Kirchliche Heraldik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ab dem 12. Jahrhundert entstand unter Einfluss der weltlichen eine eigene kirchliche Heraldik. Die Heraldik der Kirche verzichtet auf das weltliche Symbol des Helms und benutzt stattdessen Hut und Kreuz. So entwickelte sich bis in die heutige Zeit ein eigener heraldischer Stil.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Papstwappen Johannes Paul II., das M steht für Maria, die Mutter Jesu

Das älteste bekannte Bischofswappen gehörte Guillaume de Joinville, der Bischof von Langres zwischen 1209 und 1215 war. Eine Generation später gab es die erste Zürcher Wappenrolle mit heraldischen Fahnen von kriegerischen Bischöfen. Wappenschilde hatten die Bischöfe nicht, denn der Kampf war allen Priestern strengstens verboten. Dennoch entstanden um 1250 Wappen, die denen der Ritter sehr ähnlich waren.

Im späten Mittelalter geriet diese Kunst in eine dekadente Periode und sie benutzte weltliche Zeichen wie Schwert und Krone. Die Säkularisierung der fürstbischöflichen Grafschaften und Herzogtümer und eine Wiederbesinnung, wobei der spätere Papst Johannes XXIII. und dessen Freund und Mitarbeiter Erzbischof Bruno Bernhard Heim eine wichtige Rolle spielten, brachten eine neue rein kirchliche Heraldik hervor. Andererseits ist das „M“ (als ein Buchstabe) im Wappen Johannes Pauls II. ein elementarer Verstoß gegen die heraldische Ästhetik.

In der jüngsten Zeit strebt man in der kirchlichen Heraldik eine allgemeine Vereinfachung an.

In der kirchlichen Heraldik wurden seit jeher an Stelle des Helmes, der Helmdecke und der Helmzier eines Wappens christlich-religiöse Insignien verwendet. Während des Barock war es auch durchaus üblich, den verpönten Ritterhelm durch einen Totenschädel zu ersetzen.

Heraldik in der römisch-katholischen Kirche heute[Bearbeiten]

Insignien kirchlicher Heraldik[Bearbeiten]

  • Kreuz
    • einfaches Vortragekreuz - Bischof, Erzbischof (ehrenhalber)
    • doppeltes Vortragekreuz (oft auch „Patriarchenkreuz“ genannt) - Erzbischof eines (Titular-)Erzbistums
    • dreifaches Vortragekreuz - päpstliches Kreuz
  • Krummstab
mit (auch ohne) Pannisellus - Äbte und Äbtissinnen
Kardinalkämmerer während der Sedisvakanz
  • Pallium
    • mit roten Kreuzen - Papst (erstmals: Benedikt XVI.)
    • mit schwarzen Kreuzen - Metropolit (Vorsteher einer Kirchenprovinz), gelegentlich auch anderen (Erz-)Bischöfen verliehen
  • Galero („Klerikerhut“) - alle Priester und Bischöfe (außer dem Papst)
  • Quasten (fiocchi) in unterschiedlicher Anzahl und Farbgebung, sie bestimmen maßgeblich den Rang
  • Schlüssel - Papst, bei Sedisvakanz: Kardinalkämmerer
  • Tiara - Papst
  • Tiara-Mitra (eine Mitra mit drei angedeuteten Kronreifen) - Papst

Wappen kirchlicher Würdenträger[Bearbeiten]

