gebühr erhoben[28]
  • in Bremen 5 €[29]
  • in Hamburg 31 €[30]
  • in Hessen 25 €[31]
  • in Mecklenburg-Vorpommern 10 €[32]
  • in Niedersachsen 25 €[33]
  • in Nordrhein-Westfalen 30 € gemäß Kirchenaustrittsgesetz NRW (seit Mitte 2006)
  • in Rheinland-Pfalz 20,45 €[34]
  • im Saarland 32 €[35]
  • in Sachsen 20 bis 23 €[36][37][38]
  • in Sachsen-Anhalt 25 €[39]
  • in Schleswig-Holstein 20 €[40]
  • in Thüringen 30 €[41]

Die Stadt Neudenau, Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg, gilt mit 60 € als bundesweite Spitzenreiterin.[42]

Von der Zahlung der Austrittsgebühr sind meist auch sozial Schwache nicht befreit. Kritiker wie der IBKA betrachten sie als Einschränkung der grundgesetzlich garantierten Bekenntnisfreiheit, weil jede Erschwerung des Kirchenaustritts verfassungswidrig sei, das aufwändige Verwaltungsverfahren überflüssig sei, für die Kosten ggf. die Kirchen selbst aufzukommen hätten und sie bedürftige Menschen, die meist keine Kirchensteuer zahlen und somit von einem Austritt finanziell nicht profitieren, von einem Austritt abhalten können. Die Höhe der Gebühr stehe oft in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Bearbeitungsaufwand. Die Kritiker meinen, dass die Gebühr den Kirchenaustritt erschweren solle.

Mit Beschluss vom 2. Juli 2008 (Az. 1 BvR 3006/07)[43] hat das Bundesverfassungsgericht sowohl das staatliche Verwaltungsverfahren zum Kirchenaustritt als auch die Erhebung der Gebühr von 30 Euro in Nordrhein-Westfalen für verfassungsgemäß erklärt, weil dieses Verfahren für die staatliche Mitwirkung bei der Erhebung der Kirchensteuer erforderlich sei. Dabei verneinte es, dass die Gebühr von 30 Euro eine vom Kirchenaustritt abhaltende Wirkung habe, da in Nordrhein-Westfalen im Fall der Bedürftigkeit des Antragsstellers von der Erhebung der Gebühr abgesehen werde. Für 15 Minuten Arbeit seien 30 Euro gerechtfertigt. „Der Austrittswillige veranlasst das Verfahren und zieht überdies in der Regel aus seiner Sicht Nutzen daraus“. Der Beschwerdeführer hatte gegen diese Entscheidung Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eingelegt.[44] Diese Beschwerde wurde ohne Begründung als unzulässig zurückgewiesen.[45]

Austritt von Minderjährigen[Bearbeiten]

Der Austritt von Kindern unter 12 Jahren wird alleine von den Erziehungsberechtigten bestimmt. Ist das Kind 12 oder 13 Jahre alt, kann nach dem Gesetz über die religiöse Kindererziehung die Austrittserklärung durch den Erziehungsberechtigten nur mit seiner Zustimmung erfolgen. Ab 14 Jahren liegt die Entscheidung alleine beim Austretenden, siehe Religionsmündigkeit.

Austritt von Geschäftsunfähigen[Bearbeiten]

Für einen volljährigen Geschäftsunfähigen kann sein Betreuer den Austritt erklären, soweit sein Aufgabenkreis reicht. Er ist allerdings nach § 1901 BGB an die Wünsche des Betroffenen gebunden. Dies ist in den Kirchenaustrittsgesetzen der Bundesländer geregelt, nur Bayern verbietet eine entsprechende Stellvertretung (siehe unter Literatur).

Verfahrensweise bei der Lohnsteuer[Bearbeiten]

Eine Austrittbescheinigung wird entweder sofort übergeben oder einige Tage nach der Austrittserklärung zugesandt, mit der beim Einwohnermeldeamt, seit Anfang 2011 ist ausschließlich das zuständige Finanzamt für die Streichung zuständig, die Streichung der Religionszugehörigkeit auf der Lohnsteuerkarte veranlasst werden kann, damit keine Kirchensteuer mehr erhoben wird. Die Austrittsbescheinigung sollte nicht verloren gehen, weil nach einem Umzug häufig bewiesen werden muss, dass man der Religionsgemeinschaft nicht mehr angehört, damit man nicht erneut zur Zahlung von Kirchensteuer herangezogen wird.

