Kirchheim (Heidelberg)

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Wappen von Heidelberg
Kirchheim
Stadtteil von Heidelberg
Lage des Stadtteils Kirchheim in Heidelberg
Koordinaten 49° 22′ 38″ N, 8° 39′ 56″ O49.3772222222228.6655555555556Koordinaten: 49° 22′ 38″ N, 8° 39′ 56″ O
Fläche 15,33 km²
Einwohner 15.748 (2010)
Bevölkerungsdichte 1027 Einwohner/km²
Stadtteilnummer 007
Gliederung
Stadtbezirke
  • Kirchheim-Mitte (007 1)
  • Kirchheim-Nord (007 2)
  • Kirchheim-West (007 3)
  • Kirchheimer-Flur (007 4)
  • Am Kirchheimer Weg (007 5)
  • Patrick-Henry-Village (007 6)
Quelle: Stadt Heidelberg (PDF; 147 kB)

Kirchheim ist ein Stadtteil von Heidelberg (Baden-Württemberg), der im Südwesten der Stadt liegt.

Es gibt einen alten Ortskern, in dem sich auch noch das ehemalige Rathaus aus der Zeit der Eigenständigkeit Kirchheims befindet. In Richtung Innenstadt schließt sich Kirchheim-Nord, im Westen das Hüttenbühl und Kirchheim-West an. Vor wenigen Jahren wurde Kirchheim in Richtung Sandhausen um das Neubaugebiet Dorf erweitert. Zurzeit entsteht westlich von Kirchheim-Nord bis zum Cuzaring das Neubaugebiet Im Bieth. Zu Kirchheim gehören auch noch der Kirchheimer Weg, das Patrick-Henry-Village und die Aussiedlerhöfe Neurott, Kurpfalzhof und Kirchheimer Hof.

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemaliges Wappen von Kirchheim
Altes Rathaus im Ortskern


Die ersten Spuren einer Besiedlung sind Ausgrabungsfunde (Gefäße, Steinaxt, Steinmeißel ) aus der jüngeren Steinzeit (3500–1800 v. Chr.). Die Funde sind den Kulturen der Bandkeramiker und der Schnurkeramiker zuzuordnen. [1]

Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 767 n. Chr. als Chirichheim im Lorscher Codex.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf samt seiner Kirche stark zerstört; der Wiederaufbau erlitt einen herben Rückschlag durch die erneute Niederbrennung im Pfälzischen Erbfolgekrieg.

Am 1. April 1920 wurde Kirchheim mit seinen etwa 8000 Einwohner nach Heidelberg eingemeindet und ist seit dieser Zeit ein Stadtteil.

Politik[Bearbeiten]

Seit Planung des 1824 fertiggestellten Alten Rathauses bis zur Eingemeindung nach Heidelberg wurden die Geschicke des Dorfes von folgenden Bürgermeistern, Vögten und Schultheißen geleitet: [2]

  • Johann Georg Koppert (1795–1824)
  • Johann Georg Leiberg (1824–1825)
  • Georg Adam Lüll (1825–1830)
  • Heinrich Schmitt (1831–1838)
  • Johann Ludwig Schneider (1838–1844)
  • Georg Kaltschmitt (1845–1848)
  • Heinrich Schmitt (1848–1854)
  • Georg Kaltschmitt (1854–1860)
  • Georg Mampel (1861–1870)
  • Philipp Alexander Kaltschmitt (1870–1894)
  • Georg Kaltschmitt III. (1894–1914)
  • Johann Georg Goll (1914–1918)
  • Matthias Treiber (1918–1920)

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der ehemaligen Hauptverkehrsstraße, die seit (Wieder-)Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie 26 verkehrsberuhigt wurde, sind viele kleine Geschäfte des Einzelhandels ansässig. Die Lebensmittelgeschäfte bilden ein dichtes Netz, so dass alle täglichen Geschäfte direkt vor Ort erledigt werden können. Zahlreiche Ärzte haben sich in diesem Stadtteil niedergelassen.

Verkehr[Bearbeiten]

Endhaltestelle der Linie 26 am Kirchheimer Friedhof
Evangelische Kirche der Blumhardtgemeinde
Katholische Kirche St. Peter

Im Jahre 1865 erhielt Kirchheim einen Bahnhof. 1910 wurde die Straßenbahnlinie Heidelberg – Kirchheim in Betrieb genommen, 1972 jedoch wieder eingestellt. Nach heftigen Diskussionen im Heidelberger Gemeinderat hat Kirchheim seit dem 9. Dezember 2006 nach mehrjährigen Bauarbeiten wieder eine Straßenbahnanbindung (Linie 26) an die Heidelberger Innenstadt. Daneben teilt sich der Stadtteil einen S-Bahn-Haltepunkt mit Rohrbach, der im 30-Minuten-Takt angefahren wird. Kirchheim wird außerdem von fünf Buslinien (33, 717, 720, 721, 722) angefahren.

Die A5 sowie die B3 verlaufen unweit des Ortsteils an Kirchheim vorbei.

Bildung[Bearbeiten]

Kirchheim besitzt zwei Grundschulen, eine Hauptschule mit Werkrealschule, eine Sonderschule sowie eine neu erbaute Realschule:

  • Kurpfalzschule (Grundschule)
  • Geschwister-Scholl-Schule (Grund-, Haupt- und Werkrealschule)
  • Gregor-Mendel-Schule (Realschule)
  • Robert-Koch-Schule (Förderschule/Sonderschule)

Weiterhin befinden sich in diesem Stadtteil sieben Kindergärten in Trägerschaft der katholischen bzw. evangelischen Kirche sowie der Stadt Heidelberg.

Kirchen[Bearbeiten]

In Kirchheim befinden sich zwei evangelische Kirchen mit den Pfarrgemeinden Blumhardt und Wichern sowie die römisch-katholische Kirchengemeinde St. Peter.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Neuer: Kirchheim – Eine Ortsgeschichte aus der Kurpfalz. herausgegeben von der Volksbank Kurpfalz eG, 1. Auflage, Global-Druck, Heidelberg 1985.E
  • Philipp Körner, Kirchheim. Ein heimatkundlicher Überblick, Heidelberg 2009; 2. Aufl. 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heidelberg-Kirchheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Körner, Kirchheim, S. 6
  2. Aus Dieter Neuer: Kirchheim – Eine Ortsgeschichte aus der Kurpfalz, Seite 87/88