Kiribati

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Ribaberiki Kiribati (kiribat.)

Republic of Kiribati (engl.)
Republik Kiribati

Flagge Kiribatis
Wappen Kiribatis
Flagge Wappen
Wahlspruch: „te mauri, te raoi ao te tabomoa“, „Gesundheit, Frieden und Wohlstand“
Amtssprache Kiribatisch und Englisch
Hauptstadt South Tarawa
Staatsform Republik
Regierungssystem Repräsentative Demokratie mit parlamentsgebundener Exekutivgewalt
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident Anote Tong
Fläche 811 km²
Einwohnerzahl 103.000 (2012)
Bevölkerungsdichte 127 (2012) Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt nominal (2010)[1] 146 Mio. US$[1]
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 1468 US$[1]
Human Development Index 0,629 (121.)[2]
Währung Kiribati-Dollar (KID)
Australischer Dollar (AUD)
Unabhängigkeit 12. Juli 1979
(vom Vereinigten Königreich)
Nationalhymne Teirake kaini Kiribati
Zeitzone UTC+12 bis UTC+14
Kfz-Kennzeichen KIR
Internet-TLD .ki
Telefonvorwahl +686
Japan Nördliche Marianen Palau Mikronesien Osttimor Indonesien Midwayinseln Hawaii Johnston-Atoll Wake Papua-Neuguinea Marshallinseln Nauru Kiribati Französisch-Polynesien Pitcairninseln Tokelau Cookinseln Salomonen Norfolkinsel Neuseeland Vanuatu Tuvalu Wallis und Futuna Tonga Niue Australien Samoa Amerikanisch-Samoa Fidschi Howlandinsel Bakerinsel Palmyra Kingmanriff Jarvisinsel Neukaledonien Japan Antarktika Russland Chile (Osterinsel) Vereinigte Staaten (Alaska) Kanada Mexiko Vereinigte Staaten Nordkorea Südkorea Volksrepublik China Republik China Vietnam Laos Kambodscha Thailand Philippinen China Singapur Malaysia BruneiKiribati on the globe (Polynesia centered).svg
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Kiribati CIA map-DE.png

Kiribati (kiribatische Aussprache: [ˈkiɾibas] (einheimische Aussprache des ehemaligen Namen der Gilberts), deutsch: [kiʁi'ba:ti][3][4], häufig auch [ˈkiʁibas]; offiziell auf Kiribatisch Ribaberiki Kiribati, dt. Republik Kiribati) ist ein Inselstaat im Pazifik. Das Staatsterritorium erstreckt sich über eine Vielzahl von Inseln Mikronesiens und Polynesiens, die über ein weites Gebiet nördlich und südlich des Äquators verstreut liegen.

Nationalfeiertag ist der 12. Juli, der Jahrestag der Unabhängigkeit im Jahre 1979.

Geographie[Bearbeiten]

Ausdehnung[Bearbeiten]

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Das Staatsgebiet hat von der östlichsten Insel im Caroline-Atoll zur westlichsten Insel Banaba eine Ausdehnung (Luftlinie) von 4567 km und von der nördlichsten Insel Teraina (Washington Island) bis zur südlichsten Insel Flint Island eine Ausdehnung (Luftlinie) von 2051 km mit einer Gesamtfläche von rund 5,2 Millionen Quadratkilometer. Von seiner Ausdehnung her gehört Kiribati damit zu den größten Staaten der Erde (Russland: 17 Millionen Quadratkilometer). Von dieser Fläche sind allerdings nur 811 km² Land, damit ist Kiribati de facto ein Kleinstaat.

Lage[Bearbeiten]

Das Staatsgebiet liegt etwa auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien. Bis Ende 1994 verlief die internationale Datumsgrenze mit dem 180. Längengrad zwischen den Gilbert- und Phoenixinseln. Im Interesse eines einheitlichen Datums im gesamten Staatsgebiet wurde zum 1. Januar 1995 die Datumsgrenze nach Osten verlegt, so dass nun ganz Kiribati westlich davon liegt. Die östlichste der Line Islands, Caroline Island, heißt seit dem 1. Januar 2000 Millennium Island, weil man auf dieser Insel den ersten Sonnenaufgang des Jahres 2000 beobachten konnte.

