Kirishima (Schiff, 1913)

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Kirishima
Die Kirishima 1938

Die Kirishima 1938

p1
Schiffsdaten
Flagge JapanJapan (Seekriegsflagge) Japan
Schiffstyp Schlachtkreuzer
ab 1934: Schlachtschiff
Klasse Kongō-Klasse
Bauwerft Mitsubishi, Nagasaki
Kiellegung 17. März 1912
Stapellauf 1. Dezember 1913
Indienststellung 19. April 1919
Verbleib am 15. November 1942 nach schweren Gefechtsschäden aufgegeben
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
Original: 214,6 m
1934: 222,6 m (Lüa)
Breite Original: 28 m
1934: 31,02 m
Tiefgang max. Original: 8,7 m
1934: 9,72 m
Verdrängung Standard: 26.750 t
Standard ab 1934: 32.670 t
 
Besatzung 1.437
Maschine
Maschine ab 1940: 8 Kampon Dampfkessel
4 Dampfturbinen
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
Original: 64.000 PS
ab 1934: 136.000 PS
Geschwindigkeit max. Original: 27,5 kn
ab 1,934: 29,8 kn kn (Err km/h)
Propeller 4
Bewaffnung

Hauptbewaffnung:

  • 8 × 35,56 cm L/45

Mittel- und Flugabwehrartillerie ab 1915:

  • 16 × 15,2 cm L/50
  • 4 × 8 cm L/40 Jahr 41
  • 4 × Torpedorohre Ø 53,3 cm

Mittelartillerie und Flugabwehrwaffen ab 1934:

Panzerung
  • Gürtelpanzer: 152–203 mm
  • Zitadelle: 75–340 mm
  • Panzerdeck: 70–120 mm

Hauptgeschütztürme

  • Front: 229 mm
  • Decke: 152 mm

Vorderer Kommandoturm

  • Seiten: 254 mm

Die Kirishima (jap. 霧島) war ein Kriegsschiff der japanischen Marine, das im Ersten und Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Es war benannt nach dem Berg Kirishima, einem Vulkan in der Präfektur Kagoshima.[1]

Planung und Bau[Bearbeiten]

Der Kiel der Kirishima wurde am 17. März 1912 auf der Werft der Mitsubishi in Nagasaki gelegt. Sie war einer von drei Schlachtkreuzern der Kongō-Klasse, die in Japan als Kopien der in England gebauten Kongō gebaut wurden.

Unter dem Druck des Washingtoner Flottenvertrages von 1922 wurde sie zunächst zwischen 1927 und 1930 abgerüstet, um es Japan zu erlauben, seinen internationalen Verpflichtungen aus dem Vertrag nachzukommen.

Im Zuge eines Modernisierungsprogramms, das auf Japans Austritt aus dem Völkerbund 1933 folgte, wurde die Kirishima umfassend modernisiert. Sie erhielt eine neue Maschinenanlage, die fast doppelt soviel Leistung lieferte wie das Vorgängermodell und eine theoretische Geschwindigkeit von bis zu 31 Knoten erreichte. Es stellten sich später bei der Kirishima jedoch nur 29,8 Knoten heraus. Es wurden auch die Panzerung und die Feuerleitsysteme überarbeitet, so dass sich das Schiff so weit veränderte, dass man es zum schnellen Schlachtschiff umklassifizierte.[2]

Die im September 1939 von der Regierung beschlossenen Pläne für die Erweiterung und Modernisierung der Kaiserlich Japanischen Marine hätten innerhalb von sechs Jahren den Ersatz der alternden Kirishima durch ein Superschlachtschiff der Yamato-Klasse vorgesehen.[3]

Einsatzgeschichte der Kirishima[Bearbeiten]

Als Bestandteil der Kidō Butai nahm die Kirishima am Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 teil. Anschließend fuhr sie im Frühjahr 1942 Einsätze bei der japanischen Offensive in Ostindien und gehörte der Flotte an, welche die Briten im Indischen Ozean besiegte.