Zu den derzeit noch verwendeten Insignien gehören vor allem der breitkrempige Prälatenhut (der Galero), Hirtenstäbe mit oder ohne Pannisellus, Pallium und Vortragekreuze. Die Hüte zeigen durch Farbe und Ausstattung mit Quastenschnüren den Rang des Wappenträgers in der kirchlichen Hierarchie. So darf ein Kardinal einen roten Hut mit 30 roten Quasten (fiocchi) im Wappen tragen. Ein Patriarch hat stattdessen einen grünen Hut und ebenfalls 30 Quasten in grün, die unter Umständen mit Gold durchflochten sind, um sie von den Insignien eines Erzbischof-Primas (nur in grün) zu unterscheiden (ein eher theoretischer Unterschied, da die Primatenwappen heutzutage zuweilen heute nur wie die der Erzbischöfe timbriert werden, und viele Patriarchen des lateinischen Ritus zugleich auch Kardinäle sind und als solche ihre Wappen tragen). Der Primas Germaniae, der Erzbischof von Salzburg, führt als Legatus Natus Legatenpurpur in seinem erzbischöflichen Wappen. Ein Erzbischof führt einen grünen Hut mit 20 Quasten, ein Bischof, ein Abt einer Territorialabtei oder ein Prälat einer Territorialprälatur ebenfalls einen grünen Hut, jedoch nur mit 12 Quasten. Im chinesischen Kulturbereich wird der grüne Hut der Bischöfe oftmals durch einen violetten Hut ersetzt, da im Chinesischen ein Hahnrei sprichwörtlich als Träger des grünen Hutes bezeichnet wird.

Auch unterhalb des Bischofsranges sind Geistliche berechtigt, Wappen zu führen. Die Apostolischen Protonotare timbrieren es mit einem violetten Galero, der an karminroten Schnüre 12 ebensolche Quasten aufweist, die Titular-Protonotare (das sind vor allem alle Generalvikare, welche noch nicht mit einer Ehrenprälatur ausgezeichnet wurden) führen einen schwarzen Hut mit 12 schwarzen Quasten an ebensolchen Schnüren. Ehrenprälaten tagen einen violetten Hut mit 12 violetten Quasten, den Kaplänen Seiner Heiligkeit („Monsignore“) steht ein schwarzer Hut mit 12 violetten Quasten an ebensolchen Schnüren zu.

Der Säkularklerus auf Diözesanebene setzt dieses System — allerdings gänzlich in Schwarz — fort. Pröpste, Domkapitulare und andere Kanoniker, bisweilen auch General- oder Erzdechanten, tragen einen schwarzen Galero mit sechs Quasten, Dechanten (in manchen Gegenden auch die Pfarrer) den Galero mit vier Quasten.

In der Ordensgeistlichkeit tragen die Generaloberen — so wie die Titular-Protonotare — einen schwarzen Galero mit 12 Quasten, die Provinziale einen mit sechs Quasten, die örtlichen Oberen (Priore etc.) einen mit vier Quasten. Die Wappen der Erzäbte, Äbte sowie der Pröpste mit Benediktion tragen einen schwarzen oder in der Ordensfarbe gehaltenen Galero mit sechs Quasten samt Abtsstab oder zuweilen auch statt des Galeros die Mitra über dem Wappenschild, ein Generalabt oder Abtprimas einen Galero mit 12 Quasten und hinter dem Schild einen Hirtenstab mit Schweißtuch. Eine Äbtissin stellt hinter den Wappenschild den Krummstab oft mit Pannisellus.

Alle übrigen Priester (und unter Umständen auch Diakone) führen einen schwarzen Galero mit zwei schwarzen Quasten.

Wappen des Kardinalkämmerers während der Sedisvakanz

Der Papst ist der einzige kirchliche Würdenträger, dem das Recht zusteht, eine Krone, die Tiara, in seinem Wappen zu führen. Er setzt sie auf oder über sein Wappenschild. In der Zeit der Sedisvakanz, der Zeit zwischen dem Tod eines Papstes und der Einsetzung eines Nachfolgers, führt ein Kardinal als Camerlengo (auch Kardinalkämmerer genannt) die vatikanischen Staatsgeschäfte. Während dieser Zeit ist es ihm gestattet, als Zeichen seiner weltlichen Macht, einen Ombrellino (das ist ein runder geschmückter Schirm) mit beiden Schlüsseln des Petrus und den Rangabzeichen eines Kardinals in seinem Wappen zu führen.