Inselgruppen[Bearbeiten]

typische Insel in Kiribati

Der Inselstaat besteht aus 32 Atollen in drei Inselgruppen sowie der Insel Banaba.

Karte Gilbertinseln 16 Atolle
282 km²
Karte Phoenixinseln 8 Atolle
27,7 km²
Karte Line Islands 8 von insgesamt 11 Atollen
495 km²

Der Großteil des Landes befindet sich weniger als zwei Meter über dem Meeresspiegel mit Ausnahme der Vulkaninsel Banaba, die mit 81 m ü. NN die höchste Erhebung des Inselstaates ist. Damit dürfte Kiribati eines der ersten Länder sein, welche infolge des Klimawandels zum Großteil im Meer versinken werden. Mitte 1999 wurde bekanntgegeben, dass bereits zwei unbewohnte Korallenriffe überflutet wurden, das Winslow-Riff und das Carondelet-Riff.

Übersicht der wichtigsten Inseln und Atolle
Kiritimati (Weihnachtsinsel) aus der ISS fotografiert Kiritimati
(Christmas Island
Weihnachtsinsel)
375 km² 5.200 Einwohner Kiritimati hat von allen Koralleninseln der Welt die größte Landfläche.
NASA-Astronautenbild der Fanninginsel (Tabuaeran) im Pazifischen Ozean Tabuaeran
(Fanning Island)
33,7 km² 2.870 Einwohner Das Atoll wurde ursprünglich nach seinem US-amerikanischen Entdecker Edmund Fanning benannt.
NASA-Astronautenbild der Insel Teraina, Kiribati, im Pazifischen Ozean Teraina
(Washington Island)
14,2 km² 1.580 Einwohner Das Atoll wurde ebenfalls von Fanning entdeckt, der es nach dem US-Präsidenten George Washington benannte.
Satellitenbild von Banaba Banaba
(Ocean Island)
6 km² 335 Einwohner Im Jahr 1900 entdeckte man, dass das gesamte Felsgestein aus versteinertem Vogelkot (Guano) bestand. Banaba war damit neben Nauru die zweite Insel im Westpazifik, auf welcher große Phosphatlager nachgewiesen wurden.
Satellitenbild Tarawa 32 km² 50.200 Einwohner Das Atoll war Hauptatoll der ehemaligen britischen Kolonie Gilbertinseln und ist heute das Hauptatoll der Republik Kiribati.
Satellitenbild von Kanton Abariringa
(Canton Island)
9 km² 64 Einwohner Der englische Name des Atolls ist darauf zurückzuführen, dass 1854 der Walfänger Canton vor der Insel auf Grund lief.

Klima[Bearbeiten]

Tarawa
Klimadiagramm
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25
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tarawa
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 30,7 30,6 30,7 30,7 30,8 30,8 30,9 31,0 31,1 31,2 31,3 30,9 Ø 30,9
Min. Temperatur (°C) 25,3 25,3 25,3 25,3 25,5 25,3 25,1 25,2 25,3 25,4 25,4 25,3 Ø 25,3
Niederschlag (mm) 271 218 204 184 158 155 168 138 120 110 115 212 Σ 2.053
Sonnenstunden (h/d) 7,1 6,8 6,7 6,7 7,4 7,3 7,4 8,3 8,1 8,4 8,0 6,1 Ø 7,4
Regentage (d) 15 12 14 14 15 14 13 12 11 8 9 14 Σ 151
Wassertemperatur (°C) 28 28 28 28 28 28 28 29 29 29 29 28 Ø 28,3
Luftfeuchtigkeit (%) 81 80 81 82 81 81 80 79 77 77 79 81 Ø 79,9
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Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung Kiribatis ist ethnisch sehr homogen. Annähernd 99 % sind Mikronesier. Außerdem leben 0,8 % Polynesier und 0,2 % Europäer in Kiribati. Die Einwohner nennen sich im Singular wie im Plural I-Kiribati. Das Adjektiv der Nationalität und der Landessprache wird als Kiribati ohne Präfix 'I' bezeichnet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Laut Volkszählung von 2005 betrug die Einwohnerzahl 92.533 Menschen.[5] Die Bevölkerungsdichte betrug 2005 für alle Inseln durchschnittlich 127 Einwohner pro Quadratkilometer, für das urbane South Tarawa jedoch 2558 Einwohner pro Quadratkilometer, damit eine der höchsten weltweit.

Bevölkerungsentwicklung für die Jahre 1931–2005[5]
Zensus 1931 1947 1963 1968 1973 1978 1985 1990 1995 2000 2005 2012
Gesamt 29.671 31.423 43.336 47.735 51.926 56.213 63.883 72.335 77.658 84.494 92.533 103.000

Gesundheit[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Kiribati hat eine Lebenserwartung von 60 Jahren (Männer 57, Frauen 63) und eine Säuglingssterblichkeit von 54 Toten pro 1000 Lebendgeburten. Tuberkulose ist im Land verbreitet.[6] Die Regierung gab 2006 268 US-Dollar (Kaufkraftparität) pro Kopf aus.[7] Im Zeitraum von 1990 bis 2007 gab es 23 Ärzte pro 100.000 Personen.[8] Nach der Ankunft kubanischer Ärzte hat sich die Säuglingssterblichkeit deutlich verringert.[9]

Religion[Bearbeiten]

Ein Großteil der Bevölkerung gehört dem christlichen Glauben an. Die Volkszählung des Jahres 2010 ergab folgendes Bild:[10]

Geschichte[Bearbeiten]

Besiedelt wurden die Inseln, die heute zusammen Kiribati bilden, schon vor 2000 bis 3000 Jahren von einer einzigen ethnischen Gruppe aus Mikronesiern. Folgende Einfälle von Samoanern, Fidschis und Tonganern fügten polynesische Elemente in die errichtete mikronesische Kultur ein, aber viele Mischehen führten zu einer Bevölkerung, die recht homogen ist, sowohl in Erscheinung, Sprache als auch in ihrer Tradition.

Bereits 1606 entdeckte der spanische Seefahrer Pedro Fernández de Quirós als erster Europäer die Gilbertinseln. Erst ab 1765 wurden die Inseln nach und nach von englischen Seefahrern angesteuert, so 1777 von James Cook und 1788 von Kapitän Thomas Gilbert, nach dem die Inselgruppe um 1820 vom deutsch-baltischen, in russischen Diensten stehenden Admiral Adam von Krusenstern und dem französischen Kapitän Louis Isidore Duperrey benannt wurde.

Im 19. Jahrhundert kamen Walfänger, Sklavenhändler und Händler in großer Zahl nach Kiribati. Der resultierende Umbruch schürte lokale Stammeskonflikte und die Europäer schleppten für die Einheimischen gefährliche europäische Krankheiten ein.

Im Jahre 1837 kamen die ersten ständigen europäischen Siedler und 1857 begann die christliche Missionierung. Dabei wurden die nördlichen Atolle der Gilbertgruppe vorwiegend von katholischen Missionaren aus Frankreich, die südlichen von samoanischen Missionaren der stark puritanisch geprägten London Missionary Society missioniert. Noch heute ist ein deutlicher Unterschied in der Lebensauffassung erkennbar: Die Menschen im Norden gelten als lebenslustig und frohsinnig, während im Süden eine strenge Einstellung vorherrscht.

