Kirchheim (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchheim
Kirchheim (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchheim hervorgehoben
50.8408333333339.5744444444444244Koordinaten: 50° 50′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Höhe: 244 m ü. NHN
Fläche: 50,66 km²
Einwohner: 3780 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36275
Vorwahlen: 06625, 06628
Kfz-Kennzeichen: HEF, ROF
Gemeindeschlüssel: 06 6 32 011
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 20
36275 Kirchheim
Webpräsenz: www.kirchheim.de
Bürgermeister: Manfred Koch (SPD)
Lage der Gemeinde Kirchheim im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Thüringen Vogelsbergkreis Landkreis Fulda Schwalm-Eder-Kreis Werra-Meißner-Kreis Alheim Rotenburg an der Fulda Cornberg Nentershausen (Hessen) Bebra Bebra Wildeck Heringen (Werra) Philippsthal (Werra) Friedewald (Hessen) Ludwigsau Neuenstein (Hessen) Hohenroda Schenklengsfeld Schenklengsfeld Hauneck Haunetal Niederaula Kirchheim (Hessen) Breitenbach am Herzberg Ronshausen Bad HersfeldKarte
Über dieses Bild
Kirchheim mit der A 7 und der Wälsebachtalbrücke im Hintergrund

Kirchheim ist eine Gemeinde im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Nordosten von Hessen (Deutschland).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kirchheim liegt in den Südausläufern des Knüllgebirges im Tal der Aula, die bei Niederaula in die Fulda fließt; in der Ortschaft münden in die Aula im Norden das Gossmannsröder Wasser und der Wälsebach und im Süden die Ibra. Der höchste Berg des Gemeindegebiets ist der 6,6 km nordwestlich an der Gemeindegrenze zu Neuenstein gelegene Eisenberg (635,5 m ü. NN).

Die nächstgrößeren Städte sind Bad Hersfeld (ca. 10 km ostnordöstlich), Fulda (ca. 33 km südsüdöstlich) und Alsfeld (ca. 24 km südwestlich).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kirchheim grenzt im Norden an die Gemeinde Neuenstein, im Osten an die Stadt Bad Hersfeld, im Süden an die Gemeinde Niederaula, im Südwesten an die Gemeinde Breitenbach am Herzberg (alle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg) sowie im Westen an die Gemeinde Oberaula (im Schwalm-Eder-Kreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht neben dem Hauptort Kirchheim aus den Ortsteilen Allendorf, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Heddersdorf, Kemmerode, Reckerode, Reimboldshausen, Rotterterode und Willingshain.

Klima[Bearbeiten]

Das langjährige Jahresmittel der Lufttemperatur beträgt 7,4 °C und der durchschnittliche Niederschlag liegt bei 637 mm. Im langjährigen Mittel hat Kirchheim 21,7 Sommertage, 107,2 Frosttage. Die mittlere Jahressonnenscheindauer liegt bei 1410 Stunden.

Quelle: 1200 Jahre Kirchheim, siehe Kap. Literatur

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf den „Seepark Kirchheim“

Die Ortschaft Kirchheim wurde im Breviarium Lulli, einem Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld um 810, als Kyricheim das erste Mal urkundlich erwähnt.

Den Eisenbahnanschluss erhielt Kirchheim am 1. Mai 1906, als die Knüllwaldbahn eröffnet wurde. Ab 1935 hatte die Gemeinde den Autobahnanschluss, als hier das Autobahndreieck der Autobahnen A 7 und A 4 entstand.

Im Jahr 1974 wurde mit dem Bau des „Seeparkes Kirchheim“, zwischen den Ortsteilen Reimboldshausen und Kemmerode begonnen. Hier wurde die Ibra zu einem zehn Hektar großen See aufgestaut. Nur ein Jahr danach wurde die Kreisstraße 34 von Willingshain über den Eisenberg nach Raboldshausen (Ortsteil von Neuenstein) gebaut. Nach dieser verkehrsmäßigen Erschließung des Eisenbergs folgten im gleichen Jahr der Bau eines Berghotels, der Bau des „Feriendorfes am Eisenberg“ durch die Stadt Hannover und der Bau des Funkturmes.