Institutionen, die vom Austritt unterrichtet werden[Bearbeiten]

Vom Kirchenaustritt unterrichtet werden:

  • die Religionsgemeinschaft
  • das Einwohnermeldeamt (Streichung der Religionszugehörigkeit auf der Lohnsteuerkarte, sie muss vom Austretenden selbst unternommen werden, falls er die neue Karte für das laufende Jahr verwenden will)
  • das Finanzamt
  • auf Wunsch: das Standesamt, das das Geburtenregister führt
  • auf Wunsch: das Standesamt, das das Eheregister führt, falls dort die Religion bislang eingetragen war.

Statistik Deutschland[Bearbeiten]

Deutsches Reich 1932–1944 (abgerundet auf volle Tausend):[46]

Jahr Katholisch Protestantisch Gesamt
1932 52.000 225.000 277 000
1933 34.000 57.000 91 000
1934 27.000 29.000 56 000
1935 34.000 53.000 87 000
1936 46.000 98.000 144 000
1937 104.000 338.000 442 000
1938 97.000 343.000 430 000
1939 95.000 395.000 480 000
1940 52.000 160.000 212 000
1941 52.000 195.000 247 000
1942 37.000 105.000 142 000
1943 12.000 35.000 49 000
1944 6.000 17.000 23 000

Bundesrepublik Deutschland 1950–2010 (ab 1990 gesamtdeutsch):[47][48]

Jahr Katholisch Protestantisch Gesamt
1950 33.536
1955 21.292
1960 23.889
1965 22.791
1970 69.454 202.823 272.277
1975 69.370
1980 66.438 119.814 186.252
1985 74.112 140.553 214.665
1986 75.919
1987 81.598 140.638 222.236
1988 79.562 138.700 218.262
1989 93.010 147.753 240.763
1990 143.530 144.143 287.673
1991 167.933 237.874 405.807
1992 192.766 361.256 554.022
1993 153.753 284.699 438.452
1994 155.797 290.302 446.099
1995 168.244 296.782 465.026
1996 133.275 225.602 358.877
1997 123.813 196.602 320.415
1998 119.265 182.730 301.995
1999 129.013 192.880 321.893
2000 129.496 188.557 318.053
2001 113.724 171.789 285.513
2002 119.405 174.227 293.632
2003 129.598 177.162 306.760
2004 101.252 141.567 242.819
2005 89.565 119.561 209.126
2006 84.389 121.598 205.987
2007 93.667 131.000 224.667
2008 121.155 168.901 290.056
2009[49] 123.681 148.450 272.131
2010 181.193[50] 145.250[51] 326.443
2011 126.488[52] 141.497[53] 267.985
2012 118.335[54] 138.195[55] 256.530
2013 178.805[56]

Für weitere statistische Informationen siehe

Eine durchlaufende Konstante in der zahlenmäßigen Entwicklung der Kirchenaustritte besteht im Konfessionsverhältnis: in absoluten Zahlen und relativen Anteilen verlassen ständig mehr Protestanten als Katholiken die Kirche. Die Zahl der Kirchenaustritte lag zwischen 1970 und 1989 in Westdeutschland zwischen 110.000/50.000 und 220.000/90.000 (evangelische/katholische Kirche) jährlich, nachdem sie in den 1950er und 1960er Jahren noch deutlich geringer war. Diese Zahlen stiegen im Verlauf der Wiedervereinigung nochmals stark an und erreichten 1992 ihren Höhepunkt mit ca. 360.000/190.000 (evangelische/katholische Kirche) in Gesamtdeutschland. Danach fielen die Austrittszahlen bis zum Jahr 2005/2006 ab. Ab diesem Zeitraum nahmen sie wiederum zu, vor allem aus der katholischen Kirche.

