Kirchweih

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Dieser Artikel behandelt das Volksfest Kirchweih, für die liturgische Weihe einer Kirche siehe Kirchweihe.
Bäuerliche Kirmes, Hans Bol, 2. Hälfte 16. Jahrhundert
Kerbeborsch bei der traditionellen Kerb

Die Kirchweih bzw. das Kirchweihfest, in Österreich Kirtag, schweizerhochdeutsch Kilbi oder Chilbi, banatschwäbisch Kerweih wird seit dem Mittelalter als religiöses Fest anlässlich der Kirchweihe eines christlichen Kirchengebäudes gefeiert. Sie hat den Rang eines Hochfests. Heute spielt der religiöse Kontext meist eine untergeordnete Rolle.

Benennung[Bearbeiten]

Wegen der weiten Verbreitung von Kirchweihfesten und ihrer jeweiligen lokalen Besonderheiten haben sich in den regionalen Dialekten verschiedene Bezeichnungen für die Kirchweih (teilweise auch auf der Basis von Kirchmess und Kirchtag) eingebürgert:

Deutschland[Bearbeiten]

  1. zu Kirchweih:
  2. zu Kirchmess:
  3. zu Kirchtag:
    • Käada und Kiada in der südlichen Oberpfalz
    • Kirda, Kirta, Kirog in Altbayern

Österreich[Bearbeiten]

  • Kirtag, Kirda, Kirtåg beziehungsweise Kiritåg oder auch Kirchtag
  • Prangtag, verwendet im Bundesland Salzburg (zu den festlichen Prangstangen)
  • Kilbi in Vorarlberg

Rumänien[Bearbeiten]

  • Kerweih in allen Orten mit deutscher Bevölkerung im Banat

Schweiz[Bearbeiten]

Kroatien[Bearbeiten]

Luxemburg[Bearbeiten]

  • Kiermes im Norden, Süden und Westen Luxemburgs sowie der Gegend um die Stadt Luxemburg
  • Kärmes oder Käermes entlang der Luxemburger Mosel

Datum[Bearbeiten]

Oft wird die Feier des Jahrestages auf den Namenstag des gewählten Schutzheiligen der Kirche gelegt. Es gibt aber auch Kirchtage am Tag der Weihe der jeweiligen Kirche oder am allgemeinen (bayerischen) Kirchtag, das ist der dritte Sonntag im Oktober.

In Bayern wurde bis 1866 in den Städten und Dörfern die Kirchweih am Sonntag vor oder nach dem Festtag des jeweiligen Namenspatrons der Kirche gefeiert. Da die Bevölkerung sich gerne an den jeweiligen Feierlichkeiten der Nachbargemeinden beteiligte, nahm (in den Augen der Obrigkeit) die Anzahl der Vergnügungsveranstaltungen und der damit verbundene Alkoholkonsum überhand. Deshalb wurde die traditionelle „Dorfkirchweih“ durch einen zentralen Termin für alle Kirchen im Herbst – den dritten Sonntag im Oktober – ersetzt. Jedoch hat sich dieser Termin nicht in ganz Bayern durchgesetzt. Für das Bistum Würzburg gilt zum Beispiel der 2. Sonntag im November als Kirchweihtag. Der Volksmund gab diesem Festtag den Namen Allerweltskita um deutlich zu machen, dass dieser Feiertag für „alle Welt“ und nicht nur die einzelne Kirchengemeinde gilt.

Im Saarland wird die Kerb oder Kirb, bzw. Kirmes in katholischen Gemeinden am Tag der Weihe der jeweiligen Kirche gefeiert. Da dieser Tag bei vielen alten Kirchen nicht mehr bekannt ist, feiert man in vielen Orten die sogenannte Martinikirmes am ersten oder zweiten Wochenende im November. Der „Kerwesonntag“ ist jeweils der Sonntag, der näher zum 10. November liegt. Da es im November schon sehr kalt sein kann, haben in den letzten Jahrzehnten einige Gemeinden ihre Kerb auf Wochenenden im Sommer vorgezogen, um zünftig „Straßenkirmes“ feiern zu können.