Ab einer gewissen hierarchischen Stufe musste sich ein Geistlicher ein Wappen wählen. Das war spätestens bei der Führung eines eigenen Urkundensiegels der Fall. Da in der Kirche zur Erlangung auch der höchsten Ämter die adlige Herkunft keine Bedingung war, geschah es, dass Priester keine eigenen traditionellen Wappen besaßen. Einige Päpste beispielsweise fügten ihrem Wappen die der religiösen Kongregation bei, der sie entstammten. So unter anderem Benedikt XIII. aus dem Dominikanerorden, Pius VII. aus dem Benediktinerorden oder Gregor XVI. aus dem Kamaldulenserorden.

Sonstige Wappen[Bearbeiten]

Die Wappen von Bistümern, Erzbistümern oder auch Abteien werden heutzutage gewöhnlich von einer Mitra bedeckt. Der frühere Gebrauch der Mitra auch in den persönlichen Wappen der jeweiligen Ordinarien ist zwar nicht ausdrücklich untersagt, jedoch faktisch außer Gebrauch gekommen.

Übersicht der Wappen kirchlicher Würdenträger[Bearbeiten]

Wappen Amt, Würde oder Rang Beschreibung Ausnahmen
Päpstliches Wappen seit Benedikt XVI. mit Tiara-Mitra und Pallium Papst Papst Benedikt XVI. ersetzte die päpstliche Tiara durch eine Mitra, die allerdings die drei Kronenreife einer Tiara trägt und somit auch die drei Gewalten des Papstes symbolisiert. Auch hat er das Pallium, Würdezeichen der Metropoliten, seinem Amtswappen hinzugefügt, jedoch mit roten und nicht mit schwarzen Kreuzen. Die Farbe verweist auf die christlichen Märtyrer. Papst Franziskus übernahm die Mitra, verzichtete jedoch auf das Pallium in seinem Wappen.
Päpstliches Wappen mit Tiara Papst Bis einschließlich des Pontifikates Papst Johannes Paul II. setzten die Päpste ihrem Wappen eine Tiara auf. Die auch Triregnum genannte Krone symbolisiert mit ihren drei Kronenreifen das Weiheamt, die Jurisdiktion und das Lehramt des Pontifex.
Camerlengo.svg Kardinalkämmerer bei Sedisvakanz Während der Zeit der Sedisvakanz (also bis zur Wahl eines neuen Papstes) obliegen dem Kardinalkämmerer die Staatsgeschäfte, und er führt als Zeichen seiner Macht zusätzlich zu den gewöhnlichen Insignien des Kardinals die Schlüssel des Petrus sowie den Ombrellino, eine Art Schirm, in seinem Wappen. Beispiel: Das Wappen des Camerlengo Eduardo Kardinal Martínez Somalo bei der Sedisvakanz 2005.[1]
Wappen eines Erzbischofs und Metropoliten, der die Kardinalswürde hat. Kardinal, der gleichzeitig Erzbischof und Metropolit ist Das Wappen zeigt sowohl das doppelte Vortragekreuz eines Erzbischofs als auch das Pallium des Metropoliten. In Deutschland u.a. Reinhard Kardinal Marx, der Erzbischof von München und Freising.
External Ornaments of a Cardinal Archbishop.svg Kardinal, der gleichzeitig Erzbischof, jedoch kein Metropolit ist Das doppelte Vortragekreuz weist den Kardinal als Erzbischof aus (etwa bei Kurienkardinälen, die in der Regel vorher Titular-Erzbischof, aber nicht Metropolit waren). Z. B. der emeritierte Kurienkardinal Paul Josef Kardinal Cordes, Rom.
Grand Maitre Saint-Sépulcre.svg Kardinal-Großmeister des Ordens vom Heiligen Grab Kurienkardinal, der Leiter des Ordens ist und vom Papst bestellt wird. Derzeitiger Amtsinhaber ist Edwin Frederick Kardinal O’Brien.