Das Jahr 2010 stellte eine Ausnahme in der Entwicklung dar. Mit 181.193 Katholiken traten in Deutschland erstmals mehr Katholiken aus der Kirche aus als Protestanten. Die Zahl der Austritte von Katholiken erreichte damit ihren Höchststand in der Geschichte der Bundesrepublik.

Die Zahl der Wiedereintritte und Übertritte liegt in der Evangelischen Kirche erheblich höher (ca. 60.000) als in der Römisch-Katholischen Kirche (ca. 15.000). Laut einer im Dezember 2011 durchgeführten repräsentativen Umfrage waren ca. eine Million Deutsche entschlossen, aus der Kirche auszutreten, 1,6 % der Katholiken und 3,2 % der Protestanten. Gedanken über einen Austritt machten sich laut Umfrage 4,5 Mio. Deutschen, so dass es insgesamt ein „Schwundpotential“ von 5,5 Mio. Kirchenmitgliedern gäbe.[57][58]

Die Austrittszahlen haben, zusammen mit Faktoren wie der demografischen Entwicklung und Ein- oder Auswanderungsbewegungen, dazu geführt, dass 2009 in Deutschland noch 59,2 % der Gesamtbevölkerung einer der beiden Großkirchen angehörten. Der Anteil von Katholiken als auch Protestanten lag nach Angaben der „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ bei jeweils 29,6 %, während Konfessionslose 34,8 % der Gesamtbevölkerung stellten.[59] Nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland waren Ende 2011 rund 58,8 % der Bevölkerung evangelisch oder katholisch.[60] Ein Jahr zuvor waren es 59,4 Prozent.[61]

Österreich[Bearbeiten]

Straßenabbildung mit Aufforderung zum Kirchenaustritt

In Österreich muss der Austritt bei der Bezirksverwaltungsbehörde (die Bezirkshauptmannschaft bzw. in Statutarstädten der Magistrat) erklärt werden. Es muss ein Lichtbildausweis vorgelegt (oder die Identität auf andere Weise belegt) werden. Der Taufschein ist, sofern vorhanden, zweckmäßig (jedoch nicht erforderlich[62]), da auf dessen Rückseite der Austritt mit einer Stampiglie bestätigt wird. Ist kein Taufschein mehr vorhanden oder wird er aus anderen Gründen nicht vorgelegt, erhält der Austretende auf Wunsch eine schriftliche Bestätigung, die jedoch mit Verwaltungsabgaben verbunden sein kann.

Anders als in Deutschland muss der Austritt jedoch nicht persönlich erfolgen, auch ein Brief an die zuständige Behörde ist zulässig und es ist dafür kein Ausweis nötig. Der Austritt wird mit diesem Tag rechtsgültig.

In manchen Bezirken reicht es auch aus, den Austrittswunsch der Bezirksverwaltungsbehörde per E-Mail mitzuteilen, samt Kirchenbeitragsnummer, die man zuvor ebenfalls per Mail bei der zuständigen Kirchenbeitragsstelle (E-Mail-Adressen findet man im Internet) erfragen kann. Auf diesem Weg ist auch kein Taufschein erforderlich, da die Religionszugehörigkeit bereits mit der Beitragsnummer, die auch noch nicht Kirchenbeitrag zahlende Personen haben, erwiesen ist.

Einige Tage später wird von der Bezirksverwaltungsbehörde ein Brief an den Austretenden (sofern erwünscht), an das Pfarramt, in dem der Austretende getauft wurde, und an die zuständige Kirchenbeitragsstelle geschickt, um vom Austritt zu informieren.