In der Schweiz hat sich der Begriff Chilbi vielfach vollständig vom kirchlich bestimmten Kirchweih losgelöst und ist verbreitet das gewöhnliche Wort für „Jahrmarkt“, modern „Rummelplatz“ überhaupt.

Festverlauf[Bearbeiten]

Im ländlichen Raum bildet die Kirchweih eine wichtige dörfliche Institution, mit den – zumeist unverheirateten – Kirmesburschen (in Franken auch „Ortsburschen“ oder „Kärwaboum“; in Hessen „Kerweborsche“, „Kerbeborsch“, „Kermesborsche“, „Plobursche“ oder „Kerbborsch“; im Banat „Kerweihbuwe“ genannt, im Saarland und Rheinland-Pfalz auch „Straußbuwe“ wegen des oft kunstvoll verzierten Kirmesbaums, in der Eifel „Kirmeskomitee“ genannt), die das jährliche Fest organisatorisch tragen. Mittlerweile nehmen daran in vielen Dörfern auch Mädchen und junge Frauen teil („Kärwamadla/-madli“) im Saarland „Straußmäde“ (Straußmädchen).

Im hessischen Odenwald wird die „Kerwe“ traditionell „ausgegraben“, also eröffnet. Die Dorfbewohner ziehen meist freitags oder samstags durch die Ortsstraßen zum Haus des „Kerweparrers“ (Kerwepfarrers), holen diesen ab und gehen gemeinsam zu einem Punkt, an dem eine Flasche oder etwas Ähnliches aus dem Boden ausgegraben wird. Mit diesem Ritual ist die Kerwe eröffnet und wird erst wieder durch das Eingraben einer neuen Flasche für das nächste Jahr beendet. Sonntags findet in vielen Dörfern ein Kerwe-Umzug statt, bei dem Gruppen, Vereine und Personen aus dem Ort und der Region mit kreativen Ideen und gestalteten Wagen/Traktoren durch die Straßen ziehen.

Bei der original fränkischen „Kerwa“ beziehungsweise Oberpfälzer „Kirwa“, die man in den Monaten April bis Oktober in vielen Ortschaften findet, dauert die Veranstaltung meist von Freitag bis Montag. Am Freitag finden meist Musikveranstaltungen für die Jugend statt.

„Kärwaboum“ mit einem Kirchweihbaum

Am Samstag wird von den ortsansässigen Burschen der „Kirchweihbaum“ aufgestellt. Am Samstag früh fahren sie mit den Traktoren und Anhängern in den Wald, um den vorher ausgesuchten Baum (meist eine Fichte) zu fällen und ins Dorf zu bringen. Der Baum darf beim Fällen nicht durchbrechen, insbesondere der empfindlichen Spitze wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In manchen Dörfern wird der Baum schon am Freitag „eingeholt“ und wird dann über Nacht von den Kärwaboum bewacht, damit dieser nicht von rivalisierenden Kärwaboum aus Nachbarorten gestohlen oder beschädigt wird. Der Baum wird mit Kränzen, Bändern und Schnitzereien in die Rinde geschmückt. Von der Musikkapelle begleitet, wird der Baum dann am Nachmittag in das Dorf gefahren und vor der Wirtschaft, in der die Burschen verkehren, oder auf dem Dorfplatz unter Benutzung verschieden langer, an einem Ende verbundener Stangen (Schwalben oder Spreizen) wieder aufgestellt. Dieser Vorgang zieht sich meist über mehrere Stunden hin und ist sehr anstrengend, da der Baum über 30 Meter hoch sein kann. Im Bayerischen Wald findet in der Nacht von Samstag auf Sonntag in vielen Dörfern das „Kirtazamtrogn“ statt. Die Burschen ziehen mit einem Wagen durch das Dorf und nehmen aus den Gärten und Hofstellen Gartenmöbel, Werkzeug, das nicht aufgeräumt wurde, usw. mit. Diese Beute wird unter dem Kirchweihbaum aufgebaut und muss von den Besitzern wieder abgeholt werden.