Stemma cardinale del Sovrano Militare Ordine di Malta.svg Kardinal im Erzbischofsrang als Mitglied des Malteserordens oder als Träger des Großkreuzes eines anderen Ordens Träger des Ehren- und Devotionsgroßkreuz des Malteserordens mit dem Grad eines Bailli. Beispielsweise das Wappen des emeritierten Erzpriesters der Basilika St. Paul vor den Mauern, Kardinal Andrea Kardinal Cordero Lanza di Montezemolo, Rom.
External Ornaments of a Cardinal Bishop.svg Kardinal im Bischofsrang Das einfache Vortragekreuz kennzeichnet Kardinäle, die einem [Titular]Bistum vorstehen bzw. vorgestanden haben. Beispiele aus Deutschland sind der erste Bischof von Essen, Franz Kardinal Hengsbach, und die Mainzer Bischöfe Hermann Kardinal Volk und Karl Kardinal Lehmann[2].
External Ornaments of a Cardinal (not a bishop).svg Kardinal ohne Bischofsweihe Wenn Priester ohne Bischofsweihe zum Kardinal ernannt werden, soll ihnen gleichzeitig die Bischofsweihe gespendet werden. Im Einzelfall (z. B. hohes Alter), kann der Papst davon dispensieren (so geschehen bei Leo Kardinal Scheffczyk[3] und Karl Josef Kardinal Becker SJ). Diese Kardinäle führen kein Vortragekreuz in ihrem Wappen.
External Ornaments of Primates and Patriarchs (Interwoven with gold).svg Patriarch Wie Erzbischöfe im Kardinalsrang, nur in grün. Die Quasten können gold umsponnen sein. Beispiel: Das Wappen des lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Fuad Twal[4]. Der Patriarch von Lissabon timbrierte bis 1946 aufgrund eines Privilegs, welches durch Papst Klemens XII. gewährt wurde, seinen Schild mit der päpstlichen Tiara, jedoch ohne die päpstlichen Schlüssel. Beispiel: Das Wappen des 1977 verstorbenen em. Patriarchen Manuel Gonçalves Cerejeira von Lissabon in verschiedenen Ausführungen[5]
External Ornaments of Primates and Patriarchs.svg Primas Die meisten Primates führen ihr erzbischöfliches bzw. kardinales Wappen. Ein Beispiel für das Wappen eines Primas ist das des emeritierten Primas von Polen Henryk Muszyński. Der Primas Germaniae (Erzbischof und Metropolit von Salzburg) timbriert sein erzbischöfliches Wappen als Legatus natus in purpurrot. Hinter dem Wappenschild steht dann entweder das einfache Legatenkreuz oder das erzbischöfliche Doppelkreuz, auch Kombinationen waren schon gebräuchlich. Als Beispiel das Wappen des ehem. Primas Germaniae, Legatus natus und Metropolitan-Erzbischofs von Salzburg Alois Kothgasser SDB.
External Ornaments of a Metropolitan Archbishop.svg Erzbischof (eines Metropolitansitzes) Wappen eines Erzbischofs zusätzlich mit Pallium als Würdezeichen für das zusätzliche Amt eines Metropoliten. In Deutschland z. B. die Erzbischöfe Hans-Josef Becker von Paderborn und Ludwig Schick von Bamberg.
External Ornaments of an Archbishop.svg Erzbischof Wappen eines Erzbischofs mit geistlichem Hut und je 10 grünen Quasten, sowie einem doppelten Vortragekreuz. Beispiel: Das Wappen des Erzbischofs von Luxembourg, Jean-Claude Hollerich.
Archbishop hc.png Erzbischof (ehrenhalber) Wird der Titel Erzbischof ehrenhalber ad personam verliehen und behält der Bischof sein [Titular]Bistum pro hac vice, führt er die zehn Quasten, aber nur das einfache Vortragekreuz. Beispiel: der 1961 verstorbene Erzbischof und Bischof von Regensburg Michael Buchberger[6].

Als Reminiszenz an den ehemaligen Status eines Erzbistums führen die Bischöfe von Trier traditionell auch 10 Quasten, obwohl sie keine Erzbischöfe ad personam sind[7].

External Ornaments of a Bishop.svg Bischof War es früher üblich, das Wappen eines Bischofs auch durch Mitra und Hirtenstab zu zieren, ist dies durch die Instruktion Ut sive sollicite vom 31. März 1969[8] untersagt, wenngleich auch Ausnahmen heutzutage wieder vorkommen. Beispiele für Bischofswappen im deutschsprachigen Raum: Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer (Deutschland), Markus Büchel[9] Bischof von St. Gallen (Schweiz), und Klaus Küng, Bischof von St. Pölten (Österreich).
Biskup Ljavinec Ivan CoA.jpg Bischof einer Katholisch-Unierten Kirche Die Bischöfe der katholisch-unierten Kirchen führen zusätzlich zum geistlichen Hut und Quasten (fiocchi) eine orientalische Mitra, einen orientalischen Hirtenstab und den Mantel im Wappen. Die Farbe des Hutes und die Anzahl der Fiocchi entsprechen dem jeweiligen Rang des Würdenträgers.
Archabbot.png Generalsuperior (auch Abtprimas oder Generalabt) Generalobere mancher Orden führen als Steigerung zum herkömmlichen Wappen eines Abtes 10 anstelle der üblichen 6 Fiocchi.

Als Beispiel sei der Abtprimas der Benediktiner, Notker Wolf OSB[10] genannt. Bei Generaloberen ohne Abtsweihe entfällt der Abtsstab hinter dem Wappenschild.

TerritorialAbbotCoA PioM.svg Territorialabt oder Territorialprälat früher: Abbas/Praelatus nullius (ergänze: dioecesis) Die Äbte nullius (erg. dioecesis) dürfen als Zeichen ihrer Lehr- und Hirten- (nicht aber Weihe-)gewalt die geistlichen Insignien in grün, ähnlich den Bischöfen führen, an Stelle des bischöflichen Vortragekreuzes jedoch den Krummstab mit Velum. In Österreich z.B. der Zisterzienserabt von Wettingen-Mehrerau, Anselm van der Linde.[10] Haben sie aber die Bischofsweihe erhalten (→Abtbischof), können sie auch das →Wappen eines Bischofs führen, so z. B. der Märtyrer und ehemalige Abtbischof von Tokwon (Nordkorea) Bonifaz Sauer OSB[10].
ProvostOrAbbotCoA PioM.svg Infulierter Erzabt, Abt oder Propst Führt den Krummstab mit Pannisellus im Wappen als Zeichen dafür, dass er im Gottesdienst wie ein Bischof das Privileg hat, die Pontifikalien zu benutzen. Beispiele: Wappen des Abtes Markus Spanier OSB[10] von Marienberg in Südtirol, Wappen des Propstes Bernhard Backovsky CanReg[10] von Stift Klosterneuburg, Österreich.
Coat of arms of Teutonic Order.svg Hochmeister des Deutschen Ordens Der Hochmeister zeigt den geistlichen Hut in schwarz, die Schnüre und die Quasten in der Farbe des Ordensmantels, nämlich in weiß. Mitra, Schwert und Krummstab umrahmen das Wappen. Beispiel: Das Wappen der Hochmeisters Abt Bruno Platter OT, Wien. Ein Prior des Deutschen Ordens führt lediglich den schwarzen Hut mit weißen Schnüren und je sechs Quasten.
AbbotGeneralCoA PioM.svg Abt der Prämonstratenser Die Äbte der Prämonstratenser führen den Geistlichen Hut, die Schnüre und die Quasten in der Farbe des weißen Ordensgewands, so z.B. der Abt von Duisburg-Hamborn, Albert Dölken OPraem.
External Ornaments of a Pope's prelate.svg Prälat di fiochetto Timbrierung wie beim apostolischen Protonotar (s. u.), nur dass zweimal zehn rote Quasten geführt wurden. Diese Würden werden seit der Kurienreform unter Papst Paul VI. heraldisch nicht mehr verliehen (dazu zählten der Vizecamerlengo, der Generalauditor und der Generalthesaurus der Apostolischen Kammer sowie der Oberhofmeister Seiner Heiligkeit), soweit sie noch als Amt existieren (wie z. B. der Almosenier), werden sie zumeist von einem Titular-Erzbischof bekleidet und dann heraldisch entsprechend gestaltet.
External Ornaments of an Apostolic protonotary.svg Apostolischer Protonotar Es gibt keinen Unterschied im Wappen der Apostolischen Protonotare de numero participantium (= Wirkliche) und der überzähligen (d. h. außerordentlichen). Dieser Titel wurde im Vergleich zu den anderen päpstlichen Ehrenprälaturen eher selten vergeben. Er führt wie alle Prälaten zweimal sechs Quasten im Wappen, den geistlichen Hut in violett (Kennzeichnung als Päpstlichen Prälaten), die Quasten in rot (Kennzeichen als Protonotar). 2014 beendete Papst Franziskus die Vergabe des Titels ehrenhalber.
External Ornaments of a Domestic Prelate.svg Ehrenprälat Seiner Heiligkeit Heraldik ähnlich wie beim Apostolischen Protonotar, nur dass die Quasten ebenfalls in violett (nicht in rot) geführt werden. 2014 beendete Papst Franziskus die Vergabe des Titels außerhalb der Römischen Kurie.
External Ornaments of a Chaplain of His Holiness.svg Kaplan Seiner Heiligkeit Kein Prälatenrang, wird aber ebenfalls vom Papst verliehen. Geistlicher Hut (im Gegensatz zum Ehrenprälaten seiner Heiligkeit) in schwarz. Im deutschen Sprachraum meist als Monsignore (Msgr.) tituliert. Seit 2014 wird der Rang eines Monsignore als Ehrentitel nur mehr an verdiente Geistliche ab dem 65. Lebensjahr verliehen.[11]


External Ornaments of a Vicar General.svg Generalvikar, Generaloberer, Bischofsvikar, Regionalvikar (z.B. des Opus Dei) Generalvikare sind als Titular-Protonotare kraft Amtes sogenannte Prälaten in nigris (also: in schwarz). Diese Prälatur wird durch verliehene päpstliche Ehrentitel (Prälat oder Protonotar) heraldisch verdrängt.
External Ornaments of a Canon.svg Kanoniker, Provinzial, Erzdechant Kanoniker führen vereinzelt weitere Formen in Anlehnung bestimmter Privilegien, die ihrem Kapitel verliehen wurden. Regularkanoniker führen Hut, Schnüre und Quasten in ihren Ordensfarben (Beispiel Deutscher Orden: schwarzer Hut, weiße Schnüre und Quasten.)
External Ornaments of a Dean.svg Dekan, Dechant, Prior Alternative Gestaltung: je zwei nebeneinander angeordnete Quasten
External Ornaments of a Priest.svg Priester
Abbesse.png Äbtissin Äbtissinnen führen einen ovalen Schild, der von einem Rosenkranz umgeben ist. Hinter dem Schild der Krummstab als Insigne. Da Frauen jedoch nicht dem Klerus angehören (einer Äbtissin wird die Äbtissinnenweihe gespendet) fehlen sowohl die Mitra als auch der geistliche Hut. Beispiel: Das Wappen der Äbtissin Monika Thumm OCist[12] von Mariazell-Wurmsbach, Schweiz.
Grand maitre malte.svg Großmeister des Malteserordens Dem Leiter dieses religiösen Ordens steht der diplomatische Rang eines Kardinals zu. Da er allerdings nicht geweiht wird, hat er kein Recht am Konklave teilzunehmen. Beispiel: Das Wappen des Großmeisters Matthew Festing, Rom
Timbre malte.png Mönch, Nonne, Bruder, Schwester Der Schwarze Rosenkranz hinter dem Wappenschild ist ein Zeichen der Mitgliedschaft in einem Orden, einer religiösen Gemeinschaft (Institut des geweihten Lebens oder einer Gesellschaft apostolischen Lebens). Bei Malteserrittern ist der Rosenkranz weiß und zusätzlich ist der Schild der Großkreuze mit dem Malteserkreuz hinterlegt.

Übersicht der Wappen kirchlicher Institutionen[Bearbeiten]

Vorlage:Noch zu bearbeiten

Heraldik in der Anglikanischen Kirche[Bearbeiten]

Die Bischöfe und Erzbischöfe der Anglikanischen Kirche führen Bischofswappen ähnlich denen der Römisch-Katholischen Kirche, jedoch ist der Gebrauch des Galeros in Bischofswappen eher unüblich. Der Wappenschild wird vielmehr von der Mitra bedeckt.

Der niedere Klerus der anglikanischen Kirche führte bis weit ins 19. Jahrhundert hinein keine geistlichen Wappen, sondern Kleriker, welche wappenberechtigt waren, trugen ihre jeweils ererbten oder verliehenen Familienwappen mit Helm etc. Das wurde jedoch im Zuge der anglo-katholischen Bewegung als unangemessen angesehen, sodass sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts unter Geistlichen der Brauch durchsetzte, die kirchliche Heraldik der Katholiken mit geringen Änderungen, v.a. jedoch mangels der hierarchischen Abstufungen stark vereinfacht, zu übernehmen. Generell timbrieren anglikanische Priester ihr Wappen heute meist mit einem schwarzen Galero mit zwei schwarzen Quasten (oft an schwarz-weiß gemusterten Schnüren), nur die Dekane und Kanoniker der Kathedralkapitel führen meist einen schwarzen Galero mit sechs roten Quasten an ebensolchen Schnüren.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Claus Bleisteiner: Kirchliche Heraldik in Bayern - Die Wappen der Erzbischöfe und Bischöfe seit 1817. Degener & Co., Neustadt a. d. Aisch 1986, ISBN 3768670090.
  •  Bruno Bernhard Heim: Wappenbrauch und Wappenrecht in der Kirche. W. Olten, 1947.
  •  Ottfried Neubecker: Heraldik - Wappen, ihr Ursprung Sinn und Wert. Battenberg, Augsburg 1990, ISBN 3894412755.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirchliche Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1], Wappen des Kardinalkämmerers Eduardo Kardinal Martínez Somalo während der Sedisvakanz des Apostolischen Stuhls 2005.
  2. [2], Wappen von Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz
  3. [3], Wappen von Leo Kardinal Scheffczyk (†)
  4. [4], Wappen des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Fuad Twal
  5. [5], Wappen des ehemaligen Patriarchen von Lissabon Manuel Gonçalves Cerejeira (1929-1971,†1977) in verschiedenen Ausführungen
  6. [6], Wappen des persönlichen Erzbischofs und Bischofs von Regensburg Michael Buchberger (†1961)
  7. [7] Wappen von Stephan Ackermann, Bischof von Trier
  8. Secrétairerie d'État, instruction, "Ut sive sollicite" n.61 Acta Apostolicæ Sedis(1969)
  9. [8], Wappen von Markus Büchel, Bischof von St. Gallen
  10. a b c d e [9], Wappen des Abtprimas und Abtes der Primatialabtei St. Anselmo Notker Wolf OSB in Rom
  11. Papst schafft Ehrentitel ab, Tagesspiegel, 6. Januar 2014.
  12. [10], Wappen der Äbtissin Monika Thumm OCist von Mariazell-Wurmsbach in der Schweiz