Ist der Austretende jünger als 14 Jahre, benötigt er die Zustimmung beider Erziehungsberechtigten. Ist er jünger als zwölf Jahre, so können die Erziehungsberechtigten auch gegen seinen Willen einen Austritt erklären.[63]

Gebühren[Bearbeiten]

Die Erklärung des Austritts aus einer Religionsgemeinschaft ist prinzipiell gebührenfrei. Falls jedoch ein Nachweis über den Austritt aus der Religionsgemeinschaft gewünscht wird, kann die Behörde Gebühren und Verwaltungsabgaben erheben. In Wien etwa fällt für eine unbeglaubigte Abschrift der Niederschrift eine Gebühr von 2,10 Euro an, für eine beglaubigte Kopie der Niederschrift zusätzlich 14,30 Euro.[64]

Statistik Österreich[Bearbeiten]

Entwicklung der österreichischen Kirchenaustritte im Zeitraum 2003–2013.[65][66][67] Für weitere statistische Informationen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung Österreichs siehe die Entwicklung der Katholischen und Evangelischen Kirchen auch im Vergleich zu anderen Religionsgemeinschaften Österreichs. Mit Ende des Jahres 2013 betrug der Anteil der Katholiken rund 62,4% und der Protestanten rund 3,7% der österreichischen Gesamtbevölkerung.

Jahr Katholisch Evangelisch Gesamt
2003 39.584 3.193 42.777
2004 52.177 3.347 55.524
2005 42.624 3.208 45.832
2006 36.715 2.943 39.658
2007 36.293 2.975 39.268
2008 40.224 3.020 43.244
2009 53.269 3.122 56.391
2010 85.960 3.931 89.891
2011 59.023 4.251 63.274
2012 52.336 3.812 56.148
2013 54.845 3.985 58.830

Im Jahr 2010 kam es nach Aussage von Kardinal Christoph Schönborn in Österreich zur größten Austrittswelle aus der katholischen Kirche seit der Nazizeit.[68] Die wesentliche Ursache für den Anstieg waren jedoch Skandale um den sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche, die Verknüpfung dieses Austrittsmotivs mit der Zeit des Nationalsozialismus wurde von Betroffenen kritisiert.[69] Ein direkter Zahlenvergleich zeigt außerdem, dass der nach dem Anschluss für das gesamte Deutsche Reich ermittelte Wert von 97.000 Austritten im Jahr 1938 offensichtlich nicht mit dem 2010 alleine in Österreich erreichten Höchstwert von rund 86.000 Austritten zu vergleichen ist.

Schweiz[Bearbeiten]

Um aus einer Landeskirche auszutreten, wird in der Schweiz ein Brief – mit dem Wunsch nach Austritt – an die Kirchengemeinde geschickt, der keine Begründung enthalten muss. Eine Kopie des Briefes kann an die staatliche Gemeinde geschickt werden, um sicherzustellen, dass der Vorgang nicht verschleppt wird: Die Kirchensteuer wird bis zum Datum des Austrittsschreiben anteilsmässig ans Jahr berechnet. Man kann auch nur aus der Landeskirche austreten und trotzdem noch der Katholischen Kirche angehören. Diese Praxis wird vereinzelt ausgeübt, um die Kirchensteuern zu vermeiden.

  • Im Kanton St. Gallen ist die Unterschrift auf der Gemeinde (gegen Gebühr von 20 Schweizer Franken) amtlich zu beglaubigen.
  • Im Kanton Wallis ist für die röm.-kath. Kirche das Austrittsschreiben nicht an die Kirchengemeinde des Wohnorts (wie überall sonst in der Schweiz) zu richten, sondern an die Kirchengemeinde des Tauforts. Allenfalls leitet der Priester des Wohnorts das Schreiben weiter.
  • Besonders die röm.-kath. Kirche sendet Austrittswilligen häufig einen Brief mit Rückfragen zu. Nach Schweizer Recht müssen solche Rückfragen explizit nicht beantwortet werden.
  • Priester der röm.-kath. Kirche verlangen oft auch Angabe von Taufort und Taufdatum im Austrittschreiben – diese Angaben sind nach Schweizer Recht nicht notwendig. Wer die Angaben nicht kennt oder nicht nennen mag, soll dies so festhalten. Die Situation kann im Kanton Wallis davon abweichen, da dort – im Gegensatz zu allen anderen kantonalen Regelungen – in der Kantonsverfassung direkt Institutionen des katholischen kanonischen Rechts im kantonalen öffentlichen Recht anerkannt wurden.