Am Sonntag trifft man vereinzelt noch das „Fässla ausgraben“ an. Dabei wird, wenn es zwei „rivalisierende“ Gruppen von Burschen gibt, ein Bierfass im Garten der jeweils anderen Gruppe versteckt und muss dann von den ortsansässigen Burschen gesucht werden. Schaffen sie es nicht, ist es eine Schmach, wenn die andere Burschenschaft das Bierfass wieder ausgräbt.

Weitere Formen[Bearbeiten]

Eine weitere Form, wie sich rivalisierende Kerweburschen ihre Getränke finanzieren, ist das Kerblies klauen. Die Kerblies, mancherorts auch Kerbeliesel, Kerbonkel, Kirmeshannes, Schlackes oder Lisbeth genannt, ist eine am Kerbbaum aufgehängte Strohpuppe. Diese wacht während der Zeit über die Kerb. Vorrangig nachts kommen auswärtige Kerbburschen, um die Lies vom Baum zu holen und nach erfolgreicher Tat am nächsten Tag gegen Flüssiges einzutauschen. Das Fällen des Baumes wird jedoch nicht gerne gesehen. Wenn die Lies geklaut wurde, sind die Kerweburschen am nächsten Tag meist dem Hohn und Spott der vorigen Jahrgänge ausgesetzt, da diesen diese Schmach angeblich „nie passiert“ ist.

Am Montag wird dann der „Betz ausgetanzt“ (teilweise auch der „Kirchweihbaum ausgetanzt“). Dabei suchen sich die Burschen am Montagmorgen ein Mädchen aus und tanzen, meist sogar in ortstypischer Tracht. Dabei wird pro Runde ein Blumenstrauß von Paar zu Paar gegeben. Auf einem Wecker wird eine bestimmte Zeit eingestellt, zu der er dann klingelt. Wer zu diesem Zeitpunkt den Strauß hat, ist der „Masta“ (Meister) und muss die Zeche für die Burschen für den ganzen Abend zahlen. Zusätzlich werden nach der Kirchweih alle Burschen und ihre Mädchen bei ihm zum Schnaps- und Kaffeetrinken eingeladen. Oftmals fällt auf den Montag auch die Übergabe der Kirmes an die Kirmesburschen des nächsten Jahrgangs, wobei das Publikum durch zu bestehende Prüfungen derer unterhalten wird.

In manchen Orten gehört zur Kirchweih auch eine Kirchweihpredigt, in welcher Ereignisse des vergangenen Jahres ausgewertet werden. Am Ende des Kirchweihfestes wird dann die Kirchweih (in der Pfalz „Kerweschlumbl“ oder „Kerweliesl“) beerdigt.

Neben der „normalen“ Kerb gibt es in vielen Gegenden noch weitere Abarten dieses Festes. So wird in Büttelborn zum Beispiel die „Spargelkerb“ gefeiert, wo auch eine Spargelkönigin gekürt wird. In den 1950er Jahren wurde dort auch die „Kartoffelkerb“ abgehalten. In Trebur gibt es die „Zuckerrübenkerb“. In Biebesheim am Rhein, wo die Kerb vier Wochen nach Ostern, am Sonntag Cantate gefeiert wird, nannte man diese auch „Brennesselkerb“, da der Termin so früh liegt.

„A gscheida Kirta dauert bis zum Irta (Dienstag) – und's kunnt se schicka, a dirm mal bis zum Migga (Mittwoch).“ (Spruch aus Altbaiern)

Kirchweih-Lieder[Bearbeiten]

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Analog zu den verschiedenen Bezeichnungen für „Kirchweih“ werden Kirchweih-Lieder in den jeweiligen Dialekten gesungen. Beispiel:

  • Dialog zwischen Kerwevadder und Kerweborsch in Königstädten, Landkreis Groß-Gerau, dem Ort mit der ältesten urkundlich erwähnten Kerb Deutschlands: „Kerweborsch, saufe mer noch? – Immer noch viel schlimmer noch! – Ein Leben ohne Liebe – Is wie Blutworscht ohne Griebe – Un Blutworscht ohne Griebe? – is Bluns! – Wem is die Kerb? – Uns! – ...“ und weitere Zeilen. Nur an Kerb wird dann an das Ende angehängt: „Hoch lewe die Liebe, hoch lewe der Woi, Kinsteerer Kerb soll – Unser soi! Soi, Äbbelwoi, alls enoi!“
  • „Wem is die Kerb? – Us. – Uns se werd ge –halle. Und se werd ver –soffe. Ein –Suff, ein –Suff, ein –Suffa. – Und wenn die Stern vom Himmel falle? – Die Erbacher Kerb wird doch gehalle. – Wos sein mir? – Lumbe. Wos raache mir? – Stumbe. Wos es die Bloutworscht ohne Kriewe? – Bluns. Wem es die Kerb? – Us. Wem? – Us. Wem? – Us.“ (Westerwald/Taunus)
  • Der Kerbmarsch bei der größten Kerb im Landkreis Darmstadt-Dieburg (Die Zimmner Kerb iss do) mit anschließendem Dialog zwischen Kerbvadder und Kerbborsch: „Wem ist die Kerb? – Unser! Vom Nawwel bis zum? – Brunser! Un’ der is’ auch noch? – Unser!“ (Nauheim, Kreis Groß-Gerau & Groß-Zimmern, Kreis Darmstadt-Dieburg)
  • Auch in der südhessischen Großgemeinde Büttelborn beginnt die Kerb traditionell mit einem Dialog zwischen Kerwevadder und Kerweborsch: „Ihr Kerweborsch, wem ist die Kerb? – Unser! – Unn die Musik? – Aa! – Unn die Mädscher? – Erst recht! – Hoch die Liebe, hoch der Wein, die Biddelberner Kerb muss – Unser sein!“ (Büttelborn)
  • In Biebesheim am Rhein lautet der Spruch des Kerwemeckes (er hat die Aufgabe, für Stimmung zu sorgen): "Wem is die Kerb? - Unser! - Un die Musigg? - Ah! - Un die Mädscher? - Ganz un gar! - Die Biwwesemer Kerb, sie lebe - hoch! - Sie lebe - hoch! - [Sie lebe - hoch! - Alle Eile - Naus! (Anspielung auf die südliche Nachbarstadt Gernsheim, deren Einwohner als Eulen bezeichnet werden) Narhallamarsch - und auf Wiedersehen!] (der in [] stehende Zusatz wird erst seit der Gründung des Kerweborsch-Vereins verwendet) Darauf folgen beim kerwesonntäglichen Umzug die Worte des Kerwevadders: „Die Musigg speelt jetzt wacker droff: De Kerwemarsch die Gass enoff!“ Worauf sich der Umzug unter den Klängen des Kerwemarsches wieder in Bewegung setzt.
  • „Wem iss die Kerb – Unser!“ (Westpfalz, Bayerischer Untermain)
  • „Wem isch die Kerwe? – Unser!“ (Kurpfalz)
  • „Wem is die Kerwe? – Unser!“ (Vorderpfalz)
  • „Wer houd Kirwa? – Mir hom Kirwa!“ (Oberpfalz)
  • „Wem geheerd die Kerb? – Unser! – Wer sauft de Woi? – Mir! Die (Ortsname) Kerb, Sie lebe – Hoch! – Sie lebe – Hoch! – Sie lebe – Hoch! Pri – Ma! – Sau – gut! – Und mit was? – Mit Recht!“ (Rheinhessen)
  • „Buwe, was hammer heit? – Kerweih! – Was noch?“ – Dorscht! – Buwe, juxt doch mol – Ehhh!“ (Billed/Banat)
  • „E alde Brauch des muß ich soan, is unser Kerweihfescht un Kerweihboam.“ (Banater Schwaben)
  • „Wenn sei Kerwa is heut? – Unnera!“ (Oberfranken) Im ländlichen Bereich allerdings eher: „Wer hot Kärwa? – Mir! – Was trinken wir? – Bier!! – Was ham mir für an Durscht? – An Saudurscht!!“
  • „Wem is die Kerb? – Uus. – Wem? – Uus. – Wem? – Uus. – Was trinke ma? – Bier. – Was? – Bier. – Was? – Bier. – Was trinke die annere? – Kaba, Kaba hällt se gsund, weil se so hässlisch sin, so unwahrscheinlisch hässlisch sin. Fürchtet euch nicht! (Saarland)
  • „Wem is die Kirb? – Uus! – Wer hat se? – Mir! – Wem bleibt se? – Uus! – Wer gebt se nimmi her? – Mir! – Wer trinkt es meischde Bier? – Mir! – Unn de Schnaps? – Aach!“ (Tholey,Saarland)
  • „Kirmes, Kirmes, Kirmes is heut!“ (Ober Eichsfeld, Südthüringen & Westthüringen)
  • „Die Kerwa is kumma, die Kerwa is do! Die Alten die brumma, die Junga san fro“ (Franken)
  • „Bem is die Kirmes? – Uns!“ (Osthessen)
  • „Wem es de Kemess? – Uus!“ (Nassau)
  • „Wer hot die Kirmes? – Mer honn die Kirmes!“ (Knüllgebirge)
  • „Hit isch Kilwi, morge isch Kilwi bis am Zischtig Owä, wenn i zue dä Elisabeth kumm, sag i guatä Owä. Guatä Owä Elisabeth, sag mir wo dei Bettstatt steht“ (Baden)
  • „Häint is Kirwa, moagn is Kirwa, üwamoagn scho wieda. Möidl wanns’t kan Dantzer host gäih ham un’ leech di nieda!“ (Egerland)
  • „Die Kässeler Kirb, die Kässeler Kirb is do, was sei die Leid so froh …“ und „S’is Kirb im Land, s’is Kirb im Land, im schönen Kasseltal …“(Kassel (Biebergemünd))
  • „Virzen, fuffzen, Kirmse!“ (Thüringen)