Am 22. August 1977 brach der Damm des Ibrastausees im „Seepark Kirchheim“ und unterspülte die Bahntrasse bei Kirchheim. Dies war der Anlass für die Bundesbahn, die Knüllwaldbahn stillzulegen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform wurden die Dörfer Allendorf, Frielingen, Gershausen, Goßmannsrode, Kemmerode und Reimboldshausen mit Wirkung vom 1. Februar 1971 in die Gemeinde Kirchheim eingegliedert. Mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 folgte Rotterterode. Gersdorf, Heddersdorf, Reckerode und Willingshain kamen per Gesetz am 1. August 1972 hinzu.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Jahr 1610 hatte Kirchheim 75 Haushaltungen, im Jahr 1747 waren es 81.

Jahr 1834 1840 1846 1852 1858 1864 1871 1875 1885 1895 1905 1910 1925
Einwohner 734 733 730 759 694 686 616 582 547 548 549 569 604
Jahr 1939 1946 1950 1956 1961 1967 1970 1982 2004 2005 2006 2007 2012
Einwohner 705 1091 1126 1018 1085 1445 1544 4073 4007 3940 3897 3814 3760

[3][4] Daten jeweils zum Stichtag 31. Dezember des jeweiligen Jahres ohne Nebenwohnsitze. Die Zahlen ab 1972 sind die der Großgemeinde, nach der Eingemeindung von elf Dörfern

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Wahl 2011
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
63,2 %
36,8 %
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,9 %p
-6,9 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 63,2 15 56,3 13 53,4 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,8 8 43,7 10 46,6 11
gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 55,4 59,0 61,7

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister Manfred Koch (SPD) wurde am 20. September 1998 mit einem Stimmenanteil von 51,6 % gewählt. Er wurde am 23. Mai 2004 mit einem Stimmenanteil von 55,2 % und am 9. Mai 2010 mit einem Stimmenanteil von 75,9 % wiedergewählt[5]. Vor Manfred Koch war Karl-Heinz Spangenberg Bürgermeister in Kirchheim. Er wurde als Kandidat der SPD am 2. März 1997 mit einem Stimmenanteil von 63,1 % gewählt[6].

Wappen[Bearbeiten]

Am 23. August 1967 wurde der Gemeinde Kirchheim im damaligen Landkreis Hersfeld ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Grün unter einem durch Tannenschnitt abgeteilten goldenen Schildhaupt eine erniedrigte schrägrechte Doppelbahn mit grünem Trennungsstreifen.[7] Die schrägrechte silberne Doppellinie stellt die Autobahn in stilisierter Form dar.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt direkt an den Autobahndreiecken Kirchheim und Hattenbach. Somit liegen die Autobahnen A 4, A 5 und A 7 in unmittelbarer Nähe. Durch die Gemeinde führt auch die B 454 von Kirchhain nach Niederaula.

Durch das Gemeindegebiet führt die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg unter anderem im Krämerskuppetunnel (838 m lang), auf der Wälsebachtalbrücke (721 m) und im Kirchheimtunnel (3,82 km). Auch der Betriebsbahnhof Kirchheim liegt auf dem Gemeindegebiet.

Ferienwohnungen[Bearbeiten]

In Ferienwohnanlagen werden in belegungsschwachen Zeiten auch Leiharbeiter untergebracht. Ein Beispiel dafür ist die Unterbringung von Saisonarbeitern von Trenkwalder International in dem Seepark Kirchheim, die 2012 bei Amazon in Bad Hersfeld eingesetzt wurden.[8]

2013 wurde zur Konsolidierung des Haushalts für die Haltung von Sportpferden auf dem Gemeindegebiet eine Pferdesteuer eingeführt.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gemeindevorstand Kirchheim (Hrsg.): 1200 Jahre Kirchheim. Bad Hersfeld 1983
  • Horst Breitbart: Geschichte und Geschichten Kirchheimer Dörfer, mit Pfarrergeschichte, Konvents- und Visitationsprotokollen und Einzelbetrachtungen. Kirchheim 1993

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirchheim (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 396 und 397.
  3. Gemeindevorstand Kirchheim (Hrsg.): 1200 Jahre Kirchheim. Bad Hersfeld 1983
  4. pdf-Datei, eingesehen am 10. Mai 2009
  5. Artikel auf der Internetseite der Hersfelder Zeitung „Koch (SPD) bleibt Bürgermeister in Kirchheim“
  6. Direktwahlen in Kirchheim bei statistik-hessen.de
  7. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 23. August 1967 (StAnz. S. 1143) Seite 7 der tif-Datei 4,9 MB
  8. Amazon-Leiharbeiter: Ausgeliefert und bedroht? 14. Februar 2013, abgerufen am 28. Februar 2013.
  9. Reiter-Revue Januar 2013