Kiri Te Kanawa

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Dame Kiri Te Kanawa, DBE, ONZ (* 6. März 1944 in Gisborne als Claire Mary Teresa Rawstron) ist eine neuseeländische Opernsängerin (Sopran).

Leben[Bearbeiten]

Kiri Te Kanawa ist eine Neuseeländerin mit irischer Mutter und Māori-Vater, die als Adoptivkind in der Familie Te Kanawa aufwuchs, in der der Vater ebenfalls Māori und die Mutter ebenfalls irischer Abstammung war.[1] Bei Schwester Maria Leo erhielt Kiri Te Kanawa ersten Gesangsunterricht in Auckland. Einige Jahre später gewann sie im australischen Melbourne einen Gesangswettbewerb und konnte daraufhin zum Gesangsstudium nach London reisen. Ihre erste kleinere Rolle erhielt sie in London in der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. 1969 sang sie ihren ersten Hauptrollenpart: die Elena in Gioachino Rossinis La donna del lago. Ihr Debüt am Royal Opera House in Covent Garden gab sie 1970 als Xenia in Boris Godunow. Im Laufe der nächsten Jahre sang sie an allen großen Opernbühnen der Welt. Ihr Metropolitan-Opera-Debüt kam 1974 durch die Erkrankung der Sängerin Teresa Stratas zustande. Innerhalb von nur wenigen Stunden musste sie sich auf die Rolle der Desdemona in Giuseppe Verdis Otello vorbereiten. Bei den Salzburger Festspielen 1979 sang sie die Gräfin in Le nozze di Figaro unter Herbert von Karajan und Bernhard Klee.

Auch als Liedinterpretin machte sich Te Kanawa einen Namen. Zu ihrem Konzertrepertoire gehören Lieder von Henry Purcell genauso wie von Richard Strauss oder Franz Liszt.

Auf der Hochzeit von Prinz Charles und Prinzessin Diana sang sie 1981 in der Saint Paul’s Cathedral in London.

1984 wurde sie auch einem breiteren Publikum über die Grenzen der Oper hinweg bekannt, als Leonard Bernstein ihr die Rolle der Maria in seiner einzigen Studioeinspielung der West Side Story gab. Josep Carreras sang an ihrer Seite die Rolle des Tony. Bernstein besetzte das Orchester mit Jazzmusikern und wählte die seiner Meinung nach besten Stimmen für die Rollen des Musicals aus. Über die Schallplattenaufnahme entstand ein Dokumentarfilm.

1991 sang sie mit World in Union die Hymne zur Rugby-WM. Die Single erreichte Platz 4 in den britischen Charts und Platz 5 in Irland. Die University of Waikato verlieh ihr 1996 die Ehrendoktorwürde.[2] Von der University of Cambridge erhielt sie 1997 einen Ehrendoktor.[3]

Im August 2009 verkündete sie das Ende ihrer Opernkarriere. Ihre letzte Vorstellung gab sie am 17. April 2010 am Opernhaus Köln als Marschallin im Rosenkavalier von Richard Strauss. Am 4. September 2012 gab sie ein Galakonzert in Jaroměřice nad Rokytnou. [4] April 2013 trat sie in einer Wiederaufnahmeserie der Donizetti-Oper La Fille du Régiment als Duchesse de Crakentorp an der Wiener Staatsoper auf. Diese pointierte Rolle verkörperte sie im selben Jahr auch an der Met. In der vierten Staffel der britischen TV-Serie Downton Abbey erschien sie bald darauf in einer Gastrolle, in der sie die australische Sopranistin Nellie Melba verkörperte.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US Flag of New Zealand.svg NZ
1979 Strauss: Four Last Songs –
Orchestra Songs
25
(2 Wo.)
mit Andrew Davis und
London Symphony Orchestra
1983 A Royal Occasion… 47
(1 Wo.)
1983 Verdi and Puccini Arias 11
(15 Wo.)
1985 West Side Story 11
(32 Wo.)
mit Leonard Bernstein und José Carreras
1985 Blue Skies 40 Silber
(29 Wo.)
136
(16 Wo.)
1986 Highlights from West Side Story 72
(6 Wo.)
42
(2 Wo.)
mit Leonard Bernstein und José Carreras
1986 South Pacific 5
(24 Wo.)
mit José Carreras, Sarah Vaughan
und Mandy Patinkin
1986 Christmas with Kiri 47 Gold
(4 Wo.)
1987 Kiri Sings Gershwin 9
(11 Wo.)
1987 My Fair Lady 41
(12 Wo.)
mit Jeremy Irons
1988 Kiri 16 Gold
(8 Wo.)
14
(6 Wo.)
Charteintritt in NZ erst im November 1989
1990 Kiri’s Homecoming 15
(4 Wo.)
1991 Heart to Heart 3
(13 Wo.)
mit Malcolm McNeill
1992 The Essential Kiri 23 Silber
(10 Wo.)
1992 Kiri Sidetracks: The Jazz Album 73
(1 Wo.)
1994 Kiri: A 50th Birthday Celebration of
Her Greatest Hits – Live
26
(5 Wo.)
1996 Classic Christmas Album 48
(4 Wo.)
mit Domingo und Pavarotti
1999 Maori Songs 4
(32 Wo.)
2004 The Gala Concert 23
(6 Wo.)
Dame Kiri und Friends mit
The Auckland Philharmonia

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US Flag of New Zealand.svg NZ
1991 World in Union 4
(11 Wo.)
10
(7 Wo.)

Quellen[Bearbeiten]

  1. Dame Kiri Te Kanawa in: Encyclopædia Britannica Online, abgerufen am 17. Mai 2009
  2. Liste der Ehrendoktoren der University of Waikato
  3. Ehrendoktoren der University of Cambridge
  4. Dame Kiri to end opera career. In: New Zealand Herald, 14. August 2009. 
  5. a b Chartquellen: Singles Alben US1 US2 NZ
  6. a b Gold-/Platin-Datenbank UK

Weblinks[Bearbeiten]