Anfang März 1942 war die Kirishima als Teil von Vizeadmiral Mikawas Kampfgruppe nahe den Christmas Islands eingesetzt. Die Kampfgruppe geriet in ein Gefecht mit der einzeln fahrenden Edsall – einem Zerstörer der Clemson-Klasse. Unterstützt durch Sturzkampfbomber von Admiral Nagumos Flugzeugträgern und schweren Kreuzern wurde der geschickt geführte Zerstörer schließlich versenkt. Im Zuge des Gefechts wurden von Kirishima und Hiei rund 297 35,6-cm-Granaten verschossen.

Schließlich wurde die aus Kirishima und Hiei bestehende 11. Schlachtschiffdivision der 3. Flotte zugeteilt. Die Kirishima erhielt noch im August 1942 einen frühen Typ eines japanischen Radarsystems vom Typ 21 Go Denkan Mod. 1 für die Suche nach Flugzeugen.[4] Im Rahmen der Trägerschlachten bei den Ost-Salomonen und bei den Santa-Cruz-Inseln wurden die Schlachtschiffe als Teil von Admiral Kondōs Kampfgruppen eingesetzt.

Nachdem amerikanische Marineinfanterie auf Guadalcanal gelandet war und auf der Insel ein Flugfeld eingerichtet hatte, war es japanischen Flottenverbänden nicht mehr möglich, ihre auf der Insel befindlichen Truppen bei Tageslicht zu versorgen, da man Luftangriffe auf die Transportschiffe fürchten musste. Admiral Kondō ließ seine Schiffe unter dem Befehl von Konteradmiral Abe Hiroaki nun hauptsächlich Sicherungseinsätze für die eigenen Transporter bei ihren nächtlichen Einsätzen fahren. Da der Landepunkt für japanische Verstärkungstruppen auf der Insel nur wenige Seemeilen vom Landepunkt der amerikanischen Verstärkungen entfernt lag, boten sich zudem Flottenoperationen gegen amerikanische Transportflotten und der Einsatz schwerer Kriegsschiffe wie der Kirishima zur Beschießung des Flugplatzes Henderson Field an.

Am 13. November 1942 drang die Kirishima mit ihrem Schwesterschiff Hiei in den Eisensund vor, um Henderson Field zu beschießen. Nachdem sich amerikanische Verteidiger überraschend zur Schlacht stellten, kam es auf beiden Seiten zu schweren Verlusten. Die Hiei und der Zerstörer Yudachi mussten aufgegeben werden und die übrigen Schiffe, einschließlich der Kirishima, zogen sich zurück, um bei Tagesanbruch außerhalb der Reichweite der US-Flugzeuge zu sein. Die Kirishima hatte lediglich einen Treffer einer 8-inch-Granate erhalten und den Kreuzer San Francisco schwer beschädigt.[5] [6]

Die Washington feuert in der Nacht des 15. Novembers eine Salve auf die Kirishima ab.

Als die Kirishima einige Tage darauf am 15. November für den Tokyo Express als Sicherung in Richtung Guadalcanal fuhr, meldeten japanische Aufklärungsflugzeuge zwei amerikanische Kreuzer vor Guadalcanal und Admiral Kondō – dieses Mal an Bord der Atago – beschloss, diese Schiffe mit einer Zangenbewegung um die Insel Savo herum von zwei Seiten gleichzeitig anzugreifen. Die Besatzung der Kirishima sah sich bei der Umrundung von Savo jedoch einem Schlachtschiff und mehreren Zerstörern gegenüber. Während die japanischen Schiffe ihr Feuer auf die USS South Dakota konzentrierten, blieb das zweite amerikanische Schlachtschiff, die USS Washington, in der Dunkelheit unentdeckt. Die Japaner identifizierten die South Dakota fälschlich als Schiff der North-Carolina-Klasse und meldeten schließlich die schwere Beschädigung des Gegners und seinen zu erwartenden Untergang an ihre Führungsstellen. Das entsprach nicht der Wahrheit, dennoch war die South Dakota nach einem 35,6-cm-Treffer der Kirishima und vielen Treffern der Kreuzer faktisch kampfunfähig und zog sich zurück. Das amerikanische Schlachtschiff hatte zwar 115 schwere Granaten verschossen, aber keine bestätigten Treffer mit seiner Hauptartillerie erzielt.[7]

Durch ihr Radar gelang es der Washington, die Position der Kirishima genau zu erfassen und sich auf Grund dieser Daten in eine günstige Schussposition zu manövrieren. Nach neun Volltreffern aus den Hauptgeschützen der Washington, von denen zwei den Rumpf an Steuerbord aufrissen, und vielen Treffern kleinerer Granaten war die Kirishima so schwer beschädigt, dass sie mit schwerer Schlagseite brennend Kreisbögen fuhr, da ihr Ruder beschädigt worden und auf 10° Steuerbord verkeilt war. Der Rudermaschinenraum war überflutet und Brände machten den Aufenthalt in den Maschinenräumen bald unmöglich. Zahlreiche Maschinisten waren bereits tot, zwei Hauptgeschütztürme ausgefallen und die um sich greifenden Feuer bedrohten die Pulvermagazine der vorderen und achteren Turmgruppen, so dass deren Flutung befohlen wurde. Das Schiff war nun nicht mehr zu retten. Nachdem Admiral Kondo den Schadensbericht erhalten hatte, wies er Kaigun-Taisa[A 1] [8] Sanji Iwabuchi an, die Kirishima aufzugeben. Sie ging um 4:25 Uhr Ortszeit unter. Mehr als 300 Besatzungsmitglieder kamen in der Seeschlacht und beim Untergang der Kirishima ums Leben, die übrigen wurden von japanischen Zerstörern aufgenommen.[7]

Wrack[Bearbeiten]

Im August 1992 entdeckte ein Team um den amerikanischen Tiefseeforscher Robert D. Ballard ein kieloben liegendes Wrack eines Schlachtschiffes der Kongo-Klasse in rund 1220 m Tiefe und ordnete dieses Wrack aufgrund der Position und der zu erkennenden Beschädigungen der Kirishima zu.

Zur Lage des Wracks siehe: Ironbottom Sound

Bemerkungen[Bearbeiten]

  1. Der japanische Rang entspricht dem deutschen Dienstgrad Kapitän zur See. Der Vorsatz Kaigun- zeigt an, dass es sich um einen Marineoffizier handelt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Maru Special, Japanese Naval Vessels. Band 35: Kirishima. Tokyo 1976–1981.
  • Maru Special, Japanese Naval Vessels (zweite Serie), Band 112: Geschichte der Kongo-Klasse, Tokyo 1986, mit Band 116: Geschichte der japanischen Schlachtschiffe, Tokyo 1986.
  • Kaijinsha (Publ.): Warships of the Imperial Japanese Navy. Band 4: Kongo-Klasse (Kirishima/Haruna). Tokyo 1996.
  • Robert D. Ballard, Rick Archbold: Versenkt im Pazifik – Schiffsfriedhof Guadalcanal. Ullstein, 1999, ISBN 3-548-24605-2.
  • Jane´s Publishing Company, 1919: Jane´s Fighting ships of World War 1. Studio Editions, London 1990, ISBN 1-85170-378-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirishima – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Donald M. Goldstein, Katherine V. Dillon: The Pacific War papers. Japanese documents of World War II. Free Press, 2005, ISBN 1-57488-632-0, S. 300.
  2. David C. Evans: Kaigun. Strategy, Tactics, and Technology in the Imperial Japanese Navy, 1887–1941. US Naval Institute Press, 2003, ISBN 0-87021-192-7, S. 276.
  3. David C. Evans: Kaigun. Strategy, Tactics, and Technology in the Imperial Japanese Navy, 1887–1941. US Naval Institute Press, 2003, ISBN 0-87021-192-7, S. 358.
  4. John B. Lundstrom: First Team and the Guadalcanal Campaign: Naval Fighter Combat from August to November 1942. US Naval Institute Press, ISBN 978-1-59114-472-4, S. 93
  5. John B. Lundstrom: First Team and the Guadalcanal Campaign. Naval Fighter Combat from August to November 1942. US Naval Institute Press, ISBN 978-1-59114-472-4, S. 476.
  6. Tameichi Hara: Japanese destroyer captain. US Naval Institute Press, ISBN 1-59114-354-3, 2007, S. 136.
  7. a b Vincent P. O'Hara: The U.S. Navy against the Axis. Surface combat – 1941–1945. US Naval Institute Press, ISBN 1-59114-650-X, S. 124 ff.
  8. Joachim Wätzig: Die japanische Flotte – Von 1868 bis heute. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1996, ISBN 3-89488-104-6, S. 183.