Austretende, die jünger als 16 Jahre sind, benötigen die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten.

In der Schweiz kann man auch aus der betreffenden Landeskirche (Kantonalkirche) austreten, aber trotzdem Mitglied der Kirche bleiben, wie das Bundesgericht festgestellt hat.[70] Dadurch zahlt ein ehemaliges Mitglied keine Kirchensteuern mehr. Der römisch-katholische Bischof des Bistums Chur hat eine Solidaritäts-Stiftung für Gläubige gegründet, die nicht mehr bei den jeweiligen Landeskirchen Steuern zahlen. Ausgetretene können dort freiwillig für das Bistum spenden, was bisher von 22 Gläubigen auch genutzt wurde.[71]

Liechtenstein[Bearbeiten]

In Liechtenstein können Jugendliche ab 14 Jahren ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten den Kirchenaustritt erklären.[72]

Belgien und Luxemburg[Bearbeiten]

In Belgien und Luxemburg[73] ist bei der römisch-katholischen Kirche die Praxis so, dass ein Austrittsschreiben mit den nötigen Angaben über die Taufe an das für den Wohnort zuständige Generalvikariat zu richten ist. Die Austrittserklärung wird dann im Taufregister vermerkt und dem Ausgetretenen vom Generalvikariat bestätigt.

Polen[Bearbeiten]

In Polen wird die Kirchenmitgliedschaft nicht staatlich registriert. Allerdings ergeben sich für die katholische Kirche besondere staatlich anerkannte Vorrechte in Bezug auf die eigenen Mitglieder, die ausschließlich kirchlich registriert werden. Insbesondere betrifft das den Datenschutz, von dem die katholische Kirche aufgrund einer Vereinbarung mit dem Generalinspektor für Personendatenschutz (GIODO) größtenteils praktisch ausgenommen ist, da die kirchlichen Datensammlungen keiner Kontrolle durch den GIODO unterliegen.[74]

Beschwerden von polnischen Bürgern, die gegenüber der katholischen Kirche ihren Austritt erklärt haben und es erfolglos verlangt haben, von dieser fortan datenschutzrechtlich als Nichtmitglieder behandelt zu werden, wurden zunächst am 11. Januar und 7. Mai 2012 vom Verwaltungsgericht Warschau als unzulässig abgewiesen. Die Begründung war, dass eine Willenserklärung nach den Vorschriften des Zivilgesetzbuches nicht zum Kirchenaustritt ausreiche. Die Anwendung des Rechtsinstitutes der Willenserklärung würde als eine durch den Staat regulierte Bestimmung, wen die Kirche als ihr Mitglied betrachten darf, eine unzulässige Einmischung des Staates in die innenkirchliche Angelegenheiten bedeuten.[75][76][77] Aus kirchlicher Sicht, die somit bezogen auf den Datenschutz vom polnischen Staat explizit anerkannt wurde, ist der Kirchenaustritt nicht möglich.[75][77] Die Zulässigkeit einer Verfassungsklage wurde vom Gericht verneint.[77]

Diese Ansicht wurde jedoch in den drei am 24. Oktober 2013 gefallenen Präzedenzurteilen des Obersten Verwaltungsgerichts (NSA) nicht geteilt. Das NSA ist der Meinung, dass dem GIODO die sachliche Prüfungspflicht obliege, ob ein aus staatlicher Sicht wirksamer Austritt erfolgt ist. Er solle hierfür die öffentlich-rechtlichen Maßstäbe, insbesondere das Gesetz über die Gewissens- und Konfessionsfreiheit, und nicht die innerkirchlichen Bestimmungen ansetzen. Der Ausgang der Prüfung durch GIODO, ob die Willenserklärungen der Klager wirksame Kirchenaustritte darstellen, ist zurzeit (November 2013) offen.[78]

Mit einer weiteren Anordnung des Verwaltungsgerichts Oppeln vom 21. Januar 2013 wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine gemäß dem kanonischen Recht durchgeführte Apostasie keinen für die staatliche Seite wirksamen Kirchenaustritt mit öffentlich-rechtlichen (z. B. datenschutzrechtlichen) Folgen darstellt.[79]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirchenaustritt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kirchenaustritt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Kirchenaustrittsgesetze und -verordnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maren Seliger, 2010: Scheinparlamentarismus im Führerstaat: „Gemeindevertretung“ im Austrofaschismus und Nationalsozialismus: Funktionen und politische Profile Wiener Räte und Ratsherren 1934-1945 im Vergleich. Band 6 von Politik und Zeitgeschichte. LIT Verlag Münster, ISBN 3643502338, ISBN 9783643502339. S. 234 (online)
  2. Schon die Jugend läuft davon, Focus Magazin Nr. 38 (1993) von Eugen Georg Schwarz.
  3. Kirchenaustrittsgründe 1992, Evangelische Kirche (PDF; 40 kB)
  4. Pressemeldung „Evangelische Kirche will sich verstärkt Konfessionslosen zuwenden“
  5. Kirchenaustritt als Hilfeschrei: Tutzinger Tagung untersucht Motive und Gründe für den Kirchenaustritt, Sonntagsblatt vom 8. Juli. 2012
  6. Studie: Entscheidung für Kirchenaustritt ist langer Prozess. Pressemitteilung des Evangelischen Pressedienstes. Abgerufen am 22. September 2012.
  7. Engagement und Indifferenz. EKD, 2014, abgerufen am 6. März 2014. Seite 81
  8. Deutsche verlieren ihren Glauben an Gott. Die Welt, 6. März 2014, abgerufen am 6. März 2014.
  9. Kündigung einer Krankenschwester wegen Kirchenaustritt, vonderwehl.de zu VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 26. Mai 2003, Az. 9 S 1077/02, Volltext.
  10. LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 2. Juli 2008, Az. 7 Sa 250/08, Volltext
  11. ArbG Aachen: Kirche darf konfessionslosen Bewerber nicht einfach abweisen, siehe auch Az. 2 Ca 4226/11
  12. Bundesarbeitsgericht.de: Pressemitteilung Nr. 29/13 - Kündigung wegen Kirchenaustritts vom 25. April 2013
  13. Erklärung der Diözesanbischöfe zu Fragen des kirchlichen Finanzwesens
  14. Erklärung der deutschen Bischofskonferenz zum Austritt aus der katholischen Kirche (PDF; 194 kB)
  15. Vatikankommentar zum Motu proprio 'Omnium in mentem'. kath.net. 17. Dezember 2009. Abgerufen am 15. April 2012.
  16. http://www.ordinariat-freiburg.de/fileadmin/gemeinsam/amtsblatt/abl12_24.pdf
  17. Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse
  18. Art. 38 Abs. 3 Ordnung des kirchlichen Lebens der EKU; C.1.5. Leitlinien des kirchlichen Lebens der VELKD.
  19. Gesetzlich geregelt ist das beispielsweise in Bayern im Kirchensteuergesetz Art. 3 Abs. 4. Eine Liste der Kirchen, Religionsgemeinschaften und weltanschaulichen Gemeinschaften, die als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt sind, ist beim Bayerischen Behördenwegweiser zu finden.
  20. http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/ag/kirchenaustritt.html
  21. http://www.stadtamt.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen116.c.1641.de
  22. Keine Beschränkungen des Kirchenaustritts auf die „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ – Urteil des VGH Baden-Württemberg des vom 4. Mai 2010 – Zusammenfassung bei kostenlose-urteile.de
  23. Pressemitteilung des BVerwG vom 26. September 2012 - Az.: BVerwG 6 C 7.12, aufgerufen am 26. September 2012.
  24. www.kirchenaustritt.de/bw
  25. Standesamt Lauda-Königshofen
  26. www.kirchenaustritt.de/bayern (25 € für den Austritt + 6 € für die Austrittsbescheinigung)
  27. § 1 Abs. 2 Nr. 7 Justizverwaltungskostengesetz i. V. m. § 1 Abs. 3 Kirchenaustrittsgesetz, neu gefasst durch Gesetz zur Einführung einer Verwaltungsgebühr für den Kirchenaustritt vom 16. April 2014, Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin S. 98
  28. www.kirchenaustritt.de/brandenburg
  29. www.kirchenaustritt.de/bremen
  30. Kirchenaustritt Hamburg.de
  31. www.kirchenaustritt.de/hessen
  32. www.kirchenaustritt.de/mv
  33. www.kirchenaustritt.de/niedersachsen persönlich beim Standesamt oder bei einem Notar
  34. www.kirchenaustritt.de/rp
  35. www.kirchenaustritt.de/saar
  36. www.kirchenaustritt.de/sachsen
  37. Anliegen „Kirchenaustritt“ auf www.dresden.de
  38. Gebühren gemäß www.leipzig.de
  39. www.kirchenaustritt.de/anhalt
  40. Zuständigkeitsfinder Schleswig-Holstein: Kircheneintritt/Kirchenaustritt
  41. www.kirchenaustritt.de/th
  42. www.kirchenaustritt.de/bw
  43. http://www.bverfg.de/entscheidungen/rk20080702_1bvr300607.html
  44. http://ibka.org/node/758, http://hpd.de/node/5884
  45. http://www.ibka.org/presse09/austrittsgebuehr-beschwerde, http://hpd.de/node/7977
  46. Sven Granzow, Bettina Müller-Sidibé, Andrea Simml: Gottvertrauen und Führerglaube, in: Götz Aly (Hg.): Volkes Stimme, Skepsis und Führervertrauen im Nationalsozialismus, Frankfurt am Main 2006, 38-58, S. 40, 207
  47. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz: Eintritte, Austritte, Wiederaufnahmen-Zeitreihe ab 1950-2010. 26. September 2012, abgerufen am 12. Februar 2013 (PDF; 13 kB).
  48. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.): Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2010/11. Abgerufen am 12. Februar 2013 (PDF; 4,2 MB).
  49. Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland. Kirche. Bundeszentrale für politische Bildung, 26. September 2012, abgerufen am 12. Februar 2013.
  50. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.): Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2010/11. S. 16, abgerufen am 12. Februar 2013 (PDF; 4,2 MB).
  51. Statistik - kurz und bündig. Statistik 2012. Stand 2010. Evangelische Kirche in Deutschland, 1. Februar 2012, abgerufen am 12. Februar 2013 (PDF 565 KB).
  52. Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2011/12 - Arbeitshilfen 257. Deutsche Bischofskonferenz, 17. Juli 2012, abgerufen am 12. Februar 2013 (PDF; 4,5 MB).
  53. Statistik der EKD. Statistik 2013. Stand 2011. Evangelische Kirche in Deutschland, 5. Juli 2013, abgerufen am 5. Juli 2013 (PDF 565 KB).
  54. Katholische Kirche in Deutschland. Statistische Daten 2012. Deutsche Bischofskonferenz, 8. August 2012, abgerufen am 8. August 2013 (PDF; 360 KB).
  55. "Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben", 2014. Statistische Daten 2012. EKD, 2014, abgerufen am 18. Juli 2013 (PDF; 2372 KB).
  56. Bistum Limburg legt 900-Millionen-Euro-Vermögen offen. Statistische Daten 2013. Süddeutsche Zeitung, 18. Juli 2014, abgerufen am 18. Juli 2014 (html).
  57. Millionen Deutsche erwägen Kirchenaustritt. In: Focus, 21. Dezember 2011. Abgerufen am 29. Dezember 2011.
  58. Umfrage: Eine Million Menschen wollen aus Kirche austreten. Evangelischer Pressedienst. Abgerufen am 29. Dezember 2011.
  59. http://fowid.de/fileadmin/datenarchiv/Religionszugehoerigkeit/Religionszugehoerigkeit_Bevoelkerung_1970_2010.pdf
  60. Kirchenmitgliederzahlen am 31.12.2011. Evangelische Kirche in Deutschland, 2012, abgerufen am 12. Februar 2013 (PDF 295 KB).
  61. Kirchenmitgliederzahlen am 31.12.2010. Evangelische Kirche in Deutschland, November 2011, abgerufen am 12. Februar 2013 (PDF 444 KB).
  62. VwGH 88/10/0014 (PDF; 29 kB), wonach für die Vorlage eines Taufscheins oder Meldezettels keine Formvorschrift besteht
  63. Bundesgesetz über die religiöse Kindererziehung 1985
  64. Religionsaustritt – Erklärung. In: Stadt Wien. Abgerufen am 1. Juni 2014.
  65. Katholische Kirche Österreich: Statistik. Abgerufen am 5. Januar 2014.
  66. Evangelische Kirche in Österreich: Zahlen und Fakten. Abgerufen am 5. Januar 2014.
  67. René Meintz: Kirchenaustritte in Österreich. Abgerufen am 5. Januar 2014.
  68. http://derstandard.at/1292462147721/80000-Oesterreicher-wandten-sich-2010-ab-Kirche-Groesste-Austrittswelle-seit-Nazizeit
  69. http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20101219_OTS0020/empoerung-ueber-kardinal-schoenborns-kirchenaustritts-nazizeit-vergleich
  70. http://www.kipa-apic.ch/index.php?na=0,0,0,0,d&ki=234156 (abgerufen am: 15. August 2012).
  71. http://www.suedostschweiz.ch/politik/22-glaeubige-spenden-statt-steuern-zu-zahlen (abgerufen am: 15. August 2012).
  72. Jugendliche mit 14 Jahren religionsmündig, Liechtensteiner Vaterland, 20. Dezember 2012
  73. http://www.cathol.lu/prier-et-celebrer-beten-und-feiern/stations-de-vie-sacrements/article/kirchenmitgliedschaft
  74. OCHRONA DANYCH OSOBOWYCH W DZIAŁALNOŚCI KOŚCIOŁA KATOLICKIEGO W POLSCE (PDF; 108 kB)
  75. a b O formalnym wystąpieniu z Kościoła
  76. II SA/Wa 2026/11 - Wyrok WSA w Warszawie. 11. Januar 2012, abgerufen am 29. Januar 2013 (polnisch).
  77. a b c II SA/Wa 2767/11 - Wyrok WSA w Warszawie. 7. Mai 2012, abgerufen am 29. Januar 2013 (polnisch): „[P]rzetwarzanie tych danych wynika z faktu, że akt chrztu, sporządzony zgodnie z wymogami prawa kanonicznego, jest dowodem przyjętego chrztu. W myśl prawa kanonicznego, W.G. pozostaje katolikiem (członkiem Kościoła katolickiego). Dt. Übersetzung: Das Verarbeiten dieser Daten ergibt sich aus der Tatsache, dass die entsprechend den Anforderungen des kanonischen Rechts ausgefertigte Taufurkunde ein Nachweis über die angenommene Taufe ist. Gemäß dem kanonischen Recht, W.G. verbleibt ein Katholik (Mitglied der katholischen Kirche).“
  78. Katarzyna Żaczkiewicz-Zborska: NSA: oświadczenia o wystąpieniu z kościoła są prawnie wiążące. In: lex.pl. 25. Oktober 2013, abgerufen am 24. November 2013 (polnisch).
  79. II SAB/Op 59/12 - Postanowienie WSA w Opolu. 21. Januar 2013, abgerufen am 12. Februar 2013 (polnisch): „Działanie lub bezczynność biskupa diecezji w sprawach dotyczących wystąpienia z Kościoła wiąże się natomiast ze sferą władzy kościelnej, której jest organem, regulowaną przez prawo kanoniczne. W odniesieniu do aktu apostazji, będącej wewnętrzną procedurą Kościoła, nie wkracza on tym samym w sferę należącą do zakresu administracji publicznej (…). Dt. Übersetzung: Tätigkeit oder Untätigkeit des Diözesanbischofs hinsichtlich des Kirchenaustritts gehört aber zum Bereich der kirchlichen Machtausübung, deren Behörde er ist und die vom kanonischen Recht geregelt ist. In Bezug auf den Akt der Apostasie, die eine innerkirchliche Angelegenheit ist, greift er somit nicht in den Bereich der öffentlicher Verwaltung ein (…).“
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