Flagge der Gilbert- und Elliceinseln von 1937 bis 1979

Im Bemühen um die Wiederherstellung von Ordnung wurden die Gilbertinseln 1892 zusammen mit den nahen Elliceinseln zum britischen Protektorat der Gilbert- und Elliceinseln erklärt, blieben jedoch ohne Verwaltung. Banaba (Ocean Island) wurde 1901 nach der Entdeckung phosphatreicher Guanoablagerungen annektiert. Zusammen mit Fanning und Washington Island, welche bereits 1888 annektiert wurden, wurde das Protektorat auf Wunsch der Inselbewohner 1916 zur britischen Kolonie. Die meisten der Linie-Inseln, inklusive Kiritimati (Christmas Island), der Phönixinseln und der Union-Inseln, dem heutigen Tokelau, wurden über die nächsten 20 Jahre, zuletzt 1937, sukzessive einverleibt. Das Gebiet unterstand bis 1976 der Gerichtsbarkeit des Hohen Kommissars für die Westpazifischen Territorien, die tatsächliche Verwaltung lag jedoch in den Händen eines Ständigen Kommissars (Resident Commissioner).

In den Jahren 1942–1943 hielt die japanische Armee einen Teil der Inseln besetzt, um mit ihnen eine Inselverteidigung zu formen. Vom 20. bis 23. November 1943 war das Atoll Tarawa Schauplatz eines der heftigsten Kämpfe zwischen Japanern und US-Amerikanern im Pazifikkrieg. Diese Schlacht mit der Niederlage der Japaner war für die Alliierten ein Wendepunkt in diesem Krieg.

In den 1960er Jahren begann das Vereinigte Königreich die Selbstverwaltung der Inseln auszuweiten. 1963 wurde das erste Repräsentantenhaus eröffnet, 1965 erfolgte die Gründung der ersten Partei (National Party). 1974 trennten sich die Elliceinseln nach einem Volksentscheid von der Kolonie, um 1978 den unabhängigen Staat Tuvalu zu gründen. Die Gilbertinseln erlangten 1977 innere Autonomie und wurden, nachdem im Februar 1978 Wahlen abgehalten wurden, am 12. Juli 1979 eine unabhängige Nation innerhalb des Commonwealth unter dem Namen Kiribati.[11] Erster Präsident wurde Ieremia Tabai.

Der ursprüngliche Name für das Land war „Tungaru“. Er kommt gelegentlich noch in Namen wie „Air Tungaru“ (die nationale Fluggesellschaft) oder „Tungaru Central Hospital“ vor. Der Name Kiribati ist eigentlich die gilbertesische Aussprache des Namens Gilberts (die etwas saloppe Form der Engländer, von den Gilbert Islands zu sprechen). Im Gilbertesischen gibt es kein 'G', 'L' oder 'S'. Diese werden mit 'K', 'R' und 'TI' (am Wortende 's' ausgesprochen) ersetzt. Spricht man den Namen 'Kiribati' schnell aus, so hört man durchaus das Wort 'Gilberts'. Ähnlich ist es mit Christmas Island: Kiritimati = Christmas.

Mit der Unabhängigkeit gaben auch die Vereinigten Staaten 1979 alle Ansprüche auf die dünnbesiedelten Phönixinseln auf. Acht der elf Linien-Inseln wurden ebenfalls ein Teil des Kiribati-Territoriums. 1985 schloss sich der Inselstaat der atomwaffenfreien Zone des Südpazifiks an. Nachdem 1995 die französischen Atomtests wiederaufgenommen wurden, suspendierte Kiribati seine diplomatischen Beziehungen zu Frankreich. Im September 1999 wurde der Inselstaat in die UNO aufgenommen.

Politik[Bearbeiten]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

  • Kiribati gliedert sich in drei Verwaltungseinheiten (Units)[12]
    • Gilbert Islands
    • Line Islands
    • Phoenix Islands
  • und die sechs Distrikte (Districts):
    • Banaba
    • Central Gilberts
    • Line Islands
    • Northern Gilberts
    • Southern Gilberts
    • Tarawa

Für jede der 21 bewohnten Inseln gibt es einen Inselrat (Island Council) als lokale Verwaltungsbehörde: Abaiang, Abemama, Aranuka, Arorae, Banaba, Beru, Butaritari, Kanton, Kiritimati, Kuria, Maiana, Makin, Marakei, Nikunau, Nonouti, Onotoa, Tabiteuea, Tabuaeran, Tamana, Tarawa, Teraina