Traditionen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kirchweihtraditionen

Traditionell trafen sich Menschen nach der Messe am Marktplatz, um von vorbeiziehenden Händlern Waren zu erstehen. Diese Tradition hielt sich mancherorts bis heute.

Anlässlich der Kirchweihfeste findet neben religiösen Feiern (Gottesdienste, Heilige Messen) oft auch ein Volksfest mit Fahrgeschäften (zum Beispiel Karussells) und sonstige Vergnügungen statt, häufig auch eine Verkaufsmesse für Vieh, andere landwirtschaftliche Produkte oder für Waren aller Art.

Bei der Kurpfälzer Kerwe wird der „Kerweschlumpel“-Brauch gepflegt – eine weibliche Strohpuppe nimmt an prominenter Stelle an den Kerwefeierlichkeiten teil und wird von den jungen Männern des Ortes umsorgt. Zum Abschluss der Kerwetage wird die Kerweschlumpel unter großem Wehklagen und nach einer Grabrede des „Kerweparrers“ feierlich verbrannt.

Da sich früher die Kirchweihfeierlichkeiten noch über den Montag hinaus hinzogen, gibt es in Altbayern den Spruch: „A guate Kirta geht bis Irta, und bleibst nacha picka, dann halt bis Micka“ (Eine gute Kirchweih dauert bis Dienstag, und bleibst Du nachher hängen, dann halt bis Mittwoch).

In vielen Dörfern wurde früher darauf Wert gelegt, dass die Kirmesburschen ein Mädchen aus einem anderen Ort wählten. Ein Kirmesbursche, der ein Mädchen aus dem gleichen Ort wählte, musste mit diversen Sanktionen (zum Beispiel: Bier ausgeben, in den Schweinestall gesperrt zu werden etc.) rechnen. Dieser Brauch hat offenbar Bezug zur Vorbeugung gegen Inzucht (siehe auch: Exogamie).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kermesses – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien