Heiliger Synod

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Der Heilige Synod ist ein ständiges Gremium (Organ), das sich an der Spitze der orthodoxen Kirchen befindet. In deutschen Texten findet sich seltener auch die Bezeichnung die Heilige Synode – das griechische Wort Συνόδος ist nämlich trotz der üblicherweise männlichen Endung -ος grammatisch weiblich, das dem entsprechende russische Wort Синод dagegen männlich. Der Synod hatte bzw. hat in den orthodoxen Kirchen, vor allem den kanonischen, folgende Besonderheiten:

  • Heute ist der Heilige Synod in der russischen wie in anderen orthodoxen Kirchen das Regierungsorgan, das die Entscheidungen zwischen den Bischofssynoden trifft. Zum Synod z. B. der Russisch-orthodoxen Kirche gehört der Patriarch von Moskau und ganz Russland sowie 13 weitere Bischöfe, von denen sieben ständig und sechs zeitweise dem Gremium angehören.
  • Die Heilige Synode der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche, das oberste Gremium der größten aus der Familie der Orientalisch-orthodoxen Kirchen, besteht aus allen Bischöfen der Kirche und trifft sich zweimal jährlich zu einer Vollversammlung. Zwischen diesen Versammlungen leitet der Patriarch der Kirche, versehen mit dem Titel Abuna, und seine Verwaltung die Kirchengeschäfte.

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschränkte sich die Macht des Heiligen Synod keineswegs auf geistliche Mittel. Er verfügte auch über Truppen, die beispielsweise in dem sog. Athos-Streit, einer Auseinandersetzung um die Imjaslavie-Bewegung der Verehrung des Namens Gottes eingesetzt wurden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Scheliha, S. 162.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfram von Scheliha: Russland und die Universalkirche in der Patriarchatsperiode 1589–1721. Wiesbaden 2004.

Weblinks[Bearbeiten]