Politisches System[Bearbeiten]

Das Parlament Kiribatis, engl. House of Assembly, offiziell Maneaba ni Maungatabu[11][12] wird alle vier Jahre gewählt und besteht aus 46 Mitgliedern (44 gewählte Abgeordnete, ein bestelltes Mitglied von Banaba sowie dem Generalstaatsanwalt von Amts wegen). Die Wahlen in den 23 Ein- und Mehrpersonenwahlkreisen werden nach Mehrheitswahlrecht in zwei Runden durchgeführt: Erzielt in der ersten Runde kein Kandidat eine absolute Mehrheit, treten die drei (bzw. bei zwei/drei zu vergebenden Sitzen vier/fünf) Kandidaten mit den meisten Stimmen in einer Stichwahl gegeneinander an nach dem Borda-Wahlsystem.

Der Staatspräsident ist gleichzeitig Regierungschef sowie Außenminister und wird Te Beretitenti (gilbertesische Schreibweise für „President“) genannt. Er wird aus den Reihen der Parlamentsmitgliedern des Maneaba ni Maungatabu gewählt und bildet das Kabinett mit bis zu zehn Ministern. Seit 2003 wird das Land von Anote Tong, der am 13. Januar 2012 in seine dritte Amtsperiode wiedergewählt wurde, regiert.[13] Am 17. Januar 2012 konnte er sein drittes Kabinett vereidigen. Sein Stellvertreter ist der Kauoman-ni-Beretitenti (Vizepräsident).[12]

Der Inselstaat ist geprägt von einem System großer lokaler Selbstverwaltung aufgrund der großen Differenzen zwischen den einzelnen Inselgruppen. Einen besonderen Status genießt die Insel Banaba, deren Einwohner unter Minderheitenschutz stehen. Die politischen Parteien in Kiribati sind auch heute noch stark von einem traditionellen Häuptlingssystem beeinflusst.

Parlamentsgebäude von Kiribati seit 2000, Ambo, South Tarawa
Sitzverteilung im 10. Parlament von Kiribati
nach den Wahlen 21./28. Oktober 2011
Partei Stimmen % Sitze
Boutokaan Te Koaua (BTK) / The Pillars of Truth
(Regierungspartei, Führer: Anote Tong)
. 15
Karikirakean Te I-Kiribati (KTK) / United Coalition Party
(Oppositionspartei, Führer: Tetaua Taitai)
. 10
Maurin Kiribati Party (MKP)
(Führer: Rimeta Beniamina)
. 3
Unabhängige . 16
Bestelltes Mitglied der Insel Banaba 1
Generalstaatsanwalt, von Amts wegen 1
Gesamt   46
Quelle: IPU

Siehe auch: Kabinett Tong III - Aktuelles Ministerkabinett für die Legislaturperiode 2012 bis 2015.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen[Bearbeiten]

Kiribati ist Mitglied der folgenden Organisationen: ADB, AKP, Commonwealth, ESCAP, IBRD, IDA, FAO, IFRCS, IWF, PIF, Sparteca, SPC, UNO, UNESCO, WHO.

Militär und Polizei[Bearbeiten]

Kiribati verfügt laut Verfassung über keine eigene Armee, sondern genießt militärischen Schutz durch Australien und Neuseeland.

Es existiert eine Polizei, die auf jeder der Inseln zumindest einen kleinen Posten unterhält und polizeiliche und paramilitärische Aufgaben wahrnimmt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Kiribati verfügt über nur wenige natürliche Ressourcen. Die kommerziell interessanten Phosphatdepots waren zur Zeit der Erlangung der Unabhängigkeit erschöpft. Zumindest erhält der Staat noch Zinsen aus einem Fonds, den die Engländer bei ihrem Abzug 1979 als Kompensation für den völligen Abbau aller Phosphatvorkommen auf Banaba Island hinterlassen haben. Momentan stellen die Kopraproduktion mit Anbau von Kokosnüssen, Fischfang, Algen, Export von Haifischflossen und die Vergabe von Fischereirechten die wichtigsten Einnahmequellen dar.

Seit dem Beitreten zum Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen 2003 besitzt Kiribati eine ausschließliche Wirtschaftszone von 3,5 Millionen Quadratkilometer Seegebiet.

Die Wirtschaft schwankte in den letzten Jahren stark. Ihre Entwicklung wird beschränkt durch das Fehlen qualifizierter Arbeiter, eine schwache Infrastruktur und die weite Entfernung zu den internationalen Märkten.

Seit 1967 besteht auf Betio, einer Insel im Hauptatoll Tarawa, eine staatseigene Seemannsschule (Kiribati Marine Training Center). Die etwa 100 Absolventen werden sehr häufig auf deutschen Handelsschiffen beschäftigt. Bis zu 1500 Kiribatis fahren so zur See und schicken jährlich etwa 8,9 Millionen Australische Dollar an ihre Familien und Sippenverbände in Kiribati.

Der Tourismus mit rund 3500 Besuchern jährlich stellt mehr als ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Haupthandelspartner sind Australien, Japan, Neuseeland und die USA. Die ausländische Finanzhilfe, größtenteils aus dem Vereinigten Königreich und Japan, stellt eine entscheidende Ergänzung des BIP dar; es entsprach in den vergangenen Jahren etwa 25 % bis 50 % des BIP.

Währung[Bearbeiten]

Der Kiribati-Dollar ist die Währung von Kiribati. Die ersten Münzen wurden 1979 geprägt und ausgegeben. Der Kiribati-Dollar hat keine eigenen Banknoten, im Umlauf sind australische Banknoten, da der Australische Dollar ebenfalls gültiges Zahlungsmittel in Kiribati ist.

Auf den Inseln der Gilbertgruppe hat sich ein traditionelles bargeldloses, formalisiertes System der Nachbarschaftshilfe erhalten, das Bubutisystem.

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2005 Ausgaben von umgerechnet 59,71 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 55,52 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,6 % des BIP.[14]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Bildungswesen[Bearbeiten]

Ab dem 6. bis zum 15. Lebensjahr besteht eine neunjährige Schulpflicht, wobei der Schulbesuch kostenlos ist. Die überwiegende Zahl der Primarschulen sowie zehn der dreizehn weiterführenden Schulen werden von den Kirchen getragen.

Die University of the South Pacific (USP) unterhält in Bairiki seit 1976 eine Außenstelle, die 2006 zum USP Kiribati Campus erhoben wurde - mit jetzt etwas über 3000 eingeschriebenen Studenten[16]. Sitz ist seit 1978 der Ort Teaoraereke auf Bairiki.

Das „Kiribati National Cultural Centre and Museum“ Te umanibong ist ein Volkskundemuseum in Bikenibeu und zeigt rund 250 Ausstellungsstücke zur materiellen Kultur der Gilbertesen.

Sport[Bearbeiten]

Das Bairiki National Stadium ist das einzige Sportstadion des Staates und liegt auf der gleichnamigen Insel.

Olympische Spiele:

Der Gewichtheber David Katoatau nahm als Fahnenträger seines Landes an den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking (China) teil und erreichte den fünfzehnten Rang in der Kategorie bis 85 kg mit 313 kg. Der Leichtathlet Rabangaki Nawai trat als Sprinter über die 100-Meter-Distanz an.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Kiribatis Straßennetz hat eine Länge von 670 km. Die Haupthäfen sind Betio auf der Insel Betio sowie Bikenibeu auf der Insel Bonriki (beide sind Inseln des Tarawa-Atolls). Der internationale Flughafen Bonriki International Airport befindet sich im Norden der Insel Bonriki.

Zukunft[Bearbeiten]

Auf Grund des Klimawandels und des Anstiegs des Meeresspiegels wird Kiribati schätzungsweise 2060 bis 2070 im Meer versunken sein. Präsident Anote Tong sagte, sich auf den Tag vorzubereiten, an dem man kein eigenes Land mehr habe, sei schmerzhaft, aber genau das müsse man tun. Tong bat Neuseeland, mehr Übersiedler aus Kiribati aufzunehmen; derzeit rund 100 jährlich. Die Regierung von Kiribati ist mit der von Fidschi im Gespräch, um Land zu kaufen und einen Teil der Bevölkerung umzusiedeln.[17]

2009 nahm Tong mit einer Delegation an der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen teil.[18] Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Cancún (COP 16)[19][20] wurde auf der Tarawa Climate Change Conference am 10. November 2010 in Ambo die Ambo Declaration[21] verabschiedet, die von Australien, Brasilien, China, Kuba, Fidschi, Japan, Kiribati, den Malediven, den Marshallinseln, Neuseeland, den Solomonen und Tonga unterzeichnet wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barrie Macdonald: Cinderellas of the Empire: Towards a history of Kiribati and Tuvalu. Institute of Pacific Studies (University of the South Pacific), Suva 2001, ISBN 982-02-0335-X.
  • Peter McQuarrie: Conflict in Kiribati: A History of the Second World War. Macmillan Brown Centre for Pacific Studies (University of Canterbury), Christchurch 2000, ISBN 1-877175-21-8.
  • Howard Van Trease (Hrsg.): Atoll Politics: The Republic of Kiribati.: Macmillan Brown Centre for Pacific Studies (University of Canterbury) Christchurch, Institute of Pacific Studies (University of the South Pacific), Suva 1993, ISBN 982-02-0081-4.
  • Kiribati. Aspects of history. Tarawa 1979.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Kiribati – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kiribati

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kiribati – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kiribati – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikimedia-Atlas: Kiribati – geographische und historische Karten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c World Statistics Pocketbook 2011, Department of Economic and Social Affairs, Statistics Division, United Nations, New York, 2012, ISBN 978-92-1-161558-6.
  2. Human Development Index, abgerufen am 10. Oktober 2013
  3. Duden Band 6: Das Aussprachewörterbuch, 6. Auflage, Duden-Verlag, 2005
  4. Deutsches Aussprachewörterbuch, De Gruyter Verlag, 2009
  5. a b Kiribati: 2005 Census. Vol. 2: Analytical Report. 2007 Final Report (Abgerufen am 17. April 2010)
  6. WHO: Kiribati Tuberculosis profile, Stand 2011: 354 Fälle. (Englisch, abgerufen am 24. November 2012.)
  7. http://hdrstats.undp.org/en/countries/data_sheets/cty_ds_KIR.html
  8. Earthtrends: Public Health: Physicians per 100,000 people, Webarchive
  9. http://www.rnzi.com/pages/news.php?op=read&id=33793
  10. Report on the Kiribati 2010 Census of Population and Housing - Volume 1: Basic Information and Tables (PDF) National Statistics Office. August 2012. Abgerufen am 29. Januar 2014.
  11. a b Onlinetext der kiribatischen Verfassung vom 12. Juli 1979. Auf engl. Wikisource. (Abgerufen am 26. April 2010)
  12. a b c Kiribati System of Government Information, PacLII − Pacific Islands Legal Information Institute
  13. Fiji Times vom 18. Januar 2012, englisch, abgerufen am 6. Februar 2012.
  14. a b c The World Factbook
  15. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4.
  16. Website USP Kiribati Campus. (Abgerufen am 26. April 2010)
  17. Inselstaat Kiribati: Ein Land flieht vor dem Klimawandel. Video, stern.de vom 10. März 2012.
  18. Climate Change in Kiribati
  19. Erklärung der Weltkonferenz der Völker über den Klimawandel und die Rechte der Mutter Erde 2010 (PDF; 89 kB)
  20. Zur Ambo-Konferenz auf schattenblick.org
  21. Text der Ambo-Deklaration, abgerufen am 19. November 2010.

-3.3666666666667-168.73333333333Koordinaten: 3° S